28.01.2022 - Montagmorgen und schon flach am Boden        

Ich starte den Montag auch diese Woche so, wie ich praktisch jeden Wochentag starte. Um 5.30h macht sich mein Wecker lautstark bemerkbar und ein paar Atemzüge später sind meine Augen geöffnet. So richtig etwas mit den Augen sehe ich jedoch erst, als ich frisches kaltes Wasser über die Augen fliessen lasse.
Das Frühstück besteht aus dem obligaten koffeinspendenden Kaffee und feinem Brot mit Butter und Feigenkonfitüre obendrauf. Somit bin ich mit Energie aufgeladen, es folgen die täglichen Liegestützen und Bodenturnübungen.

Der Minutenzeiger steht ein paar Minuten nach sieben Uhr bei der zwei und vorfreudig auf den heutigen Morgenlauf verlasse ich das Haus. Der Start meines Laufs befindet sich auf dem Feldweg gegenüber der Hauptstrasse, welche ich erst überqueren kann, nachdem rund 10 zehn Autos diese für sich beansprucht haben.
In den ersten Sekunden gewöhne ich mich an die leicht nebelverhangene Dunkelheit und an den hellen Lichtkegel vor mir, welcher meine Stirnlampe zum Besten gibt. Es sind etwas mehr als 200m und etwas weniger als 300m, als mein linker Schuh offenbar an einem festgefrorenen Kieshäufchen hängen bleibt. Irgendwie schade, gibt von diesen Sekundenbruchteilen kein Video - ich denke, ich würde bereits jetzt über dieses Missgeschick schmunzeln. Die Kamera hätte festgehalten, wie ich wie ein Sack Blei hart auf meiner linken Körperhälfte lande und abgefedert werde durch die Extremitäten des Handballens, des Ellenbogens, der Hüfte, des Knies und des Knöchels. Der erste Blick am Boden liegend führt Richtung Knie und ich erkenne die Löcher in meinen neuen Laufhosen. Und erst dann merke ich, dass sich Schmerzen Gehör verschaffen und auch die Handschuhe haben beim Bodenkontakt mit den Steinen den 2. Platz gemacht. Auch hier klaffen Löcher und darunter färbt sich meine Hand rot.

Wie schön, es gelingt mir trotz allem wieder aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen. Also alles gut, Beine noch dran, nichts gebrochen, Kopf auch wieder klar und der Wille weiterhin vorhanden, auch an diesem Tag die 10km zu absolvieren. Laufen geht besser als Gehen, also laufe ich, pausiere ab und an. Und schlussendlich sind auch diese 10km geschafft. Es ist gut, habe ich nicht wegen ein paar zusammengefroren Kieselsteinen aufgegeben und bin dennoch meinem Ziel gefolgt.

Ja, ich hätte auch frustriert den Bettel hinschmeissen und alles verfluchen können. Und in nur wenigen Minuten wäre ich wieder zu Hause gewesen und mich womöglich noch länger über den Patzer geärgert. Doch was hätte mir dies gebracht? Wohl rein gar nichts, ausser Frust und einen schlechten Tag.

Wie immer schlage ich aus meiner Geschichte die Brücke allenfalls auch in deine Welt. Vielleicht hast du dir kürzlich ebenfalls etwas vorgenommen und kaum hast du es in Angriff genommen, kam da etwas dazwischen. Erinnere dich doch mal zurück. Was hast du dir vorgenommen und welche Steine lagen plötzlich auf dem Weg? Wie bist du mit diesen Steinen umgegangen und was war die Konsequenz daraus?

Es bedarf ja nicht immer den Vorfall einer Verletzung, um aus der Bahn geworfen zu werfen. Vielfach sind es die so kleinen unscheinbaren Dinge im Alltag, die uns davon abhalten, etwas Geplantes auch zur Vollendung zu bringen. Jedes Mal, wenn du dich bei einem Vorhaben ablenken lässt, ist das ein unbewusster Rückzug in deine Komfortzone. Dich wieder aufzuraffen, am letzten Punkt weiterzumachen, erfordert viel Energie und dies wiederum hindert dich dann schlussendlich daran, dein Ziel auch unter allen Umständen zu erreichen.
Andererseits wird deine Komfortzone ein und jedes Mal erweitert, wenn du externen Einflüssen widerstehst und beharrlich deinem Ziel nahe kommst. Und mit jedem Mal sind diese Impacts ein immer kleiner werdendes Hindernis und du beginnst innerlich zu wachsen.

Also, verlass deine Komfortzone immer wieder, jeden Tag ein kleines bisschen. Denn ausserhalb der Wohlfühlzone findest du dein persönliches Entwicklungspotential. Los geht's!