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«Heute in zwanzig Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über die Dinge,
die du versäumt hast, als über die, die du getan hast.
Also mach die Leinen los, verlass den sicheren Hafen, fang den
Fahrtwind in deinen Segeln.
Forsche. Träume. Entdecke.»

****** MEINE TAGEBUCH AUCH MIT BILDERN ******

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Wenn du laufen willst, lauf eine Meile.
Wenn du ein neues Leben kennen lernen willst,
dann lauf Marathon.
Emil Zatopek (1922-2000)


26.10.2008 – 11.01.2009

Ja, lange ist’s schon wieder her seit meinem letzte Update auf dieser Seite. Entsprechend viel gibt es wieder zu berichten.
Für das Konzert von James Blunt am 1.11.2008 in Basel kehrte ich damals extra kurz von Bahrain in die Schweiz zurück und bereute die lange Reiserei hierzu absolut nicht. Das Konzert in der St.Jakobhalle war ein absoluter Ohrenschmaus und so denke ich, werde ich James sicher mal wieder lösen und sehen gehen. Die letzten Tage in Bahrain waren geprägt von der Übergabe meiner Pendenzen an Labros, der meine Nachfolge im Engineering antrat. Nebst der Arbeit übergab ich ihm auch meine Wohnung in Juffair und so lebten wir noch drei Tage zusammen in der Wohnung. Dies war für mich noch ein ganz netter Abschluss dieser gut 2 Monate im Sand. Wieder mal definitv zurück in der Schweiz dann blieb mir nicht sehr viel Zeit, mich auf die völlig neue Lebenssituation einzustellen. Am 10.11.2008 nämlich trat ich bei SR Technics in Zürich, also an meinem ehemaligen Arbeitsort, wieder eine neue Stelle an. Ich versuchte, mich also wieder an den schweizer Alltag zu gewöhnen und pendelte dazu jeden Tag vom Bodensee zum Flughafen. Ich nehme es vorweg, es war ein steiniger Weg, wieder hier zu sein, so bis auf weiteres hier zu arbeiten und eben, auch mit diesen Gedanken zu leben. Deshalb dauerte es nicht sehr lange und ich bekam ein sehr komisches Gefühl, ein Gefühl, das mir sagte, dass ich wieder ins Ausland gehöre. Dies waren natürlich sehr schlechte Vorzeichen für das Vorhaben von Moni und mir, bald nach meinem Stellenantritt in Zürich zusammen zu ziehen. Aber wenn man mich kennt, dann kommt eben auch vieles anders, als man und Frau denkt.... Da ich mir im November dann mit jedem Tag sicherer wurde, dass ich nun den Schritt ins Ausland machen und dort auch arbeiten will, lag es bald auf der Hand, dass ich in der Probezeit noch die Stelle in der Qualitätsabteilung bei SR Technics wieder kündigen werde. So geschehen war’s dann noch vor Weihnachten und für mich war dies schon wie eine Befreiung. So wusste ich nun, dass meinem Weg ins Ausland nicht mehr she viel Hürden im Weg stehen würden, ausser, dass ich natürlich einen Job brauche. Aber ich war in dieser Hinsicht nicht untätig, muss aber noch immer warten, bis sich die ganze Sache weiter und hoffentlich bis zum Guten entwickelt.
In der Zeit dann als wieder „richtiger Schweizer“, der arbeitet, pendelt, am Abend müde nach Hause kommt und trotzdem noch etwas Sport treibt danach, traf ich auch wieder viele Freunde und Kollegen und konnte so die Gelegeheit nützen, von den vergangenen Monaten zu berichten. Wir erlebten jeweils tolle Abend im kleinen Rahmen. Weihnachten bis Neujahr waren halt die gewohnten Tage mit viel Essen, Trinken und so.... Man weiss ja nach 35 Jahren langsam, wie dies abläuft. Mitte Dezember machte ich dann Moni den Vorschlag, ob wir anfangs 2009 für eine Woche nach Ägypten fliegen sollen. Da sie erst am 12.01.2009 wieder zu arbeiten begann, stand der Idee nichts im Wege und so waren wir nach einem erfolgreichen Rutsch ins 2009 am 2. Tag des neuen Jahres schon in Marsa Alam. Wir genossen erholsame Tage in einem netten Hotel mit All Inclusive-Service. Obwohl wir beide nicht so die Typen sind für solche Ferien, dieses Mal brauchten wir es beide und es tat und soooo gut, natürlich auch, wenn man bedenkt, wie wenig wir uns in den letzten 2 Jahren gesehen hatte. Ja ich denke, einen schöneren Beginn eines Jahres kann man sich kaum vorstellen, vor allem wenn man den Winter verabscheut und sich nach Sonne und Wärme sehnt. Wieder zurück dann in der bitterkalten Schweiz begann ich einmal mehr, mich mit der neuen Lebenssituation auseinander zu setzen. In den nächsten Tagen wird diese wohl so aussehen, dass ich abwarten muss, ob sich in Sachen Auslandjon etwas ergeben wird. Bis dahin halte ich mich ganz klar mich etwas mehr Schlag als gewohnt und mit viel Sport fit.....


19.10.2008 – 25.10.2008

Um es vorweg zu nehmen und um auch zu warnen: Es gibt immer weniger zu berichten aus der Wüste.....
Bitte erwartet nicht mehr zu viel, wenn ihr dieses liest. Ich bemühe mich aber einmal mehr, spezielles der Woche hervorzuheben. So muss ich einleitend gleich auf die Arbeit zu sprechen kommen, obwohl das Thema Arbeit ja nicht so viel beinhalten kann, um auf solch einer Page Platz zu finden. Aber die ersten Tage waren doch ausserordentlich, denn es ging (zu) viel drunter und drüber und so war ich ausnahmsweise einiges länger auf dem Bürosessel zu finden, als man es sich von mir gewoht und es mir recht ist. Aber die Situationen erforderten es. Das ist auch schon alles, was ich dem Thema Arbeit widmen will. Viel mehr möchte ich diese Woche in dieser Hinsicht vergessen machen und die Lerneffekte aber mitnehmen.
Eine Abwechslung bot der aus Zürich für ein Meeting angereiste Simon. So waren wir am Dienstag zusammen beim Thailänder Abendessen.
Und wenn ich euch fragt, ob der Wüstensohn wohl mal ein etwas attraktiveres Wochenende gestaltet hat, dann muss ich euch mitteilen, dass dies absolut nicht der Fall war und dies mehr oder weniger eine Kopie der letzten Wochenenden war. Aber etwas war anders. Ich kaufte mir einen neuen Reisekoffer, da ja das Billigprodukt auf der Hinreise dem Namen alle Ehre wurde.... Ich bin nun guter Dinge, dass ich mit dem neuen Koffer wieder einige Reisen unternehmen kann und nicht gleich nach dem ersten Flug schon wieder nach einem neuen Ausschau halten muss.
Der Samstag bot auch noch eine angenehme Abwechslung. Roger, dem ich aus der Schweiz spezielles Zopfmehl mitbrachte, überbrachte mir ein kleines Resultat seiner Backkünste und es war somit natürlich herrlich, quasi am arabischen Sonntag frisch gebackenen Zopf zu kosten. Es gab da dann auch noch etwas zum Thema Auto. Seit dem Dienstag fahre ich ein anderes Mietauto, da ich meines wieder an Luis abtrat. Schon bei der Übernahme hatte ich das Gefühl, dass die Batterie ziemlich am Anschlag war und je älter die Woche wurde, umso schlimmer wurde der Moment, an dem ich das Auto anlassen wollte. Am Samstag eben hätte nicht mehr viel gefehlt und es wäre nicht mehr angesprungen. Bei Avis wurde ich informiert, dass ich am Sonntag wieder kommen soll, da es zZt kein Ersatzauto habe. Ich war überzeugt, dass es wohl eins gehabt hätte, aber niemand Interesse hatte, etwas administrative Arbeit auf sich zu nehmen.
Man kann es langsam aber sicher, dafür umso stärker spüren, dass meine Zeit hier abläuft und ich muss sagen, dass ich mich entsprechend wieder auf die Schweiz freue, Temperaturen und Wetter hin oder her. Ich freue mich auf so vieles, die Freundin, die Familie, die Kollegen, die Farben der Schweiz und irgendwie auch auf den neuen Job und somit auch auf eine neue Etappe meines Erdendaseins.


12.10.2008 – 18.10.2008

Je länger ich hier im Sand bin, umso weniger spezielles gibt es zu berichten, denn der Alltag wieder immer alltäglicher. Dennoch gibt es täglich neues und schon altes, woran ich mich erfreue und worüber ich mich ärgern könnte. Doch die letzten 2 Jahre haben mich gelernt, sich nicht mehr wirklich zu ärgern, denn es ist ohnehin nur unnötige Verschwendung von Nerven. Leicht gesagt, ich weiss... und so ertappe ich mich auch immer wieder. Ein Beispiel ist aus dem Strassenverkehr (so freue ich mich wieder auf die SBB und das Velofahren!!!). Wenn ein Land den Blinker einfach aus Prinzip nicht braucht, dann fällt mir nur Bahrain ein. Es ist echt mühsam, wenn man an einer Kreuzung steht und wartet, obwohl man meist fahren könnte. Aber ohne Blinkzeichen weiss man halt nicht, wo die anderen Fahrer hinwollen. Ja, ein Bahraini in der Schweiz könnte sein Öl-Geld wohl rasch an den Staat abliefern, wenn er bei uns so fährt, wie er es hier tun. Zudem, das Parkieren ist auch so eine Sache. Es gibt’s nicht nur einmal, dass auf einem grossen Parkplatz die kleinsten Autos einfach 2 Parkfelder brauchen. Ob es Bequemlichkeit oder Nichtkönnen ist, das kann ich nicht beantworten, aber es wirft immer wieder so einige Fragen auf. Etwas vom Schönsten diese Woche war zu erfahren, dass ich ab dem November wieder fest bei der SR Technics in Zürich arbeiten kann. Offenbar hinterliess ich in den 8 Jahren und beim Vorstellungsgespräch keinen schlechten Eindruck. Neu werde ich aber nicht mehr im Engineering, sondern in der Quality tätig sein, wo die Bandbreite der zu bearbeitenden Gebiete sicher um einiges grösser sein wird. Auf jeden Fall bin ich gespannt, was mich am neuen Arbeitsplatz erwarten wird. Damit fiel mir auch ein mittelgrosser Stein runter, denn die ganze Stellensuche seit meiner Rückkehr von der Südamerika-Reise war doch zunehmend eine Belastung und so bin ich nun endlich davon befreit und freue mich einfach sehr auf alles, was da auf mich zukommen wird. Ich werde am 10.11. den ersten Arbeitstag haben, da ich hier in Bahrain noch um eine Woche verlängert habe. Dennoch lass ich mir’s nicht nehmen, für das James Blunt-Konzert am 1.11. in die Schweiz zurück zu kehren. Als Arbeitstag stach der Donnerstag etwas hervor. Nach dem Squashen am Mittwoch und dem anschliessenden Ausgang mit einigen Drinks stand ich schon mal nicht soooo gut auf wie normal. Dann folgten einige Stunden im Büro des Chaos und der zunehmenden Unübersichtlichkeit und so konnte ich mir am Ende des Tages nur sagen: „Thanks god it’s Thursday evening“.... Am Abend war ich dann geschafft wie noch selten zuvor nach dem Sesselkleben im Büro. Aber das Weekend stand ja vor mir. Einmal mehr nahm ich es seeehr locker. Abgesehen vom Besuch des Souk’s, quasi dem Markt in der Altstadt von Manama, unternahm ich herzlich wenig und tankte vor allem wieder Energie für die neue Woche. Dies war aber eher schwierig, denn einmal mehr verbrachte ich Stunden im Gym, um meiner Sportsucht nachzukommen. Zurück aber nochmals zum Souk. Ich stellte mir halt so einen typischen (was auch immer typisch ist) Markt vor. Doch ich hatte mehr das Gefühl, mich in Hong Kong in engen Gassen mit unzähligen Strassenläden zu befinden, wo viel Ramsch und Seich angeboten wurde. Hier war ich definitiv der einzige weisse Tourist. Obwohl es unglaublich schwül-warm war in den Gässchen, überall Wasser von den Klimaanlagen von oben auf einem niederfiel und ich müde Beine zu beklagen hatte,war es dennoch gut, diesen Ort gesehen zu haben. Dadurch erhielt ich noch ein etwas anders Bild von Bahrain, was doch eine angenehme Bereicherung war.


05.10.2008 – 11.10.2008

Dass „Eid“, das Feiern nach dem Ramadan vorbei war, spürte ich am Sonntag vor allem bei der Heimfahrt von der Arbeit. Ich stand wohl länger vor Rotlichtern als dass ich mich fortbewegte. Es störte mich jedoch nicht, der Abend hatte noch immer genügend Stunden, um mein Programm durch zu bringen. Wie immer spielte sich der Abend so ab, dass ich kaum zu Hause in die Sportklamotten wechselte und dann einfach strampelte und schwitzte. Nebst der Arbeit betrachte ich den Aufenthalt hier auch langsam als Trainingslager für einen hoffentlich bald kommenden Wettkampf. So wagte ich es am Montag, mal wieder aufs Laufband zu gehen, denn meine langwierigen Schmerzen in der Hüfte sind nun abgeklungen und so lief es auch schon wieder erfreulich gut. So wie ich bin, wollte ich immer mehr und mehr... Ja, und so lief ich in 4 Trainingseinheiten in dieser Woche auf dem Laufband 96km. Aber ich muss sagen, mit Musik im Ohr, ist die Langeweile im Gym nur halb so schlimm und die Müdigkeit danach einfach etwas herrlich schönes.
Im Gegensatz zum Arbeiten und zum Spörtlen durfte es zum Beginn des Wochenendes auch mal wieder etwas Ramba-Zamba sein. Im erwührdigen Gulf Hotel findet alljährlich das Bahrain Oktoberfest statt und da es einfach der Hammer sein sollte, nahm ich am Donnerstag auch daran teil, zusammen mit 5 anderen der Firma. Beim Eintreten in den quasi overdressed Saal meinte ich mich erst in einem falschen Film. Klar, es war alles im münchner Stil dekoriert, doch ich hätte Festbänke den edlen Stühlen und Tischen klar vorgezogen. Machte nichts, denn die bayrische Band sowie das unglaubliche Buffet mit Würsten, Sauerkraut, Spätzle und halt allem, was so authentisch ist, liess die Aufmachung bald vergessen machen. Dass der Serivce nicht mit jenem in München mithalten kann, merkte wir bereits bei der ersten Bestellung. Wir warteten sicher 30min, bis wir in den Genuss des Paulaner kommen könnten. Auch egal, das Bier schmeckte dafür umso mehr und insgesamt war es einfach ein sehr amüsanter und gediegener Abend, der sich bis in die Morgenstunden erstreckte.
Entsprechend länger blieb ich am Freitag liegen und hatte absolut keine Hast in allem, was noch kam. Auf dem Laufband wurde ich noch vom Maintenance Control Center der Gulf Air gestört, leitete dann alles weiter nach Zürich und konnte weiterlaufen. Mein Atem am Telefon bewirkte offenbar gutes, denn es gab danach keine Rücksprachen mehr mit mir....
Hier in Bahrain wurde ja in der Grossregion Arabien erstmals Öl gefunden, zu verdanken war dies einem Neuseeländer. Ja, und so entwickelte sich dann alles um das schwarze Gold. Doch heutzutags ist Bahrain nur noch eine klitzekleine Nummer in Sachen Ölförderung. Mehr Geld macht Bahrain wohl mit den Perlen, nach denen noch immer getaucht wird. Aber zurück zum Öl. Neben dem ersten Ölbohrloch steht seit 1992 das Oil Museum, welchem ich am Samstag einen Besuch abstattete. Das Museum war sehr informativ, aber flächenmässig wohl das kleinste, das ich je besucht hatte. Da ich beim Museum schon beinahe wieder am anderen Ende des Landes war, kurvte ich natürlich noch etwas weiter umher, aber eben, vieles zu Gesicht bekam ich nebst der heissen Einöde nicht. Nach abschliessenden 3 Stunden Laufband genoss ich zum Znacht eine herrlich feine schweizer Rösti in Kombination mit einem Glas Wein.... Das Ende einer Arbeitswoche kann ich mir schöner kaum vorstellen.


01.10.2008 – 04.10.2008

Schon war es wieder Mittwoch, wie ich den ersten „richtigen“ Arbeitstag in Angriff nahm. Das hiess, zuerst wieder genüsslich und mit viel Zeit Frühstücken und dann ohne Hast und Rast zum Flughafen zu fahren, um so voller Energie wieder in die Hosen zu steigen. Von der Ruhe in der Werft überrascht, wurden wir aber kurz vor Feierabend noch auf die andere Seite überrascht. Mal wieder blieb ein Flugzeug am Boden, dieses Mal in Paris. So taten Roger und ich unser bestes, um den Schaden möglichst klein zu halten. Mit absolut gutem Gewissen gingen wir beiden heim und sahen uns beim Squashen ausnahmsweise nicht. Ich verzichtete auf diesen Sport, da meine Schmerzen inder Hüfte auf ein Minimum zurück gegangen sind ich diese nicht wieder hervorrufen wollen. Schnonung indes bedeutete an diesem Abend dafür knappe 2 Stunden auf dem Hometrainer... na ja, da gibt’s ja keine Schläge auf den Körper, nicht? Also... Gegen 22h wurde aus dem guten Gewissen vom heimweg wieder eine Ungewissheit, denn die Behörden wollten das Flugzeug in Paris immer noch nicht freigeben. Nur durch die Unterstützung unserer Kollegen in Zürich gelang es dann, dieses Problem zu beheben. Aber eben, nur dieses Problem. In der Nacht auf den Donnerstag wurde ich um 1:55h aus dem Bett gerissen mit einem Anruf, wieder wegen der Paris-Kiste. Nun gab’s noch ein weiteres Problem, eine Ungereimtheit quasi. Was blieb mir ürbig, als aufzustehen und Richtung Büro loszufahren. Noch nie traf ich um 2:30h in der Nacht im Büro ein, drum sah ich das ganze positiv. Neues macht ja das Leben spannend. Spannend war es tatsächlich, auch lehrreich und actionsgelanden. So war ich am Rotieren zwischen der Gulf Air, der Airbus und dem Maintenance Kontrollzentrum in Zürich. Um 6h ware dann alles soweit aufgegleist und ich entschwand rasch nach Hause, um dem Magen und der Blase mal etwas Gutes zu tun. Dann von 7h bis 14:30h war ich nochmals an diesem Fall, der dann endgültig geklärt werden konnte. Am späten Nachmittag traf die Kiste dann wieder in Manama ein. Zu dieser Zeit aber war ich schon längst im vorgezogegen Feierabend. Trotz beinahe zufallender Augen liess ich es mir nicht nehmen, noch ins Gym zu gehen. War noch spannend, in diesem Zustand auf dem Hometrainer zu sitzen und die Augen zu schliessen. Es hätte wohl nicht viel gefehlt und ich wäre pedalend eingeschlafen.... und wohl wie ein Mehlsack zu Boden gefallen....
Ja, und so schlief ich mich schon früh in das Wochenende und hoffte, dass mein Picket-Telefon übers Wochenende auch schön ruhig sein wird. Spätestens aber am Freitag um 10h war auch diese Hoffnung in Luft aufgelöst worden. Glücklicherweise aber war es nichts dringendes und es sah so aus, als ob ich lediglich etwas aus unserem abgeschlossenen Büro aushändigen sollte. Aber es kommt immer anders und zweitens als man denk.... nach 2h hoffnungslosem Telefonieren musste ich unseren Troubleshooter aufbieten, da sich aus dem Büroöffnen einigen Fragen entwickelten, die wohl nur er beantworten konnte. Um es vorweg zu nehmen, ab diesem Zeitpunkt hatte ich dann doch Wochenende.... So ging ich gleich in den neueröffneten Carrefour grosszügig Lebensmittel einkaufen und steuerte hernach noch etwas kreuz und quer durch Manama. Vor dem gemütlichen Abend daheim durfte auch heute der Sport nicht fehlen. Ich fragte mich da oft, was ich wohl machen würde, gäbe es den Fitnessraum im 7. Stock nicht....
Wie erwähnt, der Samstag blieb telefongeräuschfrei. So mundete der aus der Schweiz mitgebrachte Aufbackzopf wunderherrlich zum Zmorge und ziemlich anschliessend danach gabs eine doch eher crazy Sporteinlage. Ich begann langsam auf dem Crosstrainer, konnte mich nicht mehr davon trennen, zögerte das Ende immer mehr hinaus und brach erst ab, als ich alle meine Wasservorräte getrunken hatte. Dies war nach über 3 Stunden dann der Fall. Zu meiner Überraschung blieben die Schmerzen in meiner Problemzone nachher aus und das war natürlich sehr schön zu wissen, auch im Hinblick darauf, wenn ich wieder laufen werde. Trotz der sich leicht ankündigenden Müdigkeit wollte ich unbedingt noch raus und steuerte so das legendäre Gulf Hotel an, denn dahinter befindet sich unscheinbar und versteckt ein Bottle Shop, also ein Einkaufsladen exklusiv für Alkoholika. Ja, es war also soweit, wo ich hier in Bahrain meinen ersten Wein einkaufte. Da ich es mir von der Veloreise gewöhnt war, entschied ich mich für eine 5 Liter-Box aus Südafrika. Ich denke, dies wird nach einem Monat ohne Wein sicher mein Herz aufblühen lassen. Nach diesen wasserzusammenlaufenden Minuten in einem fast mystisch erscheinenden Shop wechselte ich hinüber zur Geschichte und Kultur Bahrains (da hatte der Wein nicht mehr viel zu suchen) und besuchte endlich das Bahrain National Museum. Ich kam da also rein und meinte erst, ich befände mich in einem Museum in Peru.... ja, da sah man gleich Tontöpfe, -krüge und so.. Werkzeuge, Handgemachtes und so weiter.... und dazu waren die Statisten in ebenfalls sehr bunten Farben gekleidet. Mir wird immer mehr bewusst, dass auch vor vielen hunderten, wenn nicht tausenden von Jahren die Welt überall in etwa ähnlich funktionierte. Drum schienen mir die Ähnlichkeiten zu den Kulturen in Südamerika gar nicht so weit entfernt. Aber ich muss sagen, auch dieses Land hat(te) so seine Eigenheiten, was im Museum ganz schön gezeigt wurde. Je länger ich mich in diesen 4 Wänden aufhielt, umso müder und hungriger wurde ich, auch in Gedanken an den Wein schwelgend.... Ja, es war dann ein Wochenausklang, wie ich aus früheren Zeiten in Sulgen kannte. Angefangen mit einem Schluck Weisswein zu einer Champignon-Suppe und dann übergehend zur Hauptspeise, einer Käse-/Zwiebelwähe mit Rotwein war es ein äusserst friedvoller und entspanneder Abend, dem noch viele ähnliche, natürlich auch wieder zurück in der Schweiz, folgen dürfen.

21.09.2008 – 30.09.2008

Der Start in die neue Woche verlief angenehm ruhig. Es verwundert nicht, sind die Sonntage nicht sooo hektisch, denn unsere Kollegen in Zürich arbeiten ja nicht. Ja, es blieb nicht nur beim Sonntag, auch die anderen 4 Arbeitstage konnten sich von der weniger hektischen Seite zeigen lassen. Nur ein kleines Problemchen gab es zu lösen. Ein Flugzeug stank im Innern stark nach verbranntem Öl, so verweilte ich an einem Nachmittag etwas darin und schnüffelte während die Triebwerke liefen. Glücklicherweise konnten wir dem Problem auf die Schliche kommen.
Am Mittwoch nach der Arbeit musste ich dringend mal meine Haarpracht etwas kürzen gehen. Ich war doch sehr verwundert, wer mir die Haare schnitt. Der Typ erinnerte mehr an einen amerikanischen Polizisten als an einen Coiffeur. Aber das Äussere trügte stark, denn er machte seine Arbeit sehr sorgfältig und dennoch im Eilzugstempo. So war ich natürlich beim anschliessenden Squashen besser den je. Was so ein Kurzhaarschnitt ausmachen kann ;-)
Am Donnerstag war ich dann in Gedanken irgendwie schon in der Schweiz, doch zuerst hatte ich den seeehr langen Tag hinter mich zu bringen. Auch wartete ich noch immer auf mein Ticket. Als ich es dann nach mehrmaligem Nachhaken auch zugestellt bekam, schaute ich nicht schlecht, denn es handelte sich nicht um den Flug, den ich ausgewählt hatte. Entsprechend wäre ich am Freitag erst um 19.45h in Zürich angekommen, dh 2h nach dem Start der Diplomfeier von Monika in St.Gallen. Dies war ja der Grund meiner Rückkehr. So ziemlich in letzter Minute konnte ich noch die Umbuchung vornehmen lassen. Ja, dieses kleine Beispiel zeigte mir einmal mehr, dass alles, was die Einheimischen hier machen, noch tiefgründig kontrolliert werden muss. Ich schrieb nämlich den Flug vorgängig heraus und bekam dazu auch die Bestätigung, doch eben, am Schluss klappte es dennoch. Da der Flug via Dubai erst um 3:50h ab Manama ging, hatte ich noch einen langen Abend hinter mich zu bringen. Ich entschloss mich dann irgendwann, nicht noch schlafen zu gehen, denn das Risiko war mir zu gross, den Wecker so um 1:45h nicht zu hören. So schaute ich gezwungenermassen noch TV und wartete und wartete, bis ich dann so gegen 2h zum Flughafen fahren konnte. Dort angekommen war ich natürlich viel zu früh und schlussendlich kam ich vor dem Gate wartend zu ersten Schlafminuten in dieser Nacht. Nach einer Stunde Flug erreichte man Dubai, wo ich umzusteigen und wieder zu warten hatte. Per Zufall bekam ich hier noch den ersten A380, der an die Emirates ausgeliefert wurde, zu Gesicht. Mit leider einer Stunde Verspätung gings weiter heim in die Schweiz. Hier hatte ich dann ein ziemliches Gehetze, verpasste gleich den Zug. In Amriswil wurde ich von der Mutter abgeholt und zu Hause blieb nur rasch Zeit für eine Dusche und einen Kaffee, denn schon bald war ich auch schon wieder in St.Gallen, wo ich zum Glück auch noch Astrid und Hansjörg kurz sehen konnte. Auch wenn’s kurz war, tat es nach 4 Wochen im Ausland natürlich sehr gut. Kurz vor 18h traf ich in der Tonahalle ein, wo das Wiedersehen mit der frischdiplomierten Hebamme und Freundin Moni ebenfalls wunderbar war. Nachfolgend durfte ich teilhaben an einer sehr originellen Diplomfeier der Hebammenschule und war schon gerührt und stolz, als dann auch Moni das Diplom in die Hand nehmen konnte. Gleichzeitig schaute ich zurück auf die vergangenen 3 Jahre ihrer Ausbildung, die begleitet war von hochs und tiefs, auch bei mir. Ausgelassen feiern konnte man dann bei einem sehr reichhaltigen Büffet und abschliessend sassen wir, die Gäste von Moni, noch gemütlich in einem Stadtrestaurant und liessen so den Abend und für mich einen sehr langen Tag ausklingen. Es dauerte dann wohl nur Sekunden, bis ich im Bett in den Schlaf fiel.
Samstag und Sonntag waren ebenfalls äusserst schöne Tage in der herbstlichen Schweiz und dem angrenzenden Ausland. Moni und ich nahmen es gemütlich, vor allem die Stunden am Sonntag, wo wir mit der Fähre nach Friedrichshafen übersetzten, etwas flanierten und es uns auch in einer Gartenbeiz gutergehen liessen. Nach 4 Wochen Hitze, Sand und Sonne war es hier schon sehr deutlich kühl für meine Verhältnisse und es mag so nicht verwundern, dass ich mich ab und zu mit Handschuhen auszurüsten hatte. Man mag lachen, aber ich hatte echt das Gefühl, den Schnee sei schon um die Ecke. Wie schon am Samstag wurden wir am Sonntag von meiner Mutter sehr fein bekocht. Solche Momente sind wunderbar und ich bin immer wieder dankbar, darf ich solche erleben. Seltsam kam es mir am Montag vor, als ich nach kanpp 2 Jahren mal wieder beim ehemaligen (und jetzt gerade aktuellen) Arbeitgeber SR Technics in Kloten reinschaute. Grund war eine persönliche Mission mit dem Personaldienst. Aber ich verband dies natürlich auch mit dem Besuch ehemaliger Arbeistkollegen, was zu vielen Gesprächen führte. Aber die Zeit lief unaufhaltsam und so hatte ich nach dem Mittagessen mit Ex-Chef Fritz gleich weiter zu gehen in den Aargau zu Moni. Dem Wetter entsprechend unternahmen wir noch eine kurze Wanderung um den Flachsee. Ich kann gar nicht genau erklären, wie viel Energie mir dies wieder gab im Hinblick auf den 2. Monat in Bahrain. Herbstliche Wälder, grüne Wiesen und das Rauschen der Reuss sind wohl ganz normale „Sachen“, aber mir kam es dennoch ganz speziell vor. Nach feinen Gschwelti zum Znacht dann hatte ich bereits wieder aufzubrechen Richtung Flughafen. Moni amtete einmal mehr als Chauffeuse. Ja, und so endete mein verlängrtes Wochenende viel zu früh, denn ich habe mich in der kurzen Zeit wieder gut an die Schweiz gewöhnen können, nicht aber an die Temperaturen. Mein Rückflug war wiederum mit der Emirates via Dubai nach Manama. Bereits knapp 2h nach der Ankunft sass ich schon wieder frisch geduscht am Arbeitsplatz und realisierte, wie ruhig es so zu und her ging. Grund war der „Eid“. Das sind 3 Feiertag nach dem Ramadan, sprich der Ramadan ist also vorbei und man kann wieder so sehr vieles mehr. In dieser Hinsicht bin ich gespannt, wie sich der Oktober gestalten wird. Ich feierte am Dienstag abend den erfolgreich überstandenen Ramadan noch mit einem wohlmundenden Bacardi-Cola genüsslich in meiner Wohnung.


14.09.2008 – 20.09.2008

Woche 3 begann furios, da mein vis-à-vis Roger für ein verlängertes Wochenende in der Schweiz weilte und erst am Dienstag wieder zu uns stiess.Furios hiess für mich, zweimal so 10 Stunden nonstop im Büro, den Zmittag nebenbei vor dem PC eingenommen. Das alles war aber weiter nicht so schlimm, nein ich genoss es sogar, dauernd etwas tun und die Hebel in Bewegung halten zu können. Die Tagesabläufe aber waren absolut 08-15. Um 6.30h aufstehen, eine gute Stunde später im Büro, arbeiten, um 18h wieder zurück nach Juffair, kurz einkaufen und gleich rein in die Sportbekleidung, um die noch vorhandene Energie im Gym zu verpuffen. Danach die leider nie so ganz kalte Dusche und eine grosse Portion Wasauchimmer auf dem Teller. Dann noch etwas die Mails und so angeschaut, etwas Skypen und um 23h war ich jeweils wieder am Riechen des Kopfkissens.
Am Mittwoch traf man sich wieder zum Squash spielen und siehe da, es lief doch schon um einiges besser als noch vor Wochenfrist. Beigetragen dazu hatte sicher auch, dass die Schmerzen in meiner Leiste so ziemlich abgeklungen sind und ich beinahe wieder aus dem Vollen schöpfen konnte. So war’s noch ein Tag und das Wochenende stand bereits wieder vor der Tür. Doch davon, ja ich muss euch alle enttäuschen, kann ich herzlich wenig berichten, ausser:
Ich erlebte die Tage eigentlich ausschliesslich in der Wohnung. Gut, am Freitag traf ich mich mit Roger zum Abendessen. Wir fanden einen sehr feinen Thailänder und liessen uns dort sehr gut ergehen. Anschliessend verschoben wir uns zu ihm, wo wir aber noch einen Einsatz zu bewältigen hatten für die Firma. So stand die Rotweinflasche noch eine Weile ungeöffnet neben uns. Dank der Airbus-Hotline in Toulouse konnten wir dann das Problem, zumindest für den Moment (wie lange dieser auch immer dauern wird), beiseite legen und uns dem Roten hingeben. Der Abend endete schlussendlich mit einer erfolgreichen Rückfahrt nach Hause und so um 3h mit der horizontalen Körperlage. Nach einem ausgedehnten Frühstück mit Brot, Ei und Müesli am Samstag hatte ich neben dem Sport weiter nichts geplant. So hatte ich also den ganzen Tag Zeit für die körperliche Ertüchtigung. Erdo, ich verbrachte 1h auf dem Hometrainer und 1 ¾ h auf dem Crosstrainer. Entsprechend tief schaute ich beim Abendessen in den Teller bei feinen und äusserst nährenden Pasta Alfredo. Wie man hier beim Lesen unweigerlich feststellen kann, habe ich mich an den Alltag mehr als gewöhnt und so bin ich nicht  böse darüber, dass die nächste Woche ab der Nacht auf den Freitag etwas anders aussehen wird. Ich halte euch auf dem Laufenden.


07.09.2008 – 13.09.2008

Es war wohl das erste Mal, dass ich offiziell und rechtsmässig an einem Sonntag zur Arbeit ging. Dies war nicht mal komisch, denn es war in meinem Kopf einfach Montag, so einfach war es, dies zu managen. Nun, ich kann nun auf die ersten beiden Wochen rückblickend doch sagen, dass ich mich wieder ans Arbeiten gewöhnt habe. Mir sind die Prozesse und Leute der Firma wieder soweit geläufig, dass ich mich auf soweit wie möglich ins Geschehen eingeben kann. Am Abend jeweils war ich stets überrascht, wie schnell die Stunden verflogen sind. Ich merkte dies auch, dass ich doch meist sehr müde ins Hotel zurückkam. Doch nach einer Stunde heftigem Schwitzen im Fitnessraum war die Müdigkeit abgelegt, nicht aber der leichte Frust, noch immer im Hotel wohnen zu müssen. Es war dann der Donnerstag, als ich endlich in eine leer gewordene Wohnung zügeln konnte. Ich traute eigentlich meinen Augen nicht so ganz, als ich meine neuen Wände für die nächsten Wochen erstmals sah. Die Wohnung ist übermässig gross für eine Person. Ich könnte mir hier beinahe mein eigenes Harem aufbauen. Den letzten Tag aber noch im Hotel beendete ich mit Squash. Dies ist ja ein allwöchentlicher Sozialevent der SR Technics. Wir waren zu sechst und so kamen wir nicht allzu viel zum Spielen, doch um die Zeit zu überbrücken, gabs auch einen Tischtennistisch. Auch so kam man angenehm ins Schwitzen. Aber na ja, Squash war wohl nicht das allerbeste, um meine immer noch leicht schmerzende Leiste Ruhe zu gönnen. Aber das ganze wurde rasch vergessen, als wir nach dem Squashen noch draussen im 10. Stock ein Bad im Pool nahmen und bei einem Arbeitskollegen zu Hause noch mit Bier (ja genau, Bier!!!!) und Pizzas verköstigt wurden. Das Wochenende wurde dann eingeläutet in einem Festzelt. Aber das ganze muss man sich schon leicht anders vorstellen als bei uns. Solche edlen Zelte werden hier während dem Ramadan eingerichtet und dienen dem Zweck, sich so am 22h an einem sehr tollen und gediegenen  Buffet den Bauch vollzuhauen. Wir waren zu zehnt von der Firma und hatten einen durchaus netten Abend. Obwohl ein Schluck Wein das ganze sicher noch etwas würdiger gestaltet hätte, gewöhnte man sich daran und so war’s irgendwie halt auch ok so. Ich freute mich danach, gleich eine Siebenschläfernacht in meiner Wohnung zu haben. Doch ich war auch der Auserkorene, der dieses Wochenende das Picket-Telefon auf sich hatte. So musste es ja sein, dass ich um 10h aus dem Schlaf gerissen wurde und ins Büro aufgeboten wurde. Eine A330 hatte ein etwas komisches Problem und so versuchte ich, mich möglichst nützlich zu machen. Aber vom Flugzeug hatte ich keine Kenntnisse und so war ich mehr nur Schaltstation zwischen hier und Zürich. Während 2 kurzen Aufenthalten auf dem Flugzeug selber unter gleissender Sonne musste ich gleich erfahren, wie ungemein warm es im Cockpit und unten in der Elektroverteilung sein kann.... Am Nachmittag kam ich wieder heim und hatte erst etwas hinzuliegen. Aber so habe ich mit diesem Einsatz auch wieder etwas hinzugelernt.
Die ganz sicher schönste Nachricht vom Wochenende erreichte mich von Moni via SMS. Sie hat ihre Ausbildung zur Hebamme erfolgreich abgeschlossen und wir beide waren darüber sehr glücklich. So freue ich mich schon heute, am 26. September in St.Gallen bei ihrer Diplomfeier anwesend zu sein.
Nach einem sonst ereignislosen Weiterverlauf des Freitags (eben, hier quasi Samstag) gelang es mir, am Samstag doch noch ausschlafen zu können. Eigentlich bin ich ja ein Mensch, der den Tag möglichst ausnützen will und so normalerweise eher früh aufsteht. Doch im Wissen, dass hier in Manama ohnehin nicht viel zu machen ist, bleibt man automatish länger in der Horizontalen. So ass ich heute erstmals hier ausgedehnt und gemütlich Zmorge. Ich nahm mir schon die ganze Woche vor, ins Nationalmuseum zu gehen. Doch dort angekommen, stand ich vor verschlossenen Türen, das Museum ist während dem Ramadan nur bis 14h geöffnet. Ein kurzer Bummel durch einen Shopping-Mall verkürzte den Nachmittag dann aber nur leicht.
Wie jedes Hotel, so ist auch jeder Wohnblock ausgerüstet mit einem kleinen Fitnesscenter und einem Pool oben auf dem Dach. Da ich bereits schon wieder 2 Tage etwas der Faulheit frönte, musste heute wieder etwas mehr Bewegung sein. Bisher habe ich schon einige Crosstrainers zu Gesicht bekommen, aber so richtig ausprobiert hatte ich diese Geräte noch nie. Das änderte heute. Es kamen gleich 75 min zusammen und was am Anfang so locker einfach scheint, geht mit der Zeit doch ganz schön in Arme und Beine. Aber so stand einer grossen Portion selbstgekochtem Reis nichts mehr im Wege. Dies bedeutete dann auch der Ausklang dieser 2. Woche im Sand.


30.08.2008 – 06.09.2008

Slow-Up heisst ja die heute moderne Bewegung, die an mehreren Orten in der Schweiz stattfindet. So war dies auch am letzten Tag in August der Fall. Eigentlich wollte ich wie gewohnt laufen gehen, doch Schmerzen in der Leiste hinterten mich daran. Also entschloss ich mich, mich ebenfalls die Heerscharen von Leuten am Slow-Up zu begeben. Dazu schnallte ich mir mal wieder in die Rollerblades an. Irgendwie fand ich den Gefallen, auf der anderen Seite hatte es mir ganz klar und entschieden zu viele Leute. Aber was soll’s? Ich tat etwas und das war ok so.
In der Nacht auf den Montag wurden mir durch unglaublich zähe Mücken einige wertvolle Stunden Schlaf geraubt. Schlussendlich morgens um 3.30h wechselte ich gar das Zimmer, da ich die Verursacher meiner vielen Stiche einfach nicht fassen konnte. Es war echt zum Haare raufen. Den Montag erlebte ich grösstenteils noch mit Moni, was am Tag meiner Abreise natürlich sehr schön war. Zum Znacht kam auch Schwester Astrid noch vorbei, was ich sehr schätzte. Spät abends dann flog ich ab via Doha (Katar) nach Manama in Bahrain.
Am Dienstag schlug ich also erstmals im arabischen Raum auf und wurde natürlich gleich von der schier unerträglichen Hitze überrollt. Ja, an dies muss ich mich wohl erst gewöhnen. Mein Weg führte vom Flughafen direkt an meinen neuen Arbeitsplatz, den ich bis Ende Oktober inne haben werde. Es gab einige bekannte Gesichter wieder zu sehen, was ganz schön angenehm war. Doch mit Arbeiten wurde es bis am Donnerstag nachmittag nicht so wirklich etwas, denn ich hatte noch keine IT-Berechtigungen. Entsprechend mühsam verliefen die allerersten Arbeits- resp. Daseinsstunden im Büro. Nebst den Backofentemperaturen kommt hier im September hinzu, dass Ramadan ist. Ja, dies wurde mir zuvor natürlich nicht mitgeteilt. Im Klartext heisst dies: Während den Sonnenstunden, also bis abends so um 18h, darf in der Öffentlichkeit weder getrunken, gegessen noch geraucht werde (auch Kaugummikauen ist strengstens verboten). Na ja, das kann man ja noch ertragen, zumal wir mittags im Mövenpick doch was zu essen bekommen. Aber den ganzen Monat gibt es weder in den Supermärkten noch in den Restaurant Alkoholika. Wie schön wäre es doch speziell hier im Backofen, am abend draussen noch ein kühles Bierchen zu trinken... Aber zum Glück gibt es Arbeitskollegen, die vorgesorgt haben. Die ersten Abende war ich recht müde und stellte nichts mehr grosses an. Hier findet das Wochenende jeweils am Freitag und Samstag statt. Also hatte ich nach 3 Arbeitstagen schon wieder frei. Erstmals hatte ich auszuschlafen. Doch dann, was sollte mein erster freier Tag mir bescheren? Ich stieg einfach mal in mein Auto (von der Firma zur Verfügung gestellt) und fuhr los. Ich erreichte so die Al Jazayer Beach im Süden des Landes (Bemerkung. Bahrain ist ca. ¾ so gross wie der Kanton Thurgau). Aber da war absolut gähnende Leere. OK, wer will sich schon bei über 40°C freiwillig wie ein Poulet grillieren lassen? Auch für mich als Verächter der Kälte wäre dies einfach zu viel des Guten gewesen. Auf dem Rückweg fuhr ich vorbei am Gelände des Formel 1-Rundkurses, wo man aber herzlich wenig zu sehen bekam. Weiter führten mich die kaum befahrenen Strassen durch wüste Wüste an die Ostküste des Landes und von hier aus zurück nach Juffair. In diesem Stadtteil bin ich zur Zeit im Hotel untergebracht. Natürlich schlägt in dieser Anonymität das Herz nicht gerade freudestrahlend, bin ich mich doch eher an bevölkerte Backpackers gewöhnt. Abens ging ich dann mit meinem Engineer-Kollegen Roger ins Zentrum von Manama Abendessen. Wir schlugen mit einer arabischen Spezialität gleich zu. Hier zumindest hatte mein Magen seine helle Freude. Es gab Frühlingsrollen, Hackfleischbällchen, Pouletflügeli, Gemüse und dazu herrlich feine Dips. Echt, ich wurde hier erstmals so richtig positiv überrascht von Bahrain. Leider aber eben mussten wir dabei ein erfrischendes Bier denken. Zu Hause bei Roger aber genossen wir noch einen Tropfen Rotwein. So konnte ich also sagen, dass zumindest der erste „Ausgang“ etwas positives an sich hatte.
Am Sonntag stand ich dann wieder vor dem Fragezeichen, was ich wohl mit dem Tag anfangen soll. Ich also begeisterter Outdoor-Unternehmungslustiger werde hier in den nächsten Wochen ganz klar und deutlich nicht auf meine Rechnung kommen. So setzte ich mich abermals ins Auto und schlug den Weg ein Richtung Saudi-Arabien auf dem King Fahad Causeway. Auf der mächtigen Verbindungsbrücke fuhr ich bis zur Ausreisestelle auf einer Insel gelegen, schaute mich um und kehrte hernach wieder um. Na ja, ich war halt etwas unterwegs. Am späten Nachmittag war ich auch schon wieder retour im Hotel. Aber auch hier in Bahrain kann ich natürlich nicht leben ohne meinen (fast) täglichen Sport. Was bleibt einem Läufe bei 40 Grad anderes übrig, als sich auch in den Fitnessraum zu begeben. Hier spuhlte ich demnach eine Stunde lang das Band ab und kam auch im klimatisierten Raum arg ins Schwitzen. Den verdienten Znacht nahm ich dann an der „Langstrasse“ ein und genoss es nach der Schwitzeinlage sehr.

So komme ich bereits zu einem ersten Fazit der ersten Tage hier in Bahrain. Es liegt sicher auf der Hand, wenn man die Zeilen oben liesst, dass ich mich hier (noch) nicht wirklich wohl fühle. Klar, in den letzthin bereisten Ländern Neuseeland, Hong Kong und jenen in Südamerika kam ich stets auf meine Rechnung in den meisten Belangen. Hier ist das Leben definitiv anders und was mir halt eben fehlt, sind die Grünflächen und die damit verbundenen Möglichkeiten, sich aktiv draussen aufzuhalten. Ich bin aber auch optimistisch, dass ich mich selber noch positiver an das Land rantasten kann und auch die Erfreulicheren Sachen erleben werde. Zumindest hoffe ich nun, bald in eine Wohnung wechseln zu können, denn 2 Monate in einem Hotel wären für mich nicht vorstellbar.
Wie es auch immer weitergehen wird, ich freue mich, auf das was kommen wird und werde es entsprechend gerne wieder hier niederschreiben.


27.07.2008 - 29.08.2008

Der Juli nahm dann noch ein geruhsames Ende, wobei ich erstmals die neue Heimstätte des FCSG besuchte anlässlich eines Testspiels gegen den SV Werder Bremen. Das Spiel war bestimmt nicht derart berauschend, doch die Bratwurst und das Bier schmeckten. Ruhig nehmen musste ich den letzten Juli-Tag, leider sehr ungewollt. Beim vormittaglichen Lauftraining stürzte ich schon nach 50m (ich verhädderte mich in einem demontierten Maschendrahtzaun) recht deftig. So konnte ich mich kaum mehr bewegen und ich musste den Nachmittag auf dem Bett liegend und dösend verbringen. Als starker Gegner von Medikamente verweigerte ich anfangs sogar Schmerztablette, doch tags drauf blieb auch mir nichts anderes übrig, als diese Chemie zu schluchen. Das verletzte Knie erholte sich recht schnell wieder, doch da ich auch auf den Brustkasten fiel, dauerten die Schmerzen in den Rippen noch sehr lange an. Dabei machte mir vor allem das Schlafen in gewissen Stellungen sehr Mühe. Doch gelaufen bin ich nachher trotzdem immer wieder und erreichte stets meine 100 Wochenkilometer. Es kam dann aber eine Wende nach dem Olympia-Marathon, wo ich tagsdrauf offenbar etwas zu sehr unserem Viktor Röthlin nacheiferte. Das Resultat daraus konnte bezeichtet werden als Übertraining. Ich war tagelang völlig ausgelaugt und ich meinte, es schmerzte einfach alles....
Anfangs August traf ich einen ehemaligen Schulkollegen in Winterthur. Im Internet stiess ich vor geraumer Zeit mal auf seinen Namen im Zusammenhang mit einem absolvierten Lauf. Wie es so ist, solche Wiedersehen sind einfach sehr toll. Es war interessant zu sehen, wie wir uns entwickelt hatten und was aus uns wurde seit unserem Wiedersehen bei der Klassenzusammenkunft anfangs dieses Jahrtausends. Natürlich erinnerte man sich auch zurück an die gemeinsame Zeit in der Primar- und Sekundarschule.
In dieser Woche auch war meine Freundin Monika bei mir in Egnach zu Gast, da sie eine letzte Schulwoche in St.Gallen zu absolvieren hatte. Es tat gut, einander etwas mehr zu sehen, auch wenn Monika für die Schule doch einiges zu tun hatte. Das 2. Augustwochenende gehörte voll und ganz dem Halbi-Club. Leider nicht ganz vollzählig waren wir, als wir am Samstag nachmittag mit Urs’ Boot aufbrachen nach Langenargen. Schon auf dem Weg dorthin hatten wir den Durst zu stillen und so ging es auch weiter, als wir endlich unsere 3 Zelte auf dem Camingplatz aufgeschlagen hatten. Das Wetter stand völlig auf unserer Seite und so liessen wir es uns von A-Z gut gehen. Am Sonntag trafen wir um 15h wieder in Arbon ein, da bei Martin in Hütten bei Salmsach noch die Hauseinweihungsparty stattfand. Selbstverständlich war ich auch jeden Tag daran, mich mit einer neuen Arbeitsstelle auseinander zu setzen, doch noch immer war das ganze Thema sehr knortzig. Einmal durfte ich mich bisher nochmals vorstellen gehen. Ich hätte diese Stelle in der Innerschweiz wohl antreten könnne, doch Ende August entschied ich mich dagegen. Aber so ab Mitte August zeichnete sich zumindest etwas temporärers ab. So unterschrieb ich kürzlich und werde demnach am 1. September für 2 Monate nach Manama in Bahrain fliegen. Dort bin ich wieder für meinen ehemaligen Arbeitgeber SR Technics tätig.
Und bevor ich eben mal wieder arbeiten gehen werde, entschied ich nach langem hin und her, dass es doch besser und vernünftiger ist, dass ich als Aktivmitglied aus der Musikgesellschaft Neukirch-Egnach austreten werde. Der Entscheid fällte ich mit einem lachenden und leicht weinenden Auge, war ich doch ca. 20 Jahre Mitglied.


20.07.2008 – 26.07.2008

Moni hatte in dieser Woche ihre Sommerferien. Für uns beide war dies Grund genug, endlich mal wieder etwas gemeinsames zu unternehmen. Die letzten beiden Jahre war ich ja im Sommer in Hong Kong und so war es umso schöner, mal ein paar Tage Ferien in der schönen Schweiz zu verbringen. Am Sonntag abend erlebten wir am Gurtenfestival in Bern ein absolut tolles Konzert des deutschen Altmeisters Herbert Grönemeyer. Er zog uns total in den Bann. Sofort würden wir wieder ein Konzert von ihm besuchen gehen. Schön war es im Anschluss daran auch, bei Heinz, einem Kollegen der SR Technics-Zeit in Stettlen bei Bern übernachten zu können. Nach fast 2 Jahren des Nichtsehens gabs natürlich noch sehr viel zu berichten. Am Montag dann startete unsere Campingtour so richtig. Erst noch Bern etwas genauer angeschaut, zogen wir an den Bielersee bis nach La Neuveville, nachdem wir auf 2 Campingplätzen in Erlach und Le Landeron vor vollen Plätzen standen. In diesem wunderschönen Städtchen schlugen wir ein erstes Mal unser Zelt auf, ähm also nicht auf dem Bahnhofplatz oder unter einer Brücke, sondern auf dem Campingplatz. Überrascht hier waren wir von den wenigen Mücken und den für den Sommer sehr tiefen Temperaturen, vor allem nachdem sich die Sonne verabschiedet hat. Am Dienstag ging es mit dem Auto hoch hinauf bis auf den Chasseral. Oben angekommen meinten wir, im Herbst gelandet zu sein, denn der Nebel und die Kälte waren doch alles andere als Sommer. Wir liessen uns dadurch aber nicht einschüchtern und zogen ungebremst los auf unsere Wandertour. Schon bald kamen wir dabei wieder in tiefere Lagen und der Nebel sah ein, dass er im Sommer nichts zu suchen hat. Unsere Wanderung eröffnete uns einen schönen ersten Einblick in die Welt des Juras und endete nach ca 5 Stunden wieder auf dem Chasseral. Bei herrlichster Rundsicht dort oben sah man vom Bieler- über den Murten- bis zum Neuenburgersee einfach alles. Wow, welch ein Panorama. Wieso also immer in die Ferne ziehen???? Smile!
Für 2 Nächste blieben wir dann in Saignelegier im Herzen des Juras. Dort befindet sich der noch einzige Zeltplatz der Schweiz, wo man frei ein Feuer entfachen kann. Nach einer weiteren Wanderung tief hinunter an den Doubs bis nach Goumois (ein kleines Grenzdorf mit Frankreich am Ende der Welt, auch der französische Teil heisst Goumois) entschieden wir uns, für den Rückweg das Postauto zu nehmen. Hier und da war ich einfach überwältigt, wie grandios das schweizer öffentliche Verkehrsnetz ist. Man kommt echt fast in jeden Winkel des Landes und von da wieder heraus. Und dies natürlich mit der schweizer Pünktlichkeit. Auf die Freiheit, ein Feuer neben unserem Zelt zu entfachen, freuten wir uns schon den ganzen Tag. So machten wir uns zuerst mit einem Plastiksack auf die Holzsuche, was eigentlich ganz erfolgreich verlief. Aber da waren auch Brennesseln und meine Beine möchten diese nicht so ganz. Aber zur allgemeinen Beruhigung sei erwähnt, dass ich das ganze ganz brav gemeistert habe. Wie ein kleines Kind konnte ich kaum warten, endlich unser gesammetltes Holz anzünden zu können. Moni beschäftigte sich in der Zwischenzeit mit der Zubereitung des Abendessens, zauberte einen feinen Kräuterbutter her. Da wir keinen Grill zur Hand hatten, improvisierten wir und legten unser Grillgut ganz einfach in Alufolie eingewickelt in das wunderbare Feuer. Und da blieb das ganze einige Minuten zu lang. Und so hatten wir vor dem Verzehr halt zuerst die Kohleschicht von den Pouletschenkeln, den Kartoffeln und den Zwiebeln zu entfernen. So bleibt uns dieses Festmal sicher noch lange in schwarzer und guter Erinnerung. Natürlich begleitete uns dabei auch immer eine gute Flasche Rotwein. Und wie jeden Abend liessen wir den Tag bei einem Jass ausklingen, bis uns die Dunkelheit das Weiterspielen verunmöglichte.
Nach dem eher längeren Aufenthalt in Saignelegier brauchen wir das Zelt innert weniger Minuten wieder ab, um es etwas später am Doubs in St. Ursanne wieder aufzustellen. Hier erwartete uns ein absolt netter Platz, friedlich, sauber und eifach perfekt. So liessen wir uns am Donnerstag einfach etwas gehen mit Schreiben, Lesen und Sein. Auch das ist ja wichtig in den Ferien.
Von St. Ursanne führte unser Weg am Freitag via Delemont wieder aus dem Jura hinaus bis nach Solothurn, dies über die steile Strasse des Weissensteins. Wow, diese stellt die Schwägalp problemlos in den Schatten und so war auch ich froh, den Berg nicht mit dem Velo erklimmen zu müssen. Auf dem TCS-Campingplatz in Solothurn leisteten wir uns Camper-Luxus, indem wir eine ganze Parzelle mieteten und so unser Auto in nächster Nähe war. Dies vereinfachte so das eine oder andere und gab mehr Platz im Zelt. Natürlich waren wir am Nachmittag für eine willkommene Abkühlung auch rasch, sehr rasch, sehr sehr rasch in der Aare. Einmal mehr zeigte sich, dass Moni und ich nicht die kälteerprobtesten Menschen sind. Viel mehr genossen wir das Rumliegen auf dem Strandtuch neben der Aare. Da es unser letzter Abend der Ferien war, wollten wir an der Aare in Solothurn etwas essen gehen, doch wir waren etwas vom Pech verfolgt, denn gleich vor uns gingen die letzten Plätze weg. So spazierten wir mit dem unerträglichen Gefühl von Heisshunger wieder zum Camping zurück, wo es auch ein Restaurant hatte. Aber auch hier galt zuerst warten, bis ein Tisch frei wurde. Dafür schmeckte das Essen umso mehr. Es war dabei fast unglaublich, aber unser Getränk war mal kein Bier oder Wein. Die Sonne vom Nachmittag hatte uns sehr zugestetzt und wir wären zu diesem Zeitpunkt bei einem Schluck dessen wohl unweigerlich ins Koma gefallen. Viel besser ging es nachher mit vollem Magen. Bei einem weiteren Jass liess sich ein 7dl schon wieder ganz gut ertragen.
Aus terminlichen Gründen hatten wir dann am Samstag relativ früh aufzubrechen, um am späten Vormittag wieder zurück bei Moni zu Hause zu sein. So gingen absolt tolle Campingferien bereits wieder zu Ende. Ich bin überzeugt, wir beide werden noch ab und zu daran zurück denken und uns sagen, dass das Schöne und Ungezwungene halt schon im einfachen Ferienmachen liegt. Wir können euch solche Ferien nur wärmstens empfehlen.


30.05.2008 - 18.07.2008

Ich war also wieder zurück in der Schweiz und musste mich zuerst wieder an die Lebensumstände hier gewöhnen, was nach einem Abstecher nach Südamerika nicht derart leicht war. Aber es war, wie es ist.... der Alltag hat einem sehr schnell wieder. Man kommt ohne Agenda kaum mehr über die Runden und bei genau diesen planerischen Momenten sehnte ich mich sehr stark zurück an die Reise, auch wenn ich ja gerne heimgekommen bin. Genau dieser Alltag sah dann so aus, dass ich mich voller Elan und Motivation an die Jobsuche ranwagte und einige Bewerbungen losliess. Ich hatte darauf aber schnell festzustellen, dass die Prozesse sehr langsam laufen, deshalb wartete ich tagelang vergebens auf Rückmeldungen der angeschriebenen Firmen. Wie ich dies nun schreibe, ist es schon wieder 2 Monate her, seit ich zu Hause im Elternhaus bin und noch immer stehe ich ohne Brötchengeber da. Aber ich bin überzeugt, dass sich bald mal was finden wird, sei dies in der Schweiz, in Deutschland, Frankreich, Singapore oder gar in Australien. Wie man dem entnehmen kann, zieht es mich halt schon wieder ein klein wenig in die Ferne.... Nebst der Pflicht, der Stellensuche, gab es aber auch viele Kür-Unternehmungen. So traf ich wieder viele nette Leute, auf die ich zu verzichten hatte während meiner Reise. Ich unternahm auch den einen oder anderen Rentner-Ausflug. Muss sagen, ans Rentnerleben könnte ich mich gewöhnen. Weiter war ich natürlich im Juni oft vor dem TV, denn ich wollte von der EM möglichst wenig verpassen, auch wenn es uns Schweizern nicht nach Wunsch lief. Ende Juni unternahm ich mit Moni eine tolle Velotour. Zuerst fuhr ich nach Berikon, am nächsten Tag verluden wir die Velos in den Zug bis Solothurn, von wo aus wir in 2 Tagen via Murten nach Yverdon fuhren. Mein Muffgli wieder so voll beladen wie noch vor einem Jahr.... ja, da kamen natürlich Erinnerungen auf.... Am Murtensee übernachteten wir im Zelt, was der Vorbereitung gleichkam für unsere Ferien im Juli. Nach der Rückkehr wieder nach Berikon mit der Bahn unternahm ich tagsdrauf die Rückfahrt an den Bodensee wieder mit dem Velo über den Hirzel und den Ricken. Ich gebe es zu: Noch selten litt ich mit den Schmerzen an meinem Hintern wie auf dieser Fahrt. Ja, das Sitzleder nach der Neuseelandreise ist definitiv verloren gegangen. Eigentlich gäbe es von den ersten Wochen wieder hier noch viel mehr zu schreiben, aber vielleicht reizt das Lesen dessen nicht derart, wenn man nur von Rentnersein, Ausschlafen, Nichtzubettgehen und so weiter schreibt....


25.05.2008 - 29.05.2008

Am Sonntag ist es hier in Buenos Aires praktisch ein Muss, den sehr bunten und absolut faszinierenden Markt in San Telmo zu besuchen. Hier gibt es Antiquitäten von der Münze bis hin zum Gramophon. Aber daneben stellen auch zahlreiche indeenreiche Künstler aus und ich muss sagen... Chapeau, einige sind echt sehr sehr kreativ. Ich hätte hier soooo viel kaufen können. Entsprechend lange schlenderte ich durch die Gassen hin und her. Dazu wurde man immer wieder auch von vielen Strassenmusikanten und -artisten unterhalten. Es fehlte am Schluss nur noch der Glühwein und ich hätte mich an einem Christkindlimarkt befunden. Einen neuen Teil der Stadt, der aus Altem gemacht wurde, sah ich dann in der Abenddämmerung. Wohl wurden hier am Fluss tausenede Loft-Wohnungen erstellt, dies aus ehemaligen Lagerhäusern. Ich könnte mir vorstellen, dass das Wohnen hier an dieser exklusiven Lage nicht sehr günstig ist. Für's Essen kehrte ich nach San Telmo zurück und wurde einmal mehr nicht enttäuscht. und der Magen hatte in der folgenden Nacht einiges an Verdauungsarbeit.
Am Montag entfloh ich der Stadt für ein paar Stunden, fuhr mit dem Zug, ja genau, mit dem Zug nach Tigre. Offenbar wär's auch hier am Sonntag interessanter mit einem farbenfrohen Markt. Na ja, es tat trotzdem gut, etwas am Wasser und in der Natur zu sein. Da durch die Souvenireinkäufe das Gepäckvolumen doch um einiges anstieg, brauchte ich noch etwas mehr Stauraum, sprich eine neue Tasche. Der letzte Abend in Buenos Aires war nochmals ein gany nettes Highlight. Zusammen mit Alice aus der Schweiz ging ich gediegen essen und wir tranken auch noch ein paar Pints. Ich wusste am Schluss auf jeden Fall nicht mehr, wann genau wir nach Hause kamen.
Entsprechend hart war das Aufstehen am Dienstag, denn ich musste ja auschecken, sonst wäre ich wohl  noch lange liegen geblieben. Ich brauchte dann einfach sehr viel frische Luft, bis ich wieder so richtig in Schuss kam. Aber viel konnte ich ohnehin nicht mehr machen, ich schlenderte einfach nochmals durch Buenos Aires. Am späten Nachmittag begab ich mich nach einer abschliessenden und frischen Dusche dann endgültig auf den Flughafen. Dort war ich total zeitgerecht, musste nicht warten und kam so problemlos zum Flugzeug. Um 20.30h hoben wir ab und es war schon wieder schräg, nach 5 Monaten in Südamerika Abschied zu nehmen. Es war ein etwas mühsamer Flug. Trotz grosser Müdigkeit fand ich keinen guten Schlaf, die Sitzabstände waren sehr eng. Aber klar, trotzdem kam ich nach New York. Völlig überrascht war ich hier, dass es nun eine sehr einfach und günstige Variante gibt, vom JFK-Airport ins Zentrum Manhattan's zu kommen. Schön bei meinem Kurzaufenthlat im Big Apple war, dass ich noch Verena traf, die ich in Quito kennen gelernt hatte. Sie war kurz in den USA und einmal mehr konnte man sagen, die Welt ist doch sehr klein. Ich wollte hier unbedingt Ground Zero sehen, den Platz, wo bis 2001 das World Trade Center stand. Hmm, was soll ich sagen, es war recht bewegened, hier zu stehen, wo ich vor Jahren schon mal stand und alles noch ganz anders aussah. Die Baustelle ist unglaublich gross und in 4 Jahren soll hier dann wieder ein völlig neuer Platz New York beleben. Es blieb danach noch etwas Zeit für einen Walk entlang dem Hudson Rivers und auch für einen Zmittag. Doch dann hatte  ich bereits wieder auf den Flughafen zurück zu kehren, denn um 17:20h ging der Flug in die Schweiz. Dieser war etwas angenehmer und auch gut 3 Stunden kürzer.
Wie immer nach einer längeren Reise war es einfach komisch, plötzlich wieder heimischen Boden unter den Füssen zu haben. Die Einreise dauerte etwas länger als gewohnt, da es unglaublich viele Leute hatte. Das Gepäck kam dieses Mal in vollem Ausmass an. Es freute mich riesig, dass ich von Freundin Moni und meinen Eltern abgeholt wurde. Es gab dann bei einem Kaffee schon sehr viel zu berichten. Aber es dauerte nachher noch sehr lange, bis ich mich wieder richtig in der Schweiz fühlte. Immer und immer wieder schweiften meine Gedanken an die absolut eindrückliche Reise von Quito nach Buenos Aires.


19.05.2008 - 24.05.2008

Ja, mein 35. Geburtstag war speziell, denn erstmals feierte ich einen Geburri ohne nettes Wesen aus der Schweiz. Aber ich genoss den Tag in Cordoba trotzdem, nahm es gemütlich und besichtigte die Stadt mittels Fussmärschen kreuz und quer, hin und her. Ich war auch eine Weile im Internet, um mich für die viele Geburri-Glückwünsche zu bedanken. Gerade wenn man Geburri hat, ist es besonders schön, wenn die Freunde an einem denken. Nun, ich fand dann ein schmuckes Gartenrestaurant, genoss ein Entrecot mit Wein in vollen Zügen und bekam mit der Rechnung beinahe noch ein Geburri-Geschenk, denn auf der Kreditkarten-Abrechnung fehlte eine ¨0¨. Doch ich ¨reklamierte¨, war natürlich klar. Trotz des Geburris war´s eigentlich ein normaler Reisetag, den ich ganz bewusst locker nahm. Im Alter muss man ja auf das Alter Rücksicht nehmen.
Vom noch fahrenden Peugeot- und Renault-Museum wollte ich schon lange mal schreiben. Es sind hier in Argentinien noch sehr sehr viele diese Modelle aus der Louis de Funes-Zeit in Betrieb, aber aus meiner Sicht sind die meisten schrottreif und zudem einfach hässliche Autos. Aber offenbar ist es ein Teil von Argentinien. Item, am Dienstag ging es mit einem modernen Minibus 35km weiter südlich ins ¨Bergdorf¨ Alta Garcia. Dieses nette Pueblo wurde vor allem bekannt durch einen der bedeutendsten Argentinier, nein nicht Maradona, sondern durch Che Guevara. Er lebte 11 Jahre hier. Bisher wusste ich nicht viel über sein Leben, doch das Museum im ehemaligen Wohnhaus brauchte mir das bewegte Leben des Freiheitskämpfers etwas näher. Das Bild von Che sieht man heute noch oft auf vielen T-Shirts.
Wieder zurück in Cordoba war ich genervt, denn im Web verfolgte ich die 2. Halbzeit des Barrage-Rückspiels zwischen dem FC St.Gallen und Bellinzona. Der daraus folgende Abstieg bedeutete für mich, dass der Bierkonsum am Abend etwas höher war als normal. Aber schliesslich braucht es ab und zu Niederlagen, um die Erfolge wieder zu schätzen.
Vom Tag 3 der vorletzten Reisewoche gibt's kaum was zu berichten, ich sass wieder im Bus, döste und wartete auf das Ender der Fahrt. In Rosario gabs zum ersten Mal Unstimmigkeiten mit der Reservation der Unterkunft, das Zimmer war nur für eine Nacht, nicht zwei, frei. Aber wir konnten das Problem erfolgreich lösen. Übrigens, seit ic in Argentinien bin, brauchte ich eigentlich nie mehr eine Jacke anzuziehen. Was ist das jeweils, vor allem auch am Abend, für eine Wohltat, einfach im T-Shirt rumzugehen. Ein wahrer Hochgenuss für einen Gfrörli wie ich es bin.
Rosario gab dann nicht wahnsinnig viel her in Sachen Sightseeing. Doch 2 Museen wollte ich besuchen. Aber wie es in solchen Momenten ist... beide Museen war geschlossen, wieso auch immer, obwohl der Zettel mit den Öffnungszeiten etwas anderes schrieb. Ja, und so war´s Mittag, Rosario eine Stadt... und nun? Zuerst ging es mal zum Lunch... dabei kam ich an einem Streik der Taxifahrer vorbei, Gehupe, brennende Autopneus und etwas Chaos.... Rosario liegt am Rio Parana, also gabs auch eine nette Promenade mit ebenfalls einladenen Restaurants. Mein aktuelles Buch fesselte mich so stark, dass ich den grösten Teil des Nachmittags dort sass und las. Man merkt, dass seit ich mich nur noch in den Städten aufhalte, nicht mehr allzu viel los ist und ich wie am Ausplämperln bin. Doch ab morgen in Buenos Aires hoffe ich nochmals auf ein paar Highlights.
Rosario-Buenos Aires ist hier auch nur zu erwähnen, weil es die letzte grosse (4 Stunden) Busfahrt war. Die Einfahrt in den Busterminal ¨Retiro¨ in der Hauptstadt war schon ewtas mehr, denn die Cars standen Schlange, um einen Standplatz zu erhalten. Dass es hier sehr grossstädtlich zu und her geht, zeigte sich auch am Vorhandensein einer Metro. Dies brachte mich dann auch nach San Telmo, wo ich für den Schluss meiner Reise nochmals in einem ganz netten Hostal unterkomme. Mir war es sehr wichtig, noch einen tollen Abschluss der 5 Monate zu haben. Der erste Walk führte mich durch eben das Tango-Viertel San Telmo und ich konnte mich gleich gut zurück erinnern, als ich vor 4 Jahren schon hier war. Richtig gestartet aber bin ich in B.A. mit einem tollen Abendessen und einem netten Abend mit anderen Reisenden im Hostal.
Zu meiner Überraschung war es in B.A. relativ kühl, drum musste ich doch nochmals mit der Jacke auf die Gasse. Und davon hat's ja viele, vom netten Tante-Emma-Gässchen bis hin zur Avenida 9 Julio, der breitesten Strasse der Welt. Vielfach zieren herrliche Gebäude, richtige Paläste, die Strassen. Aber zugegeben, am ersten Tag sah ich nur wenig von B.A. denn am Nachmittag pilgerte ich etwas norwärts, denn mein Ziel war es, noch einen Fussballmatch zu sehen. Am Samstag spielte River Plate (RP)gegen Huracan. RP ist neben Boca Juniors der zweite Traditionsverein aus B.A. Das Station ist schon ziemlich in die Jahre gekommen, doch die änderte nichts an der tollen Stimmung und Atmosphäre. Es dauerte aber lange, bis es zum ersten und einzigen Tor der Partie kam. Nach einige Fluchworten zu Beginn der Partie, kam damit der grosse Jubel und die Erleichterung für die Fans. Nach dem tollen Einblick in die argentinische Fussballwelt dauerte es aber lange, bis endlich ein Bus die gewünschte Strecke zurück in die Stadt fuhr... Zu diesem Zeitpunkt war ich beinahe schon am Boden festgefroren, es wurde recht kalt. Entsprechend belohnte ich mich mit einer uruguayanischen Fleischspezialität in San Telmo und trank noch ein paar Gläschen Rotwein im Hostal bei netter Gesellschaft.


13.05.2008 - 18.05.2008

Irgendwie verliess ich San Pedro und Chile ungern, auf der anderen Seite freute ich mich aber auch schon lange auf Argentinien. Mit einem sehr modernen Car und vollbepackt mit anderen Backpackern fuhren wir um 10.30h los und erledigten die Ausreiseformularitäten noch im  Dorf. Im Prinzip überquerten wir heute die Anden, wohl aber auf relativ niedrigen Höhen. Die Einreise nach Argentinien irgendwo wieder im Niemandsland war für die 40 Personen des Cars eine Sache von 15min. Langsam aber sicher kamen wir auf einer weiterhin sehr sehenswerten Landschaft in tieferen Lagen. Nach 10,5h dann um 21h fuhren wir im bisher wohl ordentlichsten Busterminal meiner Reise ein. Ja, die Moderne war hier klar zu erkennen. Schon auf der Fahrt gabs mal wieder eine Autobahn mit klaren Wegweisern und halt allem, was ein fortschrittliches Land ausmachen. Mein Hostal in Salta war zum Glück nur ein paar Gehminuten vom Busterminal entfernt und dort wurde ich auch zu spätern Stunde noch freundlich empfangen. Jedes Land hat so seine Eigenheiten, so sind zB in Argentinien die Betten nicht angezogen, man muss oder darf dies jeweils selber machen. Aber na ja, zu Hause ist es ja nicht anders.
Dass es hier in Salta wieder westlicher zu und her ging, zeigte sich auch am Mittwoch beim Schlendern durch die Gassen und Fussgängerzonen. Es war schon sehr geschäftig, aber auch sehr einladend mit den vielen Strassencafes.... hmmm, fein! Immer, wenn eine Stadt einen Hausberg hat, dann möchte ich diesen besteigen oder im Fall von Salta mit der Gondelbahn erklimmen. Da dies ein Produkt der Garaventa in Goldau war, fühlte ich mich dabei natürlich besonders sicher:-) 200m über der Stadt genoss ich die Aussicht bei meinem Bier und einem Buch. Und wie ich mich dann auf das Abendessen freute, einb Stück Fleisch musste es zwingend sein... und wie herrlich zart es dann auch war... hmmm! In Sachen Essen könnte ich wohl die Reise in Argentinien noch bis auf unbestimmt verlängern. Auch in Sachen Fussball (doch zu Hause ruf die EM!). Beim Znacht erlebte ich, wie wohl jedes Herz der Argentinier für diesen Sport schlägt. In U-Form sassen die Leute an den Tischen, um auch ja den TV zu sehen. Bei jedem Tor der Buenos Aires Boca Junior war dann der Schallpegel kaum beschreibbar, ich meinte fast, das Fleisch in meinem Teller beginnt wieder zu leben. Vom wohl 3-jährigen bis zur Grossmutter; alle waren versammelt für den Fussball.
Für die/den eine/n oder andere/n Leser/in maf es evtl. langsam eintönig wirken, wenn ich nun halt schon wieder von BErgen, Felsen und Steinen schreibe. Doch dies prägte das Bild auf der Tour nach Cafayate, 190km südlich von Salta. Vor allem ganz toll in dieser Quebrada (zu deutsch: Schlucht) waren zwei riesige, echt ganz riesige Einbuchtungen im Felsen, die eine wird drum sogar als Amphitheater bezeichnet. Es spielte hier auch eine Band Musik und die Akkustik hier war echt besonders. Weiteres Highlight der Tour waren zwei Besuche von Bodegas (Weinkeller) in Cafayate. Hier meinte ich, nicht nur dem Wein wegen, mich wie in Neuseeland in der Region Blenheim zu fühlen, es war derart ähnlich. Nun ja, ich degustierte also mal wieder, doch alle Weine waren mir etwas sauer. Ob es am Klima, dem Boden oder meinem fehlenden Weinkonsum in den letzten Wochen lag, kann ich bis heute nicht mit Sicherheit beantworten. Danach gabs eine derart feine Pizza zum Zmittag, ich hatte mich doch glatt überessen. Entsprechend musste ich auf der Rückfahrt etwas leiden. Da ich ja seit Lima nie mehr joggen ging, trainiere ich ja täglich meine Bauchmuskeln, jeweils aber auf dem Bett. Inzwischen bin ich bei täglichen 250 Rumpfbeugen angekommen....
Es gab's dann doch auch, dass ich mal während 4,5h im Bus kein einziges Photo schoss, denn es bot sich echt nichts vor der Linse zum Abknipsen. Vielmehr widmete ich mich 2 Filmen und meinem Buch. Der Bus war sehr schwach besetzt und so konnte ich mich bequem breit machen. In Tucuman angekommen, unterschätzte ich die Distanz zum Hostel etwas, drum kam ich total ausgeschwitzt und mit leicht schmerzendem Rücken dort an. Wie immer stellte sich auch hier danach die Frage zum Programm. Bei einem Quilmes entschied ich mich, morgen auf eigene Faust eine Fahrt zu unternehmen. Dies in die Wege geleitet und im Gourmetstil gegessen, fühlte ich mich abends ziemlich ausgepowert und sehnte mich schon bald nach dem Bett.
In der Schweiz fragt man sich vielleicht, ob man bei Sinnen ist, für ein Mittagessen und einen Spaziergang 2 mal 2,5h Bus zu fahren. Aber hier sind die Distanzen und die Fahrzeiten nun mal etwas massiver als in der kleinen Schweiz, wenn man etwas unternehmen will. So liess ich mich als nach Tafi del Valle kurven und war dort wohl ein letztes Mal auf 2000müM auf dieser Reise. Ich genoss hier in dieser idyllischen Umgebung die Nachmittagsstunden von A-Z, war einfach gediegen und relaxed. Irgendwie erinnerte mich dasd Ganze an das Engadin. Auf der Rückfahr sah ich, dass es noch andere Tagesausflügler hierher gab und ich also nicht ganz verrückt war. Irgendwie bedauerte ich es fast etwas, nicht für 1 oder 2 Nächte nach Tafi gekommen zu sein. Aber der Countdown läuft nun ja unaufhaltsam und beginnt die letzten 10 Tage zu zählen.
Auf der 8-stündigen Fahrt weiter nach Cordoba übertraf der Bus das bisher erlebte in Sachen Busfahren. Auf Sitz Nr. 1 sitzend (oben ganz vorne rechts), genoss ich den First-Class Service mit Frühstück, Mittagessen und einfach allem, was solch eine Fahrt speziell machte. Das war dann aber auch schon alles, denn durch das Fenster zu sehen gabs schon viel, aber nicht wirklich etwas, was für die Kamera bestimmt war. Es war ein völlig flaches Gelände und drum schon recht langweilig. Ja, und dann schloss sich in Cordoba ein 4 jahre lang offener Kreis. Auf meiner Reise "Round the World" war ich schon einmal hier. Aber ich muss zugeben, ich konnte mich in den abendlichen Stunden nach der Ankunft nur ganz schwach an diese Stadt zurück erinnern (Asi, da kommt mir dein letztes Mail in den Sinn...). Offenbar ist der Sonntag nicht der Gastronomie-Tag, die meisten Restaurants hatten zu. Aber keine Bange, ich verhungerte nicht und sogar einen halben Liter Wein gabs noch dazu....

11.05.2008 - 12.05.2008

Es war Sonntag und... juhee... ich konnte dabei mal wieder ausschlafen!! Auch ein Reisender geniesst dies:-) Am Vormittag schaffte ich es, mal wieder etwas Ordnung in meine Photos zu bringen, diese resp. zu sichern. Chile ist in Sachen Internet doch etwas schneller als Bolivien, was mich sehr freute. Für den späten Nachmittag buchte ich eine Tour ins Valle de la Luna (Mondtal). Zusammen mit 3 Franzosen nahm ich daran teil und zuerst blickten wir ins Tal des Todes, wo es offenbar noch immer viele Mumien gibt. Aber vielmehr ineressierten mich einmal mehr die Gesteinsformationen, welche für mich bisher fremd waren. Anschliessend konnten wir 2 Stunden locker trekken, kamen dabei durch ewtas ähnliches wie eine Schlucht, quasi ein trockener Bachlauf. Dabei gab es einige Momente, wo ich das Gefühl einfach nicht loswerden konnte, dass das Weiss auf dem Gestein Schnee oder Frost ist. Aber noch einmal was es Salz und andere Mineralien, die diese Farben herzauberten. Zudem bilden sich hier ganz eigenartigen Kreaturen aus Mischungen von Salz, Sand und Mineralien, wenn sie mit dem ganz ganz seltenen Regenwasser vermischt werden und wieder eintrocknen. Nun, Sonnenschein ist eigentlich überall Sonnenschein und Regen überall Regen. Doch mit dem Sonnenuntergang hat es etwas anderes auf sich, denn dieser sieht von Ort zu Ort meist etwas anders aus. Den Sonnenuntergang, welchen ich hier auf einer Sanddüne bestaunen konnte, war wohl einer der bisher eindrücklichsten, denn sobald sich die Sonne hinter den Bergen senkte, begannen sich im Osten Farben am Horizont zu bilden, die ich in der Natur bisher nicht für möglich gehalten hatte. Auch hier meine ich, muss man Bilder und nicht Worte sprechen lassen. Angetan von dieser typischen Wüstenwelt buchte ich nach der Rückkehr am Abend gleich nochmals eine Tour für den Montag. Aber was heute noch was: Während der Tour, wir standen so da, kam uns ein LKW entgegen und ich fragte mich noch, was denn dieser hier in der Wüste will. Beim näheren Hinschauen stellte sich das Gefährt als Wohnmibil heraus und ich war mächtig überrascht, als ich das BE-Kennzeichen daran sah. Ja, dieses Ehepaar aus dem Bernbiet ist seit 8 Jahren mit dem Fahrzeug in der Welt unterwegs und denkt noch absolut nicht ans Heimkehren. Ich unerthielt mich nur kurz mit den beiden und zog dann einfach den Hut vor ihnen und beneidete beide sehr!!!
Um 8h wurde ich am Montag abgeholt für die Salar de Atacama und Laguna Tour. Was in der Uyuni-Salzwüste noch total flach und weit daherkam, eben das Salz, war hier in dieser Salar ein Gekrause und Gemixe aus Salz und Sand. Das Klima ist hier leicht anders und daher ist die Atacama-Salzwüste klar nicht mit jener in Bolivien zu vergleichen. Aber es war am frühen Morgen dennoch sehr eindrücklich zu sehen, wie die Sonne spielte, Flamingos in der Laguna tümpelten und wir die Momente einfach sehr genossen. Anschliessend bedurfte es einige Kilometer, bis wir zu den beiden Lagunen Miscanti und Miñiques kamen, wieder hoch oben auf 4300müM gelegen. Trotz nun einiges Lagunen in den letzten Tagen war ich nochmals Feuer und Flamme für diese prächtigen Naturbilder, die sich hier boten mit den Vulkanbergen im Hintergrund. Zudem sahen wir hier einige Vicuñas (gehören zur Familie der Llamas und Alpacas), sowie Füchse. Beim Betrachten der Photos hatte ich das Gefühl, es handle sich um Gemälde und nicht um elektronische Bilder. Die Farben kamen hier sehr gut zum Ausdruck. Obwohl es eine lange Fahrt zu den Lagunen (und auch wieder zurück) war, war es ein guter Entscheid, hierher zu fahren und einen der schönsten Flecken Chiles zu sehen.

07.05.2008 - 10.05.2008

OK, einmal mehr prägend war die Busreise. Eigentlich rechnete ich ja nicht mehr mit diesem Supplement, aber mein Wunsch, nach San Pedro zu kommen, erforderte dies. Es begann wieder chaotisch, mein Sitz wurde doppelt verkauft und so war mein Spanisch gleich null, als es darum ging, über den Sitz zu diskutieren. Ich blieb einfach stur und so erhielt auch die arme Frau noch einen anderen Sitz. Es war eine staubige und holprige Angelegenheit auf ganzen 200km Schotterpiste, diese Fahrt nach Uyuni. Oft gab's eigentlich gar keine Strasse, vielmehr führte der Weg auf dem Flussbett oder einfach wild über die troztlose Landschaft, welche dennoch in verschiedenen Variationen daherkam. Teils konnte man meinen, Frost habe den Boden erfasst, doch dies waren in Wirklichkeit erste Anzeichen von Salz. Ich wunderte mich ja stets, wie diese Busse hier die Belastung der Strasse standhalten, bis.... ja heute der Bus doch mal stehen blieb, der Chauffeur ausstieg und ein für uns nicht offensichtliches Problem zu lösen begann. Dazu diente ein Hammer, den er gekonnt irgendwie auf die Vorderachse schlug... Was es auch immer war, nach 45 min schien das Mysterium gelöst zu sein. Doch die verbleibenden 40km bis Uyuni fuhren wird nur noch mit ca. 20km/h. Also etwas stimmte immer noch nicht. Na ja, gesund, müde und staubig kamen wir doch noch vor Sonnenunterganz in der beinahe als Geisterstadt erscheinenden Stadt an. Ich hatte dann zudem noch das Glück, eine für morgen beginnende 3-tägige Uyuni-Tour zu buchen. So nahm der letzte Tag in der bolivianischen Zivilisation (soweit man dem so sagen konnte)noch ein erfreuliches Ende.
Tags drauf war ich vollster Erwartungen für die Wüstentour bis nach San Pedro. Man startete um 11h mit einer tollen Gruppe bestehend aus 2 Deutschen, 1 Engländer, 1 Iren, 1 Französin und mir mit einem eher in die Jahre gekommenen 4WD-Jeep. Nach einem Halt beim Lokomotiv-Friedhof ausserhalb Uyuni's "mussten" wir beinahe Salz-Souvenirs kaufen, bevor wir in die Salzwüste starteten, so quasi als Einstimmung. Nebst unserem Jeep waren noch Duzenden andere dieser Gefährte auf der selben Strecke, es ging schon recht touristisch zu und her. Ja, und schon befand man sich dann in einer riesigen Ebene aus weiss, man hätte meinen können, man befinde sich auf einem Eismeer. Aber eben, alles dies war Salz, eine Fläche von 12'000km2 und das ganza 25cm dick. Es ist dies ein unglaubliches Ausmass an Salz. Wir kamen so zum ersten "richtigen" Halt bei der Isla Pescadores, wo wir einen kleinen Berg mit unzähligen riesigen Kakteen vorfanden, irgendwie wie ein Fremdling in diesem Weiss. Soweit von hier aus das Auge reichte, sah man einfach nur Salz und im Hintergrund schön angelegte Berge. Auch dies musste ich erst gesehen haben, um es für wahr zu befinden. Anschliessend kochte uns Roman, unser Chauffeur, Führer und eben Koch, ein feines Mittagessen. Nach weiteren 200km auf dem Salz erreichten wir unser erstes "Hotel", das zum grossen Teil aus Salz errichtet wurde. Ja, mal in einem Salzhotel zu übernachten hatte schon was an sich. Bei guter ausgelassener Stimmung brachen wir nochmals auf, um den Sonnenuntergang zu bestaunen. So eindrücklich dies in dieser unwahren Umgebung war, umso kälter wurde es auch, denn man befand sich ja schliesslich auf 3600müM. Bis wir um 21.30h den ersten Tag der Tour beendeten, assen wir gut und reichlich Znacht, tranken noch eins, zwei und konnten uns so etwas aufwärmen. Zu meiner grossen Überraschung schlief ich auf dem Salzbett sehr gut und hatte auch angenehm warm. Mit gutem Zmorge gestaerkt zogen wir am Freitag um 8h wieder los und verliessen damit auch das Salz, gelangten auf der Fahrt durch atemberaubende, karge Landschaften mit unzaehligen farbigen Vulkanbergen links und rechts. Das Terrain war von feinem Sand bis mit grobsten Steinen besetzt. Immer wieder baten wir Roman anzuhalten, damit wir Photos schiessen konnten. Bei der Laguna Cañapa assen wir unseren Zmittag, frierend, sehr frierend. Doch die wunderbare Sicht um uns herum entschaedigte fuer die Kaelte. Weitere holprige Stunden folgten, bis wir dann unser 2. Gasthaus erreicht hatten.  Schon vor dem Eindunkeln begannen wir alle massiv zu frieren, auch ein kleiner Ofen konnte die notwendige Waerme nicht liefern. Aber wir waren trotz allem guter Laune, assen nochmals gut, es passte einfach. Um 22.30h zogen wir alle in unsere Betten, die meisten noch mit den meisten Kleidern an sich und ich zog sogar meine Handschuhe zusaetzlich an. Die Aussentemperatur war -15 Grad und das Haus war absolut nicht geheizt, nicht isoliert und die Waende hatten Ritzen. Ja, so fror ich eine Nacht lang durch und war wie selten zuvor froh, um 4.30h aufstehen zu koennen. Um 5h hatten wir alle mit grossen Kaelteproblemen wieder den Jeep zu besteigen. Es war echt die wohl kaelteste Nacht meines Lebens, aber bleibt so auch unvergessen. Durch das Dunkel gelangten wir zu vielen Geysiren, die im Morgenerwachen besonders speziell erschienen. Doch wir alle stiegen nur fuer wenige Sekunden aus, um Photos zu schiessen, es bliess drum ein eisiger Wind. Den naechsten Halt gab es bei heissen Quellen inmitten von eisiger Landschaft, doch ich verzichtete wie ein paar andere auch aufs Baden im warmen Wasser, denn ich hatte Horrorvorstellungen vom Wiederausdemwassergehen. Dafuer schoss ich einie Photos der unvergesslichen Umgebung. Dick eingepackt in die warmsten Kleider genossen wir hier auch das Fruehstueck. Danach an der chilenischen Grenze halbierte sich dann unsere Gruppe. Mit Guy und Andrew ueberquerte ich hier im Niemandsland die Grenze und verabschiedete mich gleichzeitig von Bolivien und freute mich auf Chile, das ich nun nach 4 Jahren ein 2. Mal besuche. Der Transfer nach San Pedro war sehr gut organisiert und man merkte es nur schon den Strassen an, dass man sich wieder in einem moderneren Land vefindet. San Pedro ist ein kleines Dorf in einer unvergleichlichen Umgebung, wo ich den ersten Nachmittag einfach relaxend genoss.


03.05.2008 - 06.05.2008

Leute, wenn ihr das nächste Mal die Mirgos oder den Coop oder was auch immer besucht, dan geniesst die Auswahl, den Luxus und einfach das sehr problemlose Einkaufen. Hier in Bolivien sind solche Supermärkte absolute Mangelware und man muss beinahe alle Artikel in einem "Fachgeschäft" kaufen. So sah ich heute eine Strasse mit diesen Detailisten, vom WC-Papierverkäufer, Zahnpastaverkäufer, Wurstverkäufer, Süssigkeitenverkäufer bis hin zum Putzmittelverkäufer. Jeder schien wirklich sein eigener Fachmann zu sein. Ich schmunzelte, war aber auch unserem bequemen Leben mehr als bewusst. Am Nachmittag besuchte ich das "Casa de la Moneda", das Geldhaus. Hier wurden über Jahrhunderte die Münzen für Bolivien hergestellt. Es war eine absolut spektakuläre Führung, wobei wir aber ständig bewacht wurden, dass auch nur jene Photos schiessen, die dafür den doppelten Eintrittspreise bezahlt hatten. Übrigens, heute wird das Geld für Bolivien in Spanien und Kanada (Münzen) und in Frankreich (Noten) hergestellt. Auf die Frage der Führerin, wo das schweizer Geld hergestellt wird, hatte ich leider keine Antwort. Weiss man das?????
Der Sonntag war ein Tag, von dem ich alleine wieder Seiten füllen könnte. Zu Tagesbeginn ging es zu und her wie im Militär (nur dass ich freiwillig hier bin...)! Frühem Aufstehen (es war ja mal wieder Sonntag) folgte ein etwas langes Warten auf das Frühstück. Dies aber auch nur, damit ich nachher auf den Busterminal eilen konnte, um knapp vor der Abfahrt um 8h dort zu sein. Doch kaum angekommen, ging zuerst mal nichts, resp. da war weit und breit kein Bus. Ich erkundigte mich entsprechend am Billettschalter und kam dafür ein neues Ticket ausgehändigt. Das Warten und das Nichtwissen-wo-und-wie ging weiter bis nach einer Stunde dann mal der richtige Bus vorfuhr. Nur nebenbei: Vom Zeitpunkt des Aufstehens bis einige Minuten im Bus warich bitter am frieren. Ich denke, es hatte nur knapp über 0 Grad, welche Freude in meinem Herzen!!!! Im Bus aber konnte ich dank starker Sonne rasch aufwärmen. Die Fahrt führte durchwegs durch steppen-/tundraähnliches Gebiet und draussen schien es immer noch sehr kalt zu sein. Zudem hatte es hier seit sehr langem wohl nicht mehr geregnet. Trotz der Dürre aber sah man immer wieder Schafe, Llamas oder Rinder. Woher diese aber ihr Wasser beziehen, schien mir ein Rätsel, schwieriger als ein Sudoku! Im weiteren war es die Fahrt der Kakteen, wohl in Millionen der Anzahl und vom Bus ausschauen wie flauschige Fuchsschwänze. Dank der offensichtlich erneurten Strassen dauerte die Fahrt "nur" 6, anstatt wie im Führer geschrieben 7-10h. Ziel von heute war Tupiza, ein kleines Dorf schon nahe an der argentinischen Grenze. Da ich von hier aus die Uyuni-Salzwüstentour machen will, besuchte ich einige Touroperators, doch überall wurde mir gesagt, dass sie keine Tour hätten, welche in San Pedro in Chile endet. So muss ich dann wohl oder übel nochmals eine bolivianische Busfahrt zum Dorf Uyuni unternehmen, um die Tour von dort aus zu starten.
Endlich dann kam ich in Tupiza mal wieder in den Genuss vom Trekking. Hier bieten sich viele Möglichkeiten, die Umgebung zu erkunden. In nur wenigen Minuten ausserhalb befindet man sich wie in einer anderen Welt. Trotz klarstem Himmel und intensiver Sonne war es komischerweise recht kühl, doch ich genoss es unheimlich, mich in der Natur bewegen zu können und dabei die beinahe unglaublichen Felskreaturen zu betrachten. In nackenschmerzende Höhen ragten diese rote Felsen, wie Ungetüme, schauten aus wie Flossen, schmal, hoch und spitzig. Ja, hier geben Photos mal wieder mehr Ausdruck als viele Worte. Nebst der trockenen Landschaft war's heute auch eine Wohltat für Nase und Ohren, denn die Luft war einfach nur rein von Staub und Lärm, alles andere als normal hier in Bolivien. Nach sicher 20km fühlte es sich am Abend toll an, mal wieder müde zu sein, weil man etwas aktives gemacht hatte.
Der 2. ganze Tag in Tupiza sah aufgrund der gestrigen positiven Erfahrungen ähnlich aus, zumindest was die Kilometer betrifft. Um südlich zu einem speziellen Felsen (so wurde mir gesagt) zu kommen, hatte ich zuerst 9km entlang dem Bahngleise zu gehen, was sicher nicht sehr erpichend war, vor allem auch, weil die Autos auf der Strasse nebenan stets eine riesige Staubwolke hinterliessen. Nach 2,5h sah ich dann den Fels, ok, er war einzigartig, aber ob ich nochmals den ganzen Weg dafür unter die Füssen nehmen würde? Ich weiss nicht so ganz. Als ich eben bei diesem Felsen einen Lunch-Halt machte, kamen mir nach langem auch wieder Menschen entgegen. Der eine mit einer Machete in der Hand, der andere begleitet von 2 Hunden. Das ist ja genau das, was man sich so verlassen im Niemandsland vorstellt und wünscht. Doch es waren einfach 2 nette, freundliche Boilivianer, wohl auf dem Weg zur Arbeit, wo auch immer... Der Weg dann zurück nach Tupiza kam mir natürlich viel länger vor, dafür schmeckte das verdiente und sehr kühle Bier umso besser...

27.04.2008 - 02.05.2008

Sonntag war hier wirklich wie Sonntag, die Läden hatten meist geschlossen und so fühlte ich mich trotz vielen Leuten in einem recht verschlafenen Santa Cruz. Da ich für den Dienstag einen Flug buchen wollte, die Reisebüros eben zu waren und das ganze im Internet nur halbmodern war, blieb mir nichts anderes übrig, als auf den Flughafen zu gehen und die Buchung dort vorzunehmen. Alles kein Problem, eine Sache von 5 Minuten und so konnte ich sogar meine Kreditkarte ein erstes Mal mit Bolivianos belasten.
Im Reiseführer steht unter "Gefahren und Unangenehmes" geschrieben, dass es in Bolivien (stand es aber auch schon in Ecuador und Peru...) "falsche" Polizisten gäbe. Das sind quasi normale (sind sie das wirklich?) Leute, die sich mit Ausweis eben als Retter und Helfer ausgeben und schlussendlich am Pass interessiert sind. Offenbar hatten diese Typen keinen Sonntag, denn als ich so durch die Gassen schlenderte, hielt neben mir tatsächlich ein Auto an, der Beifahrer zeigte mir seinen Beamtenausweis und mir klickte es gleich. Ich fragte, was er denn wolle... er nur so: Ob ich oder er der Polizist sei, der die Fragen stelle... na ja, schlussnedlich sagte er eben, ich solle ihm den Pass zeigen. Ich lächelte dabei nur, sagte "no gracias" und zog Leine. Offenbar fluchend suchten auch diese Beiden das Weite. Also, nochmals Glück gehabt.... Ja, so können 30 Sekunden eines Tages einen prägenden Eindruck hinterlassen.
Von Räuber- nun zu Tiergeschichten aus dem Zoo von Santa Cruz. Da ich ja das Amazonasgebiet nicht richtig besuchte und auch nicht besuchen werde, erhielt ich wenigstens hier einen Einblick in die doch ganz spezielle Tierwelt. Da gab es nebst bekannten Tieren doch auch die eine oder andere Kreatur, wo ich zweimal hinschauen musste. Von Papageien über Schildkröten, Schweinen, Pumas, Jaguars, Bären, Echsen, Schlangen bis zum Piranha war eine grosse Vielfalt zu sehen und es fesselte mich gleich einen ganzen Nachmittag lang.
Die Sonne bekam ich am Dienstag erst am Spätnachmittag zu sehen, hoch über den Wolken beim Blick aus dem Fenster des Flugzeuges während dem 30-minütigen Flug nach Sucre, der Hauptstadt von Bolivien. Aus dem total verregneten Santa Cruz heraus war es sicher die beste Lösung zu fliegen, denn bei solchen Regengüssen ist man hier in Bolivien offenbar nie sicher, ob die Strassen auch durchgehend befahrbar sind. Nach den 2,3 letzten Orten, wo es soweit recht war, fühlte ich mich hier in Sucre aber gleich Meilen wohler. Es dauert ja meistens nur wenige Augenblick und man kann sagen, ob einem ein Ort passt oder eben nicht. Sucre scheint generell ein Bijou zu sein, so steht's zumindest in vielen Büchern geschrieben. Ich will mir dies in den nächsten Tagen natürlich mit eigenen Augen bestätigt haben.
Die Bestätigung erhielt ich wahrhaft, auch wenn das Wetter nur mässig daherkam. Erwähnenswert hier sind wohl als erstes die meist in weiss gehaltenen Gebäude. Weiss ist demnach das Markenzeichen der Stadt. Aber leider gelang es mir bei vielen Kilometern Walking durch die Stadt selten, ein Bild zu schiessen, wo nicht störende Elektrokabel das Bild verunstalten. Natürlich hielt ich auch noch im "Casa de la Libertad" den Hals rein, denn dies ist aus historischer Sicht das wichtigste Gebäude Boliviens, denn hier wurde die Unabhängigkeit besiegelt. Aber ja, nach einigen Wochen Reisen ist man nicht mehr derart beeindruckt von speziellen Gebäuden und Museen. Was beim Zmorge anfing, endete beim Znacht. Ich bin hier umgeben von vielen Schweizer, so wie es mir auf der Reise noch nie vorgekommen ist. Aber klar, zwischendurch ist's auch nett, die Muttersprache zu hören und auch zu sprechen. Wenn man sich mit anderen unterhält, dann realisiert man, dann man nun die Person ist, die schon bald wieder nach Hause reisen muss... im Vergleich zu anderen, die eben erst mit der Reisen begonnen haben.... smurfff!!!
Einen Teil des letzten Tages in Sucre verbrachte ich bei den Dinosauriern. Zuerst aber sah ich noch bei einer 1. Mai-Kundgebung (oder was es auch immer war) zu. Es spielt vor der Kathedrale eine Musikkappelle auf und nach jedem Stück wurde eifrig Bier getrunken. Daneben setzten auch viele Frauen,auch in ihren traditionellen Gewänden das Bier an. Na ja,so hat jedes Land seine eigenen Machenschaften. Auf jeden Fall sah man bald, dass die einen oder anderen nicht mehr so standhaft waren, dies schon um die Mittagszeit.
Nun also zu den Dinos.... Vor 25 Jahre wurden hier Spuren von Dinos beim Abtragen eines Hügels gefunden. Leider konnte man diese Spuren nur aus grosser Distanz anschauen, aber mit dem Zoom der Kamera kamen diese doch etwas näher. Es war extrem beeindruckend zu sehen, was diese unglaublichen Tiere von 65 Millionen Jahren hinterlassen hatten. Ja, und einmal mehr traf ich auf eine Person von schon einmal. Heute bei den Dinos war dies Josephine aus Australien. Wir waren in Quito zusammen in der selben Schule... dies nach knapp 3 Monaten...
Da ich ja in Sucre in einem schweizer Nest gelandet bin, forderte ich es am Abend gleich noch mehr raus, indem ich in einem schweizer Restaurant essen ging. Na ja, das Ambiente liess nicht auf die Schweiz schliessen, gut ich war auch froh, spielte nicht zB eine Streichmusik Alder zum Tanz auf. Dafür war das Essen sehr fein, ich entschied mich für Züri Gschnetzlets mit Röschti. Ja, es tat gut, mal wieder heimische Kost geniessen zu können. Nun aber konzentriere ich mich wieder voll und ganz auf Bolivien.
Schon war es wieder Zeit zum Weiterziehen, die neue Destination hiess Potosi, lediglich angenehme 3 Busstunden entfernt und zudem gabs auf der ganzen Fahrt ein nettes Panorama zu sehen. Nur, was die dauernden Polizeikontrollen (der Busfahrer muss immer eine Passagierliste aushändigen) bezwecken, ist mir etwas schleierhaft. Meiner Ansicht nach ist dies klassische Arbeistbeschaffung. In Potosi (4070müM) war es schon wieder deutlich und unangenehm kühler und ist nicht das, was ich direkt suche. Aber für 2 Nächte ist es ok hier. Die Suche heute nach einer Unterkunft wurde zu einer Art Spiessrutenlauf. Das 1.: sehr unfreundliche Leute, das 2.: sehr rudimentär und kalt anmutende Zimmer, das 3.: Zimmer ohne Fenster im UG, das 4.: definitiv zu teuer.... Ja, bei der 5. Anfrage fand ich dann eine passende Bleibe, leicht ausserhalb von Zentrum. Eigentlich besucht man in Potosi die Silberminen, das ist das, was man an jeder Hausecke als Tour buchen kann. Aber ich muss zugeben, die Photos und Kommentare haben mich ziemlich abgeschreckt. Der Aufenthalt in den Minen soll zudem der Gase wegen recht ungesund sein. So entschied ich mich, Potosi lediglich als Stadt anzuschauen und da gab es doch auch wieder nettes zu sehen.


21.04.2008 - 26.04.2008

Es war am Montag eine spezielle Fahrt aus La Paz hinaus in verschiedenen Hinsichten. So war ich im Minibus der einzige Tourist unter meist buntgekleideten , wohlgenaehrten und runzligen (im positiven Sinn) einheimischen Frauen, die mit Sack und PAck und wohl mit Grosskindern unterwegs waren. Zudem ging es von 4000müM rauf zuerst auf 4700müM und dann tief hinunter nach Coroico auf 1700müM. Ich merkte natürlich, dass die Luft wieder angenehmer zum Atmen war. 80km dieser Strasse werden noch heute als "The most dangerous road of the world" (Die gefährlichste Strasse der Welt) bezeichnet. Kein Wunder, denn das Gefälle der Strasse ist teils unglaublich und so lang meine Hoffnung mehr in funktioniereden Bremsen als an der Fahrkünsten des Chauffeurs. Weiter wird die Strasse von vielen Mountainbikern benützt, die 50 US-Dollar für diesen Adrenalinschub bezahlen. Aber das ist  nichts für mich, da muss man ja nicht mal treten....
In Coroico fühlte ich mich, umgeben von dichten Wäldern in sattem Grün wie in einer anderen Welt nach den Tagen in der Stadt. Auch die Temperaturen waren hier wieder angenehmer. Vom Balkon meines Hotelzimmers genoss ich noch lange die Aussicht beim Zirpen der Grillen und dem Rauschen der Blätter der Bananenbäume.
Der Dienstag kam anders, als ich ihn mir erst vorgestellt hatte. Vorgesehen hatte ich eine Wanderung in der Umgebung. In der Realität aber kam ich nicht wirklich aus dem Dorf heraus, was ich wohl einem Cappucciono in gemütlichem Ambiente kurz nach dem Zmorge zu verdanken hatte. Es folgte dann ein Tag, wo ich mehr denn je das Gefühl hatte, dass sich die Vergangenheit und die Zukunft im Jetzt treffen. Vor knapp 18 Monaten gab ich die Sicherheit und die Bequemlichkeit des Normalbürgers auf und stach in die Welt. Einmal mehr schwärme ich von der bisher schönsten Zeit meines Lebens. Diese Zeit hat mich sicher nachhaltig geprägt, denn so ringe ich um die Fragen meiner Zukunft nach dem 29. Mai. Sicher sehne ich mich nach einem temporärerem Zuhause (in den letzten 540 Tagen war ich nur 100 Tage fest an einem Ort dahei, dies in Hong Kong). Doch wo dies zu finden sein wird.... ja, ich denke, die Götter wissen da etwas mehr als ich! Es bieten sich da so viele Möglichkeiten, drum ist es wohl am besten, wenn ich mich erst in der Schweiz wieder mit der Zukunft befassen, quasi wieder in der realen Welt. "NAchhaltig prägen"... na ja, dies heisst für mich wohl auch, inskünftig nicht das Leben eines (ich sage es mal so) 08/15-Schweizers leben zu wollen. Aber tat ich dies bisher... wohl eher nicht, also ist dies ja nichts neues... Ich werde wohl immer etwas ein Ausbrecher sein:-) Die Welt ist schlicht und einfach zu schön, um sie nicht mit eigenen Augen gesehen zu haben. Man sieht, der 22.04. war ein recht gedankenintensiver Tag... am Abend trug sicher auch der erste bolivianiche 7dl dazu bei...
Am darauffolgenden Tag kamm ich zu 100% in den "Genuss" des Busfahrens. Von Coroico zurück nach La Paz sass man zu 15. in einem Toyotabus, ich auf der rechten Sonnenseite, eingeengt und vor Hitze beinahe am Auslaufen. Ich war aber tatsächlich der einzige, der war hatte, denn alle anderen waren in warme Kleider gehüllt und so war an ein Öffnen des Fensters nicht zu denken. Ich kam mir während 3 Stunden vor wie ein Poulet am Grill. Auf der ganzen Reise bin ich wohl noch nie so gerne einem Fahrzeug entstiegen, wie damals. Die aber auch nur, um umzusteigen auf den nächsten Bus, was wirklich ein Bus, also ein Car, war. Als wir aber losfuhren, war ich beinahe alleine im Bus... und freute mich schon auf viel Platz. Doch kaum hatten wir den Terminal verlassen, stieg die grosse Menge ein. Sie alle sparten sich so die Terminal-Taxen von umgerechnet 30 Rappen.... Als ich dachte, endlich unterwegs zu sein, mussten der Bus natürlich noch den Tank gefüllt zu haben. OK, dann aber los. So war es auch, dafür wurden wir von einem in tollen Klamotten gekleideten Herrn darüber aufgeklärt, wie wichtig es sei, dass unsere Kinder die Rechtschreibung beherrschen und so... in diesem Zusammenhang verkaufte es echt viele Büchlein zu diesem Thema. Auf der Fahrt waren viele Passagiere in eben diese Lektüren vertieft, es waren als nicht die Kinder, sondern die Erwachsenen selber, die offenbar einen Sprachmangel haben. Wir kamen damit Oruro näher und ich dachte, wo um Himmels Willen kommen wir auch hin, alles lag irgendwie brach und lud eigentlich nicht ein zum Bleiben. Doch ich wollte nicht mehr weiterfahren und so fand ich entgegen meinen Erwartungen doch ein nettes Hotel. Was ich zudem genoss war, mal wieder einer der ganz seltenen Touristen unter 200'000 Einwohnern zu sein. Bei so vielen Einwohnern erwartet man eigentlich das eine oder andere Restaurant, auch in Bolivien. Doch die Suche danach dauerte eine Weile und kam hatte ich mich gesetzt, wollte auch noch viele andere in das Lokal drängen. Nach dem langatmigen Tag war die feine Lasagne quasi das Sahnehäubchen.... Aber das war's zu Oruro, von hier will ich rasch wieder weiter....
Weiter hiess bis Cochabamba.... 4 Stunden durchquerten wir eine Einöde, die trotzdem dank vielen Farben und Formen (ich wäre schon manchmal gerne bei dessen Entstehung dabei gewesen) abwechslungsreich daherkam. Und wieder kam ein markanter negativer Höhenunterschied dazu. In Cochabamba geniesst man auf 2'500müM ein mir sehr sympathisches Klima. Aber sonst ist es halt auch nur eine Stadt, eine bolivianische ganz klar. Dennoch zeigen sich hier Trends in eine modernere Zukunft mir Fast-Food-Lokalen und trendigen Läden. Eigentlich wollte ich von hier aus Tagesausflüge unternehmen, doch da es keine andere Interessenten dazu gab, wären diese auf 100 US-Dollar gekommen, also sah ich davon ab.... Wie umständlich es sein kann, hier zB eine Zahnbürste zu kaufen, zeigte sich wie folgt:
1. Man betritt eine bewachte Apotheke / Drogerie
2. Man bittet die Verkäufern nach erstem Schlangenstehen, einen Schrank zu öffnen, wo sich die Zahnbürsten befinden. Welche Farbe es denn sein darf?
3. Mir egal, einfach eine neue Zahnbürste
4. OK, man stellt mir einen Zettel aus, damit muss ich an der Kasse schlangenstehen (die Zahnbürste kostet umgerechnet 1 Fr.)
5. An der Kasse bzahle ich
6. Ich gehe zu meiner Zahnbürstenberaterin zurück, sie kontrolliert den Beleg, ob ich auch wirklich bezahlt habe.
7. Ich bekomme die Zahnbürste wie ein Geschenk überreicht
8. Ich darf die Apotheke / drogerie verlassen und bin stolzer Besitzer einer neuen Colgate-Zahnbürste.

Ich muss gleich nochmals etwas auf Dramatik schalten und so erzählen, wie es am Samstag morgen zu und her ging:
1. Extra früh erreiche ich um 6.30h den Busterminal
2. Überall schon ertönen Schreie "La Pa, La Pa, La Paz", oder "Santa Cruz, Santa Cruz, ..." in absolut schrillen und nervenden Tönen, und das sooo früh
3. Alsi ich gegen 7h den Bus besteigen will (das Ticket habe ich am Vortag gekauft), realisiert man, dass Sitz Nr. 11 schon belegt ist. Offenbar wird eine andere Passagierliste verwendet.
4. Ich werde dann auf den 7.30h-Bus vertröstet und bekomme den halben Fahrpreis zurück erstattet.
5. Ich brauche mein bestes Spanisch, um meinem Missmut Platz zu machen :-)
6. Gegen 8h erste Anzeichen, dass der 7.30h-Bus doch einsteigebereit ist
7. Kurz darauf sind wird zur Überraschung schon auf dem Weg nach Santa Cruz

Auf der 10-stündigen Fahrt nach Santa Cruz mussten wir wieder 3 weiteren Herren zuhören, wie sie uns Passagieren Spezialprodukte (Zahnweissmacher, Antifaltencreme und wieder Büechlis) aufdringlich anpreisen wollten. Dazu kamen noch 2 Polizeikontrollen, aber nur des Gepäcks. Gut, zumindest hatte man so die Gelegenheit, sich mal die Beine zu vertrampen. Ja, heute war iich in Sachen Busfahren doch sehr an den Anschlag gekommen und es wäre mir in dieser Hinsicht sehr egal, morgen in Buenos Aires anzukommen.

13.04.2008 - 20.04.2008

Schon am späten Nachmittag vom letzten Tag in Cusco merkte ich, dass in der Magenregion etwas nicht so ganz geheuer ist. Über den Grund war ich mir aber nicht sicher, hatte aber eine gegessene Empanada verurteilt. So gab's beim Znacht ungewohntes für mich, ich musste den halben Teller stehen lassen. Aber das frühe Schlafengehen wirkte wie ein kleines Wunder und tagsdrauf ging es auch schon wieder besser, auch wenn's mit dem Appetit noch immer nicht so wollte. Ich war mehr froh, dass ich auf der Fahrt zurück nach Puno das WC nicht aufsuchen musste. Meine letzte Nacht in Peru verbrachte ich also nochmals in Puno, wo ich nach 24 Stunden Essenspause endlich mal wieder was runter brachte.
Doch am folgenden Tag, an dem ich die Grenze Peru-Bolivien überquerte, wollte das ganze in der Magen-Verdauungsregion noch immer nicht zu 100%. Ständig musste ich Luft rauslassen, war dies hinten oder oben durch den Mund.... irgend etwas blähnte sehr. Zurück aber zur Hauptgeschichte.... Nach dem Grenzübergang hatte ich nicht gross das Gefühl, nun in einem anderen land zu sein, denn oft merkt man dies zB an den Häusern, doch heir schien alles noch dasselbe zu sein. Nach 8km in Bolivien kamen wir nach Copacabana. Bei diesem wohlklingenden Namen schwenkt man klar nach Rio. OK, auch hier hatte es einen Strand und Touristen, dooch sonst erinnerte wenig an die Stadt am Zuckerhut. Dies hier ist ein weiterer Ausgangspunkt für Ausflüge auf den Titicaca-See. Bei einem Lunch studierte ich dann meinen Pass und sah, dass ich an der Grenze nur 30 Tage für den Aufenthalt in Bolivien bekam. So hatte ich mal eine grobe Route zusammen zu stellen, um sicher zu gehen, dass ich in diesem Monat auch durchmag. Aber es sollte reichen, wie meine Kalkulation zeigte. Für den Sonnenuntergang kraxelte ich am Spätnachmittag noch auf 3966müM hinauf auf den Cerro Calvario. Der Sonnenuntergang war insofern speziell, als sich im Hintergrund ein Gewitter aufbaute und auf uns zu kam. Nach ein paar Erinnerungsbildern erreichte ich gleich noch das Restaurant, bevor auch das Gewitter Copacabana erreicht hatte.
Am folgenden Tag tuckerte ich frohen Mutes mit einem Boot auf die Isla del Sol (Sonneninsel). Diese Insel galt bei den frühesten Bewohnern entsprechend als Geburtsort der Sonne. Nun, sie war es denn auch, welche mich auf einem 2-stündigen Walk vom Norden in den Süden der Insel begleitete. So verlieh sie allem eine intesive Farbe, brachte mich sehr zum Schwitzen, aber auch gleich wieder zum Frösteln, als sie sich hinter einer Wolke verdeckte. Ja, das Klima hier oben fordert stark, so war ich nach der Wanderung zienlich geschafft und froh, eine Kleinigkeit essen zu können. Dabei schaltete ich wie ab, denn die Sicht auf den See mit den dahinterliegenden schneebedeckten Bergen zogen mich in den Bann. Was mich nebst der Landschaft überwältigte war die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Bolivianer hier auf der Insel. Da wird stets gegrüsst und einem geholfen. Nach 3 Tagen unterdurchschnittlichem Appetit war dieser am Abend wieder in Topform, so wie auch der Koch, welcher mir eine herrliche, fein gefüllte Forelle mit Spinat und Kräutern kochte.... hmmm! Dabei möchte ich fast nicht erwähnen, was man dafür in Bolivien bezahlt. In der Schweiz hätte ich wohl nur ein halbes Glas Wasser dafür bekommen. In Sachen Bier kostete ich bisher eines und naja... aber die Auswahl ist noch gross und verlangt noch einiges an Degustationsarbeit.
Am Mittwoch erreichte ich dann La Paz, die Haup.... nein, eben nicht... (aber ich ging erst auch davon aus!). Bolivien's Hauptstadt in Sucre, nicht La Paz, obwohl hier die Regierung ihren Sitz hat und so das Machtzentrum des Landes bildet. Auf der Fahrt hierher hatten wir noch eine kleine Seeenge zu überwinden mit Fähren, die nicht unbedingt mein Vertrauen erhielten. Man konnte echt nicht davon ausgehen, dass diese die Massen eines Busses aushalten würden. Aber Leute und Bus überstanden die Strecke. Leider sass ich im Bus anstatt rechts heute links und verpasste so die spektakuläre Sicht auf La Paz, als wir der Stadt von El Alto her kommen näher kamen. Die auf 3700müM liegende Stadt liegt in einem riesigen Talkessel. Der erste Eindruck war dann durchmischt. Einerseits ist's eine weitere südamerikanische Grossstadt, trotzdem auch modern und vor allem aber ginbt es hier wohl kaum eine Strasse, die nicht in einer Steigung liegt. Aber es gibt auch hier schmucke und sehr feine Restaurants, was mir am Abend immer wieder bewiesen wurde.
Am ersten vollen Tag in La Paz machte mir etwas ziemlich zu schaffen. Nein, es war nicht der bereits wieder 100. Reisetag (man, wie die Zeit auch läuft), sondern vielmehr meine Atmung. Ich kam mir meist vor wie eine untrainierte, alte und schwangere Bergente. Eigentlich sollte ich mich ja langsam an die dünne Luft gewöhnt haben, aber hier kommt wohl noch die dreckige Luft hinzu. Dies verwundert nicht, denn es wimmelt von alten amerikanischen 3/4-Bussen der Marken Ford, Dodge, GMC, Chevrolet... und wie sie alle heissen. Wenn diese so die Steigungen hinaufschlendern, dann ist die Luft nur noch grau-blau-schwarz. Trotzdem schneckelte ich durch die Stadt, sah einiges und besuchte auch zwei kleine Museen. Ach ja, als pflichtbewusster Elektriker hätte ich hier wohl schon lange die Übersicht verloren. Vor allem bei Strassenkreuzungen standen die Freileitungsdrähte immer im Mittelpunkt (sicher für mich)... Bestehen hier überhaupt Installationsvorschriften? Ich denke, wohl eher nicht. Aber es funktioniert, und das ist ja wichtig... :-)
Der erste Eindruck einer Touristentour a la Bolivia hinterliess mir einen positiven Eindruck. Obwohl das Bestaunen der Überreste der Tiwanaku-Ruinen und der Kultur vieles aus Peru wiederspiegelte, genoss ich den Ausflug, da wir eine sehr internationale Gruppe waren und einen äusserst humorvollen Führer unter uns hatten. So waren die Stunden dieser Tour schnell gezählt. Was aber den Tag noch fast unvergessener machte, war ein fast unglaubliches Bild eines Lastwagens. Am Morgen noch in La Paz vor dem Rotlicht stehend, sah ich per Zufall einen SAURER-Lastwagen entgegenkommen. Völlig perplex zückte ich die Kamera und erwischte ihn noch knapp. Dieses Fahrzeug hat sicher eine sehr interessante Reise hinter sich von Arbon nach La Paz.
Manch eine/-r wird sich wohl fragen, was mich am Samstag dazu bewogen hatte, eine Tour zum Cerro Chacaltaya zu unternehmen. Dort auf 5400müM befindet sich nämlich das welthöchste Skiresort. Ja, so stand ich also mal wieder um so ungeliebten Schnee:-) Übrigens, Resort tönt sehr nach viel, doch es hat hier lediglich eine Skihütte und einen sehr primitiven Skilift. Viele Leute werden hier wohl kaum Skifahren. Ich verpasste die Saison um ein paar Tage, sooo schade, sonst hätte ich sicher auch noch ein paar Kurven gedreht!!! Was hier oben aber faszinierte, war das Panorama auf die umliebenden Berge und die im Hintergrund liegende Stadt La Paz. Beendet wurde die Tour im Südenede der Stadt, wo es noch bizarre "Dreck"-Formationen zu sehen gab. War noch ganz nett, wenn's auch eine etwas einzigartig Touristenattraktion für eine Millionenstadt ist. Der Zufall wollte es heute mal wieder, dass ich ein bekanntes Gesicht traf. Steve, ein Profi-Reisefotograf, den ich schon in Machu Picchu und im Bus von Cusco nach Puno traf, war heute auch auf der Tour. Es war spannend, ihm so über die Schulter blicken zu können und auch zu erfahren, wie sein Berufsalltag aussieht. Ja, das wäre auch noch ein job für mich. Ich hoffe nun, dass ihr trotz meiner neuen Bekanntschaft noch Gefallen findet an meinen Amateurphotos.... (sie sind dieses Mal etwas dunkeln, konnte sie am PC leider nicht bearbeiten...)

10.04.2008 - 12.04.2008

Die naechsten 2 Tage hiess es morgens frueh raus... Zum ersten verliess um 6:50h der schleichende Touristenzug den Bahnhof von Cusco nach Aguas Caliente, dem eigentlichen Ausgangsort fuer Machu Picchu. Die ersten 30min im Zug waren sehr speziell, musste er doch 4mal im Zickzack fahren, um aus dem Talkessel heraus zu kommen. Im Zug herrschte trotz der Morgenfruehe eine gute Stimmung, alle freuten sich auf das, was bevorstand. Viele waren wohl Tagestouristen, och reservierte mir aber 2 Tage dazu. Das hiess, dass ich den ersten Tag nach 4-stuendiger Zugfahrt in meist nicht allzu bequemer Sitzposition in Aguas Caliente verbrachte und hier zu Fuss die Umgebung erkundete. Das Dorf ist schoen in einem Talkessel eingebettet, ja man koennte also meinen, ein Paradies gefunden zu haben. Falsch, Aguas Caliente ist ueberlaufen von Touristen und dementsprechend eigentlich haesslich mit derart vielen Lokalen. So unternahm ich einen Stroll den Bahnschienen entlang raus aus dem 2000-Seelendorf und konnte dabei einen ersten Blick auf den Wayna Picchu (dazu spaeter mehr) von hinten erhaschen. Dabei war mir stets bewusst, dass hier hoch oben Machu Picchu versteckt ist. Das wechselnde Wetter hier verlieh der Landschaft schon einen speziellen Touch. So war ich also nur noch Stunden davon entfernt, eines der Highlights meiner Reise besuchen zu gehen.
An dieser Stelle moechte ich euch sehr gerne einen einfuehlsamen Eindruck von DEM Tag bisher in Peru vermitteln, weiss aber auch, dass dies einer Doktorarbeit nahe kommt... Dennoch, lasst esmich zumindest versuchen:-)
Um 5:30h geht es mit einem der ersten Busse im Morgengrauen los, von Aguas Caliente hoch hinauf zum Eingangsportal von Machu Picchu. Es ist sehr ruhig im Bus, wohl sind alle noch etwas muede oder auch gespannt, auf das, was wir bald sehen werden. Fuer mich gibt es Orte, da beginnt das Herz in erhoehter Frequenz zu schlagen, wenn ich nur noch Meter oder Minuten davor stehe, sie mit eingenen Augen sehen kann. So ist es auch hier! Erst noch im warmen Bett gelegen... und ploetzlich stehe ich also da an diesem mythischen Ort und bringe es ein erstes Mal nicht ferig, den Mund geschlossen zu halten. Es ist ein schwieriges Unterfangen, bei Verstand zu bleiben, nicht abzudriften, denn Machu Picchu praesentiert sich wie ein unwirkliches Bild, teils in Schleierwolken gehuellt, wie in einem Maerchenbuch. Ich brauche einige Minuten, bis ich realisiere, dass ich nun wirklich hier bin, wo vor 97 ein amerikanischer Historiker den Ort entdeckte. Machu Picchu blieb von den Spanier unverseht und so gibt es bis heute noch viele unklare Punkte ueber Machu Picchu. Mit langsam aber sicher zurueckkehrendem Verstand und den ersten Photos (noch mit kaum Leute drauf) im Kasten, mache ich mich auf, die Runinen im Detail zu erkunden, komme aber nur sehr langsam voran, bleibe stehen, beeindruckt von dem, was ich erlebe. Die Kamera wird heute sehr stark beansprucht. Nach 3 Stunden komme ich zum Checkpoint,wo ich mich wie max. 400 Personen pro Tag einschreibe, um den Wayna Picchu (dies ist der markante Berg im Hintergrund der Ruinen) zu besteigen. Ich bin heute Nr. 106. Auf den ersten Blick scheint der Berg ein hoffnungsloses Unterfangen... ja, es ist wahrhaft steil und schweisstreibend. Nach 45min erreiche ich die Bergspitze, atme tief durch und der Blick auf die Ruinen aus der Vogelperspektive verursacht bei mir zwei waessrige Augen, ein Zeichen der absoluten Ueberwaeltigung. Obwohl ich der engen Platzverhaeltnissen wegen nur relativ kurz hier oben bin, werde ich diesen Ort nicht vergessen. Beim Hinunterkraxeln beneide ich die entgegenkommenden Personen fast etwas, denn sie haben den Millionen-Dollar-Blick noch vor sich. Noch liegt die andere Haelfte der Ruinen offen fuer mich zur Erkundung. Aber ganz am Schluss muss ich mich nochmals hinsetzen, um das Postkartenbild in mir zu verinnerlichen. Ich sitze da, schweige, geniesse, bin ueberwaeltigt und bringe es lange nicht fertig, mich wieder zu erheben, um doch langsam wieder nach Aguas Caliente zurueck zu kehren. Es kommt mir vor, als ob ich mich von einer lieben Person verabschieden muss im Wissen, dass ich sie wohl nie mehr wiedersehen werde. Aber die Erinnerungen werden bleiben, das Glueck, diesen Ort mit eigenen Augen gesehen zu haben, ist unbeschreiblich. Machu Picchu wird ein Ort bleiben, wo ich gerne und oft zurueckblicken werde.
Um 17:03h faehrt der Zug ab nach Cusco, vollbesetzt mit gluecklichen Gesichtern, die Baende sprechen. Die Fahrt in der Dunkelheit zeigt ebenfalls ein mystisches Bild. Ich komme mir vor wie in einer Spielzeugeisenbahn.... das Rattern der Raeder, das Schaukeln der Wagen, das schwache Licht.... Erst nach gut 4 Stunden im Zug wieder im belebten Cusco, so scheint es mir, erwache ich aus dem Traum und realisiere, dass ich es doch nicht getraeumt habe...
Trotz grosser Muedigkeit brauche ich ungewohnt lange, bis ich in den Schlaf falle....

06.04.2008 - 09.04.2008

Die 9-stündige Busfahrt von Puno nach Cusco könnte bereits wieder Bücher füllen. Ich entschied mich hier für den typischen Touristenbus, weil man auf der Fahrt einige Halte einschaltete und so viel mehr zu sehen bekam, als wenn man den regulären Bus benutzt. Die besuchten Orte hiessen Pukara, La Raya, Raqchi und Andahuaylillas. Erwähnen möchte ich vor allem Raqchi, wo wir den grössten Tempel aus dem Inka-Imperium anschauen konnten. Das Ausmass dieser Anlagen überschritt beinahe das menschliche Denkvermögen. Einmal mehr waren es die Spanier, die bei ihrem Einzug in Südamerika vieles zerstört haben. Dennoch konnte man sich hier noch ein gutes Bild machen, viel es vor ein paar hundert Jahren ausgesehen haben musste. Sehr beeindruckend war zu sehen, wie die vielen grossen Steine exakt genaug ineinander verbaut wurden, ohne dazwischen nur den kleinsten Spalt an Platz aufzuweisen, hmm, wie diese dies wohl bewerkstelligten??? Beim letzten Halt besuchten wir die Jesuiten-Kirche, die im Barockstil gebaut wurde. Die vielen Gemälde, Details und Schnitzereinen waren unglaublich toll, auch wenn ich bis dato schon einige Kirchen gesehen hatte. Generell war die Fahrt / Tour durch das Tal wunderbar. BEinahe hätte ich einen wunden Daumen bekommen vom ständigen Betätigen des Auslösers an der Kamera:-) Schlussendlich erreichten wir Cusco, das Herz des Inka-Reiches, wo ich einmal mehr in einer herrlichen Unterkunft ein Bett fand. Ein abendlicher Gang ins Zentrum im Dunkeln liess schon einiges erhoffe in Sachen Sightseeing bei Tageslicht. Aber gespannt bin ich natürlich vor allem auf Machu Picchu.
Mein erster ganzer Tag in Cusco bestand hauptsächlich aus dem Spazieren und dem Bewundern der vielen tollen Gebäuden, dem Geniessen des schönen Wetters und auch aus dem Gebrauch zweier Wörter... "No gracias!!" Kaum setzte ich mich nämlich irgendwo nieder, waren da auch schon die Schuhputzer, die Bettler und die Verkäufer von Coca-Blättern, Bildern, Sonnenbrillen, Kleidern, Souvenirs und so vielem. Ja, für diese 2 Wörter hätte ich nicht Spanisch lernen müssen. Aber genau so geht halt die Post ab in einem Touristenort wie Cusco, wo eigentlich jedes andere Haus angeschrieben ist und irgend etwas mit dem Tourismus zu tun hat. Nichts desto trotz, ich kaufte mich heute mein Zug-Ticket nach Machu Picchu. Na ja, auch dieses Weltwunder ist wohl der Hauptgrund, um nach Cusco zu reisen. Übrigens, das "Cusqueña", das Bier aus Cusco, schmeckt hier genau so gut wie das Schützengarten in St.Gallen - wunderbar belebend!!! Beim Znacht, ein letztjähriges Globetrotter-Magazin lesend, amüsierte ich mich herrlich an einer Reisesequenz aus Indien. Ja, so gibt es auch bei mir ständig kleine Begebenheiten im Reisealltag, die ein Schmunzeln hervorbringen und stets neu aufleben. Das Reisen ist wahrhaft etwas, wo man seine Sinne und Empfindungen neu entdeckt.
Einen doch sehr überladenen, aber umso farbenfroher Markt, sah ich in Pisac. Dieser dient vor allem den Touristen, welche in Scharen mit Bussen hierher pilgern. Ich war einer davon, nahm aber den öffentlichen Bus. Irgendwie wollte ich mich ja vom Normalreisenden abheben.... smile!!! Man sieht also, ich bevorzuge nicht immer die Bequemlichkeit....
San Blas nennt sich der kleine Stadtteil mit wunderbarer Aussicht auf das Zentrum, wo es von Künstlern und Philosophen wimmelt. Entsprechend schmuckt sind die angeschriebenen Häuser und die Cappuccinos sind sehr fein. Der "Patagonien-Express", ein Buch über eine Zugreise von Bosten in den Süden Südamerikas, ist die aktuelle Lektüre von mir, Lesestoff, der ebenfalls von einem halben Philosophen geschrieben wurde. Na, was gab es also passenderes, als in einem Cafe in San Blas aus diesem Buch zu lesen? Ja, und so begann auch ich etwas zu philosophieren. Gut, um ehrlich zu sein, das Philosophieren gehört oft zum Tagesprogramm beim Reisen, sei es über das "Sein und Haben", die "Vergangenheit und die Zukunft", das "was wäre wenn..." und über so vieles. Trotz allem dreht sich nun 2 Tage zuvor in meinem Kopf vieles um Machu Picchu. Wird es so sein, wie mir alles sagen und tausende von Bilder zeigen? Ich werde es euch in meinem Tagebuch in wenigen Tagen wissen lassen....

02.04.2008 - 05.04.2008

Es hiess, die Busfahrt von Arequipa nach Puno sei nicht wirklich sehenswert, dennoch hatte ich grossen Genuss dabei und stets meine Kamera in Griffnaehe. Ich konnte also gut aufs Flimmern des Videos im Bus versichten. Schon ein erster kurzer Blick am Zielort Puno auf den Titicaca-See beeindruckte mich und so verbrachte ich die ersten Puno-Stunden auf 3800mueM guten Mutesm auch wenn es hier oben trots der Sonne nicht wirklich ein Temperaturparadies, fuer einen Froestler wie ich es bin, ist.
Sonnig, aber eben kuehl praesentierte sich auch der Donnerstag, wo ich mit einer gefuehrten Tour nach Sillustani kam. Hier gab es weitere "Steinhaufen" zu sehen. Speziell an diesem Ort ist, dass diese Haufen Graebertuerme aus der Pre-Inka-Zeit sein, die teils bis 12m aus dem Boden ragen. Ja, diese Voelker hatten speziellen Arten und Weisen, ihre Toten zur Ruhe zu legen. Nebst dem eher traurigen Ort hatte man aber von hier aus auch eine tolle Rundumsicht auf eine Lagune und es war offensichtlich, dass die Sicht hier oben um vieles klarer ist. "Die Welt ist sehr klein" hiess es auch auf der Tour, denn ich traf Katrin aus Wien wieder, die ich schon im Lima im selben Hostal traf. Und ich meine, Lima hat wohl hunderte von Hostals... Auf der Rueckfahrt hatten wir noch einen Einblick in ein typisches Hochland-Haus der Leute hier, alles sehr rudimentaer, aber doch wohnlich eingerichtet. Wenn's auch etwas gar touristisch war, erhielt man einen guten Einblick in das Leben in dieser Abgeschiedenheit. Die Leute sind auch ohne die uns bekannten Worte wie Strom, Internet und so sehr zufrieden.
Noch eindruecklicher (ich weiss, ich brauche dieses Wort sehr viel, ist aber einfach so....) war die nachfolgende Tour am Freitag auf dem Titicaca-See. Dies ist ja der hoechstgelegene See der Welt, wo auch noch Schiffe fahren. Um 7h ging es schon los und zuerst legte unsere Gruppe an auf einer der 50 Islas Flotantes (schwimmende Inseln). Diese sind handgemacht und bestehen ausschliesslich aus Totara (eine Art Schilf, aber etwas staerker). Ja, und auf diesen Inseln leben also noch Leute ih traditionelles Leben, jedoch stark auch beeinflusst vom Tourismus. Zudem verfuegen sie seit kurzem auch ueber Solarstrom, die Einrichtung dazu war ein Geschenk von Praesident Fujimori. Auch aus Totara bestehen die Haeuser, die Schiffe, so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann. Zudem laesst sich ein Teil dieser Pflanze auch essen, soll sehr kalziumhaltig sein. Schlecht war's auf jeden Fall nicht. Nach diesem Halt und auf der Weiterfahrt war es speziell zu sehen, wie die vereinzelten Wolken sehr tief haengen, was auf dieser Hoehe ja auch nicht verwundert. Von unserer Fuehrerin erhielten wir tonnenweise Informationen ueber den See, seine Entstehung, seine Bedeutung, sowie auch Sagen und Mythen dazu. Auf der Isla Taquile dann wurde man von den vielen Farben richtig geblendet, alle waren so intensiv. Die Leute hier sind noch alle in ihren traditionellen Gewaenden gekleidet. Und diese haben alle ihre Bedeutung, vor allem die Zipfelmuetzen zeigen zB den Zivilstand der Maenner. Weiter einzigartig hier sind die Maenner, die voller Lebensfreude am Stricken sind, ein sehr typisches Titicaca-Bild. Ich denke, dieser Tag war der wohl bisher einzigartigste in Peru.

26.03.2008 - 01.04.2008

Seit ich Quito verlassen hatte, sass ich schon 80 Stunden im Bus. Deswegen und weil meine nächste Destination Arequipa weitere 16 Stunden von Lima entfernt ist, entschloss ich mich, diese Etappe zu fliegen, was lediglich eine gute Stunde dauerte und zudem sehr billig war. Ja, dabei schlug das Herz schon wieder etwas höher... die Flugzeuge bleiben wohl einfach meine Babys, auch wenn's in diesem Fall eine uralte B727 war:-)
Arequipa, wieder auf 2800müM gelegen, fand meine Sympathie sehr schnell: ein herzliche Taxichauffeur zum Hostal, eine Oase eines Hostels und ein Stadtzentrum mit viel Charme, toller Atmosphäre und herrlich anmutenden angeschriebenen Häusern... was wollte ich mehr? Die Vorfreue also auf den Süden Perus hatte sich gelohnt.
Bei einem ruhigen Tag faszinierten mich heute auf de Plaza vor allem abertausende Tauben, die jeden Quadratmeter ausfüllten und stets flott gefüttert wurden. Es war echt ein Schauspiel, diese Menge an Vögel zu sehen. So sass ich lange auf einer Bank, ein Buch lesend. Seit langem war ich am Abend mal wieder etwas genervt, denn wenn man als Tourist essen gehen will, dann wird man regelrecht von den Angestellten der Restaurants hineingezogen. Es ist touristisch hier, sehr wohl, und dies zieht eben so einiges mit sich. Schlussendlich aber fand ich ein etwas ruhigeres Lokal, wo ich erstmals Fleisch von Alpacas ass und entsprechend begeistert war. Sehr zart, dem Rindfleisch ähnlich. Zudem untermalte peruanische live gespielte Folksmusik das Ambiente.
Auch am draufflgenden Tag liess ich nichts überstürzen. Es gibt davon eigentlich nur den Besuch des grössten Klosters Perus zu erwähnen. Es ist dies quasi ein eigenes Dorf in der Stadt, unglaublich nett gebaut mit schmucken Häusern und Gassen. Ich glaube, da wäre ich noch gerne Nonne gewesen, anno dazumal:-) Bald war es dann aber nicht mehr das Kloster, welches mich als solches interessierte, sondern die sehr vielen kleinen Details, welche sehr zum Fotografieren einluden. Es gab herrliche Postkartenbilder (so hoffe ich doch).
Das verlängerte Wochenende verbrachte ich im Cañon del Colca. Das sind vor allem die welttiefsten Schluchten (doppelt so tief wie z.B. der Gran Canyon in den USA).Doch Tag 1 war mehr Aklimatisierung mit der märchenhaften Fahrt an den Beginn des Cañons in Yanque. Bei leichtem Regen wurden wir (2 Franzosen aus Toulouse und ich) von Hotel auf eine 3-stündige Wanderung eingeladen. Beeindruckt haben mich die vielen Terrassen (damit erzielt man Mikroklimen für div. Pflanzen) aus der Pre-Inka-Zeit (ca. 1200 nC) und das Ruinendorf Uyo-Uyo aus der selben Epoche. Wir alle freuten uns angesichts der tiefen Temperaturen auf die Sauna im Hotel, doch ein dorfweiter Stromausfall liess uns noch etwas darauf warten. Ein gediegenes Nachtessen mussten wir uns dann erst noch verdienen, hatten wir doch noch mit einheimischen Kindern einen Volkstanz zu absolvieren... na ja!
Sonntag heisst ja für mich fast immer, früh aufzustehen, so auch diese Woche, denn um 7.30h wollte ich den Bus nach Cabanaconde am anderen Ende des Cañons nehmen. Von dort aus führt der eigentliche Wanderweg hinunter in die Schlucht. Schon auf der Fahrt dorthin bekam ich einen Eindruck, wie tief es hier ist. Ja, und so begab ich mich also 1000 Meter in die Tiefe, was noch recht locker war, schliesslich hielt ich auch stets an, um Photos zu schiessen, nicht? Kurz vor Erreichen von Sangalle (oder auch Oasis genannt) unten am Fluss, rutschte ich noch blöd aus und lädierte etwas meine Hände und die ohnehin schon angeschlagene rechte Schulter. Dennoch, ganz unten genoss ich das Panorama, eben von unten und war zum x-ten Mal beeindruckt von der Natur Perus. Da meine Schulter doch recht schmerzte und ich dunkle Wolken aufziehen sah, entschloss ich mich, nicht weiter zu ziehen, sondern wieder die 1000 Meter nach oben zu trotten. Ich wollte nicht noch einmal ein Gewitter-Schreckenserlebnis haben, eines reichte! Der Aufstieg war dann doch recht anstrengend und prompt, ca. 15min vor Erreichen des Dorfes kam ich noch in den Regen. Ich war überrascht, wie viele Einheimische diesen Weg benützen mit ihren Eseln für den Weg zur Arbeit. Ja, hier lebt ma abgeschieden und noch mit den primitivsten Mittel ohne Traktor und so. Da ich dann, mit unzähligen Eindrücken reicher, feststellen musste, dass der nächste Bus zurück erst um 21h fährt, entschloss ich mich, die Nacht in Cabanaconde zu verbringen. Es war ein guter Entscheid, denn im kleinen Pub trafen sich alle Touristen und so ging es noch recht bunt zu und her, ein Bierchen mehr oder weniger war an diesem Tag genau die richtige Einstellung.
Natürlich erfolgte die Rückreise nach Arequipa in 2 Etappen. Unterbrochen hatte ich die Busfahrt beim Aussichtspunkt "Cruz del Condor". Wie der Name sagt, gab es hier tatsächlich diese Riesenvögel zu sehen, wie sie stolz ihre Runden drehten. Unglaublich aber war auch, einerseits 1000m in die Tiefe sehen zu können, auf der anderen Seite aber die schneebedeckten Spitzen, der 6000er zu sehen. In wenigen Sekunden war mich bewusst, dass dieser Fleck auf Erden zu den wohl überwältigsten gehört, welche ich je gesehen habe. Auf dem Rest der Fahrt dann war ich als Fotograf fast arbeitslos, da wir dieselbe Strecke zurückfuhren wie 2 Tage zuvor. Aber etwas war anders. In diesen 2 Tagen hatte es geschneit und so präsentierte sich die Landschaft ein einem weisseren Gewand. Aber mir war es recht, nur ein paar Schneefelder zu sehen als z.B. auf dem Säntis zu sein, wo es ja noch immer meterhoch Schnee hat, wie mir berichtet wurde.
Ich denke, mit dem Trip zum Cañon fand der Monat März einen würdigen Abschluss.
Den 1. April bezeichnete ich als Service-Tag mit Wäsche waschen, diversen Update im Internet und weiteren Reiseplanungen. Zwischendurch gibt es einfach Tage, da ist es ok, wenn man nicht noch mehr sieht und erlebt, schliesslich muss man auch mal zwischenverdauen, so eben wie heute.

22.03.2008 - 25.03.2008

Den letzten "Huaraz-Tag" war nochmals einer Tour gewidmet, die zu einem Wasserfall und zu Thermalbädern führte. Nun ja, Wasserfälle habe ich bisher doch schon viele gesehen und verglichen mit den Thermis in der Schweiz ziehe ich eben jene bei uns vor, denn sie sind doch sehr viel hygienischer. Aber den ganzen Tag hindurch bot sicher dafür nochmals ein herrliches Panorama mit Blick auf die Cordilleras. Je näher ich nun an Lima komme, umso mehr befasste ich mich auch mit der Weiterreise im Süden, denn die Distanzen dort sind noch grösser als im Norden.
8 Stunden des Ostersonntags verbrachte ich auf der hintersten Reihe im Bus von Huaraz nach Lima, Hauptstadt von Peru mit rund 8 Mio. Einwohnern. Einmal mehr konnte ich die Fahrt geniessen, diese in einem Nachtbus gemacht zu haben, wäre einer Súnde gleichgekommen. Speziell war die Fahrt durch den Sand... nicht in der Wüste, dafür auf einer mächtigen Düne sehr sehr hoch über dem Meer. Ich denke, die Photos beschreiben dies besser als ich mit Worten.
So kam ich also in die Stadt, welche ich meiden wollte im Sinne: Ist ja eh nur eine weitere grosse Weltstadt. Nach dem Auffinden dann einer tollen Unterkunft schlenderte ich also am Ostersonntag durch die Gassen im doch eher besseren Viertel Miraflores, ca. 5km weg vom direkten Zentrum, und fühlte mich wie in Zürich oder New York oder wo auch immer. Aber sicher fühlte ich mich nicht in Peru.... Auch die Preise in den Restaurants deuteten wenig in Richtung Peru. Offenbar ist Lima das Mekka der Gastronomie in Südamerika. Dies und anderes werde ich in den nächsten Tagen auskundschaften.
Miraflores ist quasi Manhattan von Lima. Irgenwie positiv begeistert schlenderte ich durch die Gassen, denn es tat auch gut, sich mal wieder wie bei uns zu fühlen. Beste Erinnerungen werde ich wohl haben an den Cappuccino, den ich in einem Restaurant, welches in die Klippen gebaut ist, genoss. Von hier aus schaute ich lange hinaus auf das unter mir liegende Meer, hörte den tosenden Wellen zu und beobachtete die Paraglider... wow! Aufgrund der tollen Kulisse und den absolut genialen Begebenheiten konnte ich auch mal wieder eine knappe Stunde friedvoll joggen gehen, denn na ja, der nächste Marathon kommt bestimmt.
Einige Stunden des Dienstags gehörten dem wahren Zentrum Limas. Na ja, was soll ich sagen...? Viel Verkehr, stickige warme Luft, viele Leute... eigentlich nicht meine bevorzugte Umgebung. Aber es bot auch anderes. So staunte ich ab den riesigen kolonialen Gebäuden, der Wachablösung vor dem Regierungspalast und ab den Katakomben im San Francisco-Kloster, wo es Knochen zu sehen gibt (alle schön aufeinader aufgebeigt) von über  20'000 Menschen. Ja, sicher speziell, aber doch sehenswert. Nach dem Kurzabstecher ins Herz von Lima schätze ich nun unsere öV's noch mehr. Hier ist's halt immer mit dem Faktor "Chaos" verbunden. Für mich heisst Chaos, nicht ganz genau zu wissen, wo die Fahrt hingeht, wann sie endet. Zudem besteht dauernd ein hoher Lärmpegel, denn der an der Tür stehende Beifahrer lärmt dauernd in die Menschenmenge am Strassenrand mit Angabe des Zielortes.... Ja, diese Busfahrten bleiben sicher auch in Erinnerung.


15.03.2008 - 21.03.2008

Mit einer kurzen Busfahrt beendete ich am Wochenende den Besuch des peruanischen Nordens. Chimbote bot absolut nichts und war lediglich Pflicht-Übernachtungsstop, um am Sonntag den 8.30h-Bus in die Anden durch den Cañon del Pato (zu gut deutsch: Entenschlucht) zu nehmen. Wieso diese Schlucht so heisst, fand ich nicht heraus... egal! Nun, es gibt verrückte Ideen... klar! Aber dann diese auch noch in die Realität umsetzen ist immer eine andere Sache. Mit der Strasse eben durch diese Schlucht war aber hier beides gegeben. Für mich ist diese Strasse eine unglaubliche Meisterleistung der Strassenbauer, denn teils hatte der Bus um Zentimeter zu kämpfen, um rechts nicht die Felsen zu berühren und um links nicht ein Rad nahe am Abgrund zu haben. Mir wurde es eins-, zweimal doch fast etwas anders. Doch ich überstand diese Fahrt des Atemraubens mit doch ganz positiven Eindrücken und kam ende Nachmittag in Caraz an.
Wie nervig es hier ist, dem unglaublichen, stets anhaltenden Hupen der Autofahrer ausgesetzt zu sein, spührte ich auf der kurzen Fahrt von Caraz nach Huaraz, wo ich vorne im Toyota-Bus neben dem Fahrer sass. Seine Finger waren praktisch dauernd im Kontakt mit der Hupe. Aber na ja, dies scheint hier in Südamerika wohl nicht wegzudenken sein. Huaraz ist das Mekka zwischen den beiden Cordillera's, der blanca und der negra. Vor allem die Cordillera blanca ist einer der mächtigsten Bergzüge der Welt mit weiss nicht wie vielen Bergen höher als 5000m. Entsprechend touristisch (vor allem jetzt in der Osterwoche) geht es hier zu und her. Den ersten Tag musste ich mich erst mal etwas orientieren, was es hier in der Umgebung alles zu tun und zu machen gibt. So wie es aussieht, werde ich etwas länger hier verweilen, denn umgeben von der Bergwelt fühle ich mich doch ganz wohl.
Die Peruaner haben es offenbar im Griff, uns Touristen auf den Touren zu fesseln. Zumindest mir ging es am Dienstag so, als die eindrückliche Laguna Llanganuco unser Hauptziel war. Umgebend von gleich 4 schneebedeckten Bergen höher als 6000m ergab es hier eine herrliche Panorama-Landschaft. Der höchste Berg Perus (der Huascaran mit 6768m) wurde übrigens erstmals von einer Schweizerin 1909 erklommen. Die Schweiz war zudem grosszügig hier, als 1970 ein gewaltiges Erdbeben und ein folgender Erdrutsch ein Dorf völlig auslöschte. 20'000 Leute kamen hier ums Leben. Der Friedhof wurde auch von einem Schweizer entworfen. Auf der Tour konnte ich den Infos vom Guide sehr gut folgen, denn sein spanisch war sehr gut und langsam . Es war einmal mehr ein sehr interessanter Tag, der mir Peru noch symathischer machte, als es ohnehin schon ist.
Daraufhin folgte ein Tag des absoluten Nichtstuns, was für mich hiess: Ausschlafen, ein Cafe hier, ein Cafe dort, Lesen und einfach "Sein" und den Moment geniessen.
In der Osterwoche herrscht in Huaraz wie erwähnt viel Betrieb. So war das Sammeln der Teilnehmer der Tour "Chavin" schon recht zeitraubend. So dann auch die Fahrt, welche uns bis auf 4500müM brachte. Dabei sah ich erstmals so die für mich typische peruanische Landschaft: Lange Hügelzüge mit den schneebedeckten Bergspitzen und sonst alles in den kargen braun-grünen Farben gehalten. Bunt waren hier lediglich die Leute in den traditionellen Kleidern, sich teils auf Eseln oder mit Lamas fortbewegend. Aber die Fahrt ging auf der Strassenbeschaffenheit wegen in mein Tagebuch ein. Es gab Abschnitte, da war die mit unzähligen Schlaglöchern besetzte Strasse (sie war aber asphaltiert) so schlecht dran, dass der Bus mehr neben der Strasse auf der Wiese fuhr, da es einfach angenehmer war. Aber das alles ist nur Nebensache. Hauptsache heute war die Besichtigung der Chavin-Tempel. Die Chavin-Kultur ist ca. 3000 Jahre alt und die damit wohl älteste des Kontinents. Im Gegensatz zu den Sand- und Lehmbauten weiter im Norden bauten sie hier ihre Tempel mit massiven Gesteinsbrocken. Ich konnte mir nicht vorstelle, wie sie diese dazumals präpariert, transportiert und verbaut hatten. Ein starker Regen liess dann die Tour etwas beschleunigen. Lasst mich an dieser Stelle kurz einen Eindruck der Hauptstätter von hier vermitteln: Unser Bus war mit ca. 80% Limeños (Einwohner von Lima) besetzt. Da es in Lima kaum regnet, war dieser Guss heute ein spezielles Erlebnis für viele. Entsprechend reagierten sie, aber eher negativ, denn noch lange im Bus klöhnten sie, wie jetzt alle Kleider nass seien.... ach, ihr Armen. Aber nach 2 1/2h im Bus auf dem Weg zurück war doch alles wieder recht trocken.
Karfreitag... na ja, die Peruaner sind eigentlich stock-katholisch... da wunderte es mich, dass dennoch die meisten Geschäfte und Läden offen hatten, quasi war es also ein Tag mit Business as usual. Selbstverständlich werde ich mich heute abend mit einer Forelle verköstigen.


10.03.2008 - 14.03.2008

Die neue Woche begann wieder mit einem sehr interessanten Tag und schliesslich wollte ich für den Tourismus was gutes tun. So buchte ich gleich zwei Touren, eine für den Vor- und die andere für den Nachmittag. Cumbe Mayo hiess die erste Destination, ein spannendes Gebiet aus der Inka-Zeit mit eindrücklichen Gesteinsformationen, die früher für spezielle Anlässe entsprechende Bedeutungen hatten. Zudem war eindrücklich zu sehen, wie sie vor ca. 2000 Jahren einen Wasserlauf gebaut hatten, um das Tempo des Wassers zu drosseln und es so auf 3500müM auch brauchbar zu machen. Einmal mehr kam ich aus dem Staunen nicht heraus, wie und was die Inkas früher alles schon zustande gebracht hatten. Diese Kultur beginnt mich immer mehr zu interessieren, aber das Highlight steht mir in einigen Wochen noch bevor. Der spate Nachmittag brachte mir eine Grabstätte der Inkas näher. Dies waren unzähliche Löcher, welche in den Felsen gemeisselt wurden und so wiederum etwas unglaubliches wiedergaben. Zuvor gab es noch einen kurzen Abstecher, der mich unerwartet zurück in die Schweiz führte, nämlich in eine Käserei, welche anno dazumal ein gewisser Arnold Ackermann ins Lebens gerufen hatte. Ja, und so hingen auch einige Poster mit “Gruyere” oder “Emmentaler” an den Wänden. Ganz leicht und schleichend kamen Heimatgefühle auf, aber diese waren auch schnell wieder vorflogen, denn schliesslich bin ich nun in Peru.
Zwischendurch mal etwas zum Thema Busfahren: Man mag wohl (zum Teil berechtigt) denken, Peru sein noch ein Entwicklungsland... ja, eben ab und zu teile ich diese Meinung. Nicht aber, wenn es um Langstreckenbusse geht. Da ist die Professionalitaet gross geschrieben. Das läuft dann etwa so ab. Man kann auch die günstigsten Tickets mit Kreditkarte bezahlen (ging in Ecuador nicht), dann gibt man das Gepäck wie auch dem Flughafen auf und vor dem Einsteigen muss man sogar noch Fingerabdrücke (einmal bis jetzt) geben und den Pass zusammen mit dem Ticket vorweisen. Ja, so fühle ich mich doch recht wohl hier beim Busfahren, da auch die Busse selber einen hohen Standart aufweisen.
Trujillo, wieder auf der Meereshöhe war lediglich Ausgangspunkt, um die Umgebung der Wüstenstadt zu erkunden. Übrigens, auf dem Weg dorthin passierte ich das Dorf Paijan. Dieser Dorf war u.a. ausschlaggebend, dass ich das Velo zu Hause gelassen hatte. Von Paijan las ich schlimme Geschichten von anderen Velofahrern und es verwunderte mich nicht, dass hier schon man ch einer überfallen wurde. Ja, es war mir definitiv wohler, im Bus als auf dem Velosattel zu sitzen, denn Paijan ist heruntergekommen und sehr verwahrlost.
Auf einer weiteren Tour besuchten wir (mitunter 4 andere Schweizer) diverse Stätten der Moches, einer zu den Inkas anderen Kultur. Hier war es vor allem die atemberuabende Grösse der Adobe-Bauten, welche mich beeindruckten. Heute wären solche Bauten bestimmt nicht mehr zu berappen. Na ja, aber für den Moment denke ich, von Touren wieder gesättigt zu sein und auch ausreichend Sandhügel gesehen zu haben. Nebst dem tat es heute gut, mal wieder so richtig schweizerdeutsch reden zu können, auch wenn ich die Tour in Spanisch wählte. Schliesslich bin ich immer noch gross im Lernprozess drin:-)
Nach all den Touren relaxte ich fuer 2 Tage in Huanchaco Beach. Ich tat, was man an einem solchen Ort halt macht....nicht viel nebst essen, mich unterhalten, lesen und auch schlafen....


02.03.2008 - 09.03.2008

Es gibt Tage, da geht alles auf. So auch anfangs der neuen Woche.... Ich kaufte mir also eine neue Digicam (die nass gewordene wollte definitiv keine Bilder mehr machen) und ich stellte dann fest, dass zum Glück der Memory Stick noch alle Bilder drauf hatte. Zudem konnte mir die Busfahrt weiter nach Peru bestätigt werden. Alle diese positiven Nachrichten machten es sicher aus, dass ich die Forelle zum Znacht um einiges mehr genoss, als ich es ohnehin schon getan hätte!
Auch am letzten Tag in Ecuador wollte ich nochmals aktiv sein. Ich tat dies mit einer Wanderung rund um Vilcabamba, ohne mich der Gefahr eines Unwetters auszusetzen. Ja, und so blickte ich zurück auf knapp 2 Monate im Bananenland, ohne jedoch die ganz grossen Plantagen gesehen zu haben. Aber die Erinnerungen an das, was ich bisher gesehen und erlebt habe, sind gross und werden sicher noch lange nachleben.
Mitte Woche überquerte ich dann ganz locker und ohne grosse Bürokratie die Grenze nach Peru. Kaum im neuen Land realisierte ich rasch, dass gemessen an der Qualität und der Art und Weisse der Häuser die Armut hier noch grösser ist als in Ecuador. Untermalt wurde dieser (leider) etwas eher negative erste Eindruck durch viel stinkende Abfallberge am Strassenrand und einem generell grösseren Chaos, sei es auf den Strassen oder wo auch immer. Ich bin mir sicher, dass aber Peru sicher noch anderes zu bieten haben wird. Piura war meine erste kurze Station, denn nach 11h Busfahrt tat´s diese unattraktive Stadt inmitten einer Wüste total für eine Übernachtung. Gut tat es sicher auch, mal etwas anderes zu essen und anstelle eines ¨Pilsener¨ mal ein¨Cusqueña¨ zu trinken.... Man ist ja offen für neues, nicht?
Für einmal gabs dann eine kürzere und absolut trostlose Busfahrt durch die flache und sehr heisse Suechura-Wüste nach Chiclayo. Eben, nichts als Sand und ein paar Gebüsche gab es da zu sehen. Ich meinte, irgendwo im Outback Australiens zu sein. Es war zum Gähnen, aber mein Weg führte mal dort hindurch. Chiclayo vermochte mich als Stadt in dieser Hitze , dem Chaos und den vielen Leuten wegen nicht wirklich zu begeistern.
Dazumals in der Schule lag mir das Fach ¨Geschichte¨ absolut nicht!!! Aber wenn man ¨Geschichte¨ mal hautnah erleben kann, nicht nur davon aus Büchern liest, ja dann ist es eine andere Geschichte. So geschehen hier auf einer Tour rund um Chiclayo mit einem sehr tollen englischsprechenden Führer. Wir besichtigten Sipan, Lambayeque und Tucume, wo man sah, was in den letzten 20 Jahren alles ausgegraben wurde und welche Schätze aus 2000 Jahren zum Vorschein kamen. Es handelt sich hier um die Region mit den wertvollsten Fundgegenständen der vorkolumbianischen Epoche. Es war zudem kaum zu glauben, wir hier vor 2000 Jahren riesige Pyramiden gebaut wurden, alles aus Lehmziegeln. Das Ausmass ist unerschöpflich und die noch von ihnen liegende Arbeit der Archäologen wohl sehr spannend, denn erst sind 10% ausgegraben, so schätzt man. Ja, die Tour war sehr eindrücklich und ich könnte wohl erstmals mehrere Seiten im Fach ¨Geschichte¨ schreiben. Heute war es sicher nicht das Thema, welches mich zum Schwitzen gebracht hatte, sondern die unerbärmliche Hitze....
Für das Wochenende zog ich weiter, wieder weg von der Wüste, in die Anden nach Cajamarca. Der Weg war hier mal wieder das Ziel, denn plötzlich ging es steil hinauf auf ca. 3000müM und so dachte ich dabei, welche Meisterleistung es war, hier diese Strassen zu bauen. Da kommt auch einem Schweizer mit vielen Passstrassen im eigenen Land das Staunen. Und dann, wie schafften es vor hunderten von Jahren alle die Inkas auf diese Höhen. Ja, diese Vorstellungen sind immer wieder spannend. Kaum kam ich also nach weiteren 7 Stunden im Bus hier an, fühlte ich mich umgehend ein erstes Mal so richtig wohl hier in Peru, denn das Städtchen bot ein angenehmes Klima, am Abend viele Leute auf den Strassen und es herrschte eine total friedliche Stimmung. Auch habe ich gleich im Zentrum bei der Plaza ein Hotel gefunden, was zwar mit 20Fr./Nacht etwas teurer als normal ist, aber was es bietet, ist der Wahnsinn. Schon das Gebäude, die einzelnen Zimmer, einfach alles ist dazu hier, um es einem wohlergehen zu lassen. Ist doch schön, diese Woche so wieder ausklingen zu lassen.


25.02.2008 - 01.03.2008

Erst noch schrieb ich davon, wie gerne ich doch mit dem Velo unterwegs wäre, nicht? Spätestens aber heute hätte ich mir wohl die Kehle aus dem Hals geflucht und meinen Entscheid ein erstes Mail bereut... Auf dem Weg nach Cuenca nämlich zeigte sogar der Bus ziemliche Probleme mit dem Strassenverhältnissen. Ich denke, in der Schweiz hätte man diesen Zuständen kaum mehr Strasse gesagt. Auf ca. 15km war der Untergrund mehr Schlamm als sonst etwas und dies bei 10-20cm Tiefe, dazu ging es nur rauf und runter.... baahhh! Ja, und wohlbemerkt, es handelt sich hier um die "Panamericana"!! Ja, es braucht hier wohl noch viel Zeit, Geld, Energie und Arbeit, bis die Strassen nur annähernd einer schweizer Gemeindestrasse nachkommen.
Ich denke, nach der Südamerikareise werde ich Cuenca wohl als eine der schönsten Städte dieses Trips in Erinnerung haben. So wundert es nicht, dass Cuenca seit 1999 UNESCO-Weltkulturerbe ist mit 178ha Wohnfläche aus antiker Häuser. Das Ausmass dieser tollen Gebäude ist echt bemerkenswert, auch für einen Stadtmuffel, wie ich es bin. Auf einem Tagesausflug dann war ich erstaunt, wie viele tolle Häuser (bei uns heissen sie moderne Villen) es auch ausserhalb von Cuenca ging... Nur: Leider sehen diese Häuser nur auf den ersten Blick toll aus. Beim näheren Hinschauen sieht man, dass auch dort viele nur halbfertig ist und auch von viel Abfall umgeben ist. Ja, das gibt mir schon auch sehr zu denken. Ich meine, es muss doch irgenwann mal ein Sinneswandel stattfinden in der Bevölkerung, oder täusche ich mich?
Die Weiterfahrt nach Loja war dann einmal mehr spektakulär. So hielt der Bus nach 2h Fahrt plötzlich an.... was war der Grund? Ich, ausnahmsweise auf der linken Seite sitzend (ich sitze immer auf der Seite, wo unter mir auch mein Rucksack verstaut ist), sah, wie auf einmal die Tür eines Gepäckfaches offen war. Ja, und offenbar sah dies auch der Chauffeur und es wurde festgestellt, dass auch effektiv Gepäck verloren ging. Ich war auf einmal recht nervös, denn die Strasse war kurvig und das Gelände steil. So musste wir umkehren und das verlorene Gut suchen gehen. Es stellte sich zum Glück heraus, dass nur ein Sack verloren ging, dieser konnte gefunden werden und ich war wieder froheren Mutes... Loja dann bot nebst einem feinen Filet Mignon zum Abendessen nicht viel, drum verbrachte ich nur die Nacht dort.
Auf Vilcabamba freute ich mich schon, seit ich Quito verlassen hatte, denn das kleine Dorf am Südende von Ecuador bezaubert die Besucher durch eine tolle ruhige Landschaft, hervorragende Unterkünfte und sehr freundliche Leute. So kam ich an und wurde alles andere als enttäuscht. Im "Rendez-Vous" fand ich eine übermässig tolle Unterkunft, wo ich mich umgehend wohl fühlte. Auch ein Spaziergang in der tollen Naturluft belebte mich neu. Ich denke, es ist hier ein Ort, wo ich es mehr als nur zwei Nächte aushalten werde....
Der März begann, na ja, sagen wir doch recht aufregend! Zu Tagesbeginn freute ich mich auf die bevorstehende Wanderung um einen markanten Berg, den Macando, hier in Vilcabamba. Nach einem gediegenen Frühstück bei meiner Cabin sollte es eine tolle Wanderung bei guten sichtigem Wetter werden. Alles ging auf gut, bis ich zum Abstieg kam und ich dabei irgendwie den Pfad verlor. Dazu baute sich ein Gewitter auf und ja, da stand ich dann... inmitten eines sintflutartigen Regens mit Blitz und Donner und wusste nicht mehr, wo ich denn durch muss. Ja, so richtig wohl war mir dabei nicht mehr. Irgendwie aber trottete ich weiter und kam immer näher richtung Hauptstrasse, wo ich mehr als nur klitschnass ankam, aber einfach froh war, dort zu sein. Schade war nur, dass auch meiner Kamera Wasser abbekommen hatte und ich mich drum wahrscheinlich mit einer Neuanschaffung auseinandersetzen muss. Aber eben, ich kam vom Berg runter und dann sind die materiellen Sachen nur noch die halbe Miete:-)


18.02.2008 - 24.02.2008

Mein erster richtiger Reisetag führte mich von Quito nach Tena au 500müM und im Amazonasgebiet liegend. Au der 6-stündigen Fahrt war es eindrücklich zu sehen, wie sich die Vegetation und die Temperatur (im für mich positiven Sinn) änderte. Dass die Welt klein ist, bestätigte sich heute wieder, denn ich tra auf Bekannte der Sprachschule in Quito... So bin ich also wieder mitten drin im "Reisen". Nach einem doch eher regnerischen Aufenthalt im Amazonas reiste ich dann mitte Woche wieder rauf auf 1800müM nach Baños. Auf dieser Fahrt wurde mir bewusst, wie sehr ich mein Velo vermisse, denn ich hatte ernsthafte Mühe damit, einfach nur faul im Bus zu sitzen und die tollen Landschaft so schnell an mir vorbeiziehen zu lassen. Ob ich dies so wohl bis Buenos Aires aushalten werde?
Baños, bekannt durch die vielen Thermalbäder, aber entschädigte mich etwas für den kleinen Frust des Busreisens mit der tollen Berglandschaft. Gleich hier um die Ecke befindet sich der Vulkan Tungurahua, der zZt recht aktiv ist und daher muss man in Baños stets mit einer Evakuation rechnen. Wie schwierig es ist, in Ecuador in einer Bar (oder wo auch sonst) mit einer 10 Dollarnote zu bezahlen, zeigte sich hier wieder. Es dauerte eine knappe Viertelstunde, bis die Barmaid das Wechselgeld für das 1 Dollar kostende Bier in der Nachbarschaft auftreiben konnte:-)
Am Donnerstag konnte ich endlich mal wieder auf Wanderschaft gehen, von 1800 auf gleich 2600müM und dabei hatte ich stets eine tolle Aussicht auf Baños von verschiedenen Blickwinkeln aus, es war herrlich, so in der Natur zu sein. Na ja, die Wege waren teils recht verwachsen, drum zeigten meine Beine auch entsprechende rote Stellen.... Leider blieb mir auch heute der erwartete Blick auf den Vulkan verwehrt...
Ins ecuadorianische Hochland führten mich am Freitag zwei Busfahrten. Auf der 2. davon ging es zu und her wie im alten Rom, oder eben im ursprünglichen Ecuador. Es war eine typische Andenbusfahrt mit lauten, übervollem, wohlriechendem (!) Bus und mit dem Busfenster (leider zu oft) als Abfallkübel... na ja, trotzdem war's ein bleibendes Erlebnis. Grund oder Ziel aber dieser Etappe war die beeindruckende Laguna Quilotoa auf knapp 4000müM. Der Kartersee liegt ca. 400m unter der Vulkanspitze. Hier übernachtete ich dann auch wie überraschend viele andere Touristen in einem sehr einfach gehaltenen Hostal ohne wirkliche Heizung. Auf dieser Höhe durfte also nach Herzenslust gefroren werden.... brrrr! Kurz nach dem dafür sehr reichhaltigen Frühstück erlebte ich einen typischen Andenmarkt, wo ich vor allem aufpassen musste, dass mir das Blut von eben geschlateten Schafen nicht auf die Hosen sprizte. Wie in einer Metzgerei fühlte ich mich auch wieder im Bus zurück nach Latacunga, denn vor allem der Geruch diverser mittransportierter Tiere erinnerte mich daran. Die Stunden 3 und 4 heute im Bus waren dann aber wieder etwas gesitteter :-) Ich erreichte Riobamba, wo mir vor allem der Abend gefiel. Nach einem tollen argentinischen Abendessen genoss ich auf dem Heimweg noch ein Openair-Konzert mit Tanz. Ja, bei solchen Klängen (vor allem der Panflöte) wird es einem schon etwas anders.....
Am Sonntag hiess es wahrhaft "Buenos dias". Schon um 6h nahm ich einen Bus nach Alausi. Ab hier geht eine der wohl berühmtesten Bahnstrecke "Nariz de Diabolo" 1000m in die Tiefe. Anfangs 20. Jahrhundert war dies das geschichtsträchtigste Bahnprojekt der Welt. Ja, und so war es auch, eine atemberaubemde Fahrt entlang Felsen und nahe dem Abgrund brachte manche von uns sehr zum Staunen (und teils wohl auch zum Schwitzen). Für mich war es so ein sehr gelungener Ausklang dieser Woche.


08.02.2008 - 17.02.2008

Der Freitag war ein Abschiedstag, ein Vorbereitungstag und auch ein Ruhetag. Herausgestochen war sicher der Besuch beim Coiffeur, der 5 min dauerte, wo ich mir vorkam wie beim Schafscherer und der mich aber auch nur 5 Dollar gekostet hatte. War ja auch voellig ok so fuers Reisen, nicht?
Nach einem Monat ohne den grossen Rucksack packen zu muessen, war es aber doch wiedermal soweit. Es ist doch etwas, was mir beim Reisen etwas schlecht aufstoesst, aber da muss ich doch noch einige Male durch, bis ich dann in Buenos Aires ankommen werde.
Der Abschied dann von meiner Gastfamile war herzlich und wir schauten dabei zurueck auf eine tolle Zeit zusammen und sie meinten doch, ich seie ein nette Gast gewesen. War schon schmeichelnd.... :-)

Am Samstag flog ich dann also eben los ins Insel-Paradies Galapagos, ca. 2 Flugstunden westlich der ecuadorianischen Kueste. Ich nehme es vorweg: Ich werde diese Reise wohl mein Leben lang nicht bereuen, es war einzigartig schoen, traumhaft und einfach atemberauebend. Zusammen mit vielen sehr tollen Leute war ich also 7 Tage / 8 Naechte auf dem Schiff "Intreoido" und jeden Tag steuerten wir eine oder zwei neue Inseln an, die wir natuerlich besuchten und im Anschluss daran konnten wir auch noch schnorcheln gehen. Ich koennte hier wohl stundenlang schreiben, was ich gesehen, erlebt und erfahren habe. Aber ich denke, Bilder sprechen mehr als meine Worte, drum schaut doch mal nach unter meinem neuen Bilderlink:
http://picasaweb.google.com/lully1973
Aber es gibt schon noch einige Worte dazu. Das, was ich auf Galapagos gesehen habe, zaehlt sicher zu den Highlights meiner knapp 35 Lebensjahre, denn wenn man zB mal hautnah mit Seeloewen oder eben den bekannten Riesenschildkroeten schwimmen kann, dann wird es einem schon ganz anderes ums Herz.
Zudem ist nebst der Tierwelt auch die Beshaffenheit der Inseln sehr speziell, entstand doch Galapagos vor Millionen vor Jahren durch die Eruption unzaehliger Vulkane und so wundert es nicht, dass es oft Lava gibt bis ans Ende des Horizontes.
Nebst der Hauptsache Galapagos pur stimmte auch sonst alles: Wir genosssen karibisches Wetter (mit dem Nachteil eines Sonnenbrandes), gutes Stimmung, eine gute Crew und vor allem auch sehr gutes und reichhaltiges Essen. Obwohl es auf dem Schiff doch einige Male recht schwankte (waren es die Wellen oder etwa das Bier oder so?), fuehlte ich mich immer in guter Form.
Es dauerte am Schluss dann schon eine Weile, bis ich mich damit abfinden konnte, dass nun die Woche schon wieder zu Ende ist. Denn ich wollte einfach nicht nach Quito zurueck, musste aber. Und kaum war ich dann hier, da hatte ich schon brennede Augen wegen der doch sehr schlechten Luft. Aber morgen Montag geht es weiter in Richtung Regenwald, dort wir es sicher wieder etwas angenehmer sein zum atmen. Aber in Gedanken werde ich sicher noch sehr lange in Galapagos haengen bleiben und wie in Neuseeland ein kleines Stueckchen meines Herzens haben.

04.02.2008 - 07.02.2008

Nach einem eigtnlich lockeren Halbmarathon-Trainingslauf am Montag im Park rebellierte ab dem Dienstag mein Magen. Dazu kamen spaeter Gliederschmerzen und Muedigkeit. Ja, so hatte ich in den folgenden gut 48 Stunden oefters das WC aufzusuchen als mir lieb war. Aber bekanntlich vergeht Unkraut nicht:-) Ich denke, vor allem das Bier am Mittwoch abend verhalf mir wieder zu neuer Energie. Es war auch quasi ein feierliches Bier, denn ich hatte an diesem Tag meine 4 Wochen Spanischschule (120 Stunden Einzelunterrricht) hinter mich bringen koennen. Jetzt bin ich also nicht mehr Schueler, sondern wieder Reisender. Die letzten Stunden gaben nicht mehr viel her, denn irgendwann schaltete ich ab, weil na ja.... wer braucht beim Reisen schon zwingend Satzstellungen wie:"Haette ich vor 10 Jahren eine Million Dollar gewonnen, dann waere ich sicher schon auf einer Kreuzfahrt gewesen".?
Am Donnerstag ging ich noch davon aus, am Freitag fuer eine Woche auf dem Land zu reisen, doch ein gutes Last-Minute Angebot fuer Galapagos liess mich ueberreden, am Samstag fuer 8 Tage und 7 Naechte auf diese Paradiesinseln zu fliegen und dort die Tage auf dem Schiff zu verbringen.


28.01.2008 - 03.02.2008

Nachdem ich bald das Ende des Lehrmittels erreicht hatte, folgten viele Konservationen in Spanisch mit Nora. Mal ging es fuerstlich, mal fuehlte ich mich aber auch wie mit einer Hirnleere.... Ja, so spoelt das Leben, auch in Sachen Fremdsprache. Nach ganzen 3 Wochen ihne Regen auf dem Schulweg kam ich am Dienstag recht nass zu Schule (liess dummerweise letzte Woche den Schirm im Internetcafe liegen). Zudem ist's hier offenbar ein Hobby der Autofahrer, die Fussgaenger anzu spritzen. Ist recht einfach, denn die Strassen hier bieten unzaehige Wasserlachen... Aber ist ja nur Wasser (und etwas Schmutz aus den Pfuetzen).
Generell aber muss ich mich diese Woche mit einem Tiefdruckgebiet befassen, sprich es ist meist nass und kuehl, richtig englisches Wetter halt. Zudem ist nun die Anfangseuphorie von Quito etwas verflacht und ich freue mich schon heute, bald losreisen und andere Gebiete kennen zu lernen. 
Temporär wechselte ich für Samstag und Sonntag die Lokalität mit Laura, Rein und Jan. Der sehr frühmorgedliche Bus brachte uns in 2h in den Norden nach Otavalo, was ecuadorweit bekannt ist für den sehr grossen und vielseitigen Markt am Samstag. Auf unzähligen Strassen werden hier herrlich farbige Produkte aus Stoff, Wolle und anderen Sachen der Natur angeboten. Hier hätte ich mich lange aufhalten und einkaufen können. Auf dem Lebensmittelmarkt waren dem Stauen und Beobachten auch keine Grenzen gesetzt. Da wird z.B. ein Ferkel gekauft und für den Heimtransport in einen Sack gesteckt, lebendig natürlich! Am Nachmittag ging es motorisiert (Bus und Pick-Up) auf 3000müM hinauf zur Laguna de Cuicocha. Der Crater dieses ehemaligen Vulkans hat die eindrücklichen Ausmasse von 3000m Umfang und 200m Tiefe. Nach der Bootstour auf dem See in einer malerischen Umgebung kehrten wir für das Abendprogramm wieder nach Otabalo zurück, wo wir auch die Nacht verbrachten.
Dieses Wochenende war Carnaval in Ecuador, drum folgten wir den Angaben aus einer Zeitung und fuhren nach Chota, nochmals etwas näher an der kolumbanischen Grenze. Nebst vielen Afro-Ecuadorianern/-innen um Bus hate ich einen speziellen Nachbar. Es war dies eine ältere Frau mit einem Huhn auf dem Schoss, welches immer wieder Gefallen fand an meinen Hosen und meinen Beinen. Es war noch lustig und ich kam ohne Schaden davon. In Chota, beinahe wie im afrikanischen öden und heisse Niemandsland fand dann eine spezielle Carnaval-Veranstaltung statt. Das ganze ähnelte einem Open-Air mit vielen Ess- und Trinkbuden. Auf der Bühne spielte diverse lokale Bands auf und es wurde viel getankt (ich schaute aber nur zu...). Weiter sehr bekannt sind hier die Wasser- und Schaumschlachten am Carnaval. Es ist eigentlich unmöglich, diesem Treiben trocken zu entkommen, so erging es auch uns. Auf der Rückfahrt nach Quito brauchten wir etwas Nerven und Zeit, denn die Strassen wurden von unglaublich vielen Autos gesäumt. Aber wir kamen dennoch sicher und gut in die Hauptstadt zurück und konnten auf ein tolles Weekend zurückblicken.


21.01.2008 – 27.01.2008

Ich merkte es, dass ich übers Wochenende hauptsächlich englisch und deutsch gesprochen habe. Am Montag meinte ich, mit dem Spanisch wieder bei Null zu beginnen. Doch ich fing mich auf. Im gewohnt schwezerisch seriösen Stil war ich eigentlich immer brav und machte nebst den Hausaufgaben immer noch etwas mehr dazu. So bekam ich von der Stadt nichts mehr Neues zu sehen. So langsam aber sicher mache ich mir auch Gedanken, wie es dann wohl nach Quito weitergehen soll. Ich bin mir nicht sicher, ob ich einen Trip auf die Galapagos unternehmen soll, denn das Ganze ist nicht so billig, mal schauen….
Am Mittwoch lud mich meine Lehrerin zum Zmittag in einem Lokal ihrer Familie ein und zu meiner Überraschung gab es mal nicht Reis, sondern Spaghetti Bolognaise… wow! Ich weiss nicht, ob es am 23. Januar , an meinem Bartwuchs oder an der politischen Situation Ecuadors gelegen hat, aber ich glaubte es am Abend kaum, als ich auch zu Hause einen Teller mit Spaghetti Bolognaise serviert bekam… Ja auch in dieser Hinsicht kann es schnell anders kommen als man denkt! Nach den ersten 10 Schultagen und so auch der Halbzeit meines Studiums hatte ich nur noch einen Wunsch an die spanischsprechenden Leute: Einfach etwas mehr despacio… etwas langsamer, denn dann verstehe ich doch schon recht viel.
Am Donnerstag gab es einen spanischen Höhenflug, denn am Nachmittag unterhielt ich mich eine Stunde lang mit der Lehrerin über Gott und die Welt. Wow, ich fühlte mich sehr gut, denn die Sprache life ausnahmsweise recht gut! Abends gratulierte ich mir selber mit dem einen oder anderen Cerveza.
Mindo hiess das Pueblito (Kleindorf), welches ich übers Wochenende alleine besuchen ging. Wegen einem Erdrutsch und einen darin steckengebliebenen Bus (nicht unser), dauerte die Fahrt anstatt 2 Stunden das doppelte. Aber im auf nur 1250müM gelegenen Dorf verpasste ich nicht viel. Dem recht nassen Wetter wegen wurde es nichts mit der geplanten Wanderung. Ich trampelte nur etwas rund ums Dorf im Schlamm und Morast. Zudem hatte es zuviele streundene Hunde, auch in den Restaurant. Ja, ware das Wetter besser und vor allem trockener gewesen, würde ich sicher anders schreiben von diesem eigentlich hochgepriesenen Ort der Natur. Am Sonntag erfreute ich mich dennoch in einem netten Schmetterling- und Vogelpark. Mindo ist zudem bekannt wegen der einzigartigen Vogelwelt. Aber der meist prasselnde Regen liess mich nicht mal die Vögel hören, geschweige denn sehen. Dennoch, unter dem Strich tat es gut, mal für 2 Tage der Stadt entflohen zu sein und etwas anderes von Ecuador gesehen zu haben. Deshalb ist man ja auch am Reisen.


14.01.2008 - 20.01.2008

Bereits ab dem 3. Schultag hatte mich die Lehrerin etwas zu bremsen. Auf meine Fragen hin meinte sie immer, das komme dann schon noch, ich muesse mich noch etwas gedulden...
Die Wochenmitte "feierten" wir zu neunt abends in einem netten Restaurant oberhalb von Quito, wo wir die Abenddämmerung genossen und natürlich auch ein feines Essen a la Griechenland. Auch hier ist man international orientiert. Es war hier sehr eindrücklich zu sehen, wie sich das Bild der Stadt von Tag zur Nacht verwandelte, ein echtes Spektakel! Quito wird mir mit jedem Tag noch sympathischer, denn die Stadt hat einfach einen gewissen Charme.
Dennoch, auf das Wochenende freute ich mich sehr, denn die Stadt sollte doch auch mal der Umgebung Quitos etwas Platz machen. Samstags fuhren wir mit lokalen Bussen zum "Mitad del Mundo", der Mitte der Welt, wo der Äquator durchgeht. Es ist ein Ort, klar mit einem Monument und auch einem speziellem Museu, wo experimentiert werden kann auf und neben dem Äquator. So war es z.B. ein Kinderspiel, ein Ei der Hoehe nach aufstellen zu können - und es hielt auch!!! Und ja, wann kann man schon mit der einen Körperhälfte auf der südlichen, mit der anderen auf der nördlichen Hemisphere stehen??? Die Landschaft hier ca. 20km nördlich von Quito ist sehr kahl, dennoch gibt es eine interessante Vegetation. Es ist schon speziell, dass auf 3000müM noch Bäume wachsen, nicht? Weiter besuchten wir den Pululahua-Krater, ein Monstrum mit den Massen 400 Tiefe und 5km Länge. Der Nebel in diesem Kessel verlieh dem Ort einen sehr mystischen Touch.... Ja, toll war er, dieser Samstag.
Am Sonntag war eigentlich eine Tour zu einem Thermalbad geplant, doch da das Wetter absolut top war, unternahm ich mit Verena aus Österreich eine Wanderung hoch hinauf zum Vulkan Pinchinchia. Mit der Gondel ging es erst hinauf auf 4100müM und von da gings mit doch grossen Anstrengungen weiter bis auf 4800müM, die Luft wurde mit jedem Schritt dünner und dünner, die Schritte kürzer. Aber dann oben angekommen, war es toll, die Aussicht zu geniessen. Leider verdeckten Wolken die Sicht zu den berühmten Vulkanbergen Ecuadors. Der Abstieg war dann sehr locker, wenn oben auch noch etwas rutschig. Mit dem heutigen Tag stellte ich also einen neuen persönlichen Höhenrekord auf.... und beendete diese Woche mit einer sicher ganz gesunden Müdigkeit....


08.01.2008 - 13.01.2008

Am 8. Januar also bin ich in aller Herrgottsfrühe aufgestanden, um mit dem Zug nach Zuerich zu fahren. Bereits der um 7h geplante Flug nach London hatte Verspaetung, so hatte ich in London eine grosse Eile, um den Anschluss nach Miami zu erreichen. Dort wartete ich vergebens auf mein Gepaeck und auch in Quito war dann nach 24h Reise nichts von meinem Rucksack zu sehen. So erging es auch anderen, die auf den selben Fluegen waren... Uebrigens, der Anflug auf das dunkle Quito war sehr mystisch, viele Lichter und viele Nebelschaden... unglaublich!
Ich wurde in Quito von meinen Gasteltern Marta und Alex herzlich empfangen. Der erste Tag gehoerte der Anklimatisierung an die Hoehenluft hier auf 2800 m ue M. Es war beeindruckend zu sehen, wie einem die Bewegungen etwas mehr Puste abverlangten.
Am Donnerstag fand ich mich ein fuer den ersten Schultag an der Spanisch-Schuñe und es ging gleich so richtig los... wow! Aber ich war ueberrascht, wie rasch ich Fortschritte machte. 6h Einzelunterricht pro Tag sind evtl. etwas viel, aber ich werde sehen, wie ich es durchstehe. Abends traf man sich zu einer Stunde Salsa-Unterricht, wo ich aber nur Zuschauer war, denn ich wollte meinen angeschlagenen Fuss vom vielen Joggen nicht unnoetig belasten. War keine Ausrede, war wirklich so... Aber das Tanzen haette mir ohnehin nicht sooo zugesagt. Auch am Freitag traf ich mich wieder mit den anderen Studenten in den Stadt fuer das eine oder andere Bier, welches auch hier sehr gut schmeckt....
Der Samstag gehoerte der Stadtbesichtigung und Quito bietet doch einiges. Die Lage in diesen Talkessel der Anden ist atemberaubend und so schoss ich doch schon viele Photos der Umgebung, der tollen Haeuser der Innenstadt und vielem mehr. Auch das Essen bekommt mit hier bestens, stets 3-4 Gaenge mit Suppe, Salat, Hauptgang und Dessert. Dafuer bezahlt man im Restaurant nur gerade 1,5 US Dollar. Ich war heute auch ein erstes Mal joggen hier, denn seit Freitag ist auch mein Rucksack angekommen und ich hatte also meine Ausruestung wieder komplett. In einem seher netten Park bietet es sich bestens an, um einige Runden zi drehen... Aber der Puls ist noch immer hoeher als normal...
Also, die ersten Tage hier waren absolut toll, auch wenn ich am Samstag einen Sonnenbrand eingefangen hatte. Aber wer rechnet auf dieser Hoehe schon mit dieser unglaublichen Sonneneinstrahlung????
Gewisse Fortschritte meiner neuen Sprache konnte ich sonntags verbuchen. Bei einem gemütlichen Bier in Shorts und T-Shirt las ich am Abend die ecuadorianische Sonntagszeitung. Begeistert war ich schon von den Fortschritten der ersten beiden Schultagen. Deshalb gab es auch erstmals Aufgaben zu erledigen... Ich bin also definitiv wieder Schüler.


Wieder zurück in der Schweiz musste ich mich zuerst mit den bitterkalten klimatischen Bedingungen zurechtfinden. Mit dem Schnee wollte es zum Glück nie so richtig... Schon sehr sehr lange erlebte ich keine Kälte mehr in diesem Ausmass. In den Wochen bis Ende Jahr genoss ich dennoch den Luxus vom Nichtstun. Dies aber hält ein sportaktiver Mensch wie ich ja nicht so locker durch. Also war ich praktisch jeden Tag am Joggen, auch Velofahren durfte zwischendurch nicht fehlen. Und ja, ich hatte mich auf die nächste Reise vorzubereiten, was hiess, dass ich fleissig in Reisebüchern über die Länder Südamerikas las und ich mir auch einige bis viele spanische Wörter ins Gedächtnis reinhaute. Es gab in den 2 Monaten diverse Wiedersehen mit Kollegen und Freunden, was mich immer wieder sehr freute. Irgendwann um die Weihnachtszeit entschied ich mich dann, die nächste Reise etwas anders anzugehen. Ich werde demnach in Quito zuerst 4-5 Wochen die Schulbank drücken und mir dabei möglichst viel Spanisch aneignen. Muffgli werde ich schweren Herzens zu Hause in der Schweiz lassen und drum entsprechend mit Rucksack und Bus reisen. Ich bin zum Schluss gekommen, dass dies wohl die vernünftigere Variante ist, da ich doch so einiges gelesen hatte von Veloreisen in Südamerika. Und alleine zu reisen ist sicher noch ein Challange mehr. Drum ja, Muffgli kann sich also weiter erholen und wird trotzdem wiedermal in Aktion treten, die Welt ist ja glücklicherweise noch lange nicht vollständig erkundet.


29.10.2007-01.11.2007

Meine letzten Tage in Hong Kong wurden also langsam aber sicher bittere Tatsache, aber ich ersehnte sie auf der anderen Seite auch herbei. Wir befassten uns im Büro also mit den unwiderruflichen Aufräumarbeiten, es gab dies und das zu organisieren und so zogen die Stunden noch einmal im Schnellzugstempo an uns vorbei.
Ein schönes letztes Highlight gab es am Dienstagabend bei unserem Abschieds-Diner. In der City genossen wir ein tolles Hot Pot-Gericht. Das ist eine Art Fondue Chinoise mit folgenden Unterschieden: Anstelle einer Bouillon gibt es in der Pfanne zwei verschiedene Flüssigkeiten, eine milde und eine scharfe, diese sind natülich durch ein Trennwändli in der Pfanne getrennt. Dann wird darin nicht nur Fleisch zubereitet. Es gibt hier unzählige Zutaten, die Liste ist dafür sehr lange und beinahe unerschöpflich. Auf unserer Liste standen da getrocknete Fischhäute, Gemüse, Tofukreationen, Fisch, Tintenfischpaste, und so weiter. Man sieht also nur schon bei dieser kleinen Auswahl, dass es doch ein sehr kulinarischer Höhenflug war. Dabei darf nicht vergessen werden, dass es zur Vorspeise feine Hühnerkrallen gab.
Durch die scharfe Flüssigkeit mit viel Chillis verursacht hatten wir an unserem letzten Arbeitstag am 31. Oktober auch das eine oder andere Mal das WC aufzusuchen.... Aber wir erreichten dennoch unser Tagesziel, konnten am Ende des Tages die Lichter löschen und uns damit befassen, dass ab November wieder alles anders sein wird. Ich hatte dann noch meine Koffer zu packen und war kurz daraufhin bereits wieder in Tung Chung, wo wir mit dem Abschiednehmen begannen. Nach 3 Monaten Hong Kong ist dies natürlich nicht eine Sache von 5 Minuten, nein, dazu gehörten einige Bier und die einen oder anderen Rückblicke. Aber auch die Vorausschau musste sein, denn man weiss ja nie, wie es kommen wird und drum, wer weiss, vielleicht werde ich wieder einmal mit Sandro in den selben 4 Wänden arbeiten. In diesem Sinn freue ich mich schon jetzt, bis Sandro mal in der Schweiz auftauchen wird und wir bei einem Bier über die guten alten Zeiten in Hong Kong philosophieren können.
Der November war dann eben gerade 5 Minuten alt, als ich mit dem Flug LX 139 wieder in die Schweiz zurückflog und eine weitere sehr schöne Zeit meines Lebens abschliessen konnte.


22.10.2007 – 28.10.2007

Um es vorweg zu nehmen, es war dies arbeitstechnisch eine Woche, die doch sehr mühsam war, denn es gab echt kaum mehr etwas zu tun. Ich bin ja schon auf ein lockeres Leben eingestellt, Arbeiten macht aber dennoch mehr Spass, wenn man auch etwas wirken kann. Drum liess ich es mir nicht nehmen, die Nacht im Bett jeweils etwas zu verlängern, was den positiven Nebeneffekt mit sich brachte, dass man am Morgen im Bus endlich auch mal wieder etwas andere Köpfe sah (auch wenn ich meist im Lesen vertieft war…).
Wieder einen Abschiedsmoment gab es am Dienstagabend, als Sandro und ich den beiden Neu-Australier Sylvia und Roger auf dem Flughafen Bye Bye sagten. Sie hoben anschliessend ab zu einem neuen beruflichen Abendteuer in Syndey.
Bereits anfangs Woche schlich sich bei mir eine erste Erkältung ein, die erste übrigens nach mindestens einem Jahr. Entsprechend nervte es mich etwas, aber was wollte ich machen nebst vielen Nastüchern zu gebrauchen und es einfach vorbeiziehen lassen. Vielleicht wäre es in solchen Situationen zwar besser, dem Körper etwas mehr Ruhe zu gönnen, aber ich konnte nicht, das Jogging zog ich durch, als ob nichts wäre. Und sowieso, in der Zwischenzeit bin ich eigentlich wieder auf dem Damm!
So schritt ich ohne Halt meinem letzten Freitag hier in Hong Kong entgegen, so durfte sicher das Bier nach Arbeitsende nicht fehlen. Zu Sandro und mir gestellte sich auch noch der altbekannte Prakash, ein toller Typ und gebürtiger Malaye. Um mir aber doch noch etwas Schonzeit zu gönnen, war dieser Event so um 20h beendet und ich konnte dem Körper doch noch etwas Ruhe schenken, das Bier machte dies noch etwas leichter.
Obwohl ich mich ja sehr auf meine Heimkehr freue, merkte ich auch, dass nicht mehr viel Zeit ist, um gewisse Dinge zu erledigen. So wollte ich am Samstag einfach noch einen Klassiker wandern. Nach einer beinahe unendlich langen Busfahrt zum Buddha mit der sicher nicht angenehmsten Unterhaltung von sehr redefreudigen Chinesinnen in hoher Lautstärke, konnte ich also um die Mittagszeit loswandern. Der Weg führte über die beiden markanten Berge auf Lantau Island, den Lantau und den Sunset Peak. Zwischendrin geht’s aber wieder sehr stark ins Tal hinunter. Auf den beiden Bergspitzen hätte man visuell meinen können, man sein in der Schweiz auf einem Berg, wo eisig kalte Nebelschwaden vorbeiziehen. Es blieb aber zum Glück nur beiden Nebelschwaden, die Temperatur bleibt hier sehr angenehm. Aber vielleicht hätte es nicht geschadet, ich hätte etwas gefroren, denn so werde ich wohl total unvorbereitet in die Schweiz zurückkehren. Nach getaner Wanderung merkte ich die Strapazen ziemlich stark, der Wolf hatte ein weiteres Mal zugebissen und auch meine waren nicht mehr das, was sie zu Beginn der Wanderung waren. Die Muskeln verwandelten sich quasi in schmerzenden Pudding. Es grenzte daher an kein Wunder, dass ich zu Hause dann ziemlich auf den Felgen war. Aber es konnte nur besser kommen, drum war ich noch mit Sandro und seiner Frau Zaneta in Tsim Sha Tsui im Ausgang und siehe da, es ging mir nachher tatsächlich besser. Verschiedene Biers aus diversen Ländern trugen dazu bei.
Am Sonntag unternahm ich nochmals einen Versuch, doch noch etwas einzukaufen und so kam es auch. Ich glaubte es selber nicht so genau, dass ich effektiv drei neue Kleidungsstücke gekauft hatte, aber doch, es ist so. Aber brauchte ich dies effektiv? Nein, wohl nicht wirklich, aber dem Gewissen tat es gut, nicht mit leeren Händen heimkehren zu müssen!! Zuvor aber besuchte ich noch einen Stadtteil, der jeden Besucher um viele Jahre zurück versetzt, obwohl man inmitten des Gewühls war. „Lei Yue Mun“ schreibt sich dieser Ort und ist vor allem bekannt eben durch die alten Gebäude und das es direkt am Wasser liegt, natürlich auch für variantenreichen Seafood. Da mich das Shopping nach meiner Rückkehr offenbar nicht so gefordert hatte (ist drum ein Unterschied, ob man alleine geht oder eine Frau begleitet), brauchte ich noch etwas Sport. So schloss ich die letzte ganze Woche hier mit einem lockeren DB-Halbmarathon ab.


15.10.2007 – 21.10.2007

Ich gebe es offen zu, am Montagmorgen wäre ich am liebsten mit Astrid und Barbara zusammen ins Flugzeug gestiegen und heimgeflogen. Irgendwie bekam ich den Eindruck, dass meine Zeit hier in Hong Kong wie abgelaufen ist und wieder etwas Neues geschehen muss. Da der Tag entsprechend einen negativen Touch hatte, brauchte ich am Abend viel, viel Luft… im doppelten Sinne. So lief ich erstmals einen Discovery Bay-Halbmarathon, worauf es mir schon wieder sehr viel besser ging.
Ein beinahe geschichtsträchtiger Tag war der Mittwoch, war es doch der letzte Tag im Büro, wo wir über die Dragonair die administrative Verantwortung trugen. Weiter stellte ich die Weichen für die nächsten Wochen und Monate. Ich unterschrieb quasi für die nächste Reise. So werde ich am 8. Januar 2008 für 5 Monate aufbrechen zu neuen Abenteuern in Südamerika. Es war auf der einen Seite ein befreiendes Gefühl, wieder zu wissen, wie es weitergehen soll, auf der anderen Seite ist da auch stets ein etwas komisches Gefühl in der Magenregion, denn ich werde in Südamerika  wieder viel Neuland betreten und mein Spanisch ist ja auch noch sehr, sehr verbesserungsfähig….
Den Donnerstag konnten wir bereits wieder als den letzten Arbeitstag dieser Woche bezeichnen, denn es folgte am nächsten Tag ein weiterer Feiertag. Wieso auch nicht? Aber ich hatte an diesem Freitag auch einen verantwortungsvollen Job übertragen bekommen. Sandro beauftragte mich letzthin, für das SR Technics Team einen Wandertag zu organisieren. Klar machte ich dies sehr gerne, auch wenn ich doch mit schwierigen Rahmenbedingungen zu kämpfen hatte, waren doch nicht alle sehr erpicht darauf, sehr hoch hinaus zu gehen. So starteten wir als 11er Team in der Mitte von HKG Island und hatten Stanley als unser Ziel vor Augen. Für alle war es gut machbar und so konnten wir zusammen einen feinen Lunch an der Promenade im Süden der Insel geniessen. Während sich ein Teil unserer Gruppe dann bereits langsam zurückzog, war ich noch mit Ernst und Christian unterwegs, etwas mehr laufen und etwas mehr trinken…. Insgesamt schaute ich am Abend zurück auf einen sehr tollen Tag.
Wer jetzt dachte, dies war’s in Sachen Wandern für dieses Wochenende, der irrt sich. Ich konnte es also nicht lassen, nochmals einen signifikanten Berg zu besteigen. Heute war der Castle Peak mit knapp 600m an der Reihe. Ein steiler Anstieg wurde dann belohnt mit einer doch ganz tollen Rundumsicht. Als ich den Weg nach Hause wieder gefunden hatte, schien ich aber immer noch voller Energie zu sein und so gab’s eine Premiere. Ich absolvierte noch rasch einen Cross-Lauf hinauf zum Golfplatz. Unzählige Treppen im Laufschritt waren doch eine grosse Herausforderung, bei der ich beinahe kapitulieren musste…. ufff!!!!
Da das Ende in Hong Kong nun in grossen Schritten näher kommt, entschloss ich mich am Sonntag für einen Shopping-Bummel in der City. Einige Male stand ich so in einem Laden und jedes Mal kam ich zum Schluss, dass ich eigentlich gar nichts brauche und ergo, am Schluss kam ich wieder mit leeren Händen in die DB zurück. Vielleicht hatte es aber auch damit zu tun, dass es mir überall zu viele Menschen hatte und ich so kaum je zu einem Gestell vordringen konnte. Ich fragte mich dabei oft, was würden wohl alle diese Leute an einem Sonntag unternehmen, hätten die Shoppings nicht geöffnet. Mit dem für diese Woche abschliessenden Lauf dann überschritt ich auch gleich die 100km-Marke dieser Woche, etwas, das ich in all diesen Wochen hier noch nie geschafft habe. Ich fühle mich zur Zeit in einer tollen Form und würde am liebsten einen Wettkampf bestreiten, abr zuerst muss ich noch die letzten Tage in Hong Kong über die Runden hauen…


08.10.2007 – 14.10.2007

Astrid und Barbara brauchten kaum eine Einführung in das System von Hong Kong, denn an ihrem ersten Tag stand ohnehin intensives Shopping auf der Traktandenliste. So liess ich sie gerne ziehen und war froh, nicht dabei sein zu müssen, denn dabei wäre mir sicher schon nach wenigen Minuten Sturm geworden. Der Anblick ihres umfangreichen Einkaufsgutes nach der Rückkehr bestätigte meine Befürchtungen! Abends wurde ich dann bereits ein erstes (und auch gleich letztes) Mal von ihnen bekocht, was ich natürlich nicht ablehnte. Wie immer genoss ich es am Abend, von den Gästen zu erfahren, wie sie sich in der Stadt durchgeschlagen und was sie alles erlebt hatten. Den Ausführungen der beiden Girls folgend, hatten sie einen guten Einstieg, was mich natürlich sehr freute.
Der Dienstag bot dann nur wenige Highlights, zumindest was die Stunden im Büro anbelangte. Da kommt natürlich die berechtigte Frage auf, ob ein Tag im Büro überhaupt Highlights vermitteln kann? Ich bin mir da nicht so ganz sicher. Auf jeden Fall, so habe ich inzwischen festgestellt, fehlt im Büro der Erlebnisfaktor. Drum war’s dann mehr das abendliche Telefon mit Freundin Moni, was meinen Tag um Meilensteine bereicherte. Dabei merkte ich einmal mehr, dass es mich wieder langsam in die Schweiz zurückzieht, denn man vermisst doch wieder das eine oder andere….
Ich komme hier nun bereits wieder zum Wochenende, der stets tollsten Zeit im Wochenablauf. Begonnen wurde dieses mit dem Essen auf Park Island zusammen natürlich mit Astrid und Barbara. Dies entstand auf ihren Wunsch hin, dessen ich gerne folgte. Hier waren wir im Dreierpack fasziniert von der im Dunkeln toll beleuchteten Tsing Ma Brücke. So ein Bauwerk ist stets imposant und im Leuchtenmeer eine Augenweide. Für freitägliche Verhältnisse kamen wir sicher eher früh nach Hause, aber in Sachen Müdigkeit hatten schlugen wir fast zuoberst auf der Skala an.
Ich weiss nicht mehr, ob es auf Wunsch von Astrid und Barbara oder auf meiner Empfehlung entstand… Auf jeden Fall gingen wir am Samstag sehr hoch hinaus, höher ist es hier in Hong Kong definitiv nicht mehr möglich. Dabei hatten wir stets noch festen Boden unter den Füssen, wir gingen also nicht in die Luft. Zu dritt bezwangen wir mit dem Tai Mo Shan den höchsten Berg. Auch wenn der Weg hinauf eine geteerte Strasse war, konnten wir ab unserer Leistung doch zufrieden sein. Der Rückweg in Richtung Tsuen Wan kam dann einem Wanderweg doch etwas ähnlicher. Die Luft hier ist ja bekanntlich stets ziemlich verschmutzt, dies mussten wir auch heuten wieder mit den Augen feststellen, denn die Sicht auf Hong Kong war doch sehr getrübt, ansonsten wäre es sicher die Sicht des Monats gewesen von knapp 1000 m.ü.M. Da unser Geruchsabsonderungsindex nach der Wanderung doch in die hohen Werte gestiegen war, suchten wir fürs Abendessen ein entsprechendes Outdoor-Lokal. Fünding wurden wir schlussendlich im netten und immer gern besuchten Mui Wo. Bevor wir auf die Ferry nach Hause kamen, setzte einmal mehr der Regen ein, einmal mehr also in Mui Wo, aber auch hier ist dies nur Wasser und drum halb so schlimm:-)
Sonntag, der letzte Tag meiner Gäste… so schnell ist auch diese Woche verflossen. Ich überliess die Wahl der Aktivität ganz den beiden, trug aber als Informationsträger zu deren Entscheidung sicher auch etwas bei und konnte etwas lenken….. Wir kamen nach Saikung, was den Hong Kong-Aufenthalt auf nette Art und Weise abrundete. Obwohl ich nicht daran geglaubt oder es nicht gehofft hatte, kam es dennoch soweit, dass ich Astrid und Barbara beim Shopping begleitete. Nach dem Besuch des Goldfisch- und Vogelmarktes schlenderten wir noch durch die Märkte von Mongkok mit Kleidern, Koffern und so…. Für mich war dies schon Shopping pur und so war ich erleichtert, als wir dann doch noch rechtzeitig nach Lan Kwai Fong kamen, wo wir indisch Znacht assen und so den verdienten Zustupf in den Magen erhielten. Während am späteren Abend im Nebenzimmer gepackt wurde, hörte ich ab und zu Bedenken der beiden Girls, ob es wohl in die 20kg reichen würde oder ob der Koffer überhaupt noch geschlossen werden kann… Aber es machte dann den Anschein, dass alles ordentlich in die Koffer gepackt werden konnte, das Geheimnis des Gewicht wird dann morgen beim Check-In gelüftet:-)


01.10.2007 – 07.10.2007

Der 1. Oktober gilt hier in China als Nationalfeiertag, so durften wir also ein verlängertes Wochenende geniessen, was ich natürlich gerne annahm. Anstatt auf der faulen Haut zu liegen, unternahm ich wieder eine Wanderung, heute zusammen mit Ueli und Carolyn. Diese führte auf die höchste Erhebung auf Lantau Island, den knapp 1000m.ü.M. liegenden Lantau Peak. Die Sonne brannte dabei schon beinahe ungeheuerlich, zum Glück aber blies auch ein Wind, der das ganze etwas angenehmer gestaltete. Vom Peak aus hatten wir eine atemberaubende Aussicht, vor allem der Flughafen von Hong Kong schien von hier oben wie ein Spielplatz mit kleinen Modellflugzeugen zum Anfassen. Der Abstieg hinunter auf die Meereshöhe war geprägt von weiss ich nicht wie vielen Stufen, hätte ich diese alle gezählt, ich wäre locker in den 4-stelligen Bereich vorgestossen. Entsprechend schlotterten unsere 6 Knies und so wollten wir dem Tag auch nicht mehr viel mehr Aktives antun. Es durfte dafür ein tolles Nachtessen nicht fehlenJ
Langsam aber sicher näherte ich mich meinen 3 Monaten hier in Hong Kong. Da mein „Touristen“-Visum nur für diese Dauer Gültig ist, musste ich also vor dem 24. Oktober mal noch aus Hong Kong ausreisen. Dazu gibt es ja bekanntlich viele Möglichkeiten. Eigentlich wollte ich dies mit einem Städteflug kombinieren, aber irgendwie wollte es mit den entsprechenden Angeboten nicht so ganz. So entschied ich mich, mein Visum mit einem Abstecher nach Macau zu verlängern. Da ich aber schon vor 2 ½ Jahren dort war und ich nicht noch einmal einen ganzen Tag dort sein wollte, entschied ich mich, am Freitag nach der Arbeit dorthin Abendessen zu gehen. Dazu reist man also offiziell in Hong Kong aus, nimmt die Schnellfähre und ist eine Stunde später in Macau, wo man wieder einreist, einen neuen Stempel in den Pass kriegt und so… Macau ist eine ehemalige portugisische Kolonie, entsprechend vieles angeschriebenes deutet noch heute darauf hin. Heute prägen vor allem unzählige Casinos das Stadtbild von Macau, so warf ich auch noch kurz einen Blick in einen dieser Tempel, ohne auch nur einen Doller zu verspielen. Der Znacht dann war soweit gut, Ente und Reis kamen in meinen Teller, begleitet von einem Macau-Bier. Da ich bis zur Rückfahrt morgens um 1h noch etwas Zeit hatte, schlenderte ich (ja ich schlenderte und konnte also aufs Joggen verzichten…) und das gemütliche Wasserreservoir, wo sich aber auch um Mitternacht noch viele andere joggend bewegten. Es war echt gemütlich, einfach etwas für mich zu sein, auch wenn der ganze Ausflug eine „Pflichübung“ war. Um 19h also in Hong Kong ausgereist, reiste ich morgens um 2h wieder ein und könnte nun wieder 3 Monate hier bleiben. Irgendwie ist das ganze schon eine sehr komisch Regelung, aber was bleibt einem anderes, als sie zu akzeptieren?
Da ich die Pflicht nun also erfüllt hatte, konnte ich mich am Samstag wieder voll meinen Wünschen hingeben. Ich wollte nach dem Lantau Peak am Montag unbedingt auch noch zum Sunset Peak hinauf. Von Tung Chung aus startete ich und vor dem Eindunkeln dann und 6h Wanderung in den Beinen war ich selber etwas überrascht, dass ich wieder zurück in der Discovery Bay war. Aber es war einfach herrlich, sich wieder einsam in der Natur zu bewegen, fernab der grossen Menschenmasse. Man kommt dabei immer wieder auf andere Gedanken, als wenn man sich im gewohnten Umfeld aufhält. So entstand wieder eine neue Idee für eine allfällige Veloreise im nächsten Jahr… mal schauen, was dann schlussendlich das Rennen machen wirdJ Verdientermassen bekochte ich mich daraufhin mit 3 Gängen, dies immer wieder unterbrochen durch Haushaltsarbeiten, denn am Sonntag erwarte ich wieder neue Gäste. Somit gestaltete ich den letzten Wochentag relativ ruhig, war aber dennoch bei brütender Sonne eine Runde joggen, aber eben, auch dies für meine Verhältnisse geruhsamJ Mit leichter Verspätung trafen dann am späten Nachmittag meine Schwester Astrid und ihre Kollegin Barbara aus London kommend hier in Hong Kong ein. Wie es schon bei meinen Gästen zuvor der Fall war, auch dieser Empfang war sehr schön und einfach speziell. Ich genoss das Wiedersehen sehr und freute mich riesig, dass auch sie beide den Weg hierher gefunden hatten. Nach kurzem Einquartieren in der Wohnung zogen wir nochmals los, um unsere Mägen mit feinen thailändischen Speisen zu füllen, ja beinahe zu überfüllen. So freue ich mich also auf eine sicher wieder spannende Woche mit meinen beiden Frauen....


24.9.2007 – 30.9.2007

Damit ich nicht den Eindruck erwecke, nur das Leben rund am die Arbeit zu geniessen, möchte ich ausnahmsweise kurz den absolut gewöhnlichen Arbeitsalltag beschreiben:
Um 6h werde ich durch den Wecker meist aus einem Traum gerissen und brauche zuerst eine kühle Dusche, um mich richtig wach zu kriegen. Zum Zmorge hat sich das Müesli sehr bewährt, auch hier gibt es total feine Varianten davon. Um 6.52h dann erreiche ich meist eher knapp den Bus nach Tung Chung. Es kommt mir dabei jeweils so vor, als ob ich hier stets die selben Leute treffe, nicht alle davon machen auf mich einen sehr ermunternden Eindruck zu dieser Tageszeit. In Tung Chung steige ich um auf den S64-Bus und so bin ich dann um knapp 7.30h als Erster im Büro. Die das Gros der Einheimischen kommt nicht vor 08.30h zu Arbeit, aber Sandro folgt kurz nach mir. Gegen 09.30h ist das Laster aus Zürich vom Vortag meistens abgearbeitet und wir damit guter Dinge für den Znüni-Kaffee. Es dauert dann irgendwie immer nicht sehr lange, bis wir zum Zmittag aufbrechen. Wohin wir gehen, ist stets ein wichtiges Thema beim Kaffee zuvor. Meistens nehmen wir unseren SRT-Boliden, um zur Verpflegungsstelle zu gelangen, oft trifft man uns am Flughafen. Praktisch jedes Mal kehren wir mit übervollem Magen wieder zur Arbeit zurück, ohne aber noch einen feinen Espresso genehmigt zu haben. Infolge der Zeitverschiebung mit der Schweiz sind die Belange mit den Leuten in Zürich jeweils am Nachmittag angesagt. Bisher ist es mir gut gelungen, so um 17.30h das Büro zu verlassen, dies, nachdem wir uns auch am Nachmittag für eine Erfrischung in der Cafeteria getroffen haben. Für die Heimfahrt muss ich, wenn es gut läuft, so eine halbe Stunde rechnen. In der Wohnung dauert es dann nur ganz wenige Minuten, bis ich im Laufdress bin und ich meine schönste Aktivität des Tages absolvieren kann. Vor 20h liegt es nur selten drin, mich mit dem Znacht zu befassen. Ausklingen lasse ich den Abend oft damit, indem ich im Web nach neuen Ideen und Anregungen suche für meine nächste Reise….
Aber nun ja, was ist diese Woche speziell gelaufen?? Der Mittwoch war wegen dem Mid-Autumn-Festival arbeitsfrei… Ich wehrte mich natürlich nicht dagegen und fand mich selber auf spezieller Mission in der Stadt, denn ich wollte eine zusätzliche Wanderkarte kaufen. So geschehen und da ich dafür ohnehin in einer Buchhandlung war, stöberte ich noch unzählige Reiseführer durch, um mich selber noch gluschtiger zu machen für das 2008! Ansonsten, ja es war ein eher gemütlicher freier Tag, den ich ebenfalls mit einem ausgedehnten Lauf ausklingen liess.
Der Freitag und somit das Wochenende stand wieder willkommen schnell vor der Tür. An diesem Tag gab es deren 2 Wiedersehen mit altbekannten Gesichtern. Ueli, der 4 Jahre hier in Hong Kong war, kam ferienhalber hierher. Zusammen mit ihm bin ich ja im 2005 den Hong Kong Marathon gelaufen. Zudem traf man am Abend den grossen Lukas. Er war zu den guten alten SRT-Zeiten in Zürich unser Chef-Chef. Er hatte kurz Zeit hier während einer Geschäftsreise nach China. Der Abend wurde natürlich auch wieder später und später. Nach dem Di Vino, etwas Lan Kwai Fong und der Bar 109 liessen wir den Abend zu viert in einem neuen Lokal ausklingen, wo aber eine altbekannte Band aufspielte (siehe vor 3 Wochen). Oftmals traute ich meinen Ohren nicht, was diese zum besten gaben, einfach der Hammer!!! So nach 4h liess ich mich dann doch wieder relativ müde ins Bett fallen. Dadurch verkürzte sich der Samstag wieder etwas, aber ich konnte dennoch eine Pendenz erledigen, nämlich nach Park Island zu fahren. Diese erinnert in der Machart etwas an die Discovery Bay, wo ich ja zu Hause bin. Aber das Wichtigste ist hier natürlich die absolut geniale Sicht auf die Tsing Ma Brücke, welche die längste Hängebrücke der Welt ist, wo nebst einer Autobahn auch noch die Metro drüber führt. Nach einer sehr gemütlichen Zeit hier gings mit Ferry, Zug, Ferry und Bus heim in die DB, wo ich mit Kochen, Essen und Trinken einen gemütlichen Ausklang des Samstags hatte. Der Sonntag aber bereits gestaltete ich etwas intensiver, schliesslich hatte ich die neue Wanderkarte nicht umsonst gekauft. So fuhr ich zum Saikung Country Park, die wohl schönste Region zum Wandern hier in Hong Kong. Und ich kam bei bestem Wetter auch voll auf meine Kosten. Es ging wohl mehrheitlich auf und ab, dafür gab es auch immer wieder etwas für die Augen. Entlang der Küste traute ich den Augen manchmal nicht mehr so wirklich, aber es war die Realität, dass ich mich im Prinzip immer noch in Hong Kong befand, obwohl hier nichts, aber auch rein gar nichts darauf hingedeutet hätte. Hier bot die Landschaft etwas von besten, was man einem Wanderer bieten kann. Schlussendlich kam ich nach ca. 25km beim Wong Shek Pier an, dies völlig durchschwitzt und mit müden Beinen, aber meine Befriedigung über diesen Tag war’s mehr als wert. Hier in dieser Region stellte ich auch fest, dass es offenbar doch viele Einheimische hat, die auch gerne in der Natur sind. Oft hatte man in Engpässen effektiv Schlange zu stehen, hier ist demnach wirklich das Wander-Mekka von Hong Kong. Dies zeigte sich dann auch auf der Busfahrt zurück in die Zivilisation mit einem längeren Stau. So staunte ich nicht schlecht, als meine Uhr bereits 19.30h anzeigte, als ich endlich wieder in der DB war. Die Heimfahrt dauerte demnach über 2 Stunden. Aber was sollte es, morgen ist hier Nationalfeiertag und ich hatte drum absolut keine Eile. Vielmehr ging ich noch gemütlich etwas einkaufen für das Abendessen, was dann in der Zubereitung auch noch etwas dauerte. Mit grosser Vorfreude auf einen weiteren Wandertag morgen beendete ich diese abwechslungsreiche Woche.



17.9.2007 - 23.9.2007

Zu Beginn der Woche und gleichzeitig aus Anlass des letzten Abends meiner Eltern hier in Hong Kong liessen wir uns zum Abendessen nochmals richtig verwöhnen, dies nahe am Wasser bei der Plaza der Discovery Bay. Ungern schauten wir dreien dem Abschiednehmen entgegen. Dies war dann am Dienstag morgen der Fall. Alle drei nahmen den 7h-Flughafenbus bis zum Abflugterminal. Doch ja, offenbar erging es den Eltern bisher zu gut seit sie hier sind. Es musste ja noch etwas schief gehen. Ihr Flug nach Helsinki war 2 1/2h verspätet, dennoch checkten sie ein und so mussten wir einander verabschieden, was wie immer nicht so ein leichter Moment ist. Aber mit dem Wissen, dass sie beide eine super Zeit hatten, fiel dies schon wieder etwas leichter. Offenbar nahmen sie es dann locker, noch 4h bis zum Abflug zu warten. Sie kamen dann schlussendlich auch wieder heil in der Schweiz an, wenn auch mit dem zusätzlichen Abstecher via Stockholm. Aber solche Sachen können nur bereichern und geben stets wieder spannenden Erzählungen. Das Leben wäre ja so 08-15, gäbe es diese unvorhergesehenen Dinge nicht.
Die folgenden Abende waren dann halt schon wieder eine krasse Umstellung für mich, ohne die Geschichten zu hören meiner Gäste. Dennoch wurde es umgehend wieder Freitag, Zeit also, um wieder dem Wochenendbier zu fröhnen. Aber in weiser Voraussicht zog ich mit Sandro nicht mehr weiter in die Stadt für noch mehr des flüssigen Stoffes:-) Ich wollte nämlich am Wochenende wieder weiter auf Erkundung gehen.
Ohne jegliche Startprobleme also nahm ich den Samstag in Angriff, bestieg die Busse nach Tung Chung und jenen zum Buddha. Von dort aus startete ich meinen heutigen Trek, zuerst bergabwärts und anschliessend weiter auf einer geruhsamen Strecke auf einer Halbinsel. Das Wandern ist beinahe wie das Velofahren, je länger man es tut, umso eher fällt man in einen trance-ähnlichen Zusatz. So geschehen auch hier. Und da... plötzlich... ich eben schon in dieser Trance, Schritt um Schritt vor mich hin gehend... da stand plötzlich ein schwarzes Tier vor mir auf dem engen Pfad, ich sah aber nur sein Hintern, wusste nicht, ob Kuh oder Pferd... egal, mein Herz sank kurz tief... zusammen mit nachfolgenden Wandern meisterte ich die Situation, doch nach etwas Warten war da weit und breit kein Tier mehr zu sehen. Habe ich wohl geträumt oder was? Wie auch immer, es war eines der speziellen Ereignisse von heute. Allgemein sah ich heute unzählige Tiere, viele Heuschrecken, zum Teil bis 10cm grosse fliegende Viecher. Zum anderen staunte ich ab der Vielfalt an bunten Schmetterlingen... wow! Aber noch nicht genug... zeitweise wanderte ich inmitten von tausenden von Libellen. Noch nie zuvor sah ich solche Massen von Libellen, ja ein echt eindrückliches Schauspiel. Schlussendlich wurde mein Vorhaben dann auch tatsächlich umgesetzt, denn kurz vor dem Eindunkeln und ca. 30km Wandern erreichte ich das inzwischen sehr bekannte Mui Wo, wo ich bald die Fähre zurück zum Wohnort besteigen konnte. In solchen Momenten, wo man doch wieder etwas tolles unternommen hat, gibt es für mich kaum etwas schöneres, als ein gemütliches Abendessen. Ich bereitete dies heute selber zu, trank dazu feinen Rotwein und genoss damit einen schönen Abend nach einem Tag, wo der Erlebnisfaktor wieder ein x-faches von dem beim Arbeiten war.
Witterungsbedingt war ich am Sonntag bereits nach dem Frühstück auf der Joggingstrecke, es regnete nur leicht, war drum also ganz angenehm, sich draussen zu bewegen. Doch ich wollte natürlich noch mehr erleben in meiner Freizeit hier. So nahm ich dann die Ferrys nach Cheung Chau, wo ich nochmals etwas wanderte, aber nach einer Stunde wegen immer stärker werdendem Regen keine Lust mehr verspührte, dies noch viel länger weiterzuziehen. Vielmehr lag ich zeitlich gut drin, den Heimweg via Mui Wo und Peng Chau wieder unter die Schiffsschraube zu nehmen. Wenn immer möglich sitze ich ja auf den Ferrys draussen, heute ein nicht sehr tolles Erlebnis, denn der Regen kam je länger umso horizontaler... Aber was sollte es, ist ja nur Wasser (in solchen Momenten erinnere ich mich gerne wieder an spezielle Tage auf meiner Veloreise) und dies ist nun inzwischen ja schon lange wieder getrocknet:-) Mit einem saftigen Steak aus Australien und einem Glas Wein (ähm.. nein, es war mehr als nur eines) nahm auch diese Woche ein friedvolles und genüssliches Ende.

10.9.2007 - 16.9.2007

Klar, in dieser Woche waren meine Eltern die Hauptakteure, waren sie doch 5 Tage ganz alleine und dies äusserst erfolgreich in der Stadt und der Umgebung unterwegs. Ich hatte also nicht zu viel versprochen, dass es eine sehr einfache Stadt ist, um sich zu bewegen und sich zu orientieren, auch wenn man dem Englisch nicht so gewachsen ist. Jeden Abend hatten sie viele Geschichten zu erzählen und waren auch mit jedem Tag mehr von Hong Kong begeistert. Gerne würde ich sie hier berichten lassen.... Mich freute es natürlich auch, dass sie sich so gut durchgeschlagen hatten und allabendlich wieder hier in der Wohnung eintrafen. Immer gabs dann die Besprechung für den nächsten Tag, wo ich ihnen Vorschläge machte und ihnen dazu Tips und Tricks bekannt gab. Natürlich liessen wir uns auch von der asiatischen Küche verköstigen, doch als wir beim Thailänder in Tung Chung waren, empfanden sie die Gerichte als etwas scharf. Blieben sie noch etwas länger, dann würden sie sich sogar an diese Essen gewöhnen. Meistens gehörte abends auch noch ein feiner Tropfen Rotwein dazu. Wir hatten einfach eine supertolle Woche.
So gestaltete sich dann auch noch das Wochenende, quasi als Supplement obendrauf. Wie schon durch die Woche, gelang es Peturus nicht, den Wasserhahn zu öffnen. Getrübt wurde das Wetter eben nur durch trübe Sicht, was im Laufe der Woche immer intensiver wurde. Am Samstag legten wir unzählige km mit Bus, Metro, Zug und auch zu Wasser zurück und waren an den verschiedensten Ecken im Grossraum Hong Kong. Bisher schaffte nicht mal ich es, in all meinen Monaten hier in Hong Kong in einem Tag so weit zu kommen. Zum Schluss dieser sehr interessanten und bequemen Reise gelangten wir noch nach Lamma Island, wo wir einen Seafood-Znacht zu uns nahmen. Aber so total konnte ich die Eltern davon nicht überzeugen... Aber zumindest haben beide alles, was auf den Tisch kam, ausprobiert, seien die Clams (Muscheln) oder Squids (Tintenfische) gewesen.... Hut ab!
Am Sonntag wollte ich den Eltern unbedingt noch Sai Kung zeigen. Auf einer wieder eindrucksvollen Busfahrt kamen wird dorthin und verweilten uns beim Treiben auf der Promenade, wo die Hauptaktivität das Verkaufen von frischem Seafood ab Boot ist, ein echt spezielles Schauspiel. Aber eben, ist halt auch nicht jedermann's Sache:-) Natürlich auf einem anderen Weg kamen wir dann wieder in die moderneren Regionen, in Shatin genossen wir einen Apero-Drink und assen zum Znacht auf Wunsch des Vaters wiedermal etwas westlicheres.
Alles in allem war es eine auch für mich sehr bereichernde Woche, denn es freute mich sehr, wie gut sich meine Eltern hier durchgeschlagen haben. Ich bin auch überzeugt, dass sie nächste Woche mit unglaublich vielen positiven Eindrücken in die Schweiz zurückkehren werden und nun sicher ein besseres Bild dieser eindrücklichen Stadt haben. An dieser Stelle möchte ich ihnen danken, dass sie diese Reise unternommen haben und wir so eine sehr tolle gemeinsame Zeit geniessen konnten. Ich denke, es ist zudem nicht selbstverständlich, dass dem so ist.... und wir so eine gute Beziehung miteinander haben.


3.9.2007 – 9.9.2007

Nun, es war sicher gut, den Montag abend zumindest noch daheim verbringen zu können, denn am Dienstag kam bereits der erste unvorhergesehene Abend auswärts. Beim Mittagessen wurde ich gleich von Sandro und von Roger gefragt, ob ich Lust und Zeit hätte für ein Raclette, resp. ein Fondue. Da halt Roger und Sylvia nur noch zwei Hände voller Tage hier sein werde, entschied ich mich für die flüssige Käseform mit Brot und so…. Doch bevor es dann soweit war, gab es hier auf dem Flughafen noch einen ersten Blick auf einen Airbus A380 in der „Freiheit“. Das Flugzeug war hier aufgrund der Flug-Expo. Obwohl ich ihn ja bereits letztes Jahr in Toulouse gesehen habe, war ich ein weiteres Mal von der Grösse und dessen Ausmass fasziniert. Also, der Abend… Ich genoss es sehr, bei Roger und Sylvia Gast zu sein und natürlich auch das Fondue, habe ich doch diese Speise schon sicher 1 ½ Jahre nicht mehr zu mir genommen. Danach hatten die beiden kurz vor ihrem Auszug auch noch diverse Flaschen zu leeren, so vor allem Grappa! Na ja, das Arbeiten am Mittwoch war sicher nicht sooo effizient, wie man es sich sonst von mir gewöhnt ist!!!
Am Abend desselben Tages stand Roger wieder im Zentrum des Geschehens. Da es sein letzter Arbeitstag für die SRT war, wurde er von uns Mitarbeitern noch eingeladen nach dem Arbeiten. Ich wusste dann aber schon, wieso ich bereits so um 21h den Heimweg einschlug und nicht noch den Umweg via Stadt machte….
Am Donnerstag brauchte ich dann wieder etwas abendliche Ruhe zuhause, was mir sicher gut tat und wobei ich wieder neue Kräfte sammeln konnte für das, was in den letzten 3 Wochentagen noch folgte.
Eine weitere Party stieg am Freitag in der Stadt. Roger und Sylvia luden diesmal ein, um Adieu zu sagen. So traf man auch auf einige von früheren Zeiten in Hong Kong bekannte Gesichter, was sehr schön war. Im Hinblick auf den Samstag, auf den ich mich sehr freute, nahm ich dann die 1h-Ferry zurück in die Discovery Bay, also nach Hause.Samstags stand ich zur gewohnten Zeit auf, als ob ich arbeiten ginge. Aber mein Weg dann führte nicht zu Cathay City, sondern zum Airport, wo sich kurz später die Vorfreude in eine Wiedersehensfreude mit den Eltern umwandelte. Ich schätzte es sehr, dass sie diese lange Reise nach Hong Kong unternommen haben und mich besuchen kamen. Auch wenn wir drei vielleicht noch alle etwas müde waren, liessen wir uns kaum was anmerken und so machten wir uns nach einem kurzen Halt in der Wohnung gleich auf in die City. Wie ich das erste Mal, staunten auch die Eltern ab dem, was ihnen die Stadt bot. So waren wir bereits an einigen wichtigen Punkten und ich versuchte mich als Reiseleiter und hoffe, dass ich ihnen ausreichend Informationen mitgeben konnte, damit sie sich nächste Woche selber durchschlagen können, wenn ich arbeiten muss. Der krönende Abschluss des Tages bildete die Fahrt rauf zum Victoria Peak, wo wir dank dem guten Wetter das tolle Schauspiel miterleben konnten, wie sich die Stadt langsam in ein Lichtermeer verwandelte. Auch für mich stets noch ein imposantes Ding… wow! Mit sicher vielen ersten Eindrücken im Kopf bin ich sicher, dass meine Eltern den ersten Tag hier sehr genossen haben. Es verwunderte nicht, dass wir drei am Sonntag etwas an Schlaf aufholen mussten, drum stiegen wir erst Mitte Tag auf eine weitere Erkundungstour. Heute stellte ich den Eltern die U-Bahn, den Busbetrieb in der Stadt und eine weitere Fährverbindung nach Mui Wo vor. Hier war’s dann definitiv Zeit für ein kühles Bier und anschliessend den Znacht. Das Essen war sehr fein, wie immer hier. Aber wir haben auch gemerkt, dass es noch etwas Übung braucht, um die Chop-Sticks zu bedienen. Ich werde mit den Eltern noch etwas daran arbeitenJ Genussvoll war dann die abschliessende Fährfahrt zurück nach Hause, wo wir noch die Tagesbesprechung abhielten für morgen, wo dann meine Gäste erstmals selber in die Gassen und Strassen der Grossstadt aufbrechen werden…..


27.08.2007 - 02.09.2007

Ich nehme es vorweg, die Hauptaktivitäten nebst der Arbeit (auf die ich ja eben bewusst nicht näher einzugehen habe) beschränkten sich auf das Wochenende. Klar, ich war abends immer noch körperlich tätig, meist mit dem Jogging zum Golfplatz. Meistens bot sich mir dabei auf dem Weg eine tolle Sicht auf Downtown Hong Kong, was dem Joggen noch den speziell schönen Touch gab.
Am Freitag war eigentlich eine Farewell Party unseres Rogers geplant, doch diese musste auf den nächsten Mittwoch verschoben werden. Dennoch musste ich nicht auf das Feierabend- und Wochenendbier verzichten. Mit Sandro genoss ich dieses. Klar blieb es nicht bei diesem einen. Wir besuchten diverse Stationen, angefangen in Cathay City, unserem Arbeitsort, und nachher auf dem Flughafen entschieden wir uns, noch in die City zu fahren, um dort weiterzumachen. In Wanchai besuchten wir zuerst die Bar 109. Um uns auch mit fester Nahrung zu stärken, gabs dann einen scharfen, aber sehr feinen Chicken Kebap. Irgendwann in den Morgenstunden bereits nahmen wir das Taxi, um nach Tsim Sha Tsui East zu gelangen. Im Sticky Fingers genossen wir nebst weiteren Biers auf die hervorragende Darbietung der Live Band, wow, was diese drauf hatten, war echt der Hammer. Aber gemäss Sandro soll es noch eine bessere Band geben.... Ich realisierte bald, dass es doch relaitiv spät werden wird, bis ich nach Hause kommen werde, denn die nächste Ferry zurück in die DB war erst wieder um 5h. So nahm ich dann diese und schlief auf der ganzen Fahrt, so wie es praktisch alle Passagiere machten. So mussten eigentlich auch alle am Ziel geweckt werden:-) Irgendwann so um 6h schloss ich dann diesen intensiven Ausgang ab.
Entsprechend spät stand ich dann am Samstag auf und hatte auch ein wenig Nachwehen zu bewältigen. Dennoch, ich wollte noch etwas erleben, fuhr nach Tung Chung und weiter nach Mui Wo. Von hier aus walkte ich zurück in die DB. Auf dem Weg war es die Rundumsicht vom höchsten Punkt aus wert, einige Minuten inne zu halten und einfach zu geniessen. Wer käme hier auf die Idee, sich in der Nähe von Hong Kong zu wähnen? Da ich gestern in Sachen Ausgang doch genug krieg, genoss ich dann den Abend zu Hause beim Zubereiten eines feinen Curry-Gerichtes.
Auch den Sonntag wollte ich geniessen und so stand ich für Wochenendbedingungen mal etwas früher auf. Die Ferry brachte mich ins Stadtzentrum. Von Wanchai aus war dann mein Fussmarsch vorgesehen. Man muss sich vorstellen, man beginnt diesen in einem Gewühl von Menschen in einem lebendigen Markt und gelangt zu einer fast unendlich langen Treppe. Oben bereits durchschwitzt angekommen, hat man die Stadt eigentlich schon hinter sich gelassen, rein gar nichts deutet mehr auf Millionen von Menschen hin. Und ein paar Meter weiter befindet man sich bereits in einem Regenwald.... unglaublich. Dieses Gefühl wurde noch verstärkt, als es dann plötzlich noch zu regnen begann, was aber mehr angenehm als unangenehm war. So ca. 4h war ich zu Fuss auf Hong Kong Island unterwegs, bis ich in Causeway Bay wieder städtische Gebiete vorfand. Um mich vom Marsch zu erholen, relaxte ich im Tram auf dem Weg bis nach Kennedy Town. Zurück ins Central gings nochmals gehend. Aber das war's dann.... so meinte ich zumindest. Denn als ich schlussendlich deheim in der Wohnung stand, entschied ich mich doch noch für ein Jogging... Eben, meist kommt es anders als man denkt, auch in dieser Situation. Das war's dann aber definitiv für diese Woche... Die kommende Woche scheint wieder einige Highlights auf Lager zu haben, ich bin gespannt drauf und freue mich entsprechend.
Für die grosse Überraschung der Woche sorgte am Dienstag meine Schwester Astrid. Obwohl ich nicht mehr damit gerechnet hatte, teilte sie in einem Brief mit, dass sie im Oktober zusammen mit ihrer Kollegin Barbara mich hier besuchen kommt. Die Überraschung war perfekt, denn noch 2 Tage zuvor bei einem Telefon meinte sie, sie müsse dieses Thema mit Baba nochmals aufnehmen....


20.08.2007 - 26.08.2007

Am Montag abend gingen wir nach Japan... oder besser gesagt, Japan kam mit Sushi zu uns. Anita und Monika harrten aber noch länger in der Stadt aus, drum mussten wir uns bis um 22h gedulden mit dem Abendessen. Es war jedoch halb so schlimm, wir haben es dennoch sehr genossen und unsere Mägen ausreichend füllen können. Die beiden Schwestern erlebten dann am Dienstag ganz sicher einen Tag, der ihnen wohl mehr in Erinnerung bleiben wird, für mich war es ein Alltag im gewohnten Stil. Die beiden waren auf einer Wanderung, wo sie am Schluss noch fast durch den Dschugel von Lantau gingen und mit der einen oder anderen Spinne Bekanntschaft machten. Es grenzte an ein Wunder, dass sie mich nicht auch noch als Spinne betrachteten:-) Aber einmal mehr, dies sind die besonderen Erlebnisse, welche eine Reise ausmachen, es wäre ja sonst sooo langweilig, nicht? Auf den Miitwoch abend freuten wir uns speziell, denn wir hatten abgemacht zum Znacht mit Arbeitkolleg Sandro und seiner Familie in Kennedy Town. In einem typischen China-Restaurant genossen wir auch typische Gerichte. Die sind doch etwas anders als jene, welche man in unseren Breitengraden serviert bekommt. Oder wer hat zB schon mal eine Red Bean Soup (Suppe aus roten Bohnen) zum Dessert gehabt?? Und einen Tag später galt es bereits wieder, von meinem zweiten Gast, von Anita, Abschied zu nehmen. Auf ihren Wunsch hin assen wir vor ihrem Abflug in Tung Chung noch einmal ganz fein Thailändisch.... hmmm. An dieser Stelle möchte ich Anita herzlich danken, dass sie den Schritt unternommen hat und auch nach Hong Kong gekommen ist. Für Moni und mich war es eine zusätzliche Bereicherung. Da ihr Flug erst nach Mitternacht war, kamen Moni und ich entsprechend spät wieder in die Discovery Bay zurück. Ja, und am Freitag abend waren Moni und ich nochmals auf dem Flughafen. Dieses Mal hatte ich es doch etwas schwerer, denn Moni's Ferien gingen langsam zu Ende und auch sie hatte nach Hause zu fliegen. Rückblickend war es eine sehr schöne Zeit mit ihr hier, auch wenn ich halt unter der Woche arbeiten musste. Moni, herzlichen Dank auch dir für den Besuch und die tolle gemeinsame Zeit. Nun, so wird es einmal mehr wieder etwas dauern, bis wir uns erst im November wieder sehen werden. Samstag und Sonntag standen wieder im Zeichen des Ausschlafens, was mir hier stets unglaublich gut gelingt. Dennoch war ich an beiden Tagen in der Stadt. Am Samstag genoss ich den Coiffeur, ist hier echt immer ein Besuch wert. Man wird so richtig verwöhnt. Aber ich shoppte auch... heute gab's neue Laufschuhe. So bin ich guter Dinge, hier noch weiter viele schöne Kilometer laufen zu können. Kaum zurück gabs einen Trainingslauf und die Schuhe bewährten sich. Nach der Bronzemedaille von Victor National in Japan ist es ohnehin eine gute Sache, sich etwas locker zu bewegen:-) Im Hinblick dann auf den Besuch meiner Eltern unternahm ich am Sonntag eine Rekognoszierung-Fährfahrt, im Victoria Harbour hin und her vom Central bis zum North Point. Ach, von dieser Skyline werde ich definitiv nie genug bekommen.... Auch diese Woche beendete ich aktiv mit einem stündigen Lauf kreuz und quer durch die Discovery Bay.


13.08.2007 - 19.08.2007

Der Start in die neue Woche forderte mich etwas, da ich gleich für 2 arbeiten musste.... und erst noch wollte ich ja gar noch nicht arbeiten. Aber auch in dieser Woche entschädigten die abendlichen Wiedersehen und die feinen Essen für die gehabten strengen Tage im Büro.... Mitte Woche, also am Mittwoch ging es mit der altertümlichen Ferry von der DB nach Peng Chau. Hier waren wir schon letztes Jahr, quasi in einer thailändischen Spelunke zum Znacht, aber das Essen war hervorragend. Soviel wussten wir noch. Wir meinten auch zu wissen, wo genau diese Spelunke noch war. Aber wir fanden sie nicht gleich auf Anhieb... nachher wussten wir wieso: Die Spelunke existierte nicht mehr, resp. die Fenster waren alle verbarrikadiert.... na ja, so mussten wir uns das Thailändische Diner denken. Stattdessen überraschten wir noch einen Angestellten in einem Seafood-Restaurant, der wohl mit keinen Gästen mehr gerechnet hatte. So konnten wir nur noch auswählen zwischen diversen Snack-Menus. Aber es tat einfach gut, etwas zu essen und den Abend zusammen geniessen zu können und zudem sind dies ja genau die Erlebnisse, die das Leben immer wieder interessant machen:-) Am Donnerstag gab es abends einen weiteren Gast in die kleine Wohnung. Moni's Schwester Anita kam von Peking her nach Hong Kong, nachdem sie bereits überland von Shanghai nach Peking gereist war. Vor allem natürlich Moni freute sich auf das Wiedersehen, aber auch ich hatte natürlich Freude, ein weiteres bekanntes Gesicht hier in Hong Kong begrüssen zu können. Und siehe ja, die Wohnung war auch noch gross genug, um 3 Personen einzuquartieren. Den Einstieg ins Wochenende fand ich nach der Arbeit und dem Lauftraining bald schon zusammen mit Moni und Anita in Lan Kwai Fong, wo wir bei einigen Biers (ich betone: wir!) einen tollen Abend erlebten und u.a. auch viele Erdnüssli genossen... hmmm, waren diese fein!!! Ja, und rechtzeitig dann auf das Wochenende wurde auch das Wetter ansprechend gut. So konnten wir am Samstag tatsächlich eine Wanderung unternehmen. Doch zuerst ging es mit dem Bus zum Ngong Ping, dem grössten sitzenden und bronzenen Buddha. Unter fast gleissender Sonne mussten wir uns dann erst den Weg bannen in Richtung Track, welchen wir gehen wollten..... Nun, normalerweise ist ja mein Sinn für Wege und dessen Richtungen nicht so schlecht, aber heute wollte es nicht so.... Drum mussten wir auch einige Mückenstiche eingestehen, da wir zwei-, dreimal einem toten Wegende mit viel Gebüsch entgegenstanden. Lange Rede, kurzer Sinn: Wir erreichten dann doch mal noch auch das Ende unseres Track auf der Strasse von Tung Chung nach Mui Wo, wo wir den Bus eben nach Mui Wo nahmen und uns auf einen wohlverdienten Znacht freuten. Gediegen sassen wir also so in einem Seafood-Restaurant, meinten, ausreichend Zeit bis zur letzten Ferry zurück zur DB zu haben unf so begann das Warten auf das Essen.... Ja, schlussendlich mussten wir unsere Kau- und Schluckaktivitäten etwas beschleunigen, damit es noch auf die 20.30h-Ferry reichte. Zudem fegte wie aus einem Kanonenrohr plötzlich ein doch sehr starkes Gewitter über Mui Wo. Drum, mit vollem Magen und klitschenass bis auf die Haut kamen wir auf die Ferry und da es allen Passagieren gleich erging (zumindest was die nassen Kleider anbelangte), herrschte auf der Ferry eine gute Stimmung. Unerstützt wurde das Ganze von einem eindrücklichen Blitzschauspiel des Gewitters. Es war ein ehr spezielles Erlebnis, auf dieser kleinen "Gondel" zu sein inmitten dieses heftigen Gewitters. Hauptsache aber war, dass wir ohne Nebenwirkungen nach Hause kamen und um eine weitere tolle Reisegeschichte reichen waren. Der Sonntag war wieder ein aktiver Tag. Nach einem langen Anfahrweg mit Ferry, Tram und Metro bis Chai Wan starteten wir unseren Track über den Dragons Back bis nach Shek O, was gut gefiel, auch wenn die Sicht etwas dumpf war.... Auf jeden Fall schmeckte der Vesper mit dem Bier ausgezeichnet, auch wenn's nach dieser Tour evtl. doch etwas besser gewesen wäre, zuerst etwas mehr Wasser zu trinken.... Somit endete dann bald ein intesives und aktives Weekend mit viel Fun und einfach allem, was so einen Aufenthalt im Ausland bereichert. Moni und Anita haben da sicher auch einiges dazu beigetragen. Euch dafür besten Dank!!


06.08.2007 - 12.08.2007

Moni kam also an, pünktlich und tatsächlich auch in Hong Kong. Letztes Jahr wurde ja ihr Flug wegen eines Taifuns nach Manila umgeleitet. Zum Thema Taifun aber komme ich nochmals. Das Wiedersehen war natürlich sehr schön und so genossen wir die gemeinsame Zeit der ersten Woche hier sehr, auch wenn ich halt am Arbeiten war. Moni aber erkundetete die Stadt und die Umgebung mit grosser Begeisterung. Abends genossen wir jeweils ein tolles Nachtessen, von Sushi über Tailändisch bis Vietnamesisch... hmmm! Eben, Thema Taifun: Am Freitag gab es den Fall, dass nach 2 Jahren mal wieder die Warnung 8 ausgesprochen wurde. Das heisst, man darf NICHT zur Arbeit gehen oder dann, man muss von der Arbeit nach Hause gehen. So geschehen am Freitag um 15h.... So wurde das Wochenende um einige Stunden verlängert, doch vom Taifun erlebte man kaum etwas. Es war aber interessant zu sehen, wie die Hongkongesen auf die Warnung reagierten. Teils herrschte ein grausames Chaos in den U-Bahnstationen. So wurde am Freitag abend leider nichts damit, einen gediegenen Abend in der Stadt zu haben. Eigentlich wollten Moni und ich am Wochenende einen Städteflug nach irgendwo in der Umgebung (Singapore, Bangkok, ...) unternehmen. Leider fanden wir aber nichts, wo es noch Plätze gehabt hätte. So harrten wir bei sehr trüben Wetter in Hong Kong aus. Am Samstag war dann Shopping angesagt. Während ich nur ein Buch kaufte, schlug Moni mit Kleidern zu. Anschliessend holten wir den am Freitag verpassten Ausgang in der Stadt nach. Am Sonntag dann war das Wetter eben nicht besser und so unternahmen wir eine lockere Tagestour mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Tuen Mun, wo vor allem ein Tempel zu begeistern mochte. Aber es ist nur schon ein tolles Erlebnis, einfach im Bus zu sitzen und sich durch die Region fahren zu lassen. Das Wochenende beendeten wir mit einem saftigen Steak eines Rindes aus Neuseeland und einem anschliessenden Jass, denn ich souverän gewann. Schliesslich hatte ich noch etwas gut zu machen und Moni zu zeigen, dass auch ich etwas vom Jassen verstehe.


30.07.2007 - 05.08.2007

Ob man es glaub oder auch nicht, aber ich war die Tage Montag bis Donnerstag jeden Abend brav zu Hause in der kleinen gemütlichen Wohnung. Da wir aber dauernd sehr gut und ausführlich Zmittag gegessen hatten, brauchte ich am Abend nicht mehr viel zu essen. Auch das tägliche Jogging brachte den Hungerpegel nicht auf die gewohnten Masse:-) Immer, wenn ich hinauf zum Golfplatz (ca. 200m.ü.M) joggte, genoss ich die phantastische Aussicht auf Central Hong Kong im Hintergrund, die Strapazen wurden also jeden Tag aufs neue belohnt. Am Freitag begab ich mich mit Sandro und Domenic zum Feierabendbier.... klar, es blieb nicht nur beim einen Bier. Mit Sandro zog ich noch weiter in die Aviator Bar nach Tung Chung, wo wir auch noch was zu essen brauchten. Es war dann aber eine gute Entscheifung, so um die 23h langsam auf den Heimweg zu gehen. Wäre ich nämlich noch weitergezogen, es wäre... So stand ich am Samstag mit dem Plan auf, noch etwas Kleider fürs Arbeiten zu kaufen, v.a. brauchte ich noch eine Hose. Aber Tsing Yi bot zu wening und so kam ich mit leeren Taschen wieder heim. Auch heute verzichtete ich nicht auf den Sport, doch im nachhinein war eine Kamikaze-Aktion. Bei sicher 35° joggte ich zum Golfplatz und musste doch 2mal eine Pause einlegen. Es war doch leicht etwas zu warm. Ich freute mich dann auf den Abend, wo man sich bei Sandro und Familie in Pok Fu Lam traf. Er wohnte dort im 57. Stock, wo man eine unglaubliche Aussicht hat auf den Hafen.... hier könnte man stundenlang vor dem Fenster sitzen und dem regen Treiben auf dem Wasse zuschauen. Die international zusammengemischte Gästeschar wurde bestens verpflegt. Zusammen mit Sylvia, sie war vor Jahren mal noch unsere Sekretärin in Zürich und einfach ein ganz toller Mensch, nahm ich dann um 3.30h die Ferry zurück in die DB. Am Sonntag war nochmals die Suche nach Hosen angesagt, dabei war ich auf DER Einkaufsstrasse in HKG, der Nathan Road. Ich kam dann auch prompt mit 4 neuen Kleidungsstücken heim. Am Abend machte ich erstmals den Haushalt hier, denn morgen wird Moni ankommen und so darf doch die Wohnung schon wieder etwas aufgeräumter aussehen.... smile!!!


24.07.2007 - 29.07.2007

Am Dienstag, 24. Juli kam ich nach einem angenehmen Business-Class Flug wohlbehalten wiedermal in Hong Kong an. Mein ehemaliger Arbeitskollege Sandro und mein Vorgänger Roger holten mich am Flughafen ab und so wurde es später und später bis ich dann in den frühen Morgenstunden endlich ins nahegelegene Hotel kam. Es deutete hier eigentlich nichts darauf hin, dass am Mittwoch bereits der erste Arbeitstag folgte. Entsprechend musste ich da etwas unten durch…. Ufff!

Am Freitag verabschiedete man in der City dann den Roger, die SRT-Sekretärin hatte sich dazu etwas spezielles einfallen lassen. Zuerst war die Belegschaft vorzüglich chinesisch essen, och war dies fein…. Anschliessend folgte eine sehr amüsante Karaoke-Runde in einem privaten Kabäuschen, wir hatten riesig den Plausch, ein Wunder, dass wir danach doch noch relativ gut reden konnten. Die Rückfahrt zum Hotel in Tung Chung dauerte dann satte 1 ½ Stunden, da ich eben den 2Uhr-Bus verpasste hatte und wieder eine halbe Stunde warten musste. Am Samstag dann zog ich um vom Hotel in die SRT-Wohnung in der Discovery Bay, wo ich mich gleich wieder wohl fühlte. Die Wohnung ist wohl relativ klein, aber ok. Es wird sicher kein Problem sein, meine angekündigten Gäste (im August meine Freundin Moni und im September meine Eltern) hier unterbringen zu können. Abends traf man sich in Soho für das eine oder andere Bier, wir waren eine bunt gemischte Gruppe aus diversen Nationen. Den Sonntag verbrachte ich dann endlich körperlich etwas aktiver. Ich unternahm trotz der brütenden Hitze eine tolle Wanderung nach Mui Wo. Stets hatte ich eine unglaublich Fernsicht vor allem in Richtung Hong Kong City. Von diesen Blicken kann man wohl nie genug bekommen, einfach phantastisch. Den Rückweg nahm ich mit der Fähre, was auch immer wieder ein Erlebnis ist hier. Doch ich hatte noch nicht genug. Beim Eindunkeln war ich mal wieder in Hong Kong joggen, dies entlang der Hauptstrasse in der DB. Es tat gut, nochmals sehr intensiv zu schwitzen.


26.06.2007 – 15.07.2007

Es folgte nun eine Phase, wo ich am Morgen aufstand und noch nicht genau wusste, was ich denn am aktuellen Tag anfangen sollte. So lebte ich einige Tage wirklich ziellos in den Sommertag hinein. A propos Sommertage, es war oft nicht wirklich so der Fall. Das Wetter zeigte sich sehr oft, meistens ab dem Sonntag abend bis so Mitte Woche sehr herbslich kalt und kühl. Aber so hatte ich mehr Zimmerstunden und auch Zeit, um mich eben auf die nächste Reise vorzubereiten. Plötzlich änderten sich jedoch meine Pläne, weiss aber nicht mehr wieso. Das Velofahren in Asien war nicht mehr so aktuell. So möchten meine Freundin und ich im August ca. 3 Wochen lang den Jakobsweg ab Genf mit dem Velo befahren. Anschliesssend werde ich die Tour bis Santiago weiterziehen und weil ich schon dran bin, auch gleich weiter rund um Spanien radeln.....

Meistens aber kommt es anders als man denkt..... Ein Telefon meines früheren Arbeitgebers brachten die Ferienpläne arg ins Schwanken. Fazit dieses Telefonates. Ich werde am 23. Juli 2007 ein weiteres Mal nach Hong Kong aufbrechen, um bis Ende Oktober dort das Team unserer Firma zu unterstützen, so gut dies halt geht nach fast 9 Monaten ohne Arbeit.....

Im Juli brachte ich es mit meiner Veloreise in Neuseeland dann auch noch ins Bodensee-Tabglatt, wo eine nette Reportage entstand. Es war schon sehr komisch, über sich selber zu lesen. Spannend war auch zu sehen, wie einige Leute darauf reagierten. Die Reportage ist zu finden auf:

www.tagblatt.ch/index.php?artikelxml=1367424&ressort=tagblattheute/thurgau/oberthurgau&jahr=2007&ressortcode=&ms=thurgau

Im weiteren ist nun der Sommer doch noch zurückgekehrt. So war ich sehr oft weiter mit Muffgli auf den Strassen anzutreffen, u.a. war ich gleich deren 2 mal auf der Schwägalp und der Radweg rund um den Bodensee ist mir inzwischen auch bestens bekannt.


12.06.2007 – 25.06.2007

Nach meiner für einige unerwartet frühen Ankunft in der Schweiz war ich sehr intensiv damit beschäftigt, die ganze Reise nachzubearbeiten. Am meisten Zeit beanspruchte das Sortieren und Filtern der Photos. Bei dieser schönen Arbeit und dem Betrachten der Photos war es für mich oft unvorstellbar, dass ich effektiv an diesen Orten war. Bisher jeden Tag wünschte ich mich sehr oft zurück in Neuseeland. Das hatte und hat vielleicht damit zu tun, weil ich mich hier in der Schweiz auch nach 2 Wochen noch nicht wirklich wohl fühle. Klar war es natürlich wunderbar, alle die lieben Leute wieder zu sehen und ihnen von meiner Reise zu berichten. Zwischendurch musste ich natürlich auch wieder zusammen mit Muffgli auf die Piste, resp. die Strasse gehen.

Kaum war ich wieder zurück in der Schweiz, da begann ich auch schon wieder damit, mich mit der nächsten Reise auseinander zu setzen. Für mich steht momentan eines fest: Ich will noch nicht mit der Stellensuche beginnen, vielmehr aber nochmals eine etwas ausgedehntere Reise unternehmen. Ich lass mich selber mal überraschen, wann es mich wohin ziehen wird. Zur Zeit steht in dieser Beziehung Asien im Trend.


11.06.2007  Tag 222
Der für diese Reise definitiv letzte Tag führte mich von Frick zuerst nach Bergdietikon, wo ich von derFamilie von Freundin Moni ebenfalls ganz nett empfagen wurde. Zudem überrascht mich Moni... sie hatte am Vormittag extra die Schule geschmissen.... Nach einer Stärkung zog ich weiter via Zürich nach St.Gallen, wo ich meine Schwester Astrid wieder sah. Es sind einfach Momente einer Reise, die unvergessen bleiben. Mit einem kleinen Bier den Durst gestillt, lagen noch 16km vor mir. Ich fuhr extra etwas langsamer, denn ich musste mich immer noch mit der Situation abfinden.... Emotionel war die Einfahrt in die Gemeinde und dann ins Dorf Egnach, meinem zuhause. Für solche intensive Minuten gibt es im Wörterbuch keine Wörter, dass sind die Moment, welche man erleben muss. Momente, für welche es kein Geld gibt, um sie zu kaufen. Von lieben Menschen wurde ich empfangen, es war wunderschön, ich habe den Abend entsprechend genossen. Was ich ab und zu geträumt habe, ist mit dem heutigen Tag eingetreten, die Reise hat den allesumspannenden Kreis geschlossen. Wohl bin ich nur mit dem Körper wieder zurück in der Schweiz, aber mein Kopf ist noch weit zurück auf meiner Reise und die Reise meiner Gedanken dauert noch lange an. Zudem ist ein Stück meines Herzens, wohl für Lebzeiten, auf der anderen Seite des Globus’ in Neuseeland geblieben.
Ich bin nun einfach dankbar für eine unglaublich schöne, intensive und problemloses Zeit – DIE Zeit meines Lebens bisher. Ganz klar erachte ich es als nicht selbstverständlich, dass man nach knapp 800 Stunden auf dem Velo zurückkehren und sagen kann, dass einfach alles gestimmt hat. Ich würde wohl alles nochmals so machen.
An diesere Stelle könnte ich noch ganze Bücher schreiben, diese Reise hat mir derart viel gegeben, aber nichts genommen... ein Ende an Gedanken ist nicht abzusehen... und ich habe auch einiges hinzugelernt. Es waren dies viele Lektionen, welche keine Schule und kein Buch vermitteln kann.
Das war es also, DIESE Reise ist Geschichte geworden... und das ist leider genau das, was mich irgendwie auch plagt...

10.06.2007  Tag 221
Noch 80km trennten mich von der Schweiz.... Irgendwie wollte ich kurz vor der Grenze den Übertritt noch hinauszögern..., aber um 13.35h war es soweit: Ich kehrte beim Zollamt in Basel Burgfelderstrasse wieder zurück auf heimischen Boden. Es war ein Moment, der schön, komisch und vor allem sehr erfreifend war... Ich brauchte kurz darauf auf dem Bahnhofplatz stehend, doch einiges an Zeit, um mich der Situation bewusst zu werden. In Frick wurde ich von den Freunden Claudia und Patrick sehr herzlich wieder willkommen geheissen. Da an diesem Wochenende gleichzeit noch das nordwestschweizer Jodlerfest in Frick stattgefunden hat, war es schon gleich eine ziemliche Überdosis an Schweiz, was ich mir heute selber verabreichte. Ich bin auch ehrlich und muss sagen, dass ich mich noch nicht wohl fühle wieder zurück in der Heimat....

09.06.2007  Tag 220
Ein weiterer Tag der Reise war’s, der unvergessen bleiben wird. In Colmar traf ich meine Eltern, was natürlich ein wunderbares Wiedersehen war. Es gab den ganzen Tag hindruch Bänder an Geschichten und Episoden zu erzählen. Ich genoss es sehr, denn dies habe ich in der letzten Zeit etwas vermisst. Natürlich gab das viele Reden entsprechend viel Durst... An dieser Stelle ein grosses Dankeschön meinen Eltern für die Reise nach Colmar. Es freut mich sehr, dass sie damit auch noch ein Teil meiner grossen Reise wurden.

08.06.2007  Tag 219
Heute hatte ich bei der Ankunft im Elsass das Gefühl, schon fast zu Hause zu sein. Viele deutschsprachige Touristen, auch Schweizer halt, umgaben mich... Zudem war ich ja früher auf Ausflügen schon hier. Wenn ich nun so an die kommenden Tage denke, dann ist es schon sehr komisch.... In Ribeauville genoss ich nochmals ein Hotel und zum Essen die zum Elsass gehörenden Flammenkuchen. Aber auch hier war es eher Bier-, als Weinwetter... Ich brauchte viel Flüssigkeit!

07.06.2007  Tag 218
Da trinkt man literweise Wasser und muss sich den ganzen Tag nicht an den Strassenrand stellen. Ja, heute wurde intensiv und nur einmal von A bis Z geschwitzt. Das Gelände dazu so in den Vogesen leistete natürlich seinen Anteil dazu bei. Es war definitiv nicht mehr die flache Loire-Ebene. In Epinal war es dann Timing pur, denn ich stellte mein Muffgli ab und das Gewitter begann sich in genau diesem Moment für 2 Stunden zu entladen. Es hatte sich also gelohnt, am späten Nachmittag noch etwas mehr Gas zu geben.... und auch noch etwas mehr zu schwitzenJ

06.06.2007  Tag 217
Ja, der Wind mal wieder... Aber auch so war es wie jeden tag interessant zu merken, wie ich recht schnell in meinem Pedal-Rhythmus kam und so ging dann einfach flott, km für km vor mich hinträumend. Derart unglaublich weitläufige Getreidefelder wie heute habe ich zuvor noch kaum je gesehen. Es war sehr schöen zu sehen, wie sich das Getreide im Wind in ein nettes Wellenbad verwandelte. Bauliches Highlight war heute sicher das Eisenbahnviadukt bei der Einfaht in Chaumont. Wie nur konnte von so langer Zeit nur solch ein unglaubliches Bauwerk realisiert werden? Auf jeden Fall einfach sind das nur schon beeindruckende Vorstellungen....
 
05.06.2007  Tag 216
Das b estätigt mir sicher jede / jeder: Es gibt Momente, da ist der Genuss eines Bier noch besser als er ohnehin schon ist. Heute nach der Ankunft in Tonnere nach einer sehr heissen Fahrt war dieses Bier das allerschönste Geschenk... Obwohl, die Fahrt führte durch unzählige Rebberge des Burgunds / Chablis-Gebietes. Na ja, der Rotwein folgt dann aber zum Znacht. Leider fuhrt ich heute zu früh durch das nette Auxerre, denn morgen hätte hier das Landerspiel von den „Les Bleus“ gegen Georgien stattgefunden.

04.06.2007  Tag 215
Dauernd lag es in der Luft, der Regen. Aber oh welch Glück, ich schaffte es nach Briare, ohne einen Tropfen abzukriegen, nur sehr verschwitzt. Den Regen dann, resp. das intensiver Sommergewitter genoss ich dann am Fenster meines schmucken Hotelzimmers mit einem Becherli Rotwein und einer Zigarillo. Ach, wie ist das Leben doch schön... Dabei gingen mir auch viele Gedanken zur Vergangenheit und Zukunft dieser Reise(n) durch den Kopf. Es war seltsam zu realisieren, dass zumindest DIESE Reise bald sein Ende finden werden wird.

03.06.2007  Tag 214
Heute ruhte ich mehr oder weniger aus mit Muffgli, da es kaum Höhenmeter zu meistern gab. Entlang wieder der Loire war’s nun wirklich flach. Schweren Herzens musste ich heute auf die tägliche Köstlichkeit verzichten, es war backfreier Sonntag.... Im Restauranr war ich heute definitiv König, da ich sehr lange der einzige Gast war.... aber wer geht schon am Sonntag abend auf dem Land so abgelegen noch ins Restaurant? Es war einfach ein gelungener Abend, auch wenn meine Konversation im Französisch ziemlich stockte.

02.06.2007  Tag 213
Natürlich ist in Frankreich nicht alles nur schöne, ist klar. So sah ich auch heute viele heruntergekommene Geisterdörfer... was wird wohl daraus je passieren? Aber die Boulangerien bleiben gut! Heute gab’s einen „Jesuiten“, ein tolles Gebäck mit Meringue überbacken – seeehr lecker! Abends in Tour genoss ich einen lockeren Stroll durch die nette Altstadt. Beim Essen studierte ich die vorbeiziehen Leute, was von keinem TV-Programm zu toppen gewesen wäre.

01.06.2007  Tag 212
Definitiv, hier in Frankreich sind die Dörfer entweder oben oder unten... und durch jedes Dorf natürlich führt die Hauptstrasse. Daraus folgt.... Ich erlebte einen Spitzentag heute mit wunderbaren km entlang der Loire, einem der ganz grossen Flüsse (Länge 1020km) dieser Welt. Heute stimmte einfach wirklich gar alles: Wetter, Route, Verpflegung, Unterkunft, Leute, .... was wollte ich noch mehr, als solch ein Tag mit einem Tropfen Rotwein aus dem aktuellen Reiseland zu beenden?

31.05.2007  Tag 211
Heute reichte nicht mal mehr meine eigentlich gute Regenausrüstungaus, um mich trocken zu halten... das war ja ein Sauwetter. Dennoch war Radeln wohl das Schönste, was ich unternehmen konnte. Nantes dann aber zeigte sich wieder etwas wetterfreundlicher. Happy stimmten mich heute die stets guten Backwaren aus den Boulangerien, gleich deren 4 verschiedene Leckereien mussten heute sein: Mandelgipfel, Schoggigipfel, Apfeltasche und eine kleine Quiche, das alles nebst dem Breaky, dem Lunch und dem Diner und den 3 Bananen.... hmmm....

30.05.2007  Tag 210
Oft muss man einfach positiv denken – es kommt nämlich immer gut (wenn man denn auch wirklicb will natürlich)!! So auch heute: Trotz heftigem Regen bei der Abfahrt sagte ich mir, dass der Himmel immer heller werden würde, obwohl eher das Gegenteil der Fall war. Aber siehe da, plötzlich kam dann trotzdem die Sonne hervor und ein grosse Glücksgefühl entwickelte sich. Sogar der Wind begann es gut mit mir zu meinen. Ja, es ist defintiv etwas, was ich gelernt habe: Positive Einstellung zu haben!!

29.05.2007  Tag 209
Die hier für Mai-Verhältnisse doch sehr langen Tage sind optimal für etwas ausgedehntere Fahrten. Wetterberichtentsprechend kürze ich die Bretagne-Rundfahrt  etwas ab und gelangte so bereits nach Pontivy und so erstmals weg von der Küste. Nachdem an der Küste die Dörfer stets unten am Wasse gebaut wurden, stehen die Häuser hier mehrheitlich an den höchsten Punkten... was gleichbedeutend ist, dass es auch hier stets rauf und runter geht. Der Znacht begeistere mich abermals. Als 3. von 4 Gängen gabs es 8 verschiedene Käse zum „degustieren“... das alles für nette 10 Euros, inkl. dem Wein! Wie konnte ich früher den Käse nicht gerne haben? Mann, war ich eine Banause...

28.05.2007  Tag 208
“BL“, danach “TG“!! Ja, ich habe die ersten beiden Autos mit schweizern Nummernschildern gesehen. Eine Normalität sonst im Alltag war heute schon ganz ein spezielles Erlebnis. Noch einmal dominierte heute der Wind... leider von der falschen Richtung. Dennoch biss ich durch und kämpfte mich bis nach St. Malo vor. Sehr phänomenal zeigte sich die Dorf-Insel Mont Saint Michel Der Anblick dieses „Weltwunders“ wird mir sicher in Erinnerung bleiben. Bis vor kurzem wusste ich nicht mal von der Existenz dieser Insel... zeigte mir wieder, wie viel man noch nicht weiss von der Welt und was es noch alles zu entdecken gibt.“

27.05.2007  Tag 207
Was heute fehlte, war eigentlich nur der Schnee. Ansonsten hatte ich klimatechnisch gesehen so die ganze Palette erlebt. Alles halt, was eine Velotour so speziell interessant macht: Regen, Windböen, Hagel.... ja, wettermässig war es heute keinen Moment langweilig!!! Aber ich bevorzuge dennoch die etwas langweiligeren SonnentageJ Mich überrascht es selber immer wieder, welchen Willen ich aufbringen kann, um an solch misslichen Tagen yu radeln. Aber einen Tag lang in Bayeux bleiben an Pfingsten, alles geschlossen... nein, das wollte ich ja auch nicht. In Granville angekommen, stand ich schon kurz vor der Bretagne. Bin gespannt, was diese Region ab morgen yu bieten haben wird.

26.05.2007  Tag 206
Hm, so ein feines Bagette zum Zmorge... nach vielen Kilos von Toasts ein wahres Gourmet-Zmorge! Da darf’s dann gut und gerne eine ganzes Brot sein. Erstmals in Frankreich hatte ich gegen den insensiven Westwind anzukämpfen, aber ich liess mich nicht unterkriegen... nein, nein. Die Region um Bayeux hier in der Normandie hat vor einigen Jahrzehnten natürlich sehr viel miterlebt, wenn man an die Kriege denkt. Dennoch interessiert mich die Landschaft mehr, als alle die Denkmäler und Monumente. Es war hier noch immer hell, als ich um 22.30h das Bett aufsuchte... Das ist natürlich das tolle an der Sommerzeit ganz im Westen Europas.

25.05.2007  Tag 205
Ein buchfüllender Tag: Zu jedem Dorf führte heute die Strasse mindestens 100m hinuter ans Meer – entsprechend hügelig war es heute. Le Havre reizte mich wenig zum Üübernachten, so zog ich noch etwas (etwas viel) weiter... dies wegen einem Velofahrverbot über die Seine-Brücke bei der Stadt. Ich war dann ziemlich erleichtert, als ich ich Beuzeville angekommen war und mich nur noch gehen lassen konnte. Nach 170km gabs nur noch einen Hamburger, aber mehr konnte das Dorf nicht mehr bieten, bin drum auch schon etwas spät eingetroffen. Ja, Tage, wo man über 9h im Sattel ist, berichten Bände....

24.05.2007  Tag 204
Nach 150km schweisstreibendem Radeln kam ich nach Dieppe, wo ich ein günstiges Hotel mit Halbpension fand. Das war genau das, was ich diesem Moment brauchte. Fazit dieses Tages: Boulogne – Dieppe bot mir absolut viel / der Cappucciono wird in Frankreich mit Schlagrahm serviert / die französische Sonne kann brutal intensiv sein / die Gourmetküche (auch im kleinen Hotel) macht dem Namen alles Ehre / auch hier gehts meist rauf und runter... Alles das machte den Lukas auch diesen Tag müde und reif für das BettJ

23.05.2007  Tag 203
Entgegen dem eigentlichen Plan verliess ich heute England schon früher in Richtung Frankreich nach Calais. Aber Pläne sind ja grundsätzlich da, um abgeändert zu werdenJ Der für diese Reise erste Eindruck von Frankreich war 1A! Herrliches Wetter, tolle und nette Dörfer, sowie eine atemberaubende Küstenlandschaft... die alles in den nur ersten 50km von Calais nach Boulogne. Hier könnte es mir zum Radeln also noch gefallen. Nur: Rechtsfahren war heute doch sehr seltsam, vor allem in den Kreiseln... und ja, das Französisch ist definitiv noch zu verbessern. Aber nach dem ersten Tag hier bin ich überzeugt, richtig entschieden zu haben und so die britischen Inseln später mal besuchen zu gehen. Jetzt freue ich mich sehr auf meine ganz persönliche „Tour de France“.

22.05.2007  Tag 202
Gewisse Sachen hier erinnern stark an Neuseeland, da gibt’s teils die exakt selben Schilder am Strassenrand... ist ja auch nicht weiter verwunderlich, wenn man die Geschichte Neuseelands etwas nachverfolgt. Ich fuhr heute einige km entlang der Südostküste, was nett, aber auch nicht umwerfend war. Beeindruckt aber war ich von der Grösse des Castles in Dover. Dover hatte ich mir ziemlich anders vorgestellt, rauher vor allem, so als Stadt, wo die Fähren nach Frankreich führen. Mehr zu diesem Thema dann morgen....

21.05.2007  Tag 201
Die Tower Bridge musste heute sein... es war schon ein spezielles Erlebnis, mit dem Velo drüberfahren zu können. Dem typischen englischen Wetter wegen gabs auf der ganzen Fahrt relativ wenig tolles zu sehen – vieles war einfach nur grau in grau bis Canterbury. Ich genoss es einfach, nun mal wieder etwas unbebauene Gebiete zu durchfahren. Eins muss ich den Engländern zugute halten: Sie sind die etwas toleranteren Autofahrer als es die Kiwis waren. Abends genoss ich es in der netten Unterkunft, mal wieder selber kochen. Pasta hatte ich schon eine Weile nicht mehr. Heute also kam ich nach einer ca. 10-tägigen Pause mal wieder in den Hochgenuss des Tourenfahrens.

20.05.2007  Tag 200
Wir kamen heute in Kontakt mit verschiedenen Leuten, mit bekannten Leuten. Echt, Madame Tussaud's Wachsfigurenkabinett war sehr eindruecklich, spannend und ein Meisterwerk in eigener Sache. Es war interessant, Leute der Welt mal fast echt zu treffen. Nach diesem tollen Abstecher in eine andere Welt kam bereits bald wieder ein schwieriger Moment dieser Reise. Moni musste halt bereits wieder den Heimweg antreten und auf dem Flughafen verabschiedeten wir uns wieder voneinander. Aber es waren absolut tolle und unvergessliche Tag mit ihr hier in London und hat mein Reise sicher stark bereichtet. Danke Moni, dass du mich hier besucht hast!!!

19.05.2007  Tag 199
Es war wunderbar, den 34. Geburtstag hier in London zusammen mit Freundin Moni zu verbringen. Entsprechend zeigte sich das Wetter - toll!!! Viele, viele km waren es heute, die wir wiederum zu Fuss zuruecklegten - bis zur Tower Bridge. Daneben erkundeten wir viele nette Plaetze, die mich voellig ueberrascht hatte, da ich dies nicht erwartet haette in London. Irgendwie, weil heute alles stimmte, begann mir London doch noch zu gefallen. Am Abend wurde ich von Moni eingeladen zum Znacht, ich entschied mich fuer Fish and Chips... hmmm! Typisch englisch gab's auch ein Pint dazu. Allen, die an meinen Geburtstag gedacht und gratuliert haben: Herzlichen Dank!!! 

18.05.2007  Tag 198
Der Kampf gestern an der Hotel-Rezeption fruchtete heute mit dem Wechsel in ein anderes Zimmer: Von der Besenkammer in ein relativ schmuckes Doppelzimmer. Auf dem Erkundungswalk durch London begegneten wir klingenden Namen wir 'Harrods', Buckingham Palace, Big Ben, Downing Street, Trafalgar Square, ... Am Abend waren wir zudem noch in der Royal Albert Hall, wo wir einem Konzert des Royal Symphonic Orchestra's beiwohnten. Es war der absolute Hammer - unvergesslich in der Kulisse dieser beruehmten Hall.

17.05.2007  Tag 197
Der grosse Tag ist also gekommen: Gespannt wartete ich auf Moni's Ankunft am Abend. Doch bis dain gab es noch die Unterkunft zu wechseln. Dies war verbunden mit derm Verlust einiger Nerven.... oftmals muss man sich sein Recht als Gast richtig erkaempfen, aber eben, die Vorfreude auf Moni ueberwiegte und liess das Hotelproblem klein werden. Ja, um 21.30h dann fielen wir uns nach langem Warten wieder in die Arme, es war ein sehr eindruecklicher Moment. Wir hatte uns an diesem Abend natuerlich sehr viel zu berichten.

16.05.2007  Tag 196
Definitiv, hier weht ein anderer Wind... Waehrend meines Tages in der City fiel auf, dass hier alles viel viel hektisch abgeht. Jede 3. Person war im Business-Outfit, jede 2. hatte das Natel am Ohr... es kam mir einem Kulturschock gleich:-( So sehnte ich mich bereits ein erstes Mal nach Neuseeland zurueck... hmm, da war die Welt noch eher in Ordnung. Aber vielleicht ist es ausserhalb dieser Millionenstadt auch anders, ich hoffe es doch sehr. Mein Ziel heute war, mir Informationen zur Weiterreise zu beschaffen. So bin ich nun um eine Strassenkarte von Britannien und Frankreich reicher geworden....

15.05.2007  Tag 195
Nach nochmals etwas 14. Mai (Zeitverschiebung) beim kurzen Aufenthalt in L.A. lagen nur noch 9 Flugstunden vor mir bis London. Bei garstigen Bedingungen kam ich dann nach Europa zurueck, aber auch hier musste ich durch. Alles war bestens angekommen und so konnte ich Muffgli wieder einsatzbereit machen. Noch kann ich immer noch auf der linken Seite fahren, so war die Fahrt nach London City relativ einfach, trotz starkem Verkehr. Nach dem Bezug der Unterkunft in der Naehe des Hyde Parks und einer ersten Auseinadersetzung mit dem Personal wegen Muffgli's Parkplatz (hier ist man nicht sehr velofreundlich!) unternahm ich eine erste Erkundungstour zu Fuss. Am Abend fiel ich sehr schnell in einen tiefen Schlaf... Welcome to Europe!!!

14.05.2007  Tag 194
Gedankenueberladen war auch mein letzter Tag, der noch hauptsaechlich vom Warten bestand. Um 16h konnte ich dann den Shuttle zum Airport nehmen, aber es dauerte noch immer einige Stunden... Oversize-Gepaeck hat auch einen Vorteil: Man muss nicht lange in der Schlange stehen und kann schnell einchecken. Byebye Muffgli machte ich dann... endlich dann im Flugzeug sitzend wurde ich doc noch recht sentimental, denn dies war's nun wirklich mit Neuseeland. Die 6 Monate liefen nochmals in einem Schnellfilm durch meinen Kopf. Und jetzt ist dies schon vorbei??? Ich haderte schon noch mit der Situation, aber es gab kein Zurueck... Aber ich liess mich gehen, sobald das Flugzeug abgehoben und Kurs Richtung L.A. eingeschlagen hatte. Das war's: Bye Bye Neuseeland!!!

13.05.2007  Tag 193
Die allerletzten Velo-km hier in Neuseeland fuehrten mich heute zum Internationalen Flughafen. Symbolisch schoss ich von Muffgli in Vollmontour nochmals ein Photo an dem Ort, wo ich es reisefertig machte nach meiner Ankunft. Anschliessend kam ich zum flughafennaechsten Hostel, wo ich Muggfli bald soweit bearbeitet hatte, dass ich es in eine Kartonschachtel verpacken konnte fuer die Reise nach England. Es war beinahe ein emotionaler Moment. In einigen kleinen Schritten musste ich dann auch noch hinter meine Packung.... ausmisten und mal wieder neu einpacken... och, wie ich diese Arbeit liebte:-) Aber da musste ich wohl oder uebel durch. Nun ja, jetzt so vor der letzten Nacht hier gehen mir schon unglaublich viele Sachen durch den Kopf...

12.05.2007  Tag 192
Service-Arbeiten gab es heute nochmals zu erledigen. So ersetzte ich den vorderen Reifen bei Muffgli, ich denke, nach all diesen km darfs schon mal wieder ein neuer sein. Auch die hinteren Bremsbelaege mussten dran glauben. Zudem wanderte der Schmutz von Muffgli ueber auf meine Haende.... Ich selber ging noch kurzentschlossen zum Coiffeur, was ja auch sein muss. Relativ problemlos erhielt ich in einem Moebelgeschaeft auch eine Kartonschachtel... Bin nur gespannt, ob ich diese morgen auch so problemlos in die Flughafennaehe bringe... wird schon klappen. Ein erstes Mal pruefte ich heute sogar das Wetter (immer wichtig fuer den Velofahrer) fuer den Dienstag in London. Waere ja schon noch toll, wenn ich trocken meine ersten km vom Flughafen in die City bewaeltigen koennte:-) 

11.05.2007  Tag 191
Ich mischte mich heute unter die tausenden von Leute, die sich auch im Stadtzentrum befanden und erledigte dabei noch die letzten Geschaefte. Dabei war ich voellig ueberwaeltigt von der Menge der Leute. Dies habe ich schon laenger nicht mehr so erlebt. Zudem bin ich auch schon laenger nicht mehr so viel zu Fuss unterwegs gewesen, aber zwischendruch mal etwas Bewegung schadet ja sicher nicht:-) Mit dem Ende dieses Tages ist der Countdown bereits bei noch deren 3 Tagen angelangt und ich sehne mich nun nach London, denn es ist, wie es meist so ist am Ende einer grossen Etappe: Man wartet auf das Neue....

10.05.2007  Tag 190
Es mag komisch toenen, aber heute um 14.30h, als ich mir in Auckland auf der Mt. Eden Road einfuhr, kam es mir beinahe so vor, wie auf die Schlussgerade einzulenken. Es erinnerte mich an einige Marathons, wo man am Schluss der Anstrengungen den Zielbogen sah... So kam ich also nach gut 12'000km und knapp 96'000 Hoehenmetern wieder dort an, wo ich am 3.11.06 meine Tour New Zealand begonnen hatte. Ich denke, ich brauche selber noch etwas Zeit (nebst dem 7dl zum Znacht), um mir dessen bewusst zu werden. Ovbowhl, die Fahrt heute war ja noch der grosse Grauss, denn die letzten 30km in der Stadt... na, ihr wisst schon, was ich meine... Aber das ist bereits vergessen und ich freue mich einfach an allem schoenen bisher....

09.05.2007  Tag 189
Bevor ich bald fuer einige Tage Stadtluft einatmen werde, wollte ich unbedingt nochmals raus aus Land. In Pukekawa fand ich eine entsprechendes Farm-Hostel, was eine absolut geniale Aussicht bot. Aber es hatte auch einen Haken: Fuer meine Begriffe hatte es definitiv zu viele Hunde dort. Ich war mir schon bewusst, dass es auf einem Bauernhof Tiere hat, aber eben... Es ist nun schon komisch, so vor der letzten Etappe in Neuseelannd zu stehen. Irgendwie waere ich drum nun am liebsten in London, denn solch letzte Tage sind ja nicht immer so toll. Ja, irgendwie habe ich die Akte Neuseeland, zumindest fuer diese Reise, fast schon geschlossen...

08.05.2007  Tag 188
Nachdem ich bei dichtem Vormittagsnebel noch die Autobiographie von Neuseelaender Edmund Hillary, (Erst-)bezwinger vom Mt. Everest gelesen hatte, konnte ich bei Sonnenschein doch noch eine Tour ohne Gepaeck unternehmen. Dabei gingen mir aufgrund des Buches sehr viele Gedanken (v.a. in Sachen Reisen) durch den Kopf und so bin ich nun echt gespannt, wie es wohl mit der Reise nach den Tagen in London weitergehen wird. Bleibt also dran und lest munter auf dieser Seite weiter...

07.05.2007  Tag 187
Zum bereits gehabten Thema "New Zealand Post" koennte ich inzwischen echt ein Buch schreiben, aber lassen wir's. Nun, bisher habe ich ja die Tage genossen, wie sie sich so gaben, doch heute befasste ich mich vorsorglich schon mal mit den letzten Tagen hier in Neuseeland, denn diese kommen nun voellig ungebremst. So habe ich mir fuer die letzten 4 Tage ein Bett gesichert und so auch eine Kartonschachtel fuer Muffgli. Man sieht also, auch beim Reisen entstehen Pendenzen und auch hier ist es schoen, wenn diese erledigt sind.

06.05.2007  Tag 186
Oftmals kommt mir eine Atappe wie ein musikalisches Werk vor, indem ich die Dirigentenrolle einnehme und das Tempo sowie die Intensitaet bestimme. So auch heute auf der letzten Coromandel-Etappe. Die Natur sind meine Musikanten, auch wenn nicht alle bewusste Toene von sich geben. So stellt z.B. ein ruhendes Meer ein Cello dar mit eben den beruhigen Toenen. Oder ein Kontrabass wiedergib eher die dunklen Regenwolken (nicht aber heute). Geigen verkoerpern kleine Tiere... usw. Aber ich kenne es doch auch eigener Erfahrung als Musikant.... Da sind auch ab und zu Misstoene, resp. Stoerfaktoren. Beim Velofahren sind dies ganz klar die motorisierten Fahrzeuge... Ansonsten waere eine solche Radtour echt ein musikalisches Meisterwerk.

05.05.2007  Tag 185
Als ich nach einer anspruchsvollen, dennoch aber sehr schoenen Tagestour nach Colville zurueckkam, merkte ich doch langsam, dass mich die Zeit nun nebst dem Radeln nur noch beschraenkt begeistern kann. Iregdwann hat man sich auch an die verschiedenen Backpackers-Unterkuenfte gewoehnt., v.a. wenn da nicht mehr so viele interessante Leute sind. Ja, es wird auch aus touristischer Sicht Winter. Doch dadurch waechst umso mehr meine Vorfreude auf die Veraenderung (England, London) und auf das Wiedersehen mit Freundin Monika.

04.05.2007  Tag 184
Ja, es kommen nun die Tage, wo alles irgendwie "das letzte Mal" wird. So pedalte ich heute zum letzten Mal auf einen etwas anspruchsvolleren Huegel auf 360m. Alles andere, was nun kommen wird, wird nicht mehr so hoch sein (ich schreibe von NZL, wohlverstanden...). Heute holte mich die Vergangenheit in Coromandel Town wiedermal ein. Das Gedicht "Oder an die grosse Reise" (siehe ganz viel weiter unten) entstand naemlich zu ganz intensiven Teilen genau an jenem Tisch, an dem ich das Abendessen heute genossen habe. Ja, ich erinnere mich noch gerne an die Weltreise und die damit bisher zweitbeste Zeit meiner beinahe 34 Labensjahre... A propos, wer sich am 19.5.2007 in London einfindet, der erhaelt ganz klar ein echtes Ale von mir bezahlt.

03.05.2007  Tag 183
Ich Sachen oeV beschraenke ich mich hier ja auf ein Minimum, doch heute beanspruchte ich den Service mal wieder, indem ich 3 min auf einer kleinen Faehre verbrachte, die mich von Whitianga aus ans andere Ufer brachte. Von hier aus startete ich auf eine Bilderbuch-Tagesreise, die mich an klingenden Namen wie Cooks Beach, Hahei, Cathedral Cove und Hot Water Beach vorbeifuehrte. Ich hatte dem echt nichts mehr hinzuzufuegen. Aber es wurde mir auch bewusst, dass die wohl die letzten ganz grossen Attraktionen dieser Neuseelandreises waren.

02.05.2007  Tag 182
Wetterberichtentsprechend setzte ich die Tour heute schon um 8h!!! fort. Es haette am saeten Vormittag wie aus Kuebeln regnen sollen. Doch was passierte? Ja genau, nur ein paar einzelne verlassene Regentropfen wagten den Weg vom Himmel auf die Erde und dies erst noch erst gegen Abend. Nun, zumindest hatte ich es mit mir selber gut gemeint, nicht? Die Strecke von heute entsprach ziemlich genau der Marathon-Distanz und so wurde mir mal wieder buwusst, welche Strecke da jeweils zurueckgelegt wird.... Nun ja, ist ja schon fraglich, wieso sich gewisse Leute sich so was antun - freiwillig!

01.05.2007  Tag 181
Der natuerlich beste Monat im Jahr, der Mai, begann mit sonnenschein beladenem Himmel und die Temperaturen stiegen nochmals auf 23 Grad. Die erste Coromandel-Etappe war noch nicht gespickt mit den ganz grossen Panoramen. Auf der Strasse heute traf ich heute nochmals die beiden Musikfreunde und es war schon witzig, sich auf der Strasse nochmals so zu unterhalten. Heute schlief ich im Bett, auf dem ich schon anno dazumal waehrend meiner 2 Neuseelandreise, ich glaube 2002, geschlafen hatte.

30.04.2007  Tag 180
Ich kam heute also Coromandel etwas neaher, wenn auch nicht viel - Petrus meinte es mit mir nicht so gut. So war ich nach der Regendusche um 13h bereits unter der warmen Dusche und kam dann vor dem Schwedenofen zu einigen Lesestunden, was doch auch ganz nett war. Aber ich befasste mich vorsorglich auch schon mit der Zukunft, denn in 14 Tagen geht es nach London und auch da moechte ich irgendwo schlafen....

29.04.2007  Tag 179
So, seit heute ist die Szene mit dem morgendlichen Beladen von Muffgli auch auf Video festgehalten, Marlies sei Dank! Mein weg heute fuehrte ueber Matamata (auch bekannt als Hobbiton, Drehort aus "Herr der Ringe") nach Te Aroha. Ich wollte den guten Tag nuetzen, denn es sollen ja noch einige Regentage anstehen. Langsam aber sicher komme ich dem letzten Highlight meiner Neuseelanreise naeher, der Coromandel-Halbinsel. Ich bin gespannt und freue mich druaf und hoffe, dass die Wettergoetter mich auf der Fahrt dann unterstuetzen werden.

28.04.2007  Tag 178
Ich schnupperte heute mal wieder etwas Marathonluft beim Rotorua-Marathon, war aber gleichzeitig etwas enttaeuscht von der Atmosphaere im Zielraum, da kam absolut keine Stimmung auf. Dennoch krubbelte es in meinen Beinen, koennt ihr euch ja sicher vorstellen. Mitte Nachmittag traf ich dann wie vereinbart Markus und Marlies von der Musikgesellschaft und mit ihnen gab es einen sehr gespraechigen Nachmittag und Abend. An dieser Stelle danke ich euch nochmals herzlich fuer die nette Einladung zum Znacht, ich habe es sehr genossen - merci!!

27.04.2007  Tag 177
Was fuer ein Freudentag - nebst dem angenehmen Pedalen. Ein tolles Telefon mit Freunden aus der Schweiz zu Tagesbeginn und zwei SMS mit freudigen Nachrichten.... Morgen ein Wiedersehen mit Freunden aus der CH hier in Rotorua und dann das Wissen, dass ich in 3 Wochen meine Freundin Monika in London wiedersehen werde.... Was wollte ich noch mehr? Ach ja, ich feierte dies mit einem gediegenen Abendessen und einer Flasche Shiraz. So bin ich nun zum 3. Mal auf dieser Reise in Rotorua, quasi einem Dreh- und Angelpunkt fuer mich...

26.04.2007  Tag 176
Ohne das Streckenprofil von heute zu kennen, war es quasi eine Fahrt ins blaue, resp. wettertechnisch ins graue. Die Landschaft wchselte heute von oedem Farmland in doch ganz attraktives Farmland mit einigen tollen Gesteins- und Felsformationen in den Feldern. Hier, das heisst, an diesem Punkt wo ich heute uebernachte ca. 25km von Te Awamutu weiss ich nicht mal, wie es heisst.... Ist auch mal was, an einem vom Namen her unbekannten Ort zu naechtigen. Aber Hauptsache ist ja, ein angenehmes Bett zu wissen, nicht?

25.04.2007  Tag 175
Ich moechte diesen Tag ohne Spektakel nuetzen, um ein paar Worte zu meinem Begleiter Muffgli loszuwerden. Klar, wir haben uns nun doch schon gut aneinander gewoehnt. und sind ein eingespieltes Team, welches auch ohne grossen Wortwechsel auskommen kann. Muffgli neigt kaum dazu, mir zu wiedersprechen und macht so meist das, was ich will. So wartet es auch immer geduldig am Strassenrand, wenn ich dann man pipi muss. Aber auch Muffgli zieht es praktisch jeden Tag hinaus, so wie mich ja auch. Ich hoffe, dass wir auch weiterhin derart gut harmonieren und noch vieles tolles erleben werden. Es stehen ja noch einige km vor uns. Muffgli, bleibt einfach so, wie du bist, denn so bist du eine Wucht.

24.04.2007  Tag 174
Rotorua-Taup, das hatten wir doch schon mal, nicht? Richtig, vor knapp 5 Monaten war dies schon der Fall. Heute aber waehlte ich eine andere Route und das Wetter war auch einiges angenehmer als anno dazumal. Sehr intensiv genoss ich heute das Farbenspiel der Natur. Zu Beginn dominierte noch der Nebel, dann kam der blaue Himmel zuvor, was der Sonne erlaubte, die Herbstfarben der Baeume zu zeigen... toll! Schoen war auch, taupo mal bei Sonnenschein zu erleben. Wenn ich heute so daran denke, dass ich in 3 Wochen wieder zurueck in Europa sein werde, na ja, dann..... Irgenwie kann ich es mir noch gar nicht so richtig vorstellen.... Aber freuen tue ich mich dennoch....

23.04.2007  Tag 173
Nach herzlichen Byebye von Ted und Win setzte ich Muffgli wieder in Bewegung mit Etappenziel Rotorua. Ich haette eigentlich nicht mehr damit gerechnet, nochmals hierher zu kommen, aber dieser Weg war mir lieber als der sogenannte "Suizidhighway" ueber Tauranga. Im Gegensatz zum 25./26.11.06 genoss ich nun eine massiv bessere Unterkunft und verbrachte den Abend mit Stefen, den ich wieder auf dem Weg traf. Beim Znacht meinten wir es sehr gut und das endete damit, dass wir an die Leistungsgrenze stiessen,was unser Magen aufnehmen mochte, denn auch nach einer Velotour sind 500gr Spaghetti und 600gr. Beefgehacktes nicht wenig... Ich wusste nicht, ob es die Tour oder das Essen war, auf jeden Fall war ich sehr sehr muede, als ich schlafen ging.

22.04.2007  Tag 172
Ted und Win waren heute meine persoenlichen Gastgeber in Whakatane. Es waren dies zwei nette Kiwis so um die 80 und gleichzeitig die Eltern von Pamela, bei der ich ja in Palmy schon hausen durfte. So erfuhr ich von Ted, wie es war, vor 60 Jahren mit dem Velo rund um Neuseeland zu reisen. Da gab es Strassen, die existierten eigentlich noch gar nicht. Ja, das waren noch Leistungen... Hut ab! Ich haette seinen Ausfuehrungen wohl stundenlang zuhoeren koenne, es war sehr spannend. Langsam aber sicher merke ich, dass die Familie der Tourenfahrer auf dem Velo eine sehr herzliche und wohlgesinnte ist, die immer eine offene Tuer hat.

21.04.2007  Tag 171
Das Wort zum Sonntag gehoert der "New Zealand Post"! Nun, die bringen es doch tatsaechlich fertig, Postkarten anstelle in die Schweiz zu schicken, nach Dubai oder nach Taiwan zu senden. Das ist das eine. Andererseits bestehen offenbar Missstaende, wenn es darum geht, ein "Poste Restante"-Paeckli von Gisborne nach Rotorua weiterzuschicken. Ich musste die Schalterangestellte erst mal aufklaeren, was "postlagernd" heisst. Nach einigem hin und her, sowie deren 5 Telefonen hoffe ich, dass es nun mit der Post klappt, obwohl es eine Harakiri-Aktion von mir under Post war.

20.04.2007 Tag 170
Nach 6 Tagen etwas weg von der “Zivilisation” kam ich heute nach Opotiki, wo ich es genoss, mal wieder in einem richtigen Supermarkt einzukafen. Schon toll, was es da so gibt. Komisch, dass einem solch sonst alltaeglichen Sachen speziell auffallen. Es gibt hier auch wieder richtige WC's, nicht mehr diese Kompost-Haeuschen... Man gewoehnt sich aber rasch wieder an die zivilisiertere Welt, keine Frage. Zurueckschauend habe ich echt 6 tolle und regenfreie Tage im Eastcape erlebt, die ich absolut nicht missen will. Es ist quasi ein Veloparadies im Paradies Neuseeland.

19.04.2007  Tag 169
Wieder einmal darf ich viel schwaermen... entlang der Westkueste des Eastcapes gab es unzaehlige tolle Plaetze, um Photohalte einzulegen und einfach zu geniessen.Das B/Ps in Maraehako war direkt am Wasser gelegen, wow was fuer ein Ort!! Ein Paradies - zweifelsohne! Ebenso gut war der Znacht, wozu ich von Edi aus Deutschland eingeladen wurde. Es gab superfeine Spaghetti und ja, der Edi kennt sich auch in Sachen Wein ganz gut aus. Danke dir Edi fuer die tolle Geste und den Gourmet-Abend!!

18.04.2007  Tag 168
Die "v" von vor einigen Tagen wiederholten sich heute wieder, doch es waren dies heute Grossbuchstaben, also sah das Pfofil anstatt vvvvvvv VVVVVVV aus. Das ging doch mal ganz schoen in die Knie. Den ersten Teil des Tages war ich zusammen mit Stefan aus Deutschland unterwegs, in Tikitiki trennten sich aber unsere Wege. In hick's Bay kam ich zu Mel's Place, dem Backpackers. Der Ort selber ist absolute Spitze, die Unterkunft koennte noch einiges an Verbesserungen vetragen, aber ich bleibe ja nur eine Nacht. Abends hatte ich sehr kalt, denn der Suedwind ganb mal wieder alles. Dafuer war das Wetter in Sahcen Naesse besser als die Vorhersage: Kein Regen heute!!!

17.04.2007  Tag 167
Noch faul im Bett liegend genoss ich durch das Fenster den Sonnenaufgang so um die 6.30h - was fuer ein toller Tag musste da bevorstehen... ein velofreier mal wieder. Es tat gut, heute einfach sein zu koennen und nichts zu muessen. Beim Eindunkeln gingen vier zu viert zum Crayfisch-Fangen, mit Netz und Koeder ausgeruestet... Nun, Fazit dieser Story: Einige Biers getrunken und Null (0), sprich zero Crayfische mit nach Hause genommen... Aber dafuer war die Sonnenuntergangsstimmung auf dem Pier spitze...

16.04.2007  Tag 166
Innerhalb von 9 Tagen traf ich heute zum 4. Mal auf Colin und Teresa aus England. So war zumindest der 2. Teil des Tages wieder geritzt... toll war's mit ihnen bei Wein und so... Zuvor erlebte ich manch tollen Augenblick auf der Strasse durch einsame Pfade im Eastcape. Muffgli erhielt heute nach einer Erkundungstour hinten seinen 4. neuen Schuh, aeh, resp. neuen Reifen. Ich wollte ihn ja schon in Nelson ersetzen... nun ja, er hielt noch flott durch. Nach einigen ruhigen Minuten mit Blick auf den phantastischen Sternenhimmel legte ich mich sehr muede schlafen.

15.04.2007  Tag 165
Wenn ihr etwa 8 kleine "v" nebeneinander ohne Abstand aufschreibt, dann koennt ihr euch ein Bild machen, wie die heutige Etappe im Hoehenprofil ausgesehen hat. So wird's nun wohl bis Opotiki weitergehen... Mit der heutigenh Start-Etappe im Eastcape befuhr ich quasi auch maorisches Hohheitsgebiet, denn als "Weisser" ist man hier schon fast eine Raritaet. Aber dies gibt dieser Region den gewissen Touch. Es ist, um es simpel auszudruecken, einfach speziell hier. Speziell war heute auch der Znacht, denn ich hatte keine Lust zum Kochen und liess mich so mit einem Beefburger mit Pommes Frites verwoehnen, quasi die typische Nahrung fuer den Velofahrer....

14.04.2007  Tag 164
Es gibt Tage, da lassen sich die Highlights aufs Wetter reduzieren... so auch heute, es war sonnig, aber das war es auch schon. Die Fahrt bot wenig Spektakel nebst einem langen Anstieg gleich nach der Abfahrt in Morere. Gisborne ist eine weitere Stadt zum Abhaken. Aber man kann ja nicht immer gewinnen, oder? So freue ich mich nun schon am Vorabend auf die Erkundung des Eastcapes..

13.04.2007  Tag 163
Bevor eine maechtige dunkle Wolke am Himmel mich einholen konnte, kam ich noch zeitig an einen Unterstand... ja und da blieb ich, bis der Regen nachliess, obwohl nur noch deren 8km bis Morere bevorstanden. Aber schliesslich hatte ich gestern genug Wasser abbekommen. Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. So traf ich beim Backpackers noch einmal auf Colin und Teresa und hielt mich dann laenger noch bei ihnen in der Cabin auf bei Tee und Biscuits. Sie machten aus dem eher tristen und kuehlen Tag doch noch einen Tag mit Humor und Geselligkeit.

12.04.2007  Tag 162
Da Tage wie den heutigen Baende sprechen, versuche ich's in abstrakter Form: Andrea und Brian gingen arbeiten und ueberliessen mir ihr Haus - schwacher Nieselregen, dennoch Aufbruch in Richtung Norden - immer mehr Wasser von oben, staerker werdender Suedwind - viele ueppige Steigungen - Schuhe fuellten sich allmaelich mit Wasser, hatte aber keine Lust, meine Regenutensilien zu montieren - nach Cappuccino-Halt noch immer 60km vor mir bis Wairoa - dazwischen einfach nichts - viele Regentropfen auch auf der Brille waren nicht der Hammer - ups, kam auf ueberraschende 1400 Hoehenmeter im total heute! Wairoa, Kaff am Wairoa River, aber ich goennte mir ein Einzelzimmer und eine Flasche Wein...

11.04.2007  Tag 161
Obwohl's ja nur eine Zahl ist, ich freute mich dennoch auf meine ersten 10'000km, die heute Tatsache wurden. In Napier, nach einem Erdbeben 1931 im Art Deco-Stil wieder aufgebaut erkundete ich die Umgebung und hatte dazu bis ca. 17h Zeit. Danach gings etwas stadtauswaerts zum Haus von Andrea und Brian, zwei sehr begeisterten Tourenfahrern, bei denen ich eine Nacht wohnen konnte und dann auch wunderbar verpflegt wurde. Ich genoss die ueberwaeltigenden Gastfreundschaft sehr mit Dusche, Apero, Znacht, guten Talks und schlussendlich mit einem grossen Bett. Ich hoffe, noch oft bei WarmShowers-Gastgebern unterkommen zu koennen.

10.04.2007  Tag 160
Das Photo des Tages schoss ich, als ich auf meiner Tagestour kreuz und quer durch die Umgebung fuhr. Ich knipste ein Schaf, ein Esel und einen Strauss, die alle drei auf dem selben Feld waren - wow!! Toll praesentierten sich auch die unendlich vielen Weingueter. Ja, hier liesse es sich doch auch leben, nicht? Per Zufall tauchten am Abend wieder Colin und Teresa am selben Ort auf. Ergo, wir konnten wieder herzhaft lachen und so freue ich mich umso mehr, sie evtl. bald mal in England besuchen zu koennen. Und ja, morgen gibt es etwas zu feiern...

09.04.2007  Tag 159
Ich geniesse es stets, zu sehen, wie die Umgebung auf mein Erscheinen reagiert. Hab glaub auch schon mal etwas darueber berichtet... Die Tiere, vor allem die Schafe sind ja eine bekannte Spezies hier im Land. Ich habe inzwischen ein neuse Hobby gefunden und begonnen, die Schafe jeweils mit der Veloglocke zu gruessen. Offenbar aber behagt ihnen dies nicht so, denn so kann ich die Schafe sehen, wie sie in einem umglaublichen Sprint von mir wegduesen. Och, die Ohren sehen da sooo toll aus. Ist echt lustig, dieses Hobby und schliesslich ist ja Muffgli aus einem Grund mit einer Klingel ausgeruestet worden. Also, liebe Schafe, gebt weiter schoen acht, der Mann mit der Klingel ist unterwegs...

08.04.2007  Tag 158
Der weltweit laengste Namen eines Ortes ist hier gleich um die Ecke. Das Dorfeingangsschild umfasst deren 85 Buchstaben und ich 10m breit. Beim Phototermin mit Muffgli und mir kamen wir uns dabei schon etwas verloren vor. Nun, diese Name beschreibt eigentlich eine Begebenheit... da frage ich mich: Wieso heisst z.B. Egnach 'Egnach'? Abends dann erlebte ich den britischen Humor in doppelter Reinkultur, einerseits aufgrund einer TV-Serie, andererseits durch Colin Teresa, beide aus England und um die 60. Bei echt fast jeder Redewendung hatte ich zu lachen....

07.04.2007  Tag 157
Von sich schliessenden Kreisen hatte ich zuvor schon geschrieben, nicht? Heute war es halt wieder so, doch der Ursprung dieses Kreises liegt 4 1/2 Jahre zurueck, als ich schon mal auf diesem Bauernhof in Wanstead uebernachtete. Heute las ich meinen Eintrag im Gaestebuch von damals... komisch.... Wie schon damals konnte ich auch heute eine sehr geruhsame Nacht im Niemandsland und nur umgeben von Tiergeraeuschen geniessen. Heute kam dann zum Znacht auch noch der 7dl dazu -wow! Was wollte ich da noch mehr?

06.04.2007  Tag 156
Es war nicht nur Kar-, sondern auch Klarfreitag - absolut herrliches Wetter begleitete mich heute auf der Fahrt. Ohne konkretes Ziel fuhr ich los und so beabsichtigte ich dann spaeter, in Norsewood, ein 300-Seelendorf, zu uebernachten, da es 2 Moeglichkeiten gab dort. Doch ich kam an, beim Backpackers war niemand zu finden, das Hotel war geschlossen. Da ich aber offenbar einen etwas verlorenen Eindruck machte, wurde ich angesprochen und so kam die spontane Hilfe der Kiwi's ins Spiel. Eine Stunde spaeter kam dann Stan, extra 25 hergefahren, um mir die Tueren seines Backpackers, ein tolles Huesli, zu oeffnen. So genoss ich den geruhsamen Freitag abend ganz alleine fuer mich und war froh, hatte ich noch eine Portion Notfall-Essen dabei. Nur der 7dl hat noch gefehlt....

05.04.2007  Tag 155
Geplant eigentlich die Weiterfahrt nach Norden, doch kaum hatte ich den Sattel unter dem Allerwertesten, hatte ich so unangenehm drueckende Stellen. Drum entschied ich mich sponatn, nochmals eine Nacht in Palmy zu verbringen, wechselte aber in ein Backpackers, da noch ein toller Zufall mit hineinspielte. So hoffe ich, dass die besagte Stelle bald wieder geheilt sein wird und mich beim Fahren nicht belaestigt. Ansonsten muss ich einfach auf die Zaehne beissen.

04.04.2007  Tag 154
Stets war ich davon ueberzeugt, gut im Kartenlesen und in Sachen Orientierung zu sein. Doch heute machte ich einige unnoetige km in Palmerston North. Nun, es gibt da eine Webpage www.warmshowers.org, wo man nach Leuten suchen kann, die Velofahrenden gratis Kost und Logie zur Verfuegung stellen. Ja, und in Palmi eben gibt's so einen Platz und dahin fuehrte heute mein Weg, aber eben auf Um-, resp. Irrwegen. Es war noch schraeg, einfach bei Fremden zu laeuten und sich als Gast zu geben. Natuerlich hatte ich gestern telefonisch 'reserviert'. Aber das funktioniert offenbar tip top. So wurde ich verkoestigt und bakam ein nettes Bett fuer die Nacht, dies nebst interessanten Geschichten rund ums Biken. Das wird uebrigens weltweit angeboten, auch ich bin nun 'Member'.

03.04.2007  Tag 153
Es gab doch tatsaechlich mal wieder einen platten Reifen... doch nicht bei Muffgli, nein. Es waren 2 Maori-Frauen, die mich vom Strassenrand her zum Anhalten baten, neben ihr ein protziger Gelaendewagen, vorne links Platten. So kam ich gleich zuenftig ins Schwitzen bei diesem Radwechsel, so ein Rad ist ja brutal schwer. Aber es gelang mir, diese Arbeit mehr oder weniger fachmaennisch zu meistern und die beiden hilflosen Gestalten waren offenbar sehr froh, bin ich ihnen begegnet. Aus dem Trinkgeld kaufte ich mir einen Tropfen Wein. Uebrigens, diese Geschichte ereignete sich auf dem Rueckweg vom Castlepoint, einem absolut spektakulaeren Platz an der Pazifikkueste. Die 130km heute waren es wert, gefahren worden zu sein.

02.04.2007  Tag 152
Als Minimalist moechte ich mich nun schon nicht ganz bezeichnen. So entschied ich mich heute fuer diverse Nebenstrassen fuer die Fahrt nach Masterton. Dies ergab 3mal soviel km, als wenn ich der stark befahrenen Hauptstrasse entlang geradelt waere. Aber wer will das schon? So war ich praktisch immer alleine unterwegs, aber... nun kommt das grosse ABER: Muss man dann mal pinkeln (muss ich ja oft), dann hat man genau in diesem Moment auch Zuschauer aus vorbeifahrenden Autos. Gemaess einer Hochrechnung meinerseits ergibt dies eine Wahrscheinlichkeit von 1.7%. Fuer die Grundlagen dazu koennt ihr mich per Email kontaktieren. Ihr seht, beim Radeln gehen einem doch sehr fundamantale Problemstellungen durch den Kopf!!!

01.04.2007  Tag 151
Nach dem 'waere' und 'haette' von gestern stellte ich mich heute der windigen Herausforderung. Ha, ich Armer... moegt ihr wohl denken, gaell! Aber nein, der Wind wehte von der fuer mich stets korrekten Richtung. Ach, wie genoss ich es dann, ausserhalb der Hauptstadt wieder laendlichere Gefielde zu haben. Nach knapp 70km kam ich in Featherston an, haengte aber noch eine lockere Tour rund um den Lake Wairarapa (ohne Gepaeck) an, da ich noch Unmengen an Energie in mir hatte. Die musste einfach raus.

31.03.2007  Tag 150
Waere ich heute auf der Faehre gewesen, waere ich seekrank geworden. Waere ich heute geradelt, ich waere wohl kaum vom Fleck gekommen. Der Wind tat dem entsprechenden Ruf der Stadt alle Ehre! So hielt ich mich vorzugsweise mehr in den Gebaeuden als auf den Strassen auf. Trotzdem kam's mir vor wie eine Art Ueberdosis in Sachen Stadt. Ich muss wieder raus und pedalen. Als ich heute einem Triathlon als Zuschauer beiwohnte, da kam schon wieder so ein Kribbeln in mir auf und ich waere gerne auch unter die Athleten gegangen. Aber auch ich werde mal wieder unter ihnen sein, sei es auch nur fuer einen Marathon....

30.03.2007  Tag 149
Nach der dunklen Faehrfahrt vom 24.12.2006 erlebte ich die Fahrt heute bei Tageslicht und tollem Wetter natuerlich viel intensiver und hielt mich entsprechend die gut 3 Stunden stets auf dem wetterdeck auf und genoss die Marlborough Sounds ein letztes Mal. In Wellington spuerte ich gleich wieder die unliebsame Hektik des Stadtlebens... ufff! Nun, ich ahnte es, dass es nach der Luxus-Unterkunft in Picton wohl nicht mehr so kommen wird. Und ich wurde entsprechend nicht zum positiven ueberrascht. Das BP in der Stadt behaust sehr viele Touristen und ist dadurch halt, na ja, was soll ich sagen, nicht so das, was ich eigentlich suchte, aber ich werde es auch hier aushalten....

29.03.2007  Tag 148
Ich, resp. mein Name, hinterliess eben vor 3 Monaten hier wahrlich einen guten Eindruck. So wurde vor 2 Monaten das Grosskind der Gastgeber auf meinen Namen Lukas (mit "k" wohlgemerkt) getauft. Dies zu erfahren freute mich natuerlich sehr und ich erinnerte mich noch, wie die Mutter an Weihnachten schwanger war. Nun, heute war nochmals ein totaler Servicetag: Muffgli erhielt vorne neue Bremskloetze, ich selber einen neuen Haarschnitt und die Waesche wurde gewaschen. So bin ich nun eigentlich reisefertig fuer morgen und freue mich auf die kommende Herausforderung, die da heisst: Wellington - Auckland vie Napier, Eastcape und Coromandel.

28.03.2007  Tag 147
Seltsam war's, so nach 3 Monaten auf der Suedinsel heute wieder in Picton einzufahren und so den Kreis der Suedinsel zu schliessen. Ich halte mich hier fuer 2 Naechte im selben B/Ps auf, schon wie bei der Ankunft auf dieser Insel am Heiligen Abend. Offenbar hienterliess ich dazumals keinen schlechten Eindruck, denn als Dank fuers Wiederkommen erhielt ich ein Upgrade in ein Einzelzimmer - wow, der totale Luxus. Na, wenn dies kein toller Schlusspunkt der Suedinsel ist??? Ja, so liegen Kontraste oft zusammen - einerseits die (traurige) Tatsache, dass ich nun die Suedinsel bereits abgefahren habe und andererseits die wunderbare Gastfreundschaft der Kiwis.

27.03.2007  Tag 146
Abschiede - ja das sind immer Dinge... Heute war es wohl der waermste und herzlichste je von Gastgebern in Neuseeland, es ging schon ein wenig unter die Haut. Sharon und Mick sind echt zwei ganz grosse Menschen. Vielleicht trifft man sich ja mal in Kanada, eingeladen bin ich auf jeden Fall. Danach fuhr ich die Strecke vom 28.12.2006 wieder, jedoch in anderer Richtung und haengte danach noch etwas an, um eine offene Luecke auf der Landkarte zu schliessen... So bin ich wieder einmal mehr an einem Ort, wo ich bereits einige Stunden meines Lebens zuvor verbracht hatte.

26.03.2007  Tag 145
Nach diversen besuchten Eckpunkten (Cape Reinga, Slope Point, Cape Farewell) stand ich heute auch noch bei geografischen Mittelpunkt von NZL und genoss hier einen tollen Ausblick auf Nelson. Wie bereits gestern gab es auch heute abend noch herzhaft viel zu lachen, was vor allem den beiden Deutschen Lina und Daniela zu verdanken war. Wuensche euch an dieser Stelle schon mal viel Spass beim Apfelpfluecken. Uebrigens, Muffglis Hinterreifen hatte in den letzten Tagen wohl etwas viel Gummi liegen lassen, muss drum wohl oder uebel mal einen Wechsel dessen vornehmen.

25.03.2007  Tag 144
Auf der Fahrt nach Picton erschrak ich, als ich in dieser Grossstadt zmal wieder auf ein Lichtsignal traf. Irgendwie war ich vorhin doch eine Weile in einer anderen Welt ohne das "Rot" und "Gruen" auf den Strassen. Abends traf ich im Backpackers auf Mick, der das Haus ferienaushilfsmaessig betreut. Er ist aus Kanada, Nova Scotia. Der Zufall wollte es, dass wir mit dem damals tragischen Absturz von SR111 ein Gespraechsthema fanden, denn er war damals auf einem Bergungsschiff bei der Arbeit und hat so einige Kollegen der SR Technics kennen gelernt. Ja, klein ist die Welt...

24.03.2007  Tag 143
Noch einmal kam ich in den Genuss des "Monsters". trotz starker Sonne kroch ich die 800m rauf. Der Teil abwaerts war fuer die Haende und Finger Schwerstarbeit, da ich der vielen Kurven wegen dauernd auf den Bremsen war, ansonsten war's toll, sich einfach fahren zu lassen. Langsam wird es mir schon fast etwas unheimlich, denn auch Ende Maerz nun scheint die Sonne noch wie im Hochsommer. Von mir aus darf es so  auch noch die naechsten 7-8 Wochen weitergehen.

23.03.2007  Tag 142
Um 8.15h kam ein Telefon fuer mich... Wer um alles in der Welt wusste, dass ich hier im Kiwiana "wohne"? Es war Fredi aus Deutschland, den ich gestern kennen gelernt hatte. Er wollte mich auf seine "Farm" einladen. Nun, wie sich noch beim Zmorge bei der Diskussion herausstellte, ist dort bei dieser besagten Farm auch ein Schwulen-Backpackers. Na ja, drum liess ich den Besuch dann bleiben und genoss den Tag mit einer tollen Rundfahrt. Was mir nicht aus dem Kopf ging: Sehe ich wie ein potentieller Kandidat dieses Fredi's aus? Hoffe ja nicht... Wie auch immer und sowieso, morgen ziehe ich wieder weiter...

22.03.2007  Tag 141
Zugegeben, ich bin ein Zahlenmensch... so interessieren mich Zahlen und Nummer. Einem Artikel aus der Zeitung entnahm ich heute, dass hier in NZL tagtaeglich 3 Mio. Plastiksaecke in den Supermaerkten abgegeben werden, dies bei nur etwas mehr Einwohnern. Das ist ja schon ein Irrsinn, trotzdem schlug ich heute auch wieder mit deren 2 zu Buche. Aber in den Packtaschen am Velo machen sich diese Knittersaecke doch ganz gut und sind ideal. Ein Hoch also fuer die Velofahrer und die Plastiksaecke:-)

21.03.2007  Tag 140
Beim Reisen trifft man auf der Strasse oft sehr spezielle Leute an, aber auch mit Tieren auf der Strasse kann man einiges erleben... So auch heute, als ich eine gemuetliche Tagesrunde drehte... Ich staunte nicht schlecht, als ich etwas traeumend ploetzlich eine schwarze Kuh vor mir auf der Strasse sah. Offenbar konnte sie sich von der Umzaeunung befreien und stellte sich so eben mir in den Weg. Da liess auch ich mal wieder einen Schwarzen liegen. Dadurch zuckte das milchproduzierende Wesen zur Seite und ich konnte wieder weiterfahren. Vielleicht sollte ich etwas weniger traeumen auf der Strasse???

20.03.2007  Tag 139
Nach der Weltreise 2003/04 sagte ich, dass die Cape Farewell Region etwas vom schoensten ist, was Neuseeland zu bieten hat und heute unterstreichen ich diese Aussage ganz dick. Es war ein Hammertag ganz oben der Suedinsel: Die unendliche Weite des Farewell Spits (die Sandduene), das Cape Farewell selber und die bizarren Felsformationen im Wasser an der Wharariki Beach. Auch das alles muss man gesehen haben, um die Schoenheit zu glauben. Viel Sonne und auch Sandstuerme am Beach unterstuezten diesen sehr eindrucksvollen Tag. Ich bin froh, habe ich diese Region aufgespart fuer das langsam herankommende Ende auf der Suedinsel.

19.03.2007  Tag 138
Takaka Hill! Bei diesen 2 Worten meinte ich langsam, es erwarte mich ein Monster, wenn ich den vielen Worten anderer Glauben schenken wollte. Aber es waren ja nur 800m Stiegung, verteilt auf 15km, also... Oben angekommen war die Aussicht und die Momente des Geniessens einfach super toll! In Collingwood, im Herzen der Golden Bay, angekommen fuehlte ich mich wieder fast wie zu Hause, war ich doch schon auf der Weltreise im selben Hostel. Am Abend war ich fasziniert vom sehr klaren Sternenhimmel... wow!

18.03.2007  Tag 137
Radeln, Wandern und wieder Radeln.... so sah der Tag grob gesehen aus. Aber auch starke Winde praegten ihn, so vor allem auf der Wanderung entlang dem Abel Tasman Track. Ich war jedoch nur 2 mal 1 Stunde unterwegs, aber ich genoss die Schoenheit des Weges entlang der Kueste sehr. Ich wusste schon fast nicht mehr, was Fortbewegung zu Fuss ist:-) Aber ich ziehe das Radeln noch immer vor, aber frueher oder spaeter wird sich dies sicher wieder aendern, wenn ich mal wieder marathoenlen werde.

17.03.2007  Tag 136
Nach einer Tagestour bot ich Jelka aus Bern Hand, um den km-Zaehler an ihrem Velo zu montieren. Es tat gut, mal wieder etwas technisches tun zu koennen, wenn sich auch der Erfolg nicht gleich im ersten Atemzug einstellte. Zuvor schnupperte ich noch etwas Reiseliteratur fuer evtl. bevorstehende Laender in Europa. So konnte ich meine Vorfreude ziemlich stark intensivieren. Bei feinen Gschweltis liessen wir den Abend einlaeuten , spaeter mit weiteren Reiseberichten von Wim aus Holland ausklingen. Und ja, wir bekamen eine Stunde geschenkt -> Zeitumstellung auuf Winter!

16.03.2007  Tag 135
Obwohl sich die Landschaft oft bilderbuchmaessig praesentierte, hielt ich nicht mehr derart oft an, wie ich es wahrscheinlich anfangs der Reise getan haette, man wird halt schon auch etwas ruhiger. Ich muss ja schliesslich auch noch etwas Platz hagen fuer Photos vom Abel Tasman Nationalpark:-) So gelangte ich heute zu dessen Ausgangspunkt nach Motueka., etwas touristisch zwar, aber dennoch ganz nett. Es war hier auch an der Zeit, mal wieder Herr und Meister ueber den BBQ-Grill zu sein. Ach, waren diese beiden Steaks zu je 200gr gut... hmmm! Das glaubt ihr gar nicht...

15.03.2007  Tag 134
Kaum auf der Strasse fuehlte ich gleich wieder ein neues Lebensgefuehl, denn es war beinahe seltsam, nach 3 Tagen Pause wieder auf dem Velo zu sein. Ich wurde zwar auf dem ganzen Weg sicher 5 mal nass und 5 mal wieder trocken, dennoch kam ich in den Genuss der tollen Landschaft des Buller Gorges. Auch bei Regen haben solche Taeler gewisse Reize, v.a. die vielen kleinen Wasserfaelle... Nach der Ankunft hatte ich erstmals auf dieser Reise Kraempfe im rechten Oberschenkel, ich weiss auch warum... habe naemlich nur gerade 1 Banane gesessen auf der ganzen Tour. Es tat mir sicher gut, auch mal wieder nass zu werden, denn so werde ich die Sonne wieder viel mehr geniessen.

14.03.2007  Tag 133
Kuehl-nasse Gewitter- und Hagelwetter zwangen mich auch heute, noch einen Tag in Westport auszuharren. So stolperte ich auch ein 3. Mal entlang der Hauptstrasse und konnte wieder nichts erkennen, was mein Herz haette hoeher schlagen lassen. Mit der Zeit bekommt man schon das Gefuehl, dass die Doerfer und Staedte alle etwa gleich aussehen. In dieser Hinsicht wuerde Neuseeland etwas mehr Abwechslung sicher nicht schaden. Nun bin ich wieder ausreichend ausgeruht und bereit fuer Muffgli und die Strassen....

13.03.2007  Tag 132
Bill Bryson, der bekannte Reiseautor, zog mich heute mit "A Walk in the Woods" in seinen Bann. Es war die perfekte Lekture fuer einen verregneten Tag wie heute. Viele kleine Anektoten aus seinem Buch konnte ich bereits auf meiner Reise kennenlernen. Ja, ich wuenschte mir, ich koennte von meiner Reise im selben humoristischen Stil ein Buch schreiben, waere doch was, nicht? Nun, vom Hochsommer eben noch habe ich heute das Gefuehl bekommen, dass bereits der Winter Einzug gehalten habe, es war schon seehr kalt und ich friere ja noch immer sehr gern:-

12.03.2007  Tag 131
Da ich in letzter Zeit aft etwas (wie sagt man, taube Haende?) hatte, bekam Muffgli heute neue Handgriffe montiert. Es war naemlich nicht immer angenehm, in den Haenden so ein komisches Kribbeln zu haben. Auch nahm ich mir die Zeit, Muffgli mal wieder zu putzen und zu schmieren. Nun, Westport laedt nicht wirklich ein, um etwas Phantastisches unternehmen zu koennen. Per Zufall erhaschte ich aber noch einen spannenden Velofahrerbericht ueber eine Tour in Australien. Na ja, aber solch eine Tour stelle ich mir dann schon als sehr mutig und halsbrecherisch vor. Zum Glueck gibt es da noch angenehmere Laender zu erkunden.

11.03.2007  Tag 130
Ja, heute musste ich leiden... Zuerst stand ich mit etwas Bauchschmerzen auf, dann kam ich nicht wirklich auf Touren beim Fahren, es fehlte der gewisse Sprutz und so war ich nach der Ankunft in Westport fix und fertig. Eine Erklaerung fuer die heutige Gratwanderung fand ich bisher nicht. Mit einem erhofften ruhigen Abend wurde es auch nichts, denn x Reisende vom Kiwi Experiene (Teenager-Bus) hausten im selben Hostel. Obwohl ich ja die Strecke von heute gestern schon mal gefahren bin (in anderer Richtung natuerlich), empfand ich die Landschaft intensiver, auch wenn ich dauernd eine Strassenbreite mehr vom Meer entfernt war.

10.03.2007  Tag 129
Gestern vergass ich glatt, Milch einzukaufen, drum musste ich aufs Mueseli verzichten. Irgendwie merkte ich es auch, ich fuehlte mich nicht in Topform, als ich an Ende der Welt nach Karamea radelte. Oder war es der Bart, der zuviel Luftwiderstand verursachte? Abends war's mal wieder soweit, deutsch und franzoesisch waren hoffnungslose Versuche, mich mit Francis aus Nyon zu verstaendigen, ergo wir unterhielten uns halt im gewohnten englisch....Ich kann's eigentlich kaum glauben, dass ich nun bereits wieder auf etwa der Hoehe von Nelson / Picton bin....

09.03.2007  Tag 128
Es gibt sie also doch, die Paradiese auf Erden. Heute erlebte ich gleich deren zwei: Eines entlang der Westkueste zwischen Punakaiki und Westport aufgrund der atemberaubenden Kuestenlandschaft. Ein zweites fand ich im Hostel in Hector, 100m ueber der Tasman Sea gelegen, total im Niemandsland. Dafuer war die Aussicht etwas vom tollsten, was man sich vorstellen kann. Einfach paradisisch oder Himmel auf Erden... Auf alle Faelle unvergesslich, so auch die Gastfreundschaft von David und Ina. Mir waere es hier etwas zu einsam, aber fuer so eine Nacht war es der Hammer, vor allem bei Sonnenuntergang mit einem Glas Wein und einer Moods auf der Veranda....

08.03.2007  Tag 127
53 Tage dauerte es bis sich heute in Greymouth der grosse Suedkreis schloss, na ja.... Time is running! Ich genoss es auf den Strassen heute so richtig, denn v.a. die Einbahnbruecken waren toll, da mussten oft die Autos hinter mir herfahren... ha ha.Da war nichts mit bloesinnigem Ueberholen....Das Etappenziel war nach etwas Nieselregen dann in Punakaiki bei den Pancake Rocks. Obwohl ich heute nach 2000 und 2004 zum dritten Mal hier war, wurde ich ein weiteres Mal von den toll gestalteten Felskreaturen beeindruckt. So war auch die Bleibe fuer die naechste Nacht der Hammer, so quasi inmitten eines Regenwaldes, leider halt umgebend auch von (zu) vielen Sandfliegen... kratz... kratz...

07.03.2007  Tag 126
Waere ich heute weitergefahren, haette mich Petrus innert 5 Sekunden komplett durchnaesst. Entsprechend liess ich es bleiben. Bei Regen ruhen macht doch viel mehr Spass-definitiv! ZUm Glueck schien es aber nur ein kleiner Patzer von Petrus gewesen zu sein. Ja, so nahm ich mir viel Zeit zum Ueberlegen, wie meine Reise nach Neuseeland weitergehen soll, ich muss mich ja wegen der Fluege langsam entscheiden, nicht? Nun, sobald ich mehr definitives weiss, gibt die News...

06.03.2007  Tag 125
Eine Zuerstsonneunddannregenundschotterstrassebisfastmorast-Fahrt bildete das etwas dreckige Velohighlight fuer heute. Doch zusammen mit Muffgli meisterte ich auch diesen Tagesritt. ICh weiss zwar nicht, was Muffgli dazu zu sagen gehabt haette, waere es mit einem Sprechwerk ausgestattet... Waehrend ich geduscht hatte, wartete mein Begleiter noch lange darauf, auch etwas geputzt zu werden, denn derart dreckig war Muffgli seit seiner Geburt noch nie.... Zum Glueck gibts fuer Velos keine Amnestiy International....

05.03.2007  Tag 124
Es wird immer schlimmer: Ruhetage werden zur Qual. So erging es mir heute, ich ging fast die Waende rauf, ohne zu pedalen. Aber ich weiss auch, dass diese Tage dem Koerper gut tun sollen, doch... Ja, mein Bewegungsdrang ist zur Zeit sehr intensiv... auch nach 8 ruhelosen Tagen in Folge. Vielleicht brauche ich mal so einen 24h-Velotag oder einen 100km-Lauf, evtl. ringe ich danach mal nach Ruhe. Bezeichnet mich nicht als verrueckt, man wird halt ganz einfach so, auch wenn man Lukas Zuellig heisst:-)

04.03.2007  Tag 123
Ha, das nenne ich Wetterglueck. Eine Stunde nach Ankunft in Hokitika (mal wieder in der Zivilisation nach Wanaka) und mit 160km in den Beinen goss es wie aus Eimern vom Himmel. Dies haette ich schon zuvor an der Westkueste erwarten, doch Petrus meinte es gut mit mir. Es ist schon toll zu sehen, wie rasch man sich an lange Distanzen gewoehnt. Ich hatte abends wohl muede Beine, fuehlte mich aber sehr gut, auch mit einem oder zwei Glas Wein zum Znacht....

03.03.2007  Tag 122
In den vergangenen 4 Monaten gewoehnte ich mich sehr gut daran, ans 'Zeit haben' und nicht 'im Stress zu sein'. So bildet bereits der Zmorge  ein Paradebeispiel vom Genuss der Zeit. 30 Minuten reichen selten dafuer aus, um meine 10 Scheiben Toast und das Toasted Muesli zu geniessen. Ich hoffe doch sehr, dies auch in Zukunft so handhaben zu koennen. Einem guten Fruehstueck ohne Zeitdruck muss ja fast ein toller tag folgen. Uebrigens, heute besuchte ich den praechtigen Fox Gletscher, dies natuerlich im kurzen Velodress:-) Dazu gab es eine wunderbare Sicht zum Mt. Cook!! Wow!! Offenbar sieht man ihn nur selten mit derart wenigen Wolken umhuellt.

02.03.2007  Tag 121
Die Tage werden langsam kuerzer, der hochsommer ist wohl vorbei und es geht richtung Herbst. Doch davon spuere ich nicht viel, denn heute war's ein optimaler Tag (auch das gibt es an der Westkueste) zum Pedalen. Gruen war die praegende Farbe ueber die 120km nach Fox Glacier. Obwohl die Westkueste DER Abschnitt der Velofahrer in NZL ist (relativ flach und viel Natur), begegnete ich heute lediglich einem Tandem. Im Hostel aber versammelte sich die "Sportgruppe" und man hatte einiges an News und Tips auszutauschen. Den Cappuccino gab's heute erst nach der Zielankunft, aber er schmeckte auch so sehr himmlisch.

01.03.2007  Tag 120
Nebst Muffgli ist sie ein taeglicher Begleiter
und haelt mich in Form, munter und heiter.
Zu verdanken hatte ich ihr schon sehr sehr viel,
v.a. wenn das Pedalen mir etwas schwerer fiel.
Sie ist wahrlich ein magisches wunder der Natur,
reich an viel Energie, ganz fein auch pur.
Sei es vor, waehrend oder nach dem Pedalen,
ohne sie koennte ich's mir hier nicht ausmalen.
Danke, dass es dich gibt, liebe Banane,
ich mich schon wieder nach dir sehne!

28.02.2007  Tag 119
Ha, bereits beim Zmorge liess eine aeltere Frau ihre Toasts kalt werden, da sie nicht mehr aus dem Staunen herauskam, wie ich mein Muffgli bepackte. Sie meinte, ich muesse wohl Ingenieur sein, so wie ich alles durchgeplant habe. Nun, auch beim Beladen / Packen ist System die halbe Miete... Waehrend den heutigen 145km musste ich natuerlich oft halten (Photos, Energienachschub, Wasserlosen, ..). Je naeher ich aber an die Westkueste gelangte, umso zabbeliger war ich, da jeweils die Sandfliegen (muecken im Quadrat, was das Stechen anbelangt) gleich attackierten. Das hat man davon, wenn man so intensiv schwitzt. In Haast wimmelte es beinahe von Velofahrern, denn die Westkueste ist unter Gleichgesinnten sehr beliebt...

27.02.2007  Tag 118
Ich moechte mich ja nicht als Meister der Kueche bezeichnen, aber wenn ich jeweils am Abend so sehe, wie es zu und her geht, dann bin ich mit meinen Kochkuensten wieder sehr zufrieden. Aber es gibt auch Reisende, von denen koennte man in der Kueche noch einiges lernen. Oft zaubern sie aus fast nichts die tollsten Menues. Aber bei mir steht fast jeden Abend noch die Quantitaet des Essens an oberster Stelle, lieber mal nicht absolut fein, dafuer genug, so wie heute hinsichtlich der morgigen Etappe: Viiiel Pasta und viiiel Thunfisch an einer rassigen Sweet Chilli-Sauce....

26.02.2007  Tag 117
Irgendwie hatte ich von der Einoede Otagos noch nicht genug bekommen, so unternahm ich noch eine Tagestour nach Cromwell und zurueck, wobei ich nochmals in den Vollgenuss der kargen, braunen Landschaft kam, auch die Sonne trug ihres mit voller Kraft dazu bei.... In Cromwell realisierte ich, dass sich die kleinen Kreise nun langsam aber sicher wieder zu schliessen beginnen, denn vor 3 Wochen war ich ganz wenige Kilometer davon entfernt gewesen auf dem Weg in den Sueden. Heute lernte ich zudem noch einen ehemaligen Radprofi (vorname Rowan) aus England kennen. Da er's aber nie ganz an die Spitze geschafft hat, unterrichtet er nun englisch in Frankreich und geht ab und zu noch Tourenfahren.

25.02.2007  Tag 116
Ja, wie doch Menschen taeuschen koennen. Beim Aufstieg auf den Crown Range (offenbar ist dies der hoechste Punkt eines Highways in NZL mit 1080m) traf ich eine eher rundliche Amerikanerin, auch auf dem Velo. Aber sie war sehr zwaeg und hatte ein flottes Tempo angesagt.... Der Abstieg war einmal mehr etwas streng, denn der Wind blies von unten und so war ich Gentleman und bot der Amerikanerin (Name leider vergessen) Windschatten. In Wanaka angekommen spuehrte ich den Touch von Neuseeland gleich wieder mehr, als dies noch in Queenstown war.

24.02.2007  Tag 115
Hier in Queenstown zeigt sich wahrlich die ganze Bandbreite der Touristen, vom Budget-Traveller bis zur Upper Class. Irgendwie drum habe ich hier den Eindruck, nicht wirklich in Neuseeland zu sein, der gewisse Touch fehlt leicht, obwohl die Landschaft rundum grandios ist. Heute erholte ich mich vorwiegend vom Raften, denn ich notierte einen Muskelkater in beiden Armen. Nun ja, diese brauche ich doch nicht so intensiv wie die Beine... Frueher noch, als ich arbeiten ging, da trug ich wenigstens jeden Tag meine Arbeitstasche von Sulgen nach Kloten, aber das sind ja auch schon mehr als 4 Monate her....

23.02.2007  Tag 114
Es war soweit... am Vormittag stand ich also 134m ueber dem Nevis River in einer speziell konstruierten Kabine, von wo aus man sich in die Tiefe fallen lassen kann. An den Knoecheln war ein elastisches Gummiseil befestigt und als 3. letzter von 21 durfte auch ich dann den Adrenalin-Kick erleben. Ohne Zoegern, denn da musste ich einfach durch, stand ich da und .... JUMP! Uff, es ging so schnell... und es war einfach exhilirating (zu deutsch??)!!! Wow, I really did the big jump! Nach dem Bungy Jump war am Nachmittag noch das Riverraften angesagt, was im Vergleich recht gemuetlich war, obschon es einige Stromschnellen zu bewaeltigen gab und es unser Boot sogar drehte. Aber es war Fun pur und ein tolles Erlebnis. An dieser Stelle geht ein grosses Dankeschoen an die Kollegen der SR Technics, die mir diesen Tag ermoeglicht haben.
Uebrigens: 3 Photos vom Jump seht ihr unter:
www.ajhackett.com
dann
Dailiy Photos, dann Nevis anwaehlen und die folgende Nummer eingeben:
AJHN702235494599

22.02.2007  Tag 113
Meine Meinung aendert sich hier so oft wie manchmal das Wetter, drum verzichtete ich auf den Ruhetag. Glenorchy hin und zurueck stand auf dem Programm. Zu dieser Strasse hatte ich nur kanppe Informationen zum Hoehenprofil. Aber nun kenne ich es!!! Es war sehr ueppig besetzt mit auf und ab's... So kamen fuer ein gedachtes lockeres Tagesausfluegli doch deren 1300 Hoehenmeter zusammen. Der Gegenwert war der Genuss der tollen Landschaft, hier wo viel fuer Lord of the Rings gedreht wurde. Je laenger der Tag andauerte, umso mehr begann ich mich gedanklich mit dem Programm von morgen auseinander zu setzen.

21.02.2007  Tag 112
OK, ich gebe es zu, es war schon etwas verrueckt heute, aber ab und zu darf man auch uebertreiben. Genau die Laenge eines Arbeitstages (8.75h) war ich heute am Pedalen und kam somit in Queenstown an. Aber ich denke, dass ich nicht so schnell wieder in den Genuss von deren 180km in einem Tag kommen werde, obwohl... Na, es tat einfach gut zu sehen, was der Koerper in der Zwischenzeit schon alles zustande bringt. Ich merkte, dass wenn der absolute Wille vorhanden ist, relativ viel geleistet werden kann... Koennen kommt von Wollen, heisst es doch so schoen. Und ich wollte als Verrueckter ins verrueckte und seehr touristische Queenstown kommen. Mit Verruecktem gehts dann am Freitag weiter... Uebrigens, zum Znacht gabs 400gr Spaghetti und dazu 350gr Beef-Gehacktes... hmmm!

20.02.2007  Tag 111
Ich beginne mit dem Abend, denn da hatte ich wieder das Gefuehl, nun ausreichend ausgeruht zu sein. So befasste ich mit der Weiterreise... es soll nach Queenstown gehen. Doch zuvor erledigte ich noch einiges hier in Te Anau, v.a. musste ich eine weitere Photo-CD brennen, denn der Speicher war am Anschlag. So hoffe ich, dass ich morgen selber aber nicht an den Anschlag kommen werde, denn ich habe (siehe gestern) ja einiges vor... mal schauen.

19.02.2007  Tag 110
Doch ja, ich hatte das Gefuehl, dass die Beine heute etwas schwerer waren als auch schon. Drum konzentrierte ich mich drauf, den Tag ohne Anstrengungen zu bewaeltigen. Somit hatten mein Mund (reden und v.a. essen), die Ohren (zuhoeren) und die Haende (schreiben) fast am meisten zu tun. Aber auch ohne Augen und ohne Hirn ging es nicht, denn meine Gedanken waren noch immer beim Milford Sound... Zudem ging mir eine evtl. verrueckte Idee so im Hinblick auf Queenstown nicht aus dem Kopf. Evtl. gibts in wenigen Tagen mehr davon zu lesen.

18.02.2007  Tag 109
Praktisch gesehen war's heute ein Spiegelbild von gestern - alles wieder zurueck nach Te Anau und gleich zu Beginn von 10m ueber Meer auf eben die 945m ueber Meer, dies in 17km und in knapp 2 Stunden. Es tat gut, die selbe Strecke nochmals fahren zu koennen, denn davon kann man nun mal nicht genug kriegen... Jetzt, nach dem feinen BBQ und bei einem 7dl sitzend kann ich es nur nochmals erwaehnen, dass dies das absolut geniale Wochenende war, an welches ich mich noch lange lange zurueck erinnern werde. Wenn es so weitergeht, na dann darf diese Reise gerne noch lange andauern...

17.02.2007  Tag 108
Auch viele Worte koennen das, was ich heute erlebte, nicht annaehernd beschreiben. Die 120km lange Fahrt zum Milford Sound muss man erleben... Praktisch jeden km war ich ueberwaeltigt von der Natur. Je naeher ich zum hoechsten Punkt (945m) kam, umso intensiver wurde die massive Bergwelt und ich begann, mich immer kleiner zu fuehlen darin... wow! Es folgte die eindrueckliche Durchfahrt der 1,3km lange Homer Tunnels, der nur ganz schwach beleuchtet ist, es war absolut genial! Was danach folgte, uebertraf meine Erwartungen. Kaum aus dem Tunnel begann ich zu weinen vor Freude, ich war dermassen ueberwaeltigt, was ich sah und was ich nun mit Muffgli erreicht habe... Es war definitiv einfach ultimativ!!! Ja, dieser Milford Sound muesste meiner Meinung nach als ein weiteres Weltwunder bezeichnet werden. Kurzum, es war ein Tag der Superlative, wenn auch ein anstrengender... doch morgen soll's noch happiger werden... alles wieder zurueck!

16.02.2007  Tag 107
Regen beim Aufstehen, Bewoelkung bei der Abfahrt und strahlender Sonnenschein bei der Ankunft in Te Anau. Dazu kam ich auf dem ganzen Weg in den Genuss der maechtigen Fjordland-Landschaft zu meiner Linken. Ja, wenn das Wetter hier nicht mitspielt, dann verpasst man einfach alles. Lange ist's her, seit ich derart vielen Touristen begegnet bin wie hier. Alle wollen sie zum Milford Sound, ich ja klar auch... Es gaebe von Te Anau relativ vieles zu unternehmen (Walks, Gluehwuermchen, ...), aber mein Fokus liegt eben beim Milford Sound und der Strasse dorthin. Drum: Vorfreude herrsch!

15.02.2007  Tag 106
Meine gestern leer gewordene 3l-Weinbox wurde heute zum Velo-Kuehlschrank umfunktioniert, so transportierte ich erstmals Milch von A (Invercargill) nach B (Tuatapere), das westlichste Dorf in NZL, wo entsprechend die Sonne ganz am Schluss untergeht. Hier traf ich eine 4-koepfige Schafscherergruppe. Ich war beeindruckt von ihrer Tagesleistung, 4 Leute scheren deren 900 Schafe. Ist doch eine wahre Leistung... Aber ich bleibe beim Velofahren, auch wenn das Schafscheren heute bei diesem Gegenwind einfacher gewesen waere...

14.02.2007  Tag 105
Ha, unterwegs mit dem Velo zu sein, hat schon seine Vorteile. Wenn ich nur heute vergleiche mit anderen mit dem Auto. Da hoerte ich von einem Unfall und einem Schaden mit der Zylinderkopfdichtung... Klar, auch mir kann doch einiges zustossen, aber dennoch... Das Wetter beeinflusst mich dafuer mehr als einen Autofahrer, ist klar. So liege ich hier momentan in einem sehr wechselhaften Klima mit Wolken, Regen, Wind uns selten Sonne. So wird der Entscheid ueber die allfaellige Weiterfahrt erst morgen gefaellt. Toll, heute entledigte ich mich mal wieder meiner Haare (jene auf dem Kopf) bis so gegen 3mm... fuehlt sich wieder toll an, ich hoffe nur, dass der Helm dann noch Halt findet:-)

13.02.2007  Tag 104
Einmal mehr entsprach mein ungefaehres Vorhaben nicht dem wahren Tun. Eigentlich hatte ich heute einen velofreien Tag im Sinn, doch als der Tag 15 Stunden als war, gesellte ich mich doch noch zu Muffgli und zusammen ging es nach Bluff, dort wo der bekannte Wegweiser (als Gegenpart zu jenem am Cape Reinga) steht. Natuerlich standen wir beide etwas Pose, um uns aus verschiedenen Winkeln ablichten zu lassen. Ansonsten ja, war es ein geruhsamer Tag, wo ich abends noch bis in die spaeten Stunden ein spannendes Buch genoss.

12.02.2007  Tag 103
Heute habe ich, wenn auch auf beschwerlichem Kiesweg, den suedlichsten Punkt der Suedinsel, den Slope Point erreicht. Nach ca. 25km ohne Asphalt sah ich dann beinahe aus wie gepuderzuckert..., denn die vorbeiziehenden Autos hinterliessen jeweils eine ziemliche Staubwolke. Ja, so kann's nun also nur wieder in noerdliche Richtung weitergehen, dies aber erst nach einer Ruhephase hier in Invercargill. Muss sagen, dass es fuer mich heute schon ein spezieller Tag war meiner Reise, quasi so ein Wendepunkt. Man ist ja nicht immer derart nahe am Suedpol.

11.02.2007  Tag 102
Gerhard aus Deutschland war heute per Zufall mein Begleiter auf dem Weg nach Curio Bay, was sehr spannend war. Aber zu zweit beim Fahren, so fiel mir auf, kommt die Natur etwas zur Nebensache, da man halt viel miteinander spricht. Dennoch wurde man heute nicht enttaeuscht und v.a. in Curio Bay kam ich aus dem Staunen nicht heraus, auch wenn mir die Pinguine und Delphine heute verwehrt blieben. Dafuer bestaunte ich den besten noch erhaltenen versteinerten Urwald der Welt, was schon sehr eindruecklich war. Die 6000km-Marke heute ging relativ spurlos an mir vorbei, mann kann ja nicht alle 1000km feiern, sonst kommt man nicht mehr draus heraus...

10.02.2007  Tag 101
Tage wie heute machen das Reisen aus: Etwas zoegerlich war der Abschied von Toni und dann folgte in Balclutha ein ueberraschendes Wiedersehen mit der schweizer Karavane mit Roland, Sabine, Beate und Sylvia (siehe Havelock und Nelson), sowie mit Bernd (Methven und Moeraki). Zusammen waren wir gleich wieder in Erzaehlungen von der Reise verwickelt. Nach diesem tollen Wiedersehen und leider baldigem Abschied wieder traf ich auch noch Jens (Tauranga, Paekakariki) beim Nugget Point. Aller guten Dinge sind ja deren 3.... 20km war ich heute auf nicht-asphaltierter Strasse, was offenbar meinem Hinterreifen etwas an Lebige ging. Da ich danach bereits dessen Gewebe sah, habe ich ihn vorsichtshalber mal gewechselt. Das gab mir wieder ein etwas besseres Gefuehl fuer die Weiterfahrt.

09.02.2007  Tag 100
Tag 100, Regentag, Ruhetag und viels mehr... So durfte es auch mal was Neues sein. Toni unterrichtete mich im Jonglieren und so brachte ich es am Schluss doch auf deren 4 Ballwechsel - toll! Nach 100 Tagen zieht man ja oft Bilanz. Nun , die Finanzen haben abgenommen, klar! Aber so wie ich weiss, gibt es in der Buchhaltung (noch) keine Position fuer den Punkt "Reiseerfahrung", deshalb kann ich auch nur schlecht bilanzieren. Falls ihr aber noch mehr zu dieser Position erfahren moechtet, dann schaut doch einfach weiter hier rein, wenn es heisst: Lukas und Muffgli unterwegs....

08.02.2007  Tag 99
Vielleicht bezeichnet ihr ich langsam als verrueckt, aber es ist schon langsam so, dass ich mich auf Berg jeweils zu freuen beginne. Man ist so halt noch langsamer und intesiver unterwegs, kann's mehr geniessen. Und man lernt dabei, sich immer kleinere Ziele (z.B. der naechste Gipfel) zu setzen. Jedes erreichte Ziel ist zudem ein Highlight und so ist das Reisen immer gespickt davon. In MIlton kam ich bei Toni (Schweizer, aber seit 13 Jahren in NZL und selber angefressener Touren-Velofahrer) unter. Ach, war dies spannend, von seinen Abenteuern zu erfahren.... Irgendwie war's so kein Wunder, fuehlte ich mich bei Toni sehr wohl.

07.02.2007  Tag 98
Klar, sehr viele Sachen sind beim Reisen anders. Was mir aber speziell auffaellt, ist, dass man sich praktisch nur freut: Beim Aufstehen an den Zmorge, auf der Fahrt auf den Cappuccino, beim Cappucciono auf die Weiterfahrt, dann auf die neue Bleibe, die neuen Bekanntschaften, den Znacht usw... und beim Schlafengehen schon wieder auf den Zmorge... Und dies alles nebst den kleinen Freuden, die die Tage jeweils spontan von sich geben. So wie z.B. auch heute, als ich aus einem fahrenden Auto aus photographiert wurde mit der verbalen Aufmunterung dazu: Hopp Schwiz!

06.02.2007  Tag 97
Als Ausdauersportler muss man gerne schwitzen. Doch dies heute war schon etwas obere Grenze... Nachgerechnet kam ich auf gegen 10l, welche ich in mich hineinschuettete, musste dazu aber nur 2 mal pipi... Die Sonne zeigte heute die absolute Kraft und hier in Central Otago war kaum Schatten oder ein Windchen vorhanden. Aber ich muss sagen, dass der Koerper nun doch schon einiges aushaelt, zum Glueck. Einzigiges Bebe ist zur Zeit immer noch etwas das Knie, ist aber halb so schlimm. Heute gabs noch einen kleinen Rekord: 5 Bananen! Dies natuerlich nebst allen anderen feinen Sachen fier den kleinen Hunger.... Hmm, zum Glueck stehen nun noch einige Chocolate Chip Cookies bereit!

05.02.2007  Tag 96
Es dauerte nicht lange und ich war schon bachnass - das Wetter war 1A! Ja, heute war ich nur einmal, dafuer ueber die gesamte Distanz am Schwitzen. Aber solange es sonst nichts ist... Bald schon wurde ich mit der kargen und typischen Otago-Landschaft konfrontiert, was ich sehr genoss. Etwas weniger Freude machte heute das linke Knie, aber solange es sonst nichts ist... Ein Campingplatz in Middlemarch war mal wieder der Ort meiner Uebernachtung. Abseits des grossen Touristentreibens ist es hier sehr ruhig und friedvoll. Mehrere hundert Hoernli waren heute mein Znacht, der Hitze wegen verzichtete ich mal auf den Rotwein...

04.02.2007  Tag 95
Velos waren heute Sonntag in Dunedin ein grosses Thema, zumal ein Rennen durch die Innenstadt stattfand. Ha ja, da nehme ich es doch einiges gemuetlicher. Als Zaungast war ich nur passiver Velofahrer. Mit Muffgli befasste ich mich nur stationaer, indem ich es mal wieder putzte und einige Servicearbeiten durchfuehrte. Und so bekam ich doch tatsaechlich an einem Sonntag schwarze Haende... Uebrigens, kam mir eben noch in den Sinn: Kollege Andreas ist wahrscheinlich der Ursprung, dass ich nun hier bin, denn er hat mich zum Marathonlaufen gebracht und ohne diese Sporttreiben waere ich wohl nie auf die Idee gekommen, mit dem Velo reisen zu gehen. Nun, drum bin ich nicht ungluecklich, habe ich ihn anno 1999 in der Lehre kennen gelernt. So, 4 Tage Dunedin sind jetzt genug, morgen gehts wieder weiter....

03.02.2007  Tag 94
Wie sagt man? Der Weg ist das Ziel...So war's sicher auch heute fuer mich. Viele Touristen fahren ans Ende der Otago Halbinsel, um die Royal Albatrosse anzuschauen. Ich war wohl auch da, aber ohne das Center der Albatrosse zu besuchen (habe dies vor 7 Jahren hier schon besucht). So war fuer mich die Velofahrt das Schoene an diesem Kurztrip, entlang dem Wasser und sehr kurvenreich, verbunden mit guten Windverhaeltnissen. So lief meine Kamera auf Hochtouren.... Kartoffelstock mit Gehacktem und Ruebli, dies war das Menu, welches ich fuer meine beiden Gaeste Andreas und Rebecca kochte. War noch ganz lecker und so hielten wir es auch am zweiten gemeinsamen Abend bis nach der Tagesgrenze um Mitternacht aus. Hey, ich wuensche euch beiden noch einen guten Rest hier in Neuseeland und es hat mich riesig gefreut, hat es mit dem Treffen geklappt.

02.02.2007  Tag 93
Baldwin Street - Guiness Buch - max 35% Steigung... ! Na, das darf man sich als Velofahrer nicht entgehen lassen. Ohne gepaeck wollte ich also hoch hinauf, doch die letzten 20m wurden ein Ding der Unmoeglichkeit, fahrend anzukommen, es war definitiv zu steil.... Dennoch machte ich wohl einigen Asiatinnen derart Eindruck, dass ich nachher deren 5 Frauen nacheinander auf dem Gepaecktraeger sitzen hatte, damit ein Photo von ihnen und mir geschossen werden konnte. Ja, so wird man vielleicht mal ein Star! Nach dem Abstecher nach Port Chalmers wartete ich gespannt auf das vereinbarte Treffen mit Kollege Andreas und seiner Freundin Rebecca. Andreas und ich waren dazumal zusammen in der Stifti in Romanshorn und jetzt noch immer gute Freunde. So wurde es ein sehr schoener Abend, wo wir alle viele Geschichten rund um unsere Reise in Neuseeland zum besten geben konnten. Leider, wie immer in solchen Momenten, laeuft die Zeit noch schneller, als dass sie es ohnehin tut.

01.02.2007  Tag 92
Visitorcenter, Internet-Cafe, Otago-Museum, Post, Supermarkt,Bahnhof, ... das waren so die Stationen, welche ich heute auf meinem Gang durch Dunedin besucht habe. Die gebaeude hier erinnern stark an Schottland - Edinburgh... Superschoen! Abends hatte ich's noch mit einem Toefffahrer aus Russland zu tun, nun man koennte sich darunter so einen typischen Kerl vorstellen, nicht? Aber er war alles andere als das, naemlich taub-stumm und ein sehr herzlicher Mensch. Vladimir, so sein Name, tourt seit dem Jahr 2000 mit seinem 650-BMW durch die Welt, ich war sehr beeindruckt, wie er mir gewisse Dinge mit Haenden und Fuessen schilderte. Schaut mal nach unter www.yarets.com. Ja, mit solch einer Behinderung mit dem Motorrad zu reisen, das braucht viel Mut und noch mehr Wille. Fuer mich wurde da eines klar, dass jeder eine grosse Reise unternehmen kann, es gibt kein Wenn und Aber. Vladimir, Hut an und Respekt vor deiner Leistung!

31.01.2007  Tag 91
Schon fast fuehlte es sich wieder ungewohnt an, mich mit voller Ladung auf den Weg zu machen. Meistens fuhr ich der Kueste entlang und vermied somit die stark befahrene SH1. Doch an der Kuestestrasse hatte es wieder so unbaendige Hunde.... einmal liefs mir echt wieder kalt den Ruecken runter, als einer unangekuendigt aus einer Einfahr heraussprang. Die Etappe heute war ziemlich happig, unzaehlige ups and down und dann noch ein Dessert nach 100km. Es ging nochmals 400m rauf, dies in 8km und dann aber schoen gemaechlig nach Dunedin. Ich sah hier auch die Baldwin Street, die steilste Strasse der Welt. Aber schon bei deren Anblick war klar, dass ich ein Versuch, mit vollbeladenem Velo hinauf und hinunter zu fahren, ablehne, denn dies haette ich doch wahrlich nicht mehr in die Beine gebracht. Werde nun fuer 5 Naechte in Dunedin bleiben und auch versuchen, mich wieder etwas zu erholen. Die Umgebung in der YHA stimmt mal soweit und der Rotwein zur Pasta (nebst 3 Bananen, 3 Schoggi-Riegeln und einem Snickers und ca. 4L Wasser waehrend der Fahrt nach Dunedin) schmeckte wunderpraechtig.

30.01.2007  Tag 90
Es war dies ein Tag der Tiere. Erst hatte ich ploetzlich einen Verfolger, der neben mir herschnaufte (koennt euch vorstellen, wie ich zmal aus der Waesche sah)... ein ziemlich aggressiver bloeder Hund!!! Versuchte natuerlich, ihm davon zu fahren - aber er war ebenso schnell. Zum Glueck gings gleich etwas abwaerts, da liess ich ihn stehen. Das waere sonst noch lustig geworden... Dann viel schoener waren die vielen Rehe und Hirsche, die ich auf den Weiden zu Gesicht bekam. Auch sah ich heute einige Wallabies, die eigentlich in Australien zu Hause sind, aber hier haelt jemand diese und fuer ein Entgeld kann man sie auch anschauen. Ansonsten gabs die hunderte / tausende von Schafen und Rindern, die doch langsam zur Gewohnheit geworden sind hier.

29.01.2007  Tag 89
Gewisse Steinformationen waren der Stein des Anstosses fuer den heutigen Tagesausflug. Ca. 40km von hier bestaunte ich die Elephant Rocks, was einzelne riesige Felsen im Gelaende waren. Man hatte den Eindruck, jemand habe diese eingenhaendig dort aufgestellt. Ja, was man nicht alles fuer ein paar spezielle Steine unternimmt. Zur Zeit bin ich etwas im Clinch, denn ich bin mir nicht sicher, ob ich morgen schon weiter Richtung Dunedin soll oder nicht. Die Mischrechnung mit dem Wetter, der angenehmen Unterkunft und dem Treffen mit Kollege Andreas und seiner Freundin ergeben irgendwie kein logisches Resultat. Aber am besten ist es ohnehin, den Tag entstehen zu lassen und am Morgen zu entscheiden.... In diesem Sinne, genug gekritzelt also fuer heute!

28.01.2007  Tag 88
Ich kann es also doch - nichts tun, resp. einen Tag auf Muffgli verzichten. Ob's Muffgli auch so schwer gefallen ist, kann ich nicht sagen... Im Gegensatz zu ihm aber war ich draussen und machte Sightseeing in Oamaru, der einzigen Stadt in NZL mit einem Zentrum im viktorianischen Baustil - ganz ganz nett! Ich fuehlte mich hier auch wirklich um Jahre zurueckversetzt, da am Sonntag viele kleine spezielle Laedelchen geoeffnet haben. So hielt ich mich z.B. lange in einem Buchladen auf, wo's nur Buecher aus, reps. ueber NZL gibt. Beim Luch studierte ich einige Prospekte der vor mir liegenden Regionen.... hmm, ja, da liegen noch einige km vor mir, wenn ich alle diese tollen Plaetze noch besuchen will. Ach ja, eigentlich kommt man ja der Pinguine wegen nach Oamaru, doch als ich dort war, weilten die Tiere mit dem Frack beim Fischen... nun, ich bin offenbar nicht der einzige, der stets Hunger hat...

27.01.2007  Tag 87
Mal wieder war's ein Tag, an dem einfach alles stimmte und an dem es sogar noch Grund zum Feiern gab. Langsam die braunen Oberfleachen der Hochebene hinter mir gelassen, tauchte ich ploetzlich ein wieder in fruchtbareres Gebiet, als in den Weg an die Ostkueste fuhr. Nach genau 65km hielt ich an fuer eine kleine Zeremonie, die ich zusammen mit Muffgli abhielt. Es sind nun naemlich genau 5000km, die wir schon zusammen unterwegs waren. Es war sicher kein Spektakel, was wir hier am Strassenrand abzogen, aber dennoch, man muss es mal erlebt haben:-) Kurz spaeter hupte es mal wieder hinter mir und ich wollte schon meine Finger in Stellung bringen... doch ich realisierte, dass es Katja war, die ich bereits in New Plymouth kennen gelernt habe. So unterhielten wir uns kurz am Strassenrand, was sehr schoen war... Einmal mehr, it's a small world, really! In Oamaru angekommen, genoss ich dann den Abend beim 5000er-Wein in vollen Zuegen, denn diesen habe ich mir nun doch verdient...

26.01.2007  Tag 86
Ab Lake Tekapo wartet ich ueber 45km, bis ich wieder ein Haus zu Gesicht bekam. Ich fuhr durch das Outback Neuseelands und habe diese Einoede eigentlich ganz flott genossen, da es mal was anderes war. Beim Lake Pukaki kam dann endlich der Mt. Cook (der hoechste Berg in NZL) ans Tageslicht. Eigentlich wollte ich zum gleichnamigen Village hinfahren und dort eine Nacht verbringen, doch der regenverhangene Streifen den Bergen nach liess mich anders entscheiden. Drum erreichte ich ende des Tages das Dorf Omarama in der Wildnis der Hochebene. Hier war man eingekesselt von den vielen braunen und wie mit Schleifpapier behandelten Bergen. Irgendwie erinnerte mich das Bild der Berge an die Haut von Gollum, dem suspekten Wesen aus Herr der Ringe. In Omarama uebernachtete ich auf einer maechtigen Farm, umgebend von unzaehligen Merino-Schafen.

25.01.2007  Tag 85
Das Wort Ruhetag hatte heute nur bis 12Uhr mittags Gueltigkeit, denn fuer mich wirds einfach kaum mehr moeglich, einfach nichts zu tun, resp. mich nicht bewegen zu koennen. 300m ueber dem Lake Tekapo beim Mt. John Observatorium genoss ich recht lange die Ruhe und die Blicke in die unendlichen Weiten dieser Hochebene, sowie natuerlich auf die umliegenden Berge, sowie auf das tuerkisblau des Lakes. Abends beschlagnahmte ich ausnahmsweisen den TV, denn ich wollte natuerlich unseren Roger "natioanl" im Halbfinal des Aussie-Opens mitverfolgen... Die negativen Seiten des Mehrbettzimmers bekam ich heute mal wieder in vollen Zuegen zu spueren, als ein junger Asiate meinte, er muesse fuer seinen Comic am Laptop bis in die Nacht hinein das Licht anhaben. Mit recht forscher Stimme beendete ich dies dann aber erfolgreich und konnte endlich den Schlaf geniessen. Uebrigens, habt ihr schon mal einen Kometen gesehen? Ich nun schon... Es war ein wunderschoenes Naturschauspiel hier am Himmel, der ohnehin schon voller klarer Sterne steckt.

24.01.2007  Tag 84
Komisch, entgegen meinen Vermutungen und Hypothesen waren meine Beine morgens total fit, noch nicht ganz aber meine Augen. So stand fest, ich muss wieder weiter... Obwohl (wieder) ueber 1000 Hoehenmeter bevorstanden, war der Tag recht geruhsam. Ab Fairlie wurde ich dann von unzaehligen Touristenbussen mit fein geschminkten Chauffeuren in ihren Kravatten ueberholt.... Irgendwie schlimm, wenn man Neuseeland als Tourist auf diesem Weg erfahren muss. Ab dem Burke Pass (709 m.ue.M) gabs nur noch einen Kommentar: New Zealand at it's best!!! Das Panorama der Southern Alps war kaum zu ueberbieten, so dazu die fast unendlich erscheinende Hochebene - und das alles in der Freiheit auf dem Velo! In Lake Tekap wurde ich ebenfalls nicht enttaeuscht, das typisch tuerkisblaue Wasser inmitten dieser Berglandschaft war schlicht und einfach .... ja ihr wisst schon. Schade wie immer an solch schoenen Orten sind die vielen Touristen... wieso muessen sie sich dann dazu auch noch vor den Objekten in Pose stelle? Reicht doch, wenn sie einfach da sind....

23.01.2007  Tag 83
Ich erlebte mal wieder die schweizer Hoeflichkeit, als ich auf der Strasse aus einem Auto von zwei aelteren Eidgenossen mit "Sie" angesprochen wurde. Ich entgegnete ihnen natuerlich mit dem "Du", sie nahmen es wohl zoegerlich zur Kenntnis. Wir sind ja hier in Neuseeland, nicht in der Schweiz, oder? Uebers Wetter moechte ich heute nicht schreiben, denn es hat mich heute ausreichend lange auf der Strasse schon beschaeftigt. Nur soviel sei verraten, geschwitzt habe ich praktisch nichts und brauner wurde ich sogar zu 100% nicht. Uebrigens, was ja mal passieren kann.... ich habe mein blaues Badetuch vergessen und dies erst nach 7km festgestellt... nun ja, so gings zurueck und wieder her. Wie heisst es so schoen, wer keinen Kopf hat, der hat Beine....

22.01.2007  Tag 82
Der  Krimi heute mit 4 Akteuren:  Wind{1}, Gelaende {2}, Muffgli{3} und der Autor{4}. 1.Akt (Prolog): Locker und und flach aus Christchurch heraus... 2. Akt: {2} verhaelt sich lang schwach ansteigend und {1} blaest stark gegen {3} und {4}, dies ueber 60km. 3. Akt: {2} stark ab- und gleich wieder ansteigend, {4} ist wegen sehr starkem {1} und dem {2} nicht mehr in der Lage, {3} unter Kontrolle zu halten und muss drum {3} den Berg hinaufschieben.... Happy End: {1} blaest ploetzlich von hinten und dank dem angenehmen {2} werden Geschwindigkeiten bis 50km/h erreicht, ohne dass {4} in die Pedale treten muss!!! Gemaess dem Wetterbericht wurden heute Windgeschwindigkeiten von 80-100km/h erreicht. Schlussendlich fuehlte sich {4} bald bereit, das Bett aufsuchen zu gehen.

21.01.2007  Tag 81
Ist es euch auch schon passiert? Da nimmt man sich etwas vor, hat etwas geplant und dann kommt alles anders? Gestern noch beim Einschlafen war mir klar, dass ich heute den direkten Weg zurueck nach Christchurch nehmen werde, wieso auch unnoetige Hoehen- und sonstige Meter? Diese Meinung vertrat ich auch noch, als ich abfuhr. Doch bei der besagten Kreuzung nach 10 Minuten wurde alles innerhalb von ca. 5 Sekunden ueber den Haufen geworfen und ich nahm den Umweg via der Touristenroute, was mich innert gut 6km auf 630m hoch hievte.... Ja, so war wenigstens der grosse Chrampf schon mal gegessen. Dafuer flog ich auf den letzten 60km wahrlich nach Christchurch rein, denn der Wind war mir heute durch und durch positiv gesinnt. Trotzdem fuhr das Bier nach der Ankunft auch schon weniger ein.... Prost!

20.01.2007  Tag 80
An Tagen wie heute begann ich mich schon beinahe zu vergleichen wie wenn Stephan Klapproth ohne seine Fliege waere... Etwas stimmt nicht! Ja, ich bin keinen einzigen Meter gefahren. Eigentlich wollte ich stattdessen Akaroa zu Fuss etwas erkunden, aber beim aktuellen Wetter machte dies auch keine grosse Freude. So gab es drum ein Novum bei mir. Ich las ein 350-seitiges Buch mehr oder weniger in einem Schnorz durch. Nach den Pasta an Kaesesauce guckte aber die Sonne doch noch hervor, doch fuer das ultimative Sonnenuntergangsphoto war doch etwas zu wenig.....

19.01.2007  Tag 79
Nach langem Zoegern muss ich nun doch mal etwas ueber den Grossteil der Autofahrer loswerden, bedenkt dabei, dass ich ja auch schon einer war und sicher wieder sein werde. Aber... Ist denn das Leben wirklich so trostlos, dass man mit eiserner Miene hinter der Frontscheibe sitzen muss und das Steuerrad derart festhaellt, dass man den Eindruck hat, es wolle dem Fahrer naechstens geklat werden. Schaut doch auch etwas raus in die Natur... Und da sind auch die Beifahrer, viele davon erwischen ich, wie sie schlafend durch die Gegend chauffiert werden.... aber aber! Anstelle koenntet ihr doch den Velofahrern etwas zuwinken, nicht? Nein, es war absolut kein frustrierender Tag, im Gegenteil: Happig zwar, aber sehr schoen war die Fahrt auf der Banks Halbinsel nach Frankreich, aeh nach Akaora. Aber zuminest erhaelt man hier noch einen Touch von "Vive la France"!

18.01.2007  Tag 78
Manch eine/r mag sich vielleicht langsam fragen: Hat er's auf dem Velo denn nicht langsam gesehen?Wird es nicht jeden Tag langweiliger? Wahrscheinlich sind da Fragen ueber Fragen... Stellt sie mir, wenn ihr die Antworten nicht scheut.... Uebrigens, auch an Anektoten wird man beim Reisen tagtaeglich reicher, so auch heute. Supermarkt / Einkauf fuer den Znacht (Spaghetti und Zugemuese, nicht viel) / Kassiererin gibt mir dafuer 5 (abgezaehlte) Plastiksaecke... Das die kleine Story, nun meine Fragen: Hat sie meinem Outfit (oder was auch immer) angesehen, dass ich sehr grossen Hunger habe und die 450gr Ghackets nicht reichen und ich noch zum Metzger nebenan gehe? Oder gingen ihre (sie hiess Lucy) Gedanken so weit, dass sie annahm, dass ein Velofahrer sehr viel Wert auf Plastiksaecke legt und all sein Hab und Gut drin verstaut? Die Antwort habe und werde ich wohl nie erfahren. Noch rasch in den Technik-Corner: Mein Natel funktioniert wieder auf Volltouren.... juhee! Dies fuer lockere 75$.

Noerlich Kaikoura
entlang der Ostkueste
Muffgli mit Mt. Taranaki
im Hintergrung
Im Northland vor
dem grossen Wald
Sicht auf Auckland
von Devonport aus
Desert Road - hoechste
Punkt einer geteerten
Durchgangsstrasse in
Neuseeland
Silvester-Drink
mit Muffgli

17.01.2007  Tag 77
Schon am fruehen morgen, noch im Bett liegend, kribbelte es in meinen Beinen... Aber ich musste mir selber sagen, dass es heute nicht weitergehen wird und ich bis Freitag hier stationaer bleibe. Dennoch konnte ich beim Zmorge kaum genug kriegen... wann gabs dies wohl zuletzt, dass ich wirklich satt war?? Die Stunden heute verschlagen diverse Service-Aktivitaeten, keine aber verbunden mit dem Velo. U.a. brachte ich mein Natel zur Reparatur... bin ja gespannt, obs dem Patient bald wieder besser gehen wird (der geneigte Leser erinnert sich, dass ich, resp. das Natel seit Ende letztem Jahr ohne 4 Tasten {jene ganz rechts} auskommen muss...). Schlussendlich konnte ich das Kribbeln in den Beinen nur mit gut 11km (dafuer ganz relaxten km) beruhigen... na ja, all das!

16.01.2007  Tag 76
Von Springfield her waren es ein leichtes Spiel bis nach Christchurch, so machte ich einen neuen Minusrekord in Hoehenmetern. Auf knapp 80km gabs nur deren 5m aufwaerts. Hier in Christchurch genoss ich auf dem eindruecklichen Cathedral Square zuerst den Cappuccino und liess die vielen Touris auf mich wirken. Irgendwie konnte ich es noch gar nicht glauben, dass ich nun nach 4250km in Chirstchurch angekommen bin. Aber ich bin hier, es freut mich und ich bin einfach gluecklich. Wie so oft auf der Suedinsel traf ich wiederum 2 Radfahrer, mit denen ich abends/nachts noch bis ueber die Datumsgrenze hinaus diskutierte.

15.01.2007  Tag 75
Ab, auf, ab, auf, flach, ab, auf, ab, flach... so gings auch weiter weiter. Gegen den Porter's Pass hin war's wieder nur noch auffffff.... auch auf dem Velo stehend kollabierte ich beinahe. Aber so erreichte ich innerhalb 24h doch die 2. Passhoehe auf 939m. Die Fahrt bei absolut blauem Himmel war hammermaessig toll und wird ebenfalls kaum meinen Erinnerungen entrinnen - grandios. Der Freude wegen liess ich oft Schreie des Gluecks von mir geben. Hier in dieser Region hat der Naturarchitket echt all sein Koennen gezeigt, man muss es mit eigenen Augen gesehen haben, am besten auf dem Velo sitzend. Ach, was gibt es an solchen Tagen noch schoeneres, als dann am Abend das ganze sich nochmals im Kopf Revue passieren zu lassen?

14.01.2007  Tag 74
Der Arthur's Pass - mit dem Velo ganz sicher eine der sogenannten Koenigsetappen in Neuseeland... (andere nehmen den Bus, gaell Gaby und Urs... smile). So stellte ich mich dieser Pruefung und anstelle des km-Zaehlers auch um auf den Hoehenmeter... flach, flach, leichte Steigung, leichtes Gefaelle, flach, Steigung, Gefaelle.... usw. ueber ca. 70km, dann nur noch Steigung und noch mehr Steigungen (und auch einsetzender Regen) bis hin zu ganz ganz bitter steil, gegen die 21%! Zwischendurch gabs kaum mehr Platz zum Vernaufen. Der Regen zumindest liess die Schweissspuren abwaschen, machten aber das ganz sonst nicht einfacher. Dennoch, schlussendlich auf der Passhoehe stellte ich mich dem Photo mit dem Selbstausloeser, denn ich fand keinen Autofahrer, der bei diesen Witterungsbedingungen fuer ein Phto von mir ausgestiegen waere. Nun, es war ein Tag, denn ich nicht so schnell vergessen werde, denn ich habe gegen die Berge und gegen das Wetter gewonnen....

13.01.2007  Tag 73
Ein komisches Gefuehl plagte mich irgendwie - so liess ich heute zuerst die Kette an Muffgli ersetzen. So laesst sich die Lebensdauer der Zahnkraenze um ein vielfacher verlaengern. Und praeventiv kaufte ich auch gleich noch einen Ersatzschlauch, man weiss ja nie. Dann, Samstag nachmittag in Greymouth, die Stadt gleicht einer Geisterstadt, praktisch alles ist geschlossen schon. Aber nicht so ein Cafe, wo ich mich noch dem feinen dunklen Gebraeu aus Kaffeebohnen mit Milchschaum und Schoggi obendrauf erfreute. Ein Schmunzeln musste ich dann nochaufziehen, als ich einen ca. 70 jaehrigen Velofahrer sah, der mit pinkfarbenem Helm und ziemlich kurvenreich durch die Gassen von Greymouth fuhr... es waere ein Photo wert gewesen, aber wer nimmt fuer einen Cappuccino schon die Kamera mit? Ich nicht....

12.01.2007  Tag 72
Obwohl's ja bekanntlich nicht zu meinen Interessensgebieten gehoert, musste ich unterwegs anhalten, um ein paar alte Austins aus England abzulichten. Muffgli nebenan kam sehr luxurioes daher. Heute erreichte ich mit Greymouth die groesste Stadt an der Westkueste auf der Suedinsel.... und traf dabei wieder auf das Lehrergespann aus Basel. Zu dritt schlossen wir den Tag ab bei 2 zwei Biers fuer 1 und bei 2 Runden Dart. Obwohl ich schon seit Monaten keine Pfeile mehr geworfen hatte, zog ich mich ganz ansehnlich aus der Affaere...

11.01.2007  Tag 71
Reefton - Stadt des Lichts! 1888 wurde hier erstmals in der suedlichen Hemisphere Strom fuer die Strassenbeleuchtung produziert. So war ich auf den historischen Pfaden, doch vom damaligen Kraftwerk waren nur noch Reststueck, nicht mal mehr wirkliche Ruinen vorhanden. Das Dorf Reefton neigt generell dazu, viel interessante Historien zu haben, so unternahm ich einige Walk und schoss auch das eine oder andere interessante Photo. Inspiriert u.a. wurde ich auch von Urs und Gaby, beides Lehrer aus der Region Basel und zudem ganz angenehme Menschen, auch auf dem Velo unterwegs.

10.01.2007  Tag 70
Regen - aber muss weiter - verzichte auf laestige Regenbekleidung - Regen laesst nach - Blase drueckt - Regen wieder intensiver - schon wieder die Blase - bin klitschnass - Lewis Pass (907m) - Halt in Maruia Springs - 169$ sind mir zu viel fuer eine Nacht - weiter im Regen - zitternd und frierend - nach 94km in Springs Junction - alles ausgebucht - Regen laesst wieder nach - kurzer Sonnenschein - und wieder Regen - Blase zum 5. Mal - nochmals die Marathondistanz vor mir - mag und will fuer heute nicht mehr - trotzdem und endlich Reefton erreicht - sogar ein Bett war fuer mich frei - Langer und unvergesslicher Tag mit knapp 140km..... Der 7dl war heute mehr als gerechtfertigt.

09.01.2007  Tag 69
Hanmer Springs ist wie Paris ohne Sicht auf den Eiffelturm... Ich sah hier in den Badehosen sicher sehr attraktiv aus, denn meine Hautfarbe praesentierte sich ganz unten weiss, dann aber den Socken bis zum Hosenansatz recht braun und so wieder weiss bis zu den Enden der Aermel. Braun wieder die Arme bis zu den Velohandschuhen, und auch die Finger... Ja, das sind die kleinen "Leiden" eines Velofahrers. Im Hinblick auf weitere Downhill-Passagen war's mal an der Zeit, heute die beiden hinteren Bremsbelaege zu ersetzen. Uff, da war echt nicht mehr viel dran an den Altren....

08.01.2007  Tag 68
Auch ohne Velo war ich heute aktiv - auch wenn nur am Rande. Koerperlich beschraenkte sich dies auf den Aufstieg zum Conical Hill. Visulell studierte ich im Cafe die vorbeiziehenden Touristen. Ich haette dies stundenland machen koennen, war witzig. Nun, die Wetterlage steht momentan wie ueberall auf der Welt etwas schief und so im Tief, deshalb verzoegert sich meine Weiterfahrt etwas. Ahc ja, auch mein Hirn war noch aktiv, so loeste ich gleich 3 als teuflich klassierte Sudokus ohne grossen Probleme. Schoen zu wisse, dass auch die Hirnzellen nebst den Beinen noch funktionieren.

07.01.2007  Tag 67
Mal wieder etwas zum Thema Wetter gefaellig? Gerne... Heute wars also definitiv NICHT Sommer. Angesichts der grauen Wand, der ich mich nach 40km naeherte, zog ich vorsorglich mal den Regenschutz an... Aber es war fuer nichts. Der Regen verzog sich vor meinen Augen. Dass es mit dem Regen ja gar nicht so schlimm sein wuerde, haette ich ja den Bewaesserungsanlagen entnehmen koennen, die noch stets auf Hochtouren liefen. Hanmer Springs glich dann mit seinen Chaltes einem schweizer Touristenort in den Bergen, so fuehlte ich mich bei der Ankunft nicht unwohl. Abends gabs schon beinahe unzaehlige Velofahrergeschichten mit einem hollaendischen Couple auszutauschen. Ich realisierte hier auch, dass ich bisher niemanden kennengelernt hatte, die ebenfalls beabsichtigen, alles zu 100% per Velo zu machen. Alle anderen nahmen oder nehmen zwischendurch den Bus... Aber ich will nichts verschreien, bin ja schliesslich noch keine 4000km unterwegs....

06.01.2007  Tag 66
2 Optionen gabs fuer heute: Halt in Cheviot (70km) oder in Waipara (124km). Ich entschied mich fuer Option 2, da es doch recht gut voranlief. Auf der Fahr fuehlte ich mich oft wie im Appenzellerland - nur die Kleingewachsenen fehlten hier:-) Uebernachtet wurde heute in einem ausrangierten Eisenbahnwagen. Hier auf dem 'Bahnhof' traf ich eine Handvoll pensionierter Kiwis, die schon ganz leicht angeheitert waren und so fuer das Vergnuegen sorgten. So war auch ich teil ihrer Runde und durften das eine oder andere Glas Wein mittrinken. Obwohls im Schlafwagen dann relativ kuehl war, konnte ich gut und schnell einschlafen.

05.01.2007  Tag 65
Auch Service-Tage wie heute gehoeren zum Reisen. Dieser beinhaltete diverse Sachen wie das Update dieser Seite, Brennen einer Photo-CD, Besuch beim Coiffeur, Rasieren! und Pflege vom Muffgli. Dies war heute lediglich behutsames Oelen, aber es tat ihm sicher sehr gut. Aber ohne Velo konnte ich dennoch nicht sein und radelte so noch einige km kreuz und quer durch Kaikoura, was sehr nett war. Dennoch brachte mich nichts dazu, einer Touristenattraktion beizuwohnen, obwohl ich anfangs noch mit den Delphinen schwimmen gehen wollte.

04.01.2007  Tag 64
Auf diese Teilstrecke von heute freute ich mich schon, als ich noch daheim war, denn ich erinnerte mich stets gerne daran zurueck, als ich schon mal hier war. Und ich wurde auch heute nicht enttaeuscht, nein im Gegenteil. Die Fahrt entlang der Ostkueste bis Kaikoura war das Sightseeing-Spektakel pur, ich haette gut und gerne alle 100m anhalten und ein Photo schiessen koennen.... Links das tuerkisblaue Meer, der Strand und die Geleise der Bahnlinie, dann die Strasse mit mir und Muffgli und rechts von uns die teils fast ueberhaengenden Berge mit ab und zu noch leichtem Schneezucker ganz oben. Was ich anfangs noch als ganz positiv betrachtete - das Riechen der Natur auf dem Velo - wirkte sich heute eher negativ auf meine Nase aus. Da es ueber viele viele Kilometer hier Seals (Seehunde) am Strand hat, riecht oder besser stinkt es entsprechend... Nun ja, ich lebe ja noch:-) Aber alles in allem war es eine Teilstrecke heute, die ich am Schluss meiner Reise bestimmt zu den Highlights zaehlen werde. Kaikoura ist eigentlich ganz nett, aber es wimmelt von Touristen... nun ja, bin ja selber auch ein kleiner....

03.01.2007  Tag 63
Nach lockeren und flachen km in Blenheim angekommen, genoss ich anstelle eines Cappuccinos mal einen Banana-Milkshake, was hmmm auch sehr koestlich war. Mit der Weiterfahrt aenderte auch das Wetter und vor allem die Windrichtung. Es ging noch ueber 2 Paesse (beide nicht mal 200m hoch - und dem sagen die hier Pass!!!) bis nach Seddon, einem verschlafenen Dorf an der Ostkueste. Hier nahm ich fuer die Nacht eine Cabin, die ich schlussendlich sogar fuer mich alleine beansprichen konnte. Dies war icj Vergleich zum Campen der totale Luxus fuer mich. Der Wetterbericht hat fuer morgen absolutes Velofahrerwetter angesagt. Aber hier wird man erst seelig, bevor man etwas in Sachen Wetter glaubt.

02.01.2007  Tag 62
Nur 5km stieg gleich anfangs die Strasse an, danach folgten ca. 85km lockere Passagen mit negativer Steigung entlang einem sehr breiten Flussbett bis nach Renwick., das wunderbar inmitten der herrlichen und unzaehligen Weingueter von Marlborough liegt. Hier liesse es sich doch leben! Es war an der Zeit, mal wieder das Zelt aufzuschlagen. Da der vorhandene Platz aber recht eingeschraenkt war, kam dieses noch etwa zur Haelfte unter einen Kirschenbaum zu stehen... Na ja, am naechsten Morgen konnte ich einige rote Flecken auf dem Aussenzelt zaehlen. Aber die Kirschen schmeckten sehr gut! Ich als halber Nidwaldner hatte abends keine Probleme, mich mit einer Wolfenschiesserin zu unterhalten, obwohl ihr Dialekt seehr urchig war. Trotz unliebsamer Abendkaelte im Zelt fand ich bald mal den Schlaf, auch herunterfallende Kirschen konnten diesen nicht verderben.

01.01.2007  Tag 61
Mit einem 7-stuendigen Walk rund um den Lake Rotoito startete ich meine Aktivitateten im 2007 . Am Schluss dieser Wanderung, wo ich kaum Leute antraf, gabs noch einen Regenguss, eben gerade 100m vor der Unterkunft. Aber auch schon zwischendurch wurde ich nass, als ich barfuss ein 50m breiten Flussbett zu ueberqueren hatte. Mann, war das Wasser verd.. kalt!! Aber auch jetzt schmunzle ich schon wieder drueber.... Abends gabs noch diverse Schreibarbeiten zu erledigen, denn v.a. gestern wars defintiv zu spaet, um mich noch ums Tagebuch zu kuemmern. Sehr geruhsam ging der erste 2007-er Tag mit dem 2. Teil von Lord of the Rings zu Ende.

31.12.2006  Tag 60
Der Silvester-Knaller hatte ich heute schon um 11.25h.... Nun, der Knall kam vom vom Hinterrad und das Ergebnis war nicht etwa ein Feuerwerk, nein vielmehr hatte es den Reifen zerrissen... den Schlauch natuerlich auch. Ich nahm mich der Situation aber mit Humor an, da ich wusste, dass ich bereits am Abend wieder frueber lachen werde. Probleme aber noch mit der Pumpe und dem ventil brachten mich doch noch etwas ins Schwitzen. Ende gut - alles gut! Ich erreichte St. Arnaud nach happigen Steigungskilometern und konnte mich so langsam aber sicher dem Silvesterabend widmen, dies mit ausreichend Fluessigkeiten und einem feinen Ghacketem mit Hoernli. Um 22h kam bei mir dann etws 1. August-Stimmung auf, denn wir besuchten ein Hoehenfeuer und das Feuerwerk. Es war ganz nett und um Mitternacht dann wurde angestossen, klar! Es lag mir viel dran, dies v.a. mit Muffgli zu tun. Auch das Velo erhielt einen Schluck Sekt aufs Vorderrad und ich verzieh ihm auch fuer den Vorfall vom Vormittag, kann ja passieren, nicht? Ansonsten war der Abend ruhig und um 1.30h legte ich mich ein erstes Mal im 2007 zu Bett.

30.12.2006  Tag 59
Sehr gerne waere ich heute wieder weitergezogen, aber die Unterkunftssituation war so, dass ich heute nochmals Nelson zu meiner Verfuegung hatte. Der Abschied von der CH-er Karavane war sehr herzlich und so unternahm ich einen kurzen Velotrip rund um Nelson, was auch ganz nett war. Aber das war's dann auch schon fuer heute. Der Abend verfloss mit einer amuesanten Lektuere eines finnischen Schriftstellers. Es ging darin um einen Massenselbstmord - echt koestlich geschrieben...

29.12.2006  Tag 58
Dieser Tag gehoerte der Ruhe, welche ich von A-Z genoss. Ich stolperte mal wieder durch die Gassen einer Stadt, erledigte Internet-Angelegenheiten und war dann eben auch noch im Kathmandu-Shop, wo ich drei Einkaeufe taetigte, ich konnte dem Rabatt einfach nicht wiederstehen. Auch durfte mein Muffgli sich mal wieder verwoehnen lassen. In aller Ruhe nahm ich mir seine Kette vor und reinigte sie gruendlich. Ich war ueberrascht, wieviel Dreck sich da angesammelt hat.... nachher dann auch an meinen Haenden. Zusammen mit Roland, Sabine, Sylvia und Beate sass dann die fuenfkoepfige CH-er Karavane wieder zusammen am Tisch und verbrauchte so einen unterhaltsamen Abend.

28.12.2006  Tag 57
Zu siebt sassen wir heute am Zmorgetisch, zu fuenft verliessen wir dann als farbenfrohe schweizer Velo-Karavane das Dorf Havelock und bald war ich wieder allein. Auch das Warten auf die anderen 4 fuehrte nicht zum Zusammenschluss. Offenbar hatten sie ein velotechnisches Problem. Bei grandiosen Bedingungen gings gut voran nach Nelson. Nun, hier auf der Suedinsel gibt es definitiv mehr Gleichgesinnte, die mit dem Velo unterwegs sind, traf heute mehrere davon an. Beim Backpackers spielte dann der Zufall mal wieder seine Trumpfkarte aus, denn auf wenn stiess ich hier? Ja genau, die schweizer Karavane war wieder zu fuenft.... Noch einmal gabs einen tollen Abend, der dadurch aber sehr rasch spaet endete. Heute entging ich uebrigens nur knapp einem Shopping-Rausch im "Kathmandu"-Outdoor Laden, denn alles war 50% reduziert... muss wohl morgen nochmals hin!

27.12.2006  Tag 56
Die feuchten Bedingungen zu Tagesbeginn liessen mich noch etwas in Picton ausharren, doch um 12h entschied ich mich trotz dem Wetter fuer die Weiterfahrt. Nach 2/3 der Strecke liess der Regen nach und bis ich in Havelock angekommen war, waren auch meine Kleider schon wieder trocken. Per Instinkt winkte ich heute einem Bedmobil... (Asi und Hansjoerg: Es war dies also das 3., welches ich gesehen habe). Kaum war ich angekommen, begegnete ich 4 Schweizern, die ebenfalls mit dem Bike unterwegs sind, zwei davon schon seit ueber einem Jahr... Zusammen erlebten wir dann einen gediegenen Abend mit allerhand Geschichten, die es auszutauschen gab. Leider gabs heute auch noch was negatives: Mein Natel wird nun ohne die Tasten 3,6,9 und # auskommen muessen, denn sie funktionieren einfach nicht mehr... Aber auch so werde ich hier ueber die Runden kommen muessen.... smile! Es ist ja jediglich ein so seltsames elektronisches Ding!

26.12.2006  Tag 55
Der Stephanstag heisst hier Boxing Day... wieso auch immer? Heute stand ein tagesausflug an, der mich auf dem Queen Charlotte Drive entlang der Marlborough Sounds fuehrte. Es war eindruecklich, so gemuetlich und ohne Gepaeck entland dieser Fjordlandschaft zu radeln. Ich merkte, dass es hier trotz Hochsaison relativ wenig Verkehr hatte. Schlussendlich sass ich noch etwas am Beach und las weiter aus meiner aktuellen Lektuere "The Traveller". Mit einer ausgezeichneten Roesti beendete ich die Festtags-Schlemmerei... obwohl, morgen geht es sicher auch wieder mit grossen Portionen weiter! Freue mich drum schon wieder an die Gedanken ans Essen, kaum werde ich auf dem Velo sitzen.

25.12.2006  Tag 54
Mit dem Uebersetzen auf die Suedinsel hat auch auf einen Schlag das Wetter gewechselt. Bei strahlendem Sonnenschein verbrachte ich einen geruhsamen Weihnachtstag und konnte der Einladung des Backpackers-Ehepaars zum Mittagessen natuerlich nicht wiederstehen. Es herrschte wahrlich eine Festtagsstimmung mit schoen gedecktem Tisch und feinem Essen draussen auf der Veranda. Anschliessend brauchte ich etwas Bewegung, doch Picton schien dabei echt ausgestorben zu sein. Alles war "closed", was es hier wirklich nur am 25.12. gibt. Aber es war auch mal gut so, auch wenn ich dadurch auf den Cappuccino verzichten musste:-( und dies an Weinachten...

24.12.2006  Tag 53
Heiliger Abend.. Nun von Weihnachten war hier generell nicht allzu viel zu spueren. So auch heute nicht wirklich. Vor mir lagen die vorlaeufig letzten Kilometer auf der Nordinsel. Zur Mittagszeit erreichte ich mit Muffgli also Wellington (heute also drum Teil 2). Zur Feier des Tages (Heiliger Abend, Suedpunkt der Nordinsel erreicht, gerade mal so knapp 3000km auf dem Zaehler) gabs zum Zmittag einen Beefburger, der in seiner Groesse meine Erwartungen deutlich uebertraf. Da ich noch den ganzen Nachmittag "frei" hatte, stieg ich im Sattel noch rauf zum Botanischen Garten und auch noch zum Mt. Victoria Lookout. Ich goennte mich ja heute sonst nichts:-) Ah, doch... da war dann schon noch der Cappuccino und ein Pie dazu am spaeteren Nachmittag! Dann auch noch ein Muffin und ja... eine Portion Pommes Frites dann auf der Faehre auf die Suedinsel. Diese brachte mich (und einige andere Biker) also ueber die Cook Strait und durch die Marlborough Sounds nach Picton. Es war noch eindruecklich zu sehen, wie alle Biker ausgeruestet waeren mit den selben Satteltaschen (made by Ortlieb), jedoch alle in anderen Farben. Obwohl es schon dunkel war, genoss ich auf dem Deck der Faehre noch eine laengere Weile die phantastische Stimmung der Wasser- und Bergenlandschaft, umgeben von  Rauschen des Wassers durch die "Aharua" ...wow!

23.12.2006  Tag 52
Es brauchte doch einige Ueberwindung, um am Vormittag in den Zug einzusteigen, der mich nach Wellington fuehrte. Ja, es ging etwas gegen meine Einstellung, ausschliesslich das Velo zu benutzen. Aber zwischendurch muss ich auch die Vernunft walten lassen, nicht? In der Hauptstadt stolperte ich etwas kreuz-und-quer umher durch die Gassen und verbrachte dann den Nachmittag v.a. im Te Papa-Nationalmueseum. Dies war somit der erste Teil von Wellington, mehr dann morgen. Der Abend, resp. seine Sonnenuntergangsstimmung war geschaffen fuer ein paar Photos, oder zumindest Versuche davon. Der Aufenthalt in der City machte mich irgenwie mehr muede als wenn ich den ganzen Tag auf dem Velo sitze. ja, offenbar liegen (resp. sitzen) mir Velosattel mehr als die Grossstaedte.

22.12.2006  Tag 51
Noch ganz guten Mutes ass ich das Fruehstueck, denn der Himmel zeigte sich in einer ungewohnt angenehmen Farbe - blau! Ebenfalls ermutigend war die Tatsache, dass ich fuer den 24.12. noch ein Ticket bekam fuer die Faehre nach Picton. Getruebt wurde aber die ganze gute Stimmung nur noch vom Wind, der mir praktisch auf den ganzen 100km bis nach Paekakiriki ins Gesicht blies. Nur ganz selten hatte ich das Gefuehl, dass der Winkel von 180 Grad abwich. Aber das Ziel dann doch noch muede und abgekrampft erreicht, wurde ich durch ein weiteres Bijou eines Backpackers entschaedigt, dass auf einer Anhoehe liegt und von wo aus man wunderbar auf die Tsaman Sea sieht. Der Abend gestaltete sich draussen kuehl und drinnen ganz angenehm mit vielen ebenso angenehmen Leuten.

21.12.2006  Tag 50
So schoen wie die speziellen Wiedersehen sind, umso haerter ist es dann leider auch, wieder Abschied nehmen zu muessen. So war es auch heute morgen nach einem gemeinsamen Cappuccino, resp. Tee, resp. Wasser an der Victoria Street. Unsere Wege trennten sich hier wieder, die beiden fuhren nord- und ich suedwaerts weiter. Nun, kaum hatte ich wieder die Sattelposition eingenommen, da begann es ganz leicht zu troepfeln, daraus wurde leichter Regen und schlussendlich regnete es halt einfach.... Da ich immer mehr nass wurde, liess ich die Regenausruestung bleiben und war dann einfach froh, in Bulls mal wieder etwas warmes in den Mund schieben zu koennen. Ab hier bis Palmerston North (Palmy) wars eher wieder trocken, doch die Landschaft hier bot nicht mehr wirklich viel, so wie auch Palmy selber nicht. So deckte ich mich einfach wieder ein fuer eine Nacht....

20.12.2006  Tag 49
Schon beim Aufstehen war ich gespannt auf das zweite Wiedersehen hier mit Astrid und Hansjoerg. Sie kamen heute mit der Faehre von der Sued- auf die Nordinsel zurueck und so vereinbarten wir dieses Treffen in Wanganui. Zuvor aber hielt ich mich noch brutal interessiert in der Kunstgallerie auf (ich blieb ca. 5 Minuten) und ging dann weiter ins echt interessante Regionalmueseum (ist wirklich so).Dann beim Wiedersehen am Nachmittag hatten wir drei einander praktisch pausenlos Geschichten zu erzaehlen von unseren Erlebnissen der letzten Wochen seit dem ersten Treffen in Ahipara. Witzig fand ich vor allem ihre Story, als ihnen mal hilfsbereite Japaner zur Seite stehen mussten, weil sie mit ihrem Nissan-Bus in eine aussichtlose Situation geraten waren.... Zum Znacht wurde ich zum Inder eingeladen und habe dies seeehr genossen. Danke an dieser Stelle nochmals fuer die Einladung! Standesgemaess liessen wir den tollen Tag bei einem Glas Wein ausklingen.

19.12.2006  Tag 48
Das Unangenehme gleich zu Beginn des Tages... das nahm ich mir heute vor und war kurz spaeter schon im Veloladen, wo ich zwei Ersatzschlaeuche fuer nur je 4 sFr. erhielt, da das Geschaeft bald zu macht. Als ich dann in aller Ruhe den Schaden begutachtete, stellte ich fest, dass also tatsaechlich ein Stueckchen Glas sich in den Mantel des Vorderrades eingefressen hatte und nun an einem zweiten Ort den Schlauch angescheuert hatte. Das Loch war echt sehr klein, aber auch dies reichte aus fuer das unangenehme Erlebnis von gestern. So hoffe ich nun, dass ich wieder eine Weile Ruhe habe von aehnlichen Unannehmlichkeiten dieser Art... In Wanganui, hier bin ich nun also, sicher mal noch bis am 21.12. Dann schaue ich wieder weiter. Jetzt ist ein feiner Cappucciono auf dem Tagesplan, kombiniert mit einem koestlichen Pie... hmm!

18.12.2006  Tag 47
Aufstehen, Kleider noch immer feucht, Weiterfahrt in Richtung Wanganui, Luftverlust vorne nach 70km nach rasanter Fahrt abwaerts, aufgepumpt, Luft haelt... nach 5km selbe Geschichte, Luftverlust vorne nach Fahrt downhill, aufgepumpt, Luft haelt... jetzt sogar 7.5km... Frage zu diesem Zeitpunkt: Kann dies bis Wanganui so gut gehen? Antwort: Ja, es ging eben mal noch so knapp gut, obwohl ich eingangs Wanganui nochmals an die Luftpumpe ranmusste. Danach stellte ich das Velo beim Tamara B/P ab und wollte vorerst nichts mehr vom Platten wissen, morgen dann wieder... Ich hatte danach die Gedanken nur noch beim Essen, es gab einen Salat, 300gr. Pasta mit 2 feinen Stuecken vom Lamm und nachher natuerlich auch noch den Muffin... Ich lernte heute noch eine weitere Velofahrerin aus der Schweiz kennen. Was ist wohl mit den Schweizern (-innen) los? Wieso zieht es speziell diese so aufs Velo nach Neuseeland? Nach einen doch recht turbulenten und spannenden Tag schlief ich gegen Mitternacht im nu ein...

17.12.2006  Tag 46
Nun, was wollte ich an einem verregneten Tag wie heute in Stratford? Da ich selber keine sinnvolle Antwort fand, entschied ich mich trotz dem Wetter fuer die Weiterfahrt und zog gut 30km weiter nach Sueden bis Hawera. Uebrigens... ist noch ganz lustig so 2 Stunden im Regen zu pedalen... echt! Kann ich euch waermstens empfehlen... denn der Schluck (oder mehrere Schlucks) Rotwein danach ist wie Himmel auf Erden:-) Ich denke, das funktioniert sicher auch bei Schneefall im Winter! Probierts mal aus... Ihr koennt es meinetwegen auch ohne zusaetzlichen 25kg Gepaeck machen. Ich hoffe nur, dass eure Kleider dann etwas schneller trocknen als meine.... smile!

16.12.2006  Tag 45
Irgenwie schweren Herzens verliess ich heute New Plymouth, denn ich fuehlte mich hier sehr wohl. So umrundete ich den Mt. Taranaki zu 3/4 und hatte ihn stets zu meiner linken. Er musste einige Male bei wolkenlosem Himmel fuer mich und meine Kamera Pose stehen. Dieser beinahe perfekte Vulkanberg erinnert stark an den Mt. Fuji in Japan und ihn so klar zu sehen ist nicht wirklich alltaeglich. Abends gabs im Hostel eine wahre Invasion von Schweizern, gleich deren 5 belagerten die Kueche und ich fuehlte mich beinahe etwas ueberrumpelt. Dafuer erlebte ich am Vormittag auf der Strasse noch etwas besonderes. Vor mir hielt ploetzlich ein Auto am linken Strassenrand und die Passagiere machten Zeichen an mich zum Anhalten. Es waren dies ebenfalls Eidgenossen und schenkten mir spontan eine Tafel Lindt-Nuss-Schokolade. Sie haben mich natuerlich meiner schweizer Flagge wegen erkannt. An dieser Stelle euch dreien einen besten Dank! Und uebrigens: Die Schokolade ueberlebte nur noch 5 weitere Stunden.... dann hatte ich sie bereits in meinem Magen....

15.12.2006  Tag 44
Ruhe vor dem Velo, das nahm ich mir vor und setzte es auch problemslos um. Ich kam nur wegen Putz- und Servicearbeiten mit dem Velo in Kontakt. Ansonsten hielt ich mich in der Stadt und im wunderbaren Pukekura-Park auf und schlenderte entlang der Kueste auf dem erholsamen Coastal Walk. Inzwischen bin ich auch uerbzeugt, dass der Sommer definitiv Einzug gehalten hat, denn an lange Kleider in nur wahrlich nicht mehr zu denken....

14.12.2006  Tag 43
Windstill!! Ja, so begann der Tag tatsaechlich. Bei wunderbarer Sicht in Richtung Mt. Taranaki fuhr ich der Kueste der Tasman Sea entlang nach Sueden und erreichte mein Ziel heute in New Plymouth. Hier mal ein Beispiel von meinem taeglichen Menuplan:
Am Anfang: 2 Kaffe / 8 Scheiben Tost
Zwischendurch: Viel Wasser / 1 Riegel / 2 Banane / 1 Cappuccino / 1 Steak-Pie
Spaeter: Erdnuessli / Wasser / Wei / 500gr. Kartoffeln / 1 Zucchini / 100gr. Pilze / 300gr. Beef und ein Broetli dazu
Noch spaeter: Immer noch Wein / 1 Muffin (Kuchen) / TimTams (Guetsli) / Kaffee

13.12.2006  Tag 42
Ha... nach bereits 10km musste ich heute erfahren, dass mein Flick vom 1. Platte nicht so fachmaennisch erfolgt war. Auf offener Strasse musste ich drum nochmals ran:-( Der Wind dann war Thema Nr.2, so kam ich heute auch abwaerts fahrend kaum vom Fleck... und dies ganze 60km, aber dafuer konnte ich die natur etwas laenger geniessen:-) In Awakino erreichte ich die Westkueste wieder und war froh, etwas spaeter in Mokau angekommen zu sein.... um einfach zu relaxen. Ja, es brauchte nicht mehr viel und ich haette noch vom (Gegen)-Wind getraeumt.

12.12.2006  Tag 41
Zur Beruhigung - der Weintransport klappte tiptop. Heute gibts was zum thema rinder und Kaelber. Ich konnte bisher nicht ausfinding machenn, wieso diese so verschieden auf meine Erscheinung reagieren.. Einerseits fliehen sie vor mir wie vom Metzger verfolgt, andererseits aber springen sie mir fast ueber den Zaun nach.... Nun, trotzdem werde ich noch oft ein Stueck Beef geniessen. Anders sind da die Schafe, sie bleiben einfach ruhig, wenn ich an ihnen vorbei fahre. Zusaetzliches Highlight heute war die Sicht auf den Mt. Ruapheu nach einem kurzen und satten Aufstieg bei den Waitomo Caves.... aber ohne Gepaeck!

11.12.2006  Tag 40
Heute haette ich Grund dazu, mal meine Gedanken ueber die baustellen hier auf den Strassen loszulassen. So frage ich mich immer wieder, was es soll, gewisse Strassenabschnitte einfach ungeteert zu lassen... Der lose Schotter naemlich ist fuer einen Velofahrer nicht so ganz angenehm, v.a. nicht wenn man gerade von einem truck ueberholt wird und so vom Staub zugedeckt wird. Da kommen einem echt die Traenen. Nun ja, 90km wurden es auch heute wieder. Ich wagte es auch mal, einen 3l Bag-in-Box Wein zu kaufen. Nun bin ich mal gespannt, wie ich diesen jeweils transportieren werde....

10.12.2006  Tag 39
Nach dem Pechtag gestern war heute wieder alles zum besten bestellt. Petrus war muede, dafuer die Sonne mehr als aktiv. Begleitet von auffallend vielen hupenden Autos pedalte ich an die Westkueste, ins Surfer-Paradies Raglan. Endlich konnte ich auch mal wieder mein Zelt aufschlagen. Doch mit der Idylle war es bald vorbei, denn neben mir baute auch eine Teenie-Gruppe ihre Haeuser aus Tuechern auf. Mit nur leichtem Gehoerschaden ueberlebte ich die Stunden vor Mitternacht und ich musste doch heute zum Schlafen doch tatsaechlich mal wieder ein T-Shirt anziehen, denn der Aussenbord-Kuehlschrank lief auf Volltouren.

09.12.2006  Tag 38
Die fahrt heute war eigentlich nur ein Kilometerfreseer und fuehrte nach Hamilton. 2mal hatte ich das Glueck des Tuechtigen und des richtigen Standortes einer Tankstelle, da Petrus mal wieder so tuechtig den Hahn aufdrehte. War Petrus wohl traurig? traurig, weil er wusste, dass mein Velo heute den 1. Platten einfangen wird? Nun, gluecklicherweise spielte sich dies vor dem Backpackers in Hamilton ab und als Ursache vermutete einen der abermillionen Scherben am Strassenrand. Mit geschwaerzten Haenden aber klopfte ich mir dann auf die Schultern, als die Reparatur erfolgt war. Weiter vom Pech verfolgt wurde ich durch zwei Abstuerze des PC wegen einem heftigen Gewitter. Wenigstens hatte ich zur Schlafenszeit keine Schnarcher zu hoeren....

08.12.2006  Tag 37
Schlapp fuehlte ich mich, kaum hatte mich aufs Velo gesetzt. So ergaben sich heute (und auch dem aufkommenden Regen wegen) nur gerade gut 20km. Dorfeingangs von Otorohanga wurde ich ueberrascht durch 'Hopp Schwiz'-Rufe aus einem Auto heraus. Ja, heute lief ansonsten wirklich nicht viel, ausser noch ein paar interessanten Chats mit anderen Backpackern.

07.12.2006  Tag 36
Eine lange Downhill-Fahrt in Richtung Norden (mit einigen wenigen Steigungen) war der Hauptgrund, dass ich es heute auf ueber 130km brachte. Doch es kam schon ein Punkt, an dem ich mir sehr wuenschte, endlich am Ziel in Te Kuiti zu sein. Kaum im Dorf, hielt ich bei einer Tankstelle auf und brauchte dringend ein Cola und einen warmen Pie.... hmmm, das tat gut!! So liess ich heute also nach ca. 1 Woche den phantastischen Tongariro Nat.park hinter mir, mit einer gewissen Wehmut, denn es hat mir in dieser Region sehr gut gefallen, wahrhaft. Fernab der Zivilisation fand ich in Te Kuiti eine Herberge und ging davon aus, alleine zu sein. Doch es kamen noch zwei ehr muerrische Oesterreicherinnen dazu, mit denen ein Wortwechsel aber eher schwieig war. Offenbar hatten sie ein Problem miteinander.... Mir ging es weiterhin gut, auch wenn meine Beine die Strecke von heute spuehrten.

06.12.2006  Tag 35
Nun, den Chlaus habe ich heute nicht zu sehen bekommen, dafuer unternahm ich eine Tagestour an den Fuss des Mt. Ruapheu's, dem hoechsten Berg auf der Nordinsel und zugleich Ausgangsstation fuer viele Skitouristen im Winter. Die Fahrt hoch und vor allem wieder runter war ein frierender Grauss, die Augen voller Traenen und nur noch am Zittern.... Aber es gab dann die warme und laaange Dusche. Die Unterkunft hier hatte Skihaus-Atmosphaere und ich fuehlte mich trotz einer Teenie-Grueppe ganz wohl. Am Abend beeindruckte mich eine Gruppe Deutschsprachiger, wo auch ein Gehoerloser unter ihnen war. Es war sehr spannend, ihnen zuzuschauen und -hoeren, wie sie miteinander umgingen.

05.12.2006  Tag 34
Die Welt ist klein, das weiss man ja unlaengst... Aber dass ich heute auf der Strasse Hanna aus Tschechien (traf sie bereits am 15.11.) mit ihrem Trottinett wieder treffen wuerde, das hatte ich nun doch nicht gedacht. So unterhielten wir uns auf der offenen Strasse und verabschiedeten uns auch schon bald wieder, das der Luft zuegig war und sich rasch nach Ohakune kommen wollte. In National Park liess ich mich fuer 2 Naechte nieder und denke, dass ich nachher den Tongariro National Park ausreichend gesehen habe, zumindest habe ich ihn dann umrundet.

04.12.2006  Tag 33
Mein noch realtiv guten Bedingungen gings heute auf die Desert Road, die Wuestenstrasse. Doch von Wueste war da anfangs noch nichts in Sicht, doch nach vielen Haarnadelkurven aenderte sich dies und ich befand mich ploetzlich im Niemandsland und in einer tristen Einoede, wo v.a. das Militaer zu Hause ist. Auf dem weg nach Waiouru passiert ich den hoechsten Punkt in Neuseeland einer geteerten Strasse auf 1075 m.ue. M. Nachdem ich ab Waiouru in meinem Regendress weiter nach Ohakune fahren musste, war ich froh um die warme Dusche und hatte nach der Pizza zum Znacht mein Vergnuegen, einer organisierten Tour zuzuhoeren, was wie wo und so.... Man, ist das individuelle Reisen schoen, wirklich schoen....

03.12.2006  Tag 32
Heute also stand auch bei mir endlich der Tongariro Crossing an. Es ist dies wohl der schoenste 1-Tages-Trek in Neuseland. Inzwischen stimme ich diesem zu. Mit "It's a beautiful day" von Queen stimmte ich mich auf den Tag ein und er wurde auch tatsaelich sehr schoen. Die 17km lange Wanderung fuehrte durch atemberaubende Landschaften, teisl wie in Mittelerde aus "Herr der Ringe" bis hoch hinaus zum Krater des Vulkanberges Tongariro. Man spuerte hier richtig, dass man sich an einem sehr speziellen Ort auf Erden befinden, etwas mystisches hatte es an sich. Sicher wird mir dieser absolute Traumtag noch lange in bester Erinnerung bleiben, denn u.a. sah man doch auch bis zum Mt. Taranaki an der Westkueste, das war der Hammer. Ruhig gediegen war dann der Abend, natuerlich abgerundet mit einem feinen Glas Roten.

02.12.2006  Tag 31
Um mich fuer morgen zu schonen, unternahm ich lediglich eine lockere Fahrt rund um den Lake Rotoaira. Alle anderen Bewohner des Backpackers unternahmen den Tongariro Crossing, was ich aber auf morgen verlegte, da noch besseres Wetter anstand. So hatte ich den grossen Frieden, da alle ausgeflogen waren. Aber am Abend merkte ich auch, dass der Walk bei einigen auch recht anstrengend rueberkam. Wie wird dies wohl morgen bei mir sein? Auf jeden Fall wurden durch die positiven Eindruecke der anderen meine Vorfreude noch um einiges verstaerkt.

01.12.2006  Tag 30
Auf der Fahrt nach Turangi nahm ich mir wieder mal die Zeit, um einen Namen fuer meinen Begleiter zu suchen. Ich habe nun wohl etwas rausgetuefftelt, bin mir aber dem Namen noch nicht ganz sicher.... drum warte ich noch, diesen Preis zu geben. Oder sind da evtl. Vorschlaege von eurer Seite? So oder so, es tat gut, nach 3 Tagen ohne mal wieder mit dem Velo unterwegs zu sein und die Landschaft dabei in vollen Zuegen zu geniessen.... Abends war es doch sehr spannend, einigen jungen Deutschen zuzusehen und -hoeren, wie sie sich auf den Tongariro Crossing von morgen vorbereiteten. Ich hatte den Eindruck, als gingen diese 4 Girls auf eine einwoechige Wanderung.... :-)

30.11.2006  Tag 29
Heute das selbe nochmals wie gestern... Ich verlaengerte in Taupo fuer eine Nacht, obwohl ich schon im Dress fuer die Weiterfahrt war. Doch kaum wollte ich auschecken, prasselte wieder heftiger Regen nieder, sodass ich umgehend mein Portemonnaie holte und fuer eine weitere Nacht zahlte. Vielen ging es heute gleich und so verbrachte man die Stunden unter Dach mit vergnueglichen Diskussionen, Games und so....Auch habe ich wieder gemerkt, wie schoen doch alleine unterwegs zu sein ist.... Eine bunt zusammen gewuerfelte Gruppen naemlich scheint ein grosses Problem zu haben, sich nun wieder zu loesen... Zum Glueck nicht mein Problem:-)

29.11.2006  Tag 28
Mein Aufenthalt in Taupo wurde heute um mindestens einen Tag verlaengert, denn ich will unbedingt den Tongariro Crossing (den schoensten Eintages-Trek in Neuseeland) unternehmen, aber dazu muss das Wetter stimmen und dies tut es eben mal bis am Wochenende nicht so, wie man dies will. Aber warten auf etwas tolles kann auch seinen Reiz haben und das Velo ist mir sicher nicht boese, dass ich es nun volle 2 Tage nicht bewegt habe, ja nicht mal gesehen habe. Aber ich bin sicher, auch es braucht mal seine Ruhe ohne dass ich stets ein Auge auf es richte:-)

28.11.2006  Tag 27
Anstelle des Velos habe ich heute endlich auch mal meine Beine etwas bewegt.... musste ja schliesslich auch mal sein, nicht? Ich unternahm eine laengere Wanderung entlang dem Waikato River, dem laengsten Fluss Neuseelands.... und auch wieder zurueck. Mit Terry aus Kanada gab es am Abend noch lange und echt spannende Backpacker-Geschichten auszutauschen, die echt mitreissend waren. Da kam mir doch der Gedanke, dass meine Reisen im Vergleich irgendwie voellig unspektakulaer sind.... Aber mir gefaellt es trotzdem noch bestens....

27.11.2006  Tag 26
Ja, jetzt ist er doch noch gekommen -  der bisher bitter-boeseste Tag auf der Strasse. So musste ich nach 25km doch tatsaechlich das Langarm-Oberteil ueberziehen, es ging vor brutaler Kaelte nicht mehr anders. Zudem war es brutal windig, ziemlich uneben und einfach definitiv nicht der Traumtag auf dem Velo. Umso wohltuender war dann die Ankunft nach bissigen 80km in Taupo, wo ich die bisher waermste und laengste Dusche der Reise genoss und mir nachher zum Znacht auch einen 7dl goennte - dieser musste heute ganz einfach sein!! Zwischendurch fuehlte ich mich heute echt wie im tiefsten Winter (einfach ohne Schnee) auf 2000m... ihr alle wisst, wie gerne ich mich da aufhalte:-(

26.11.2006  Tag 25
Kaum befand ich mich heute im Internet-Cafe, um euch wieder ein Update in die Tasten zu legen, da klopfte mir die velofahrende Hollaenderin auf die Schulter, welche ich vor 2 Tagen schon auf der Strasse getroffen habe. So suchten wir nachher den Starbucks auf fuer einen feinen Cappuccino, wo wir uns weiter unsere Heldentaten erzaehlen konnten. Mit einem kompletten Ruehtag wurde es nichts, denn ich fuhr noch zu den Blue und Green Lakes, wo es mir sehr gut gefiel. Rotorua wirkte heute am Sonntag sehr ausgestorben und so kam mir die Mondlandschaft  (aufgrund der geothermischen Zonen) anstelle eines schoenen Standes schon noch merkwuerdig vor. Insgesamt war ich heute 3x im Infocenter, wo ich stets ein Wetterupdate einholte. Dies ist jeweils immer ein wichtiger Punkt fuer die Tourenplanung.....

25.11.2006  Tag 24
Zum Thema Essen: Ein deutsches Paar, was neben mir heute in rauen Mengen gefruehstueckt hat, traf ich doch nicht mal 3 Stunden spaeter wieder, wo ich sie bei Pommes Frites und Hamburger sah.... Dies war bei Kiwi 360, dem Touristencenter fuer die bekannte Kiwifrucht. Hier an der Bay of Plenty ist ja die Hochburg der Kiwiproduktion. Zuvor noch unterhielt ich mich lange mit einem Betreiber eines Kaffees und da dadurch mein Cappuccino kalt wurde, gabs noch einen vom Haus dazu... Von der Nobeladresse Taurange fuhr ich heute also ins stinkige Rotorua, wo es der vielen Kratern und Gysieren wegen stets nach Schwefel stinkt. Aber man gewoehnt sich rasch daran. Hier ist einfach alles etwas anders, auch meine Unterkunft. So schlafe ich erstmals wieder in einem Kigsize-Bett, dies fuer glatte 15 Dollars. Vor dem Infocenter beobachtete ich noch lange einen Asiaten, der mein Velo minutenlang anschaute und inspizierte - es war echt herrlich, ihm aus dem Hinterhalt zuzuschauen! Am Abend wurde mir geraten, mein Velo mit ins Zimmer zu nehmen, denn die vielen kleinen Maori-Kinder seien doch recht unberechenbar in gewissen Dingen...

24.11.2006  Tag 23
Es kam mal wieder so, wie es kommen musste. Man trifft lange keine Velofahrer, dann gleich wieder zwei auf offener Strasse. So hielt ich an, als ich eine Hollaenderin am Strassenrand sah und nur kurz drauf stoppte bei uns ein Kalifornier. War echt eine tolle Sache, so ganz spontan. Doch ansonsten war diese Fahrt nach Tauranga wenig speziell, vor allem dem starken Verkehr wegen. Ich feue mich wieder auf etwas weniger befahrene Strassen. Tauranga, mein Tagesendziel, ist gespickt mit feinen Restaurant, und an den Promenaden zum Meer hin stehen viele prunkvolle Villen und so... auch nicht so das fuer mich wahre Neuseeland. Ich liess heute wieder etwas weiter aus einer Lektuere von Dieter Kreuzkamp und so ist meine Vorfreude auf die Suedinsel noch im Quadrat angestiegen.... wow! Mit den Deutschen aber war neben Kreuzkamp so eine Sache -  es hat einfach sehr viele davon hier! Am Abend war ich noch beeindruckt, was so andere Backpacker stets an Fressmaterial mit dabei haben. Aber auch ich komme durch, obwohl ich ja stets an Essen denke und aber immer nur in kleinen Portionen einkaufen kann.

23.11.2006  Tag 22
Die ersten Meter heute lief ich neben meinem Velo her, denn zusammen ging es durch einen ca. 1km lange Tunnel aus der Goldgraeberzeit, wo man am anderen Ende lediglich ein kleines Licht sah. Ansonsten war es recht dunkel und gespenstisch. Obwohl es noch nicht erlaubt gewesen waere (nur Wanderweg), bin ich danach wieder gefahren. Von der Einsamkeit des Gorges kam ich also ins farbenfrohe Waihi Beach, wo eben Surfing und andere Wasseraktivitaeten in sind. Etwas abseits der Zivilisation baute ich wieder das Zelt auf und musste fuer das Essen meine Notreserven anpacken, denn auch hier war ein Shop ein Wunschgedanke. Aber mit meiner Pfanne und den zusaetzlichen Utensilien gelang auch dieser Znacht bestens.

22.11.2006  Tag 21
Kurz bevor ich das Zelt abbrechen wollte, gabs doch tatsaechlich noch einen Wolkenbruch.... grrruumm! Aber schlussendlich war ich wieder mit mir alleine zufrieden af dem Velo in Richtung Sueden. Kaum war ich 2km weiter geradelt, da winkten mir zwei aeltere Frauen von ihrer Veranda zu und luden mich zu einer Tasse Kaffee ein. Das war toll, ich erzaehlte etwas von meiner Reise und der Kaffee zudem war auch ein Genuss! Mit der Coromandel-Halbinsel im Visier kam ich weiter, bis ich am Ende der Tages beim Karangahake Gorge unterkam. Da ich nichts fuer den Znacht dabei hatte, hiess es nochmals 8km zurueck zum einkaufen und auch wieder 8km her zur Unterkunft.... Das Dorf hier war einmal die Hochburg aus der Goldgraeberzeit, wo bis zu 2000 Leute hier gewohnt hatte. Nun sind es noch gut deren 100. Bei einem Apero draussen auf der Veranda liess ich die atemberaubende Bergsilouette noch auf mich wirken, bis der grosse Hunger kam.

21.11.2006  Tag 20
Ich freute mich gewaltig, endlich wieder die Grossstadt verlassen zu koennen, denn das ist ja nicht das, was man in Neuseeland sucht. Aber die ersten kms waren nicht der Ueberhammer, denn auf den stark befahrenen Strassen raus aus der Stadt hatte man mehr Abgase im Atems als sonst wo. Dazu begleitete mich ein paar Mal regelrechte Weltuntergangsstimmung, doch Petrus hatte den Hahn zum Glueck nicht geoeffnet. Mit jedem km mehr dann in Richtung Fift of Thams wurde die Szenerie schoener und eindrucksvoller. Zwischendurch wurde ich noch gestoppt wegen eine Schafherde (ca. 1000 SChafe) auf der Strasse, aber so konnte ich mich noch etwas mit dem Hirten unterhalten. Als er mir kundtat, dass nun ein wahnsinniger Berg vor mir stehe, konnte man schon meinen.... aber inzwischen sind diese Huegelchen ein Klacks... In Miranda Hot Springs schlug ich dann mein Zelt auf und genoss noch einen schoenen Abend, mit u.a. einem tollen Bad in eben diesen wohltuenden Hot Springs!

20.11.2006  Tag 19
In der vergangenen Nacht hatte ich nebst einem beinahe pausenlosen Schnarcher im Zimmer auch noch immer Probleme mit dem Magen und der Verdauung. So war es nicht immer toll, vom Kajuetenbett hinunter zu steigen, um das WC aufzusuchen. Aber es sieht langsam nach einer Besserung aus. So bin ich heute in die City geschlendert, trank gediegen meinen Cappuccino und plante zudem meine Weiterreise, die fuer morgen vorgesehen ist. Bin um diesen Ruhetag mehr als froh, denn ich spuehrte, wie ich erst wieder etwas Energie tanken musste. Auch das Velo verdiente mal etwas an Anerkennung, indem ich es mal etwas putzte, schmierte und oelte. Nun, dadurch erhielt ich auch erstmals schwarze Haende, vor allem beim Nachstellen der Bremsen habe ich einiges abbekommen. Aber wenn's weiter nichts ist....

19.11.2006  Tag 18
Bei wieder trocknerem Wetter stieg ich heute wieder in de Pedalen, aber irgendwie fuehlte ich mich nicht so top dabei. Meine Magen mochte nicht so ganz und dies wirkte sich auch auf meine Leistung aus. In Orewa hatte ich vorsorglich mal eine Bleibe fuer die kommende Nacht gebucht, doch als ich dort ankam, realisierte ich, dass ich bereits etwa 5km zu weit geradelt bin, dies eigentlich nur den Berg runter. So entschied ich mich, anstelle wieder den Berg rauf und zurueck zu fahren, weiter gleich nach Auckland zu gehen. Das Wetter schien drum auch mitzumachen. Da ich mit dem Velo nicht ueber die Harbour Bridge fahren konnte, nahm ich von Devonport aus die Ferry rueber nach Auckland. So hat sich nach gut 1000km ein erster kleiner Kreis geschlossen....

18.11.2006  Tag 17
Nun, es war sicher nicht der schoenste Tag heute. Einerseits musste ich aus der Unterkunft, da diese fuer eine Gruppe schon komplett ausgebucht war. So blieb mir nichts anderes uebrig, als erstmals am Morgen in den Regen rauszugehen. In kompletter Regenbekleidung also fuhr ich los und musste realisieren, dass es in dieser Kleidung gar nicht so uebel war. Alles war superdicht, aber da ich trotzdem ins Schwitzen kam, war es auch drunter ziemlich nass:-) Nun ja, die km vergingen dennoch irgendwie recht zuegig und mal in Wellsford angekommen, waermte ich mich bei einem Cappuccino wieder auf. Es gab schon zwei, drei komische Blicke auf mich gerichtet, so in meiner "Uniform", aber was sollte es. In Warkworth machte ich dann dieser Etappe ein Ende und es kam wie es kommen musste, danach liess der Regen langsam nach und sogar die Sonne liess sich blicken.....

17.11.2006  Tag 16
Die gestrige Etappe hat doch einiges abverlangt, drum fuhr ich heute mal wieder keinen Meter und war nur kurz fuers Einkaufen im Dorf. Ansonsten liess ich etwas weiter in meiner Lektuere und liess so den Tag ganz gemuetlich in meinen eigenen 4 Waenden (es hatte ausser mich keine weiteren Gaeste) zu Ende gehen.

16.11.2006  Tag 15
Auf der langgezogenen langen Gerade wurde ich ploetzlich angesprochen von einen Ehepaar aus Australien in ihrem Camper. Es kam mir vor, als sei dies ein Begleifahrzeug von mir:-) In Dargaville traf ich dieselben gleich wieder und ich wurde glatt zu einem Kaffee eingeladen. So langsam gebann ich dann die huegelige Landschaft zu vermissen, denn auf ca. 40km war's topfeben. "Entschaedigt" wurde ich dann aber noch kurz vor Waipu bei einem schon fast unmenschlichen Anstieg... Am Ende des Tages und nach rund 130km in den Beinen war ich froh, eine angenehmen Bleibe gefunden zu haben und mich einfach noch etwas gehen lassen zu koennen...

15.11.2006  Tag 14
Eine der bisher schoensten Etappen stand heute bevor. Kurz nach Omapere trat man in den Waipoua Forest ein. Hier stehen die aeltesten und maechtigsten Kauri-Baeume Neuseelands. Den 2000 Jahre alten Baum zu sehen war schon sehr beeindruckend. Ebenso gestaltete sich die Fahrt weiter durch die kuehlen Waldstrassen, inmitten dieser einzigartigen Pflanzenwelt und anschliessend durch beinahe endlos scheinende gruene Felder in einer sanft angelegten Huegellandschaft...wow! In der Unterkunft wollte es der Zufall, dass ich gleich 2 Personen traf, die auch mit der eigenen Muskelkraft unterwegs sind. So ergaben sich am Abend noch interessante Diskussionen.

14.11.2006  Tag 13
Nach dem Zmorge musste ich mich dann von den beiden Weltreisenden leider bereits wieder verabschieden, was ein harter Moment war, denn wir hatten uns schon wieder gut aneinander gewoehnt. Doch zuerst drehte Astrid noch eine kleine Runde mit dem Bike und meinte nur, dass dies wohl eher nichts fuer sie sei!. Meine Abfahrt wurde dann filmisch noch festgehalten und dann entschwand das "Bedmobil" am Ende der Strasse... bis ich es hoffentlich so Ende Dezember nochmals zu Gesicht bekomme. Nach ca. 20km wurde ich von einem Stueck Papier an einem Strassenpfahl mehr als ueberrascht: "Hopp Luki" stand da drauf geschrieben und 2 Twix hingen dran! Asi und Hansjoerg, besten Dank fuer diese tolle Geste! Mein Weg fuehrte heute nicht nur bis Kohukohu, sondern es zog mich noch weiter via Hokianga Ferry rueber bis nach Omapere. Auf der Ferry wurde ich ein weiteres Mal von einem wildfremden Kiwi auf meine Tour angesprochen! Zudem liess ein lesbisches Paar (ich nehme an aus Holland) die Blicke kaum von mir... Nun ja, offenbar haben sie noch nie einen Velofahrer in den knappen und engen Bikerhosen gesehen:-)

13.11.2006  Tag 12
Somit war dies bis anhin der erste Tag, an dem ich mein Velo nicht mal anfasste. Stattdessen genoss ich den Chauffeurdienst von Astrid und Hansjoerg fuer die Fahrt zum noerdlichsten Punkt in Neuseeland, dem Cape Reinga. Das Wetter spielte dabei zu 100% mit und wir ernteten viel wunderbare Eindruecke von diesem tollen Fleck Erde, abseits der grossen Zivilisation. Auf dem Rueckweg bestiegen wir noch eine der grossen Sandduenen und waren selbstverstaendlich auch auf der 90 Mile Beach. Aufgrund der absolut gutebn Einrichtung auf dem Campingplatz enschieden wir uns nochmals fuer ein BBQ. Aber wie es so kommen musste... ploetzlich war das Gas alle... Aber zum Glueck gabe es noch Ersatz und so war auch dieser Abend gerette. Obwohl ich keinen Meter mit dem Velo gefahren bin, waren ich schlussendlich mehr als nur muede...

12.11.2006  Tag 11
Es war heute ein ganz spezieller Tag, da ich wusste, dass ich meine Schwester Astrid und ihr Freund Hansjoerg wieder sehen werde. So ging ich davon aus, dass sie mich irgendwo auf der Strasse mal ueberholen werden. Als ich in Cable Bay am Beach einen Stop fuer die obligate Banane einlegte, kam mir prompt ein "Bedmobil" entgegen, ich winkte und ging davon aus, dass es sich dabei nun um die beiden gehandelt haben muss. Doch ich wartete vergebens auf eine Umkehr des Autos und auch versteckten sie sich nachher nicht irgendwo hinter einem Gebuesch. Ich hatte mich also geirrt und trampelte sodann weiter in Richtung Kaitaia. Ein SMS von Astrid liess erahnen, dass sie bereits in Ahiapra auf dem Campingplatz angekommen waren. Offenbar hatten sie mich waehrend dem Cafe-Halt ueberholt. Das Wiedersehen dann war ein sehr schoener Moment und wir freuten uns riesig darueber, denn dies war ja nicht alltaeglich so am anderen Ende der Welt. Bei einem flotten BBQ hatten wir einander viel zu erzaehlen und so war es ein toller Abend im kleinen Familienkreis am anderen Ende der Welt.

11.11.2006  Tag 10
Vielleicht lag es am gestrigen Abend oder aber an der Nach im Zelt... auf jeden Fall fuehlte ich mich heute auf dem Bike nicht so absolut fit. Nun ja, man muss ja nicht immer 100km fahren und so wurden es heute lediglich deren knappe Haelfte. In Kaeo in einem Kaffee wurde ich von einem Kiwi-Ehepaar eingeladen, die naechste Nacht bei ihnen zu verbringen. Ich haette das Angebot gerne angenommen, aber sie wohntendazu etwas unpraktisch und auf meinem Weg wieder zurueck. So erreichte ich Whangaroa, wo ich wie bereits auf meine Weltreise in der Sunseeker Lodge landete. Die Entscheidung war richtig, denn John lud mich umgehend auf ein Bier ein und am Abend sassen alle Gaeste beisammen beim BBQ. Wie schoen kann doch das Leben sein?

10.11.2006  Tag 9
Es war wieder Zeit, um mich fortzubewegen. Mit noch immer leicht kuehlen Haenden trotz den Biker-Handschuhen fuhr ich anfangs leicht zurueck nach Sueden bis Kawakawa, der nebst Oesterreich zweiten Wohnstaette von Friedensreich Hundertwasser. Hier ist es ein Muss, die in seinem Stil gebauten WC-Anlagen zu benutzen... nicht nur anzuschauen! Ein Cappucino nachher tat ebenfalls gut, gut auch, weil die Sonne wieder lachte und die Regenwolken von zuvor vertrieben hatte. Von Paihia her kommend wurde ich mal recht verschifft. Eben bei diesem Cappucino wurde ich per Zufall von einem Ehepaar aus Bern angesprochen und wir hatten noch einen interessanten Chat am Tisch. Am Nachmittag traf ich in Kerikeri ein, wo ich mich dem positiven Wetter wegen entschied, ein erstes Mal mein Zelt auszupacken und aufzustellen. Es war ein toller Camping-Platz direkt neben einem kleinen Bach inmitten der Natur - wow! Zudem hatte ich Glueck, dass jeweils am Freitag ein BBQ stattfindet, wo jeder nur das Fleisch mitbringen muss. Das kam mir gelegen und zusammen mit Kem (ein Biker aus Malaysia) und einem Paar aus Frankreich sass ich am Tisch und wir hatten viiiiel Spass:-) So konnte ich anschliessend auch auf dem harten Boden im Zelt gut einschlafen.

9.11.2006  Tag 8
Wie schon gestern behauptete sich das Wetter mit dauernd wechselnden Kapriolen - Wind, Regen, Sonne... und so weiter! So war es fuer mich naheliegend, nur einen Katzensprung nach Paihia zu machen, dies mit der Ferry natuerlich. Auf See wiederstand ich dem Wetter pickelhart, fror mir dabei aber um ein Haar meine Haende ab, denn es war saukalt und ich ja ein grosser Gfroerli... Kaum in Paihia angekommen unterhielt ich mich bereits mit einem Englaender, der ebenfalls gerne Biketouren unternimmt. Es war faszinierend, ihm zuzuhoeren, was er schon alles erlebt hatte. Eigentlich haette er mich fuer seine Erzaehlungen auch auf einen waermenden Kaffee einladen koennen, nicht? So erkundete ich Paihia noch etwas, immer als es nicht gerade wie aus Kuebeln vom Himmel goss. Gemaess dem Wetterbericht soll es nun aber wieder besser werden... nun, die Hoffnung stirbt zuletzt.

8.11.2006  Tag 7
Es zog mich weiter nach Norden, wo ich dann aber schon bald wieder von der SH1 abbog und die Old Russell Road waehlte. Hier begegnete ich nur noch selten Autos, was ganz nett war. Es wunderte mich zwar, denn der Strassenverlauf nach Russell ist echt ganz nett.... Dies aber nur, wenn man mit dem Auto on the Road ist. Mit dem Velo war's so eine Sache, recht anstrengend - rauf und runter und gleich nochmals und nochmals! Aber davon kann ich ja schon ein Liedchen singen:-) Am Morgen haette ich noch nicht daran geglaubt, dass ich am Abend in Russell sein werde. Zwischendurch ging mir zmal noch das Wasser aus - ich war heil froh, als ich bei einer Bau- und Schuttfirma wieder auftanken konnte. Russell, ein historisch gesehen sehr interessantes Dorf, entschaedigte mich mit der tollen Unterkunft, wo ich am Abend nur noch relaxte und ein erstes Mal mit Schwester Astrid in Kontakt traf, die heute mit Freund Hansjoerg von Fiji her kommend auch in Auckland eingetroffen ist.

7.11.2006  Tag 6
Heute war eigentlich ein locker-leichter Tag rund um Whangarei geplant, doch schlussendlich hatte ich wieder gut 70km, jedoch ohne Gewicht am Velo, im Sattel. Abends hatte ich noch einige "Interviews" zu meiner Tour zu geben, denn offenbar koennen sich viele eine Biketour hier in Neuseeland nicht so wirklich vorstellen. Ich traf dann auch auf den erste Schweizer auf dieser Reise und das schweizerdeutsch kam mir schon etwas fremd vor. Ich lerne doch mit dem englisch schon ganz gut umzugehen.. Nach einem feinen Glas Wein kam der Schlaf so schnell wie es eben wieder Abend wurde.

6.11.2006  Tag 5
Heute waren die km relativ locker/leicht bis ich nach 60km in Whangarei ankam. Ich hatte also noch Energierreserven und spuhlte so noch einige km in und rund um die Stadt ab, besichtigte die Whangarei Falls und ein Memorial. Dort oben angekommen wurde mir von einigen zugeklatscht, als ob ich eben die Schwaegalp erreicht haette.... Ja, so sind doch die Erlebnisse leicht anders, als wenn man mit dem Auto unterwegs ist. So, das waer's fuers erste, muss nun einkaufen gehen.... Auch ja, die Bilder folgen, habe leider die Ladestation in der Unterkunft vergessen.....

5.11.2006  Tag 4
Habe heute den erste Ruhetag in Mangawhai Heads eingeschaltet und so das Dorf am Meer etwas genauer betrachtet. Ja, man kann hier definitiv sehr schoen und fuer unsere Verhaeltnisse guenstig wohnen.... Waere als ne Ueberlegung wert.... Den Kopf strengte ich heute eingentlich nur an beim Loesen von diversen Sudokus und bei einem recht anstregenden Gespraech mit Eva aus Deutschland...... na ja!

4.11.2006  Tag 3
Die heutige Etappe war gleich schon mal eine deftige Kostprobe der Topographie. Anfaenglich wars ja noch gemuetlich, doch dann versteckte sich nach jeder Kurve eine weitere Steigung.... ein "Mann" konnte ich mir zwei-, dreimal nich verkneiffen... Aber ich schaffte die knapp 90km bis an die Ostkueste nach Mangawhai Heads. Trotz den Strapazen heute war ich bei der Ankunft uebergluecklich und so schmeckte auch das kuehle Bier wieder mehr als nur gut. Die Schalfenszeit verlangerte sich heute automatisch etwas nach vorn, denn der Jetlag, verbunden mit den Bike-km ergaben eine relativ muede Kombination:-)

3.11.2006  Tag 2
Um 9h verliess ich Auckland mit den 25kg Gepaeck am Bike in nordwestlich Richtung und kam so auch erstmals aus der Stadt raus und schnupperte die so wohltuende Luft der Natur. Ich stellte gleich fest, dass die Kiwis hier sehr geduldige und auch ruecksichtsvolle Autofahrer sind. Und es ueberraschte mich, dass mir zudem auch viel zugewunken wurde... offenbar ist ein Velofahrer doch nicht so alltaeglich, oder man hatte einfach Freude an mir?? Via Muriwai Beach gelangte ich nach Helensville, meinem 1. Etappenzielort, wo ich von Hollaendern freundlich in ihrem Guesthouse empfangen wurde.

2.11.2006  Tag 1
Ich war heil froh, als mein Velo samt den Satteltaschen unversehrt angekommen war. Vor dem Flughafen machte ich schon erste Bekanntschaften mit anderen Bikern, als ich meine Sachen zusammenschraubte und befestigte. So taetigte ich meine ersten km in Neuseeland und schlug gleich Downdown ein, wo ich meine erste Bleibe in Mt. Eden fand. Ich konnte es nicht unterlassen, mit dem Bike gleich ins Stadtzentrum zu fahren.... wow, das war schon ganz toll.... auch das Bier am Hafenbecken schmeckte vorzueglich!

DIE TROCKENE STATISTIK

Datum
StreckeTages-
Distanz [km]
Summe
Distanz [km]
Tages-
Höhenmeter [m]
Summe
Höhenmeter [m]
Durchschnitts-
geschwindigkeit [km/h]
Tages-
Fahrdauer [hh:mm]
Summe
Fahrdauer [hh:mm]
11.06.2007Frick-Egnach157.114735.1109011131920.57:38789:59
10.06.2007Colmar-Frick120.714578.033311032919.76:06782:21
09.06.2007Ribeauville-Colmar19.214457.36310999618.41:02776:15
08.06.2007Epinal-Ribeauville100.714438.1128210993316.46:07775:13
07.06.2007Chaumont-Epinal128.314337.4111510865118.36:58769:06
06.06.2007Tonnerre-Chaumont122.714209.185910753616.77:20762:08
05.06.2007Briare-Tonnerre117.314086.4104610667717.96:32754:48
04.06.2007Beaugency-Briare118.013969.122010563119.85:57748:16
03.06.2007Tours-Beaugency105.413851.115010541118.95:34742:19
02.06.2007Thouars-Tours111.513745.733510526118.46:03736:45
01.06.2007Nantes-Thouars151.013634.288410492619.27:50730:42
31.05.2007Vannes-Nantes132.913483.275310404217.67:32722:52
30.05.2007Pontivy-Vannes136.213350.396710328917.17:57715:20
29.05.2007St.Malo-Pontivy130.813214.196310232218.27:09707:23
28.05.2007Granville-St.Malo103.313083.351710135916.06:26700:14
27.05.2007Bayeux-Granville100.412980.086510084216.06:20693:48
26.05.2007Beuzeville-Bayeux103.012879.65569997717.25:58687:28
25.05.2007Dieppe-Beuzeville174.212776.612989942118.79:17681:30
24.05.2007Boulogne-Dieppe150.012602.45949812320.77:13672:13
23.05.2007Calais-Boulogne55.712452.43889752917.33:13665:00
22.05.2007Canterbury-Dover82.812396.73339714119.54:14661:47
21.05.2007London-Canterbury126.412313.97969680818.46:51657:33
20.05.2007RUHETAG
19.05.2007RUHETAG
18.05.2007RUHETAG
17.05.2007London18.512187.5259600816.81:06650:42
16.05.2007RUHETAG
15.05.2007Heathrow-London30.012169.01439598315.51:56659:36
14.05.2007RUHETAG
13.05.2007Auckland-Airport25.212139.0829584017.71:25647:40
12.05.2007RUHETAG
11.05.2007RUHETAG
10.05.2007
Pukekawa-Auckland86.712113.85579575818.54:40646:15
09.05.2007
Thames-Pukekawa81.612027.15029520118.84:20641:35
08.05.2007
Rund um Thames54.011945.51039469921.42:31637:15
07.05.2007
Rund um Thames71.911891.56999459619.83:37634:44
06.05.2007
Coromandel-Thames59.811819.64559389717.23:28631:07
05.05.2007
Rund um Coromandel (Colville)58.411759.87979344219.03:04627:39
04.05.2007
Whitianga-Coromandel85.011701.48909264516.65:07624:35
03.05.2007
Rund um Whitianga72.011616.45089175521.03:25619:28
02.05.2007Tairua-Whitianga58.311544.44149124717.43:21616:03
01.05.2007Karangahake-Tairu84.611486.18199083317.84:44612:42
30.04.2007
Te Aroha-Karangahake31.311401.5769001418.51:41607:58
29.04.2007Rotorua-Te Aroha110.811370.24808993821.15:15606:17
28.04.2007RUHETAG
27.04.2007Te Awamutu-Rotorua90.611259.48588945818.64:51601:02
26.04.2007Taupo-Te Awamutu102.811168.810968860018.25:37596:11
25.04.2007Rund um Taupo (Rangitaiki)74.511066.05488750421.73:26590:34
24.04.2007
Rotorua-Taupo85.910991.58398695617.74:50587:08
23.04.2007
Whakatane-Rotorua92.710905.66118611717.85:12582:18
22.04.2007
Opotiki-Whakatane47.010812.93018550618.02:36577:06
21.04.2007
Rund um Opotiki (Waioeka Gorge)103.310765.95078520522.54:35574:30
20.04.2007Maraehaku-Opotiki86.810662.67958469816.45:16569:55
19.04.2007Hicks Bay-Maraehaku69.410575.85978390316.44:13564:39
18.04.2007Tokomaru Bay-Hicks Bay110.410506.412238330617.46:20560:26
17.04.2007RUHETAG
16.04.2007Tolaga Bay-Tokomaru Bay57.510396.04318208317.33:19554:06
15.04.2007Gisborne-Tolaga Bay77.410338.54268165217.24:29550:47
14.04.2007Morere-Gisborne65.910261.16888122616.63:58546:18
13.04.2007Wairoa-Morere41.810195.22078053819.22:10542:20
12.04.2007Napier-Wairoa121.810153.413978033117.66:54540:10
11.04.2007
Clive-Napier41.710031.63237893415.12:45533:16
10.04.2007Rund um Clive82.19989.92767861121.53:49530:31
09.04.2007Wanstead-Clive92.39907.84497833518.94:55526:42
08.04.2007Rund um Wanstead90.39815.56957788620.24:28521:47
07.04.2007Norsewood-Wanstead70.59725.22837719118.63:47517:19
06.04.2007Palm. North-Norsewood94.79654.79157690817.05:32513:32
05.04.2007RUHETAG
04.04.2007Masterton-Palm. North138.59560.09127599318.87:20508:00
03.04.2007Rund um Masterton (Castlepoint)132.89421.512917508121.06:19500:40
02.04.2007Featherston-Masterton102.29288.74237379020.45:00494:21
01.04.2007Wellington-Featherston138.09186.59657336718.77:22489:21
31.03.2007
RUHETAG
30.03.2007
RUHETAG
29.03.2007
RUHETAG
28.03.2007
Havelock-Picton73.49048.52127240219.73:43481:59
27.03.2007
Nelson-Havelock105.08975.19287219018.45:42478:16
26.03.2007
RUHETAG
25.03.2007
Motueka-Nelson63.38870.11927126219.03:19472:34
24.03.2007Takaka-Motueka58.08806.88557107016.13:36469:15
23.03.2007Rund um Takaka (Wainui)68.08748.84087021519.83:26465:39
22.03.2007Collingwood-Takaka50.98680.82726980719.52:36462:13
21.03.2007Rund um C'wood (Bainham)50.28629.91956953520.82:25459:37
20.03.2007Rund um C'wood (Cape  Farewell)62.18579.71756934018.53:21457:12
19.03.2007Motueka-Collingwood85.78517.610676916516.55:10453:51
18.03.2007Rund um Motueka (Marahau)44.68431.94546809817.22:35448:41
17.03.2007Rund um Motueka (Mapua)52.38387.31536764421.12:28446:06
16.03.2007Murchison-Motueka132.18335.06796749121.16:14443:38
15.03.2007Westport-Murchison98.78202.97186681218.75:15437:24
14.03.2007
RUHETAG
13.03.2007
RUHETAG
12.03.2007
RUHETAG
11.03.2007
Karamea-Westport98.58104.26036609418.55:19432:09
10.03.2007
Hector-Karamea91.28005.75986549118.94:49426:50
09.03.2007
Punakaiki-Hector90.07914.56736489319.14:42424:01
08.03.2007
Hokitika-Punakaiki92.57824.54266422018.84:55419:19
07.03.2006
RUHETAG
06.03.2007
Rund um Hokitika74.07732.03256379420.33:39414:24
05.03.2007
RUHETAG
04.03.2007
Fox-Hokitika163.07658.012566346918.98:35410:45
03.03.2007
Rund um Fox20.97495.01456221319.11:05402:10
02.03.2007
Haast-Fox Glacier123.67474.17586206819.56:20401:05
01.03.2007
Rund um Haast (Okuru)37.67350.5156131022.51:40394:45
28.02.2007
Wanaka-Haast144.57312.911176129519.57:25393:05
27.02.2007Rund um Wanaka(Glendhu Bay)40.87168.42966017822.01:51385:40
26.02.2007Rund um Wanaka (Cromwell)123.97127.65845988222.65:29383:49
25.02.2007Queenstown-Wanaka87.17003.712095929816.65:14378:20
24.02.2007RUHETAG
23.02.2007RUHETAG
22.02.2007
Rund um Q'town (Glenorchy)95.06916.613305808919.44:53373:06
21.02.2007
Te Anau-Queenstown182.76821.610755675920.88:45368:13
20.02.2007
Rund um Te Anau13.56638.9355568416.60:49359:28
19.02.2007
RUHETAG
18.02.2007Milford Sound-Te Anau119.56625.415435564917.26:57358:39
17.02.2007Te Anau-Milford Sound121.06505.913535410617.76:48351:42
16.02.2007Tuatapere-Te Anau117.16384.96675275320.35:45344:54
15.02.2007Invercargill-Tuatapere88.66267.83535208618.84:42339:09
14.02.2007RUHETAG
13.02.2007Rund um Invercargill (Bluff)67.86179.21205173320.53:18334:27
12.02.2007Curio Bay-Invercargill92.96111.46945161316.65:34331:09
11.02.2007Owaka-Curio Bay74.66018.59125091916.04:38325:35
10.02.2007Milton-Owaka77.85943.96035000716.74:39320:57
09.02.2007RUHETAG
08.02.2007Roxburgh-Milton95.65866.17274940418.15:16316:18
07.02.2007Ophir-Roxburgh77.85770.57224867717.44:28311:02
06.02.2007Middlemarch-Ophir128.25692.711884795519.56:34306:34
05.02.2007Dunedin-Middlemarch82.15564.513954676715.55:16300:00
04.02.2007
RUHETAG
03.02.2007Rund um Dunedin (Taiaroa)67.65482.46364537220.33:19294:44
02.02.2007
Rund um Dunedin (Port Chalmers)37.15414.82444473619.11:56291:25
01.02.2007
RUHETAG
31.01.2007
Oamaru-Dunedin126.05377.712604449218.66:45289:29
30.01.2007Rund um Oamaru (Waimate)107.65251.72894323224.24:26282:44
29.01.2007
Rund um Oamaru (Ngapara)
91.15144.17454294322.14:07278:18
28.01.2007
RUHETAG
27.01.2007Omarama-Oamaru117.85053.03534219820.55:45274:11
26.01.2007Lake Tekapo-Omarama98.04935.23684184520.44:47268:26
25.01.2007Rund um Lake Tekapo30.14837.24164147717.11:46263:39
24.01.2007Geraldine-Lake Tekapo90.14807.111274106118.74:49261:53
23.01.2007Methven-Geraldine95.34717.02503993422.04:19257:04
22.01.2007Christchurch-Methven103.64621.76793968417.26:01252:45
21.01.2007Akaroa-Christchurch102.74515.811163900517.95:43246:36
20.01.2007RUHETAG
19.01.2007Christchurch-Akaroa84.64413.113373789915.75:22240:53
18.01.2007Rund um Christchurch63.14328.56323656217.53:36235:31
17.01.2007Christchurch11.84265.4103593012.30:57231:55
16.01.2007
Springfield-Christchurch79.54253.653592020.83:49230:58
15.01.2007Arthur's Pass-Springfield
84.14174.19563591518.34:35227:09
14.01.2007Greymouth-Arthur's Pass95.94090.012553495917.45:30222:34
13.01.2007
RUHETAG
12.01.2007Reefton-Greymouth79.13994.12563370419.34:05217:04
11.01.2007RUHETAG
10.01.2007Hanmer Springs-Reefton139.83915.013773344819.47:12212:59
09.01.2007RUHETAG
08.01.2007RUHETAG
07.01.2007Waipara-Hanmer Springs81.43775.25933207118.44:24205:47
06.01.2007Kaikoura-Waipara123.63693.810223147818.36:44201:23
05.01.2007Rund um Kaikoura21.63570.21683045619.11:07194:39
04.01.2007Seddon-Kaikoura112.53548.63203028820.15:35193:32
03.01.2007Renwick-Seddon46.53436.12792996816.32:51187:57
02.01.2007St.Arnaud-Renwick92.03389.61322968922.44:06185:06
01.01.2007RUHETAG
31.12.2006Nelson-St.Arnaud88.53297.611292955719.24:36181:00
30.12.2006Rund um Nelson22.53209.1652842818.01:15176:24
29.12.2006
RUHETAG
28.12.2006
Havelock-Nelson74.93186.66422836318.04:09175:09
27.12.2006
Picton-Havelock61.13111.72292772120.23:01171:00
26.12.2006
Rund um Picton68.23050.68312749220.53:19167:59
25.12.2006
RUHETAG
24.12.2006
Paekakariki-Wellington-(Picton)63.52982.46342666116.53:51164:40
23.12.2006
RUHETAG
22.12.2006
Palmerston North-Paekakakiri103.02918.93002602717.85:46160:49
21.12.2006
Wanganui-Palmerston North75.22815.93952572721.13:33155:03
20.12.2006
RUHETAG
19.12.2006RUHETAG
18.12.2006Hawera-Wanganui99.62740.78432533218.05:31151.30
17.12.2006Stratford-Hawera36.72641.11882448918.81:57145:59
16.12.2006New Plymouth-Stratford112.82604.49002430121.25:18144:02
15.12.2006
RUHETAG
14.12.2006
Mokau-New Plymouth86.22491.65712340118.74:35138:44
13.12.2006
Waitomo Caves-Mokau96.92405.47942283016.75:47134:09
12.12.2006
Otorohanga-Waitomo Caves40.52308.5430
2203617.42:19128:22
11.12.2006
Raglan-Otorohanga90.62268.06612160620.04:31126:03
10.12.2006
Hamilton-Raglan52.42177.44622094518.12:53121:32
09.12.2006
Otorohanga-Hamilton61.92125.04182043820.13:04118:39
08.12.2006
Te Kuiti-Otorohanga27.82063.11272006517.31:36115:35
07.12.2006
Nat. Park-Te Kuiti138.12035.38861993820.26:48113:59
06.12.2006
Rund um Nat. Park47.71897.29271905217.22:46107:11
05.12.2006
Ohakune-National Park48.61849.54551812517.72:44104:25
04.12.2006
Turangi-Ohakune92.21800.917431767016.95:27101:41
03.12.2006
RUHETAG
02.12.2006
Rund um Turangi56.21708.76841592720.12:4896:14
01.12.2006
Taupo-Turangi51.01652.52431524319.02:4093:26
30.11.2006
RUHETAG
29.11.2006
RUHETAG
28.11.2006
RUHETAG
27.11.2006
Rotorua-Taupo84.71601.55541500016.35:1190:46
26.11.2006
Rotorua und Umgebung34.71516.83251444617.22:0185:35
25.11.2006
Tauranga-Rotorua92.51482.16581412117.95:0983:34
24.11.2006Athenree-Tauranga75.01389.65401346318.93:5778:25
23.11.2006Karangahake-Athenree38.21314.62401292317.22:1374:28
22.11.2006
Miranda-Karangahake77.21276.42471268319.73:5472:15
21.11.2006
Auckland-Miranda103.41199.25231243618.05:4468:21
20.11.2006RUHETAG
19.11.2006Warkworth-Auckland71.01095.89781191315.84:3062:37
18.11.2006Waipu-Warkworth73.01024.87751093516.84:2058:07
17.11.2006RUHETAG
16.11.2006Kaihu-Waipu129.1951.89321016019.26:4253:47
15.11.2006Omapere-Kaihu56.0822.71103922814.63:4947:05
14.11.2006Ahipara-Omapere91.2766.7900812519.74:3743:16
13.11.2006RUHETAG
12.11.2006Whangaroa-Ahipara89.7675.5620722518.44:5238:39
11.11.2006Kerikeri-Whangaroa45.5585.8489660516.92:4133:47
10.11.2006Paihia-Kerikeri51.8540.3655611616.83:0431:06
9.11.2006Russell-Paihia / Paihia16.8488.5291546114.61:0928:02
8.11.2006Whangarei-Russell97.7471.71344517016.75:5026:53
7.11.2006Whangarei-Whangarei Heads retour71.1374.0695382620.83:2421:03
6.11.2006
Mangawhai Heads-Whangarei85.2302.9776313118.84:3217:39
5.11.2006
Mangawhai Heads und Umgebung19.6217.7206235516.51:1113:07
4.11.2006
Helensville-Mangawhai Heads88.9198.11092214916.25:2911:56
3.11.2006
Auckland- Helensville73.1109.2651105718.14:026:27
2.11.2006
Auckland Flughafen- Auckland36.136.140640614.92:252:25




Im Februar / März 2006 verbrachte ich 5 wunderbare Wochen alleine in Malaysia. Die Reise führte mich von Kuching in Sarawak auf der Insel Borneo der Küste entlang über Sibu, Miri, durch Brunei bis nach Kota Kinabalu in Sabah. Weiter gelangte ich nach Sarawak und von dort wieder zurück nach KL. Es stand nun noch die Rundreise auf der malayischen Peninsula an.....











Südafrika

Johannesburg - Krüger Nationalpark - Garden Route - Cape Town

Australien

Perth - West Coast - Exmouth / Alice Springs - Ayers Rock - Adelaide - Melbourne - Tasmanien - Sydney


Neuseeland

Nord- und Südinsel

Südamerika

Chile - Argentinien- Uruguay - Brasilien



Ode an die grosse Reise

Nachdem mir Astrid und Hansjörg ihre Eindrücke der Weltreise geschildert haben,
da sagt ich mir, genau dieses Gefühl möchte ich nun endlich auch erleben.
So stand ich per Zufall eines Abends in St.Gallen vor einem Reisebüro
und sah einen Routenvorschlag.... für mich war es klar: so soll’s sein, genau so!

Bevor ich aber meine grosse Reise für 5 Monate buchen konnte,
musste ich warten, bis mein Chef Fritz dazu ‚ja‘ sagte.
Am 19. Mai feierte ich meinen 30. Geburtstag und habe mir die grosse Reise selber geschenkt,
somit waren die Monate Oktober bis und mit Februar bereits vorgelenkt.

Soweit so gut, ich war natürlich happy über beide Ohren...
Doch nun ging es daran, etwas auszuloten meine Reisespuren.
Im Detail führten diese Spuren nach Südafrika und Australien,
gefolgt von Neuseeland, Chile, Argentinien, Uruguay und Brasilien.

Im Büro hatte ich Ende September soweit alles sauber aufgearbeitet,
danach wurde an der Thurstrasse 5a noch einmal so richtig gefestet
Wir alle haben gegessen, getrunken und gelacht,
doch schlussendlich bye bye zu sagen für mehrere Monate fiel mir alles andere als leicht.

Am 29.9. dann war meine Wohnung soweit sauber und aufgeräumt
und für die Übergabe an Kollegin Anita bereit.
Mitte Nachmittag habe ich für länger die Tür zur Wohnung abgeschlossen,
dabei ist mir eine erste kleine Träne die Wangen hinunter geflossen.

Nach dem Taxi-Dienst zum Flughafen durch Vater und Mutter
überraschten mich in Zürich auch noch Barbara und Astrid, meine Schwester.
Nach dem Kaffee musste ich mich sehr rasch verabschieden,
denn ich wollte eine zu grosse Sache vor der Passkontrolle vermeiden.

Erst nun also in der 7. Strophe soll die eigentliche Reise starten,
denn die ‚7‘ habe ich noch immer als meine Glückszahl zu verwalten!
Diese nun folgenden Zeilen und Strophen sollen sein eine grobe Beschreibung
meiner Weltreise auf der Südhalbkugel in fortwährender Ostrichtung.

Den Flug nach Johannesburg via London mit der British gut überstanden,
habe ich mich in der Unterkunft in einem für mich bekannten Quartier wiedergefunden.
Erinnerungen wurden wach an die HB-IWR Zeit hier vor 2 Jahren,
als es noch die knapp guten Swissair-Zeiten waren.

Von Nelspruit aus startete ich in die Wildlife-Safari im Krüger Nationalpark für 3 Tage
und siehe da, die Malaria-Moskitos waren überhaupt keine Plage!
Vielmehr erfreute ich mich an den Löwen, Elephanten, Rhinos, Zebras und Giraffen,
so war auch bereits der erste Höhepunkt der grossen Reise geschaffen.

Eine Nacht verbrachte ich in Manzini im Inselstaat Swaziland.
Beim Sehen der Armut hier hätte ich sehr gerne gegeben eine dargebotene Hand,
denn dies hat mich sehr erschüttert und mitgenommen
und ich habe sehr schnell realisiert, das wir zu oft in unserem Geld schwimmen.

Im Kontrast zu Swaziland erreichte ich die schillernde Stadt Durban,
wo ich jedoch war weit und breit die einzige weisshäutige Person.
Es war dabei nicht Angst, was mich umgab, vielmehr eine Art der Unsicherheit,
schliesslich kommt man dabei immer wieder zum Thema Apartheid.

Nach 3 Nächten in East London war ich froh, weiterfahren zu können,
denn es war Zeit, endlich wieder etwas schöneres kennen zu lernen.
Am Startpunkt zur Garden Route erlebte ich eine sehr gute Zeit,
denn u.a. hat die Schweiz gegen Irland 2-1 gewonnen und sich für die EM qualifiziert – we won the fight!

In Jeffrey’s Bay dann endlich konnte ich mich an einen tollen Strand begeben
und dabei das wahre Backpackers- und Reisegefühl erleben.
Weiter in Knysna war die Unterkunft eher eine Enttäuschung,
es bedurfte darum manch einer bierlichen Erfrischung und Durstlöschung!

Am Ende der Garden Route in Mossel Bay habe ich erst im Nov. 2002 gesagt good bye,
damals noch waren Urs und Martin mit dabei.
Dem leider eher schlechten Wetter wegen, musste ich verzichten
auf eine ausgedehnte Küstenwanderung mit offenbar wunderbaren Aussichten.

In Cape Town bin ich aus dem Baz Bus ausgestiegen ein letztes Mal,
mir dabei bis am Schluss jede Fahrt ganz gut gefiel.
Hier in der Stadt fühlte ich mich gleich wieder sehr wohl –
nein... es war nicht nur einzig und allein wegen dem Alkohol!

City Center, V&A Waterfront mit Quay 4 und auch der Tafelberg,
alles war gut zu Fuss zu erreichen, einen Stop und Besuch auch wert.
Viel zu schnell verflog die Zeit in dieser tollen Stadt,
so auch mein 3-wöchiger Aufenthalt in Südafrika sein Ende gefunden hat.

Mit unglaublich vielen Bildern, Erinnerungen und Eindrücken
ging es nun weiter, via Johannesburg nach Perth in Australien zu hüpfen.
Bei der Einreise musste man sich ausgiebig in Geduld üben,
doch dadurch liess ich mir den ersten Eindruck von Down Under nicht vertrüben.

Endlich musste ich mich beim Spazieren nicht mehr derart in Acht nehmen
und konnte schon bald mein ersehntes Mietauto übernehmen.
Der erste Stop an der Westküste gehörte nach Cervantes,
denn die Pinacles dort waren sehr speziell und für mich bisher unbekanntes.

Geraldton, eine Stadt für einen Halt zum Nächtigen nur, so dachte ich,
doch dann hat’s mich hin- und mitgenommen im Ausgang ganz ordentlich.
Der Besuch der Shark Bay World Heritage Area war an der Westküste ein Muss,
nicht nur, weil ich hier erstmals das Meer Australiens genoss.

Ich freute mich auf Monkey Mia und die Fütterung der Delphine,
doch gesehen habe ich nur deren zwei... nicht wirklich sehr viele.
Über einige hundert Kilometer erreichte ich Coral Bay, meine nächste Destination,
ein sehr langer und einsamer Küstenspaziergang war hier für mich die grösste Faszination.

Exmouth war an der Westküste mein nördlicher Wendepunkt,
hier auch habe ich einen sehr schönen Platz auf Erden entdeckt.
4 Tage war ich hier, habe ausgespannt, gelesen, ... einfach das Leben genossen
und vor allem, ich habe das Ningaloo Reef erkundet beim Schnorcheln mit Flossen.

Der Rückweg nach Perth dann aus Zeitgründen dann im Eiltempo verlief,
ich in Geraldton wirklich nur kurz stoppte und eine Nacht schlief.
Der Nissan ging dann zurück an den Vermieter und ich war nicht mehr so flexibel.
Dennoch kam ich noch herum und schaffte es mit Zug und Schiff nach Fremantle.

Auf dem Luftweg erreichte ich Alice Springs im roten Outback.
Inmitten der unglaublichen Wüste Australiens ist dies nur ein sehr kleiner Fleck.
In etwas habe ich mich hier umgehend verliebt im Nu,
drum bin ich seither stolzer Besitzer von einem Didgeridoo.

3 Tage mit einer Tour im Outback waren speziell und einzigartig in aller Art und Weise,
drum zähle ich sie zu den Top 3 meiner ganzen Reise.
Alles war optimal, Reiseführer Thommo, Schlafen im Swag, Kings Canyon, die Olgas und v.a. der Ayers Rock,
die Erinnerungen daran werden noch oft kommen hierher zurück.

Auf dem Weg nach Süden machten wir in Coober Pedy Halt,
hier einer Mondlandschaft ähnlich, das Sonnenlicht irgendwie völlig anders erstrahlt.
Weiter im Groovy Grape-Bus, leider dauernd ohne funktionierende Klimaanlage,
gings nach Adelaide, wo ich fand ein Backpackers für 5 Nächte an sehr guter Lage.

Die Stadt spazierend und mit offenen Augen intensiv erkundet,
habe ich mich natürlich auch dem Wine Tasting im Barossa Valley und dem McLaren Vale zugewendet.
Es war unglaublich, aber ich habe getroffen dann unter dem selben Dach
Matthias, der ebenfalls ist aufgewachsen in der Gemeinde Egnach.

Weiter ging die Reise mit ihm und der Amerikanerin Marla
bis rüber über die State-Grenze nach Victoria.
Da wir sind kleinere oder grössere Begeisterte fürs Wandern, sprich Hiking-Fans,
haben wir auch intensiv erkundet die Berge und Wasserfälle der Grampians.

Auf dem Weg zur nächsten Grossstadt Melbourne
war auch die imposante Küstenstrasse, die Great Ocean Road, nicht mehr fern.
Wunderschön war die Autofahrt, natürlich auch die Twelve Apostel,
weniger schön dabei waren die zu vielen Touristen... aber das ist ein anderes Kapitel!

Immer wieder hat man gesehen auch das eine oder andere Känguruh,
das bekannte Tier, welches hüpft und nicht mach den Laut ‚muh‘.
Niedlich und speziell ist natürlich auch der graue Koala-Bär,
diesen zu Gesicht zu bekommen kann aber sein ziemlich schwer.

Nach einer Nacht in St.Kilda, noch immer Melbourne, aber südlich,
wollten wir unser Auto noch 3 Tage nützen ganz ordentlich.
Ziel waren im Nordosten die Snowy Mountains, einfach bessere Alpen!
Aber oha, wir waren doch tatsächlich bei 0°C im Schnee, kaum zu glauben.

In Melbourne konnten wir sehr gut eine halbe Woche verweilen,
die Stadt kennen lernen und aber auch an den Reiseplänen feilen.
Nicht nur wegen dem Final im Davis-Cup im Tennis,
wird mir bleiben diese Stadt in positiver Erinnerung im Gedächtnis.

Das Flugzeug zogen wir der Fähre vor und gelangten so in einer Stunde nach Hobart,
diese freundlich-nette Stadt bildete für unsere Tour den Start.
Tasmanien, eine wunderschöne Insel mit unglaublich viel Natur,
konnten wir geniessen leider eine Woche nur.

Nicht mehr per Flugzeug oder Auto, nein auch mal mit dem Bus von Greyhound
sind wir von Melbourne aus eine Nacht durchgefahren bis wir in Canberra angekommen sind.
In Australiens Hauptstadt wollten wir nicht zu viel Zeit vergeuden,
denn es hat nicht viel mehr zu bieten nebst vielen Regierungsgebäuden.

Nach nun gut 6 Wochen in diesem sehr grossen Land
war ich auf die Olympia-Stadt Sydney sehr gespannt.
Nun, Regen wie Wasserfälle und ein Backpackers fast unzumutbar
war das erste, was ich sah, doch Sydney stellte klar mehr dar.

Anschliessend an den Spaziergang zum grandiosen Opera House
liess ich kaum eine der grossen Attraktionen Sydney’s aus.
Olympiagelände, Manly Beach, Harbour Bridge, Darling Harbour, Kings Cross, Bot. Garten...
vieles hatte ich erkundet, konnte dann aber die Weiterfahrt kaum erwarten.

Die 2-stündige Zugfahrt in westliche Richtung zu den Blue Mountains
war es wert, denn danach konnte ich geniessen die Zeit des natürlichen Geschehens.
Stundenlanges und einsames Wandern gehörte 3 Tage zu meiner Aktivität,
aber auch gutes Essen und feine Weine hernach waren keine Rarität.

Klar durfte auch das australische Ostküsten-Feeling nicht fehlen,
muss ich doch auch hier was haben zu erzählen.....
Das Wasser war genial, sehr wellig und natürlich auch warm,
dennoch fehlte mir in Collaroy etwas der spezielle Beach-Charme.

Der letzte Aussie-Tag gehörte nochmals intensiv der Stadt,
wobei ich mir abermals fast lief die Füsse platt.
Mitte Dezember war es Zeit, Australien ‚see you later‘ zu sagen,
dabei wusste ich, ich werde bestimmt noch einmal eine Reise hierher wagen.

Den roten Kontinent verliess ich in östliche Richtung,
dabei war der kurze Hüpfer nach Neuseeland keine grosse Belastung.
Dennoch war der Flug speziell, besonders und eigenartig,
weil ich wusste, mit Neuseeland erwartet mich zum3. Mal ein Land, einfach grossartig.

Ein günstiges Mietauto anstatt dem Intercity-Bus war mir wichtiger,
konnte ich so viel mehr geniessen die Freiheit und war einfach viel flexibler.
Nach 2 Tagen in Auckland war Coromandel mein erstes Zwischenziel,
dies weil’s mir bereits letztes Jahr und auch heuer ganz speziell gut gefiel.

Hier im Mittelpunkt stand neben dem Baden im Salzwasser auch das Wandern,
wobei ich froh war, musste ich auf der Coromandel Peninsula nicht auch noch klettern!
Nachdem ich in Whitianga den ersten neuseeländischen Sonnenbrand auflas,
ich diesen bei feinem Essen und Wein schon schnell aber wieder vergass.

Kollege Chris, seine Freundin Cornelia und Vater Heinz befanden sich ebenfalls in Neuseeland,
Grund genug für mich, etwas Kilometer auf mich zu nehmen, damit ich den Weg zu ihnen fand.
Getroffen haben wir uns schlussendlich in Plymouth beim Mt. Egmont,
und es war ein sehr spezielles Wiedersehen, ist die Schweiz ja so weit entfernt.

Zusammen feierten wir in Turangi den Heilig Abend bei einem feinen Essen,
es war einfach einzigartig und schön, ich werde dies wohl kaum je vergessen.
Am Weihnachtstag verdarb mir das schlechte Wetter den Tongariro-Crossing,
dafür nützte ich den Tag und die Ruhe für das erstmalige Spanish-Studying.

Am Stephanstag stand im Zentrum der 3. Teil von ‚Der Herr der Ringe‘,
gehört dieser für mich doch zu einem der besten Filme.
Ich fühlte mich schon fast etwas geehrt zu sehen den Film in Neuseeland,
ist hier nämlich das Land, wo alles stattfand.

Endlich endlich bekam ich zu Gesicht auch einen echten Kiwi-Vogel,
Neuseelands populäres Markenzeichen mit dem langen Schnabel.
In Raglan zeigte Petrus seine ganze geballte Kraft und sein Wetter,
aber auf der anderen Seite war es schön zu wissen, in der Schweiz war es noch immer kälter.

Mein Toyota Starlet zeigte seine kleine Schwäche nur ein einziges Mal...
die Batterie war am Boden, dies jedoch war nicht wirklich fatal.
In Thames hatte ich viel Zeit, um zu lesen,
dies doch tatsächlich auch mal wieder in langen Hosen.

Rechtzeitig zum Silvester traf ich die Gruppe Ritz wieder in Auckland,
wo zu unserer Überraschung aber keine wirkliche Jahresschlussfeier stattfand.
Natürlich aber wussten wir uns auch so zu helfen,
wir verabschiedeten uns vom 2003 und konnten aufs 2004 die Gläser heben.

Am Neujahrstag durften die Telefone in die Schweiz nicht fehlen,
gab es doch nebst den obligaten Wünschen auch sonst einiges zu erzählen.
So nahm ich dann das wunderschöne Northland noch in Angriff,
wo nach den Regentagen auch wieder manch ein Vogel pfiff.

Dies war dann auch die Region, wo viele Kiwis verbrachten ihre Ferien,
dies dann liess die Suche nach Unterkünften um einiges erschweren.
Bis nach Whangaroa führte mich hoch der Weg in ein abgelegenes Gebiet,
dort wo ich auch einen einsamen Felsen zum Geniessen der Rundsicht bestieg.

Nach 3 Wochen Nordinsel musste ich meinen kleinen weissen Freund zurück geben,
nachdem wir schöne Kilometer und vieles mehr erlebt haben.
So war ich bereit und freute mich,
auch noch dem Norden der Südinsel zu erkunden, endlich!

Nach Christchurch sodann nahm ich den Flieger,
dies war mir vor Bus und Fähre doch lieber.
Auf dem Weg Richtung Norden entlang der Küste bis nach Kaikoura
war die Fahrt ein absolutes Non-Plus-Ultra!

Schnell kam ich weiter voran bis zum Hafenstädchen Picton,
und leider ohne Queen Charlotte-Track war ich bereits in Nelson.
Hier bekundete ich grössere Probleme bei der Suche nach einem Bett,
doch wenn Engel reisen... ich hatte in letzter Minute Glück – einfach nett!

Was ich erlebte im Abel Tasman Nationalpark war Faszination pur,
denn noch kaum zuvor unternahm ich so eine tolle Wanderung in der Natur.
Die Golden Bay ist nicht nur bekannt für sehr guten Wein,
nein auch ein schönes Leben würde hier gut und gerne möglich sein.

Das naturmässige Highlight in Neuseeland war dann das Cape Farewell,
oft konnte ich das Gesehene kaum glauben, aber es war echt und reell.
Rauhe Cliffs und wellenschlagendes Meer,
kombiniert mit atemberaubenden Sanddünen, was wollte ich mehr?

Auf der Rückfahrt nach Christchurch machte ich u.a. Halt auf dem Arthurs Pass,
an diesem Tag jedoch mir der Magen alles andere machte als Spass.
Ja, Grund: schlechtes Wasser! Auch das gibt’s in Neuseeland,
ich drum für mehrere Stunden keinen Appetit mehr fand.

Die letzte Nacht in Neuseeland hatte ich in Akaroa verbracht
und am Abend mit vielen Backpackern noch intensiv gelacht.
So kam der Tag, um zum nächsten und letzten Kontinent weiter zu fliegen
und Neuseeland bis zum nächsten Mal beiseite zu legen.

Nach einem langen Flug landete ich also erstmals in Chile,
einem Land, von dem schwärmen so viele.
Zuerst war es Chaos pur – Hitze, viele Leute und die komische Sprache,
so fragte ich mich, was ich hier wohl mache....

In Santiago fand ich mich schon bald gut zurecht
und auch mit dem Spanisch ging es gar nicht so schlecht!
Die Zeit für Neues nach der Stadt kam bereits nach einem Tag,
dann ging es weiter Schlag auf Schlag!

Unterwegs im Pachamama Backpackers-Bus
wurde manch ein Walk erspart zu Fuss.
Der Bus war eine gute Entscheidung, ansonsten hätte ich mir verbaut
den Zugang zu vielen Orten und Plätzen, wäre ich gereist auf eigene Haut.

An der Pazifikküste angekommen in Pichilemu,
stellten wir fest, hier kennt das Meer absolut keine Ruh.
Eine Augenweide bot darauf chiles schönster Wasserfall, der Salto de Lajo,
ob gesehen von oben oder von unten, auf spanisch „abajo“.

Pucon war es wert, zwei Nächte zu bleiben,
denn es war überhaupt kein Problem die Zeit zu vertreiben.
Beeindruckend in dieser Region waren vor allem die Vulkanberge,
die sich zeigten alles andere als kleine Zwerge.

Weiter gelangten wir über die 7 Lakes Route
nach Valdivia, dies mit leider durch die Sonne leicht rotgefärbter Haut.
Hier wurde die Reise etwas leicht negativ bereichert,
denn um ein Haar wurde ich des Portemonnaies erleichtert.

Auf Chiloe-Island fühlte ich mich wie in einer anderen Welt,
hier wo reagiert ganz sicher nicht das grosse Geld!
Irgendwie hat hier alles einen ganz speziell schönen Charakter
und man bekam das Gefühl, hier gibt es überhaupt keine Laster.

Ein Tagesausflug von Puerto Varas aus
brachte mich nahe an die argentinische Grenze mit Schiff und Bus.
Klar, sehr touristisch war der Tag gewesen,
dies konnte auch das trübe Wetter nicht beeinflussen.

Nach knapp 2 Wochen ging es weiter ins Nachbarland Argentinien,
dabei machte ich erstmals Bekanntschaft mit einer der vielen Buslinien.
Positiv überrascht war ich einerseits vom Fahrzeug, aber auch vom Service.
Der Grenzübergang war speziell, weil man uns lange warten liess.

Im schmucken Bariloche, ich gleich mal 4 Nächte verbrachte,
dies um mir den Einstieg in Argentinien zu gestalten ganz sachte.
Eine von 2 Tagestouren führte zum mächtigen Mt. Tronador,
wo ich vor lauter Schönheit der Natur fast den Verstand verlor.

Hier standen im Mittelpunkt die Wasserfälle und die (schwarzen) Gletscher,
drum: die Welt konnte kaum sein noch phantastischer.
Der zweite Ausflug ins südlich gelegene El Bolson
war nicht mehr derart beeindruckend, ja ich war etwas verwöhnt schon.

19 Stunden Busfahrt lagen vor mir in Richtung Norden,
dabei wünschte ich zu Beginn, es soll nicht werden morgen.
Dies weil ich im Bus Zeuge wurde von einem tollen Naturschauspiel –
Sunset hinter den Anden mit aufkommendem Gewitter, dies mir sehr gut gefiel.

Mendoza mit Temperaturen bedeutend höher als noch im Süden
ist eine tolle Stadt, in der es einem nicht kann verleiden.
Ein Muss war sicher der Besuch einer der vielen Bodegas,
wo man degustierte auch den einen oder anderen Wein im Glas.

Die Tagestour an die chilenische Grenze wird unvergessen bleiben,
konnte ich nämlich noch nie einen derart hohen Berg wie hier live erleben.
Mit zudem Puente del Inca und Los Penitentes
war es eine Tour, die mir zeigte ganz schön einiges.

Vor der Weiterreise lernte ich kennen zwei weitere Abenteuer,
nein, es war überhaupt kein Spiel mit dem Feuer.
Vielmehr erlebte ich puren Nervenkitzel beim Abseilen
und danach den vollen Einsatz im Fluss bei Riverraften.

Den Felsen vertikal und dem Fluss horizontal hinunter gekommen,
war ich bereit für die letzten 3 Wochen und hatte dabei noch einiges vorgenommen.
Hier um diese Zeit wurde mir sehr stark bewusst,
wie unglaublich schnell die Zeit floss und noch immer fliesst.

Von Tag zu Tag dachte ich mehr zurück an die vergangenen Wochen,
dabei zog sich im Gesicht oft auch auf ein Lachen.
Auf der anderen Seite war es hart, die Realität einzugestehen,
denn viel zu früh wird der Weg zurück nach Hause gehen.

In den verbleibenden Wochen befanden sich meine Gedanken im Wechselbad,
der Punkt musste einmal kommen, was schon war ziemlich schad.
Dagegen war ich mich im Kopf auch am Vorbereiten
auf das Zuhause und einfach auf komplett andere Zeiten.

Mendoza verliess ich dann mit vielen positiven Eindrücken,
drum war es auch nicht einfach zu gehen und weiterzurücken.
Es ging von Kilometer zu Kilometer mehr ins argentinische Flachland,
ich aber auch hier sehr tolle Gebiete und Städte vorfand.

Je 2 Nächte dann verbrachte ich in Cordoba und Rosario,
und beide Städte hatten ein sehr angenehmes Bild und Szenario.
Hier war es vor der Hauptstadt wie die Ruhe vor dem Sturm....
und auch hier – nur gegen die Sonne hätte ich gebraucht einen Schirm.

Genau, in Buenos Aires war es dann mit der Ruhe effektiv vorbei
und ich war inmitten der vielen Millionen voll dabei.
Trotz der Grösse hatte ich gleich einen positiven Eindruck,
die Stadt lebt mit Herzblut, toll... und das Bier schmeckte auch, Schluck für Schluck!

In 3 Tagen hatte ich ein „strenges“ Programm zu bewältigen,
dabei war nicht zu vernachlässigen das Nächtigen.
Breiteste Strasse der Welt und wundervolle Gebäude,
klar auch ebenso schöne Frauen – ja, es war eine wahre Freude!

Ich zog es vor, den Tango-Tänzer(innen) jeweils zuzusehen
anstatt es selber zu versuchen, dies um keine Peinlichkeit einzugehen.
Ungewohnt für mich, aber ich verliess diese Grossstadt nur ungern,
denn dies hier war wirklich toll -  und nun leider wieder so fern.

Tigre war mit dem Zug in einer Stunde problemlos zu erreichen,
hier gibt es mehr als nur ein typisches Markenzeichen.
Einerseits war da ein grosses Delta mit vielen Wasserstrassen,
andererseits ein Markt, dessen Grösse ich kaum konnte fassen.

Nach gut 2 ½ Wochen verliess ich Argentinien an einem frühen Morgen,
die Fahrt ging zügig voran und führte mich nach Uruguay im Norden.
Dieses Land lernte ich nur kennen dank einem Zwischenhalt
in Montevideo, wo es war zwischendurch auch relativ trüb und kalt.

Aber es gibt auch positives von hier zu berichten.
Im Fussball wird man nie auf Uruguay können verzichten,
denn 1930 schrieb dieses kleine Land Sportgeschichte,
dies weil die Fussball-WM hier das Licht der Welt erblickte.

Die Grenzüberquerung nach Brasilien erlebte ich im tiefen Schlaf,
Hauptsache war, dass mein Pass frisch gestempelt wieder bei mir eintraf.
Curitiba war mein erstes brasilianisches Zuhause für zwei Nächte.
Ohne Reais bin hergekommen, dies sich dann auf der Bank hier auch rächte...

Auf den letzten Höhepunkt war ich mehr als nur gespannt,
denn die Iguassu-Fälle sind ja nicht so ganz unbekannt.
Dieses Naturwunder lässt so vieles hinter sich verblassen,
darum durfte man sie einfach nicht verpassen.

Was ich hier gesehen habe mit meinen eigenen Augen
war etwas, was ich zuvor nicht konnte glauben.
Meine Erwartungen wurden um einiges überboten,
denn die Fälle haben mit x Perspektiven atemberaubendes zu bieten.

Während man auf der brasilianischen Seite die Fälle besser überschaut,
sich in Argentinien an manch einem Ort eine völlig neue Welt aufbaut.
Das Element Wasser zeigt sich hier in seiner schönsten Pracht,
demonstriert aber mit der gewaltigen Energie auch seine geballte Macht.

Zum Schmunzeln kam ich auf der vermeintlich 2. Letzten Fahrt im Bus,
als ich feststellte, dass ich im Schlaf Sao Paulo verpasst haben muss.
So erreichte ich die Stadt via Rio de Janeiro am Abend , nicht schon am Morgen.
Aber was soll’s? Ich war am Reisen und dabei überhaupt keine Sorgen.

Sao Paulo erlebte ich hauptsächlich bei heftigem Regen.
Nun ja, dass mir die Stadt gefallen hat, wäre doch schon fast etwas gelogen.
Die letzte Busfahrt nach Rio war von heftigen Gefühlen überströmt,
denn diesen Zielort hatte ich nicht so schnell herbei gesehnt.

Nach einem Städtetrip nach Rio vor ein paar Jahren
konnte ich hier doch noch etwas Neues erfahren.
Ich erlebte denn einzigartigen und wunderschönen Zuckerhut....
dies war zum Verarbeiten soo vieler Gedanken sehr gut.

Ich erlebte hier aber auch noch sehr viel innere Stimmungen,
die Unfreude heimkehren zu müssen, aber auch positive - dank guten Erinnerungen!
Verzichten auf jeden Fall konnte ich nicht auf den Caipirinha
an der so tollen Beach an der Copacabana.

Am 28. Februar hiess es dann definitiv Abschied nehmen.
Spätestens auf dem Flughafen konnte ich die Tränen nicht mehr verklemmen.
5 Monate nahmen ihr Ende....
und ich weiss, diese haben gegeben meinem Leben eine Wende.

Auf dem Flug nach Zürich war der Magen negativ sehr aktiv,
und in meinem Kopf nichts mehr wirklich kreativ.
Meine Emotionen waren aufgewühlt wie selten zuvor und brutal intensiv,
drum die Heimreise auch nur sehr schleichend verlief.

Unvergesslich werden bleiben die letzten Minuten der grossen Reise,
denn in Zürich erlebte ich einen Empfang der ganz besonderen Art und Weise.
Sprachlos stand ich vor 17 bekannten Gesichtern im Halbkreis....
Ja, dies war ein sehr eindrücklicher Freundschaftsbeweis.              

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